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Agnes, Milow und Nena hoch, Editors, Schnuffel und ASP neu

Im Moment gibt es einen Hit, der überall zu hören ist: im Küchenradio, im Einkaufszentrum, sogar im Cineplexx … logisch steigt dieser Titel dann auch in der Nachfrage und in den Umsatz-Charts: Release Me von Agnes. In der letzten Woche hatte sie sich bereits mit Platz 12 auf eine Bestplatzierung vorgehangelt. In dieser Woche, ihrer siebten in den Charts, geht es noch weiter nach oben, direkt unter die besten fünf auf Platz 5. Rückenwind erhält die Single sicher auch durch die Veröffentlichung des Albums Dance Love Pop, welches seit dem 2. Oktober auf dem Markt ist. Offensichtlich trauen sich aber zahlreiche Käufer noch nicht so recht an den Longplayer heran, er startet lediglich auf Platz 69. Der Griff zur Single ist da vermutlich einfacher. Und mehr und mehr bohrt sich Release Me in die Ohren und ins Bewusstsein … Ich bin gespannt, ab wann wir den Titel nicht mehr hören können.

Zu den Gewinnern der Woche gehören auch die Gäste von Thomas Gottschalk in seiner 183. Folge von „Wetten dass…?“. Die Show erhielt zwar fast ausschließlich negative Kritiken, ein Garant für steigende Umsätze ist sie dennoch. Zum Beispiel profitiert Nelly Furtado ganz wesentliche davon, dass sie in der Show ihren letzten Hit Manos Al Aire vortragen konnte. Prompt steigt der Titel, der sich eigentlich schon deutlich auf dem Rückzug befand, von der 24 noch einmal auf die 17. – Die Gerüchteküche meldet übrigens aktuell, dass Nelly gerade eine Reihe von Songs mit Timbaland fertig geschrieben hat, die auf ihrem 2010 kommenden Album enthalten sein sollen.

Zweiter großer Nutznießer von einem Wetten dass … ?-Auftritt sind Tokio Hotel. Nach ihrem Absturz mit Automatisch in der letzten Woche geht es noch einmal von der 29 auf die 21. Außerdem startet in dieser Woche das Album Humanoid auf Platz 1 der Album-Liste. Na, da scheint ja die Welt fast wieder in Ordnung zu sein.

Im Aufwärtswind, und das bereits seit zwei Wochen, befindet sich auch Milow . In der letzten Woche ging es von der 25 hoch auf die 21. Und nun, mit Beginn seiner Konzerttour in Deutschland schafft er nach drei Wochen Pause sogar die Rückkehr in die Top 20. Platz 19 wird notiert für You Don’t Know, welches sich mittlerweile 10 Wochen in der Liste tummelt und am 11. September mit Platz 15 seinen bisherigen Bestwert erreichte.

Einen Sprung nach vorn machte auch NENA mit Wir sind wahr. In der letzten Woche sackte der Titel unglaubliche 21 Plätze ab und landete auf der 45. Schon war da ein kleines Drama in Sicht. Am 2. Oktober allerdings erschien das Album Made In Germany, welches einen großartigen Start in den Albumcharts auf Platz 3. Für viele ein Grund sich gleich noch die Single zu holen. – Außerdem hatte Nena einen prominenten Auftritt bei Günther Jauchs „Das große Ost-West-Duell“ und Portale wie oljo.de gehen davon aus, dass vor allem dieser Auftritt eine enorme Nachfrage erzeugte. Beides zusammen reicht für einen Sprung nach vorn auf die 24. Neuer Bestwert für Wir sind wahr.

Das waren die Gewinner der Woche, die schon eine Weile in den Charts ihr Unwesen treiben. Natürlich gab es auch Neues in der Woche ab 2. Oktober. Gesamtsieger wurden Bon Jovi (im Download-Only-Bereich) und Scooter. Mit einem recht eindrucksvollen Start setzten sich auch die Editors durch. Mit Papillon bereiten sie ihr drittes Album In This Light And on this evening vor. Üblicherweise werden die Editors in die Schublade Indie-Rock gesteckt. Mit dem neuen Werk schauen sie allerdings ganz schön weit über den Tellerrand hinaus und bewegen sich ordentlich in Richtung Elektronik/Dark Wave. Und das scheint dann doch recht vielen zu gefallen. Papillon ist die dritte Single der Band und sie kann trotz limitierter Auflage als CD auf Platz 43 landen. Das ist deutlich besser als die beiden Chart-Vorgänger, die mehr oder weniger in den 80er Positionen versandeten.Vielleicht der Beginn einer doch längeren Erfolgsgeschichte?

Seine großen Erfolge hat der Jamba-Kuschelhase Schnuffel bereits hinter sich. Wir erinnern uns, im Frühjahr 2008 ging nichts ohne den Kuschel Song. Dann gab es noch ein, zwei, drei Häschen-Aufgüsse und seit Ende letzten Jahres war dann Ruhe. Nun aber wird es wieder kühler und früher dunkel, der Kuschelbedarf steigt und schon wird die Kunstfigur reanimiert. Die neue Single heißt Piep Piep, das dazugehörige Album Komm Kuscheln, ab jetzt im Handel. Das Schema wie gehabt: knuddelig-debilromatischer Kinderliedtext mit Klingeltechnosound. Funktioniert irgendwie immernoch, allerdings bei weitem nicht mehr so gut wie im Jahr 2008. Piep Piep startet auf Platz 54 – weit entfernt von dem was die Vorgänger bereits gebracht haben. Da hat es sich vermutlich bald ausgekuschelt.

Das komplette Gegenteil zum Kuschelhasen stellt die Band ASP dar. In der Mittelalter-Gothic-Rock-Szene sind sie eine feste Größe. Außerhalb dieses Kreises haben sie erst einmal etwas mehr Aufmerksam keit erhalten. Ende Oktober 2006 schoß ihre Single Ich bin ein wahrer Satan bis auf Platz 29 der deutschen Charts. Sehr schnell war der Titel dann auch wieder aus der Liste draußen – wie gesagt: es ist vor allem ein fester Kreis von Fans, der die CD kauft. Ähnlich verhält es sich mit ihren Alben. Seit 2005 erscheinen sie regelmäßig für ein bis zwei Wochen in den Verkaufsauswertungen auf und sind dann wieder verscwhunden. Eine Ausnahme bildete die CD Zaubererbruder im letzten Jahr. Vier Wochen, also einen kompletten Monat in der Liste und ein Platz 13 als Höchstplatzierung. Die Fangemeinde wächst also. Eventuell ist also auch das Auftauchen ihrer neuesten Single-Veröffentlichung Wer sonst? in den Charts ein Anzeichen dafür. Platz 56 zum Start kann allerdings noch nicht wirklich viel erzählen, die folgenden Veröffentlichungen werden zeigen wohin die Reise geht.

Wer sonst? ist natürlich eine düstere Mischung aus hartem Gitarrensound, Weltuntergangsszenario und der nicht ganz einfachen Aussage: „Du bist das Kettenglied, was zählt“. Gewaltige Bilder, die da zitiert werden. An vielen Stellen auch sehr offen für Interpretationen in alle möglichen Richtungen. Wir kennen diese Diskussionen und Vorwürfe von Rammstein, Oomph! etc. Wirkliche Lösungen gibt es dabei wohl kaum, denn wenn die Geschichten deutlicher und konkreter würden, dann würden sie vermutlich auch einen wesentlichen Teil ihres (Schauer-)Reizes verlieren.

Das Jahr 2009 ist (oder war?) eines, in welchem die Pet Shop Boys noch einmal ziemlich überraschen konnten. Nicht, dass sie jetzt die Überflieger der vergangenen Monate gewesen wären. Aber ihr Album Yes schaffte tatsächlich im Frühjahr eine Platzierung in den Albumcharts auf Position 4 – das beste Ergebnis für das Duo in den 2000ern. Die Leadsingle Love etc. konnte sich recht unerwartet bis auf Platz 12 durchsetzen und war ganze 16 Wochen präsent. Für einen Act, der seit etwa 25 Jahren im Geschäft ist schon eine beachtliche Leistung. Nun wurde aus dem Erfolgsalbum eine dritte Single ausgekoppelt. Beautiful People ist ein ruhiges Popstückchen mit vielen Streichern, romantisch verklärt und mit jeder Note zutiefst in den Hochzeiten der Pet Shop Boys verwurzelt. Einmal mehr lässt sich feststellen: diese Single im Jahr 1986 veröffentlicht wäre ein sicherer Top 5-Hit gewesen. Im Jahr 2009 reicht es noch für Platz 65 – sicher kein umwerfender Hit, zumindest aber ein Beweis, dass auch Soundtreue über Jahrzehnte Freunde findet. Seltsam ist für mich nur, dass Beautiful People nur in Deutschland veröffentlicht wird. Zu Ende gedacht würde das bedeuten: In Deutschland haben Neil Tennant und Chris Lowe den größten und treuesten Fankreis. Oder anders: einmal in Deutschland etabliert, lässt sich bis in alle Ewigkeiten mit dem gleichen Prinzip Musik verkaufen.

Bis in alle Ewigkeit – schönes Stichwort für unsere Rubrik: Evergreens / Moderne Klassiker. Was gab es denn in dieser Woche an auffälligen Rückkehrern? – Passend zum Nr.1-Ansturm von Lady GaGa steht auch die Single, mit der alles vor mehr als einem Jahr begann, wieder in den Charts: Just Dance. Fairerweise muss ihr Partner Colby O’Donis an dieser Stelle ebenfalls genannt werden, liefert er doch einen ganz wesentlichen Beitrag zum Hit. Ich erinnere mich: vor einem Jahr als Lady Gaga lediglich eine unbekannte Newcomerin war, da waren überall Lobeshymnen auf Just Dance zu finden. „Lady Gaga – die neue selbstbewusste Frau, die sowohl Hedonismus wie auch Startum mit kritischem Blick hinterfragt …“ So ähnlich stand es in schlauen Texten. Ob die selben AutorInnen heute genauso urteilen würden? Erfolg ist in Deutschlands Kritikerkreisen ja nicht so positiv besetzt. Wie auch immer: Just Dance schaffte vor einem Jahr immerhin eine Platzierung auf Rang 15, war ziemlich präsent ohne der Knaller schlechthin zu werden. Dann eroberte Lady Gaga den englischen Markt, stürmte mit Just Dance zum Jahresende bis an die Spitze der UK Top 40, und dann ging es auch in Deutschland mit dem Verkauf noch einmal nach oben. Den endgültigen Kick lieferte dann jedoch erst im März die Nachfolgesingle Poker Face, die Lady Gaga ja hierzulande ihre erste Nr.1 bescherte. Im Windschatten zog auch Just Dance noch einmal nach und erklomm Platz Nr.10. Im Juli, nach insgesamt 44 Chartwochen fiel Just Dance dann dauerhaft unter die magische Position 50 und wurde laut media control-Regeln aus der Wertung genommen. Nun sind drei Monate vergangen, die Sperrfrist ist abgelaufen, und Just Dance darf wieder notiert werden. Wird es auch sofort und steht auf einem unglaublichen Platz 69. Das bedeutet: in den kommenden neun Wochen wird uns Just Dance mit Sicherheit begleiten und am Ende zu den 20 Titeln gehören, die sich am längsten in den deutschen Charts aufhalten konnten.

Wieder dabei nach dreimonatiger Sperrfrist sind auch die Kings_Of_Leon mit Use Somebody. Existent ist die US-amerikanische Band seit 2000, ihre Alben konnten sich seit 2003 mehr oder weniger gut verkaufen. Am erfolgreichsten waren sie in Großbritannien, wo sie regelmäßig unter den Top 5 der Album-Charts zu finden waren. Der Durchbruch als Single-Act, also als Tageshit-Lieferanten, gelang ihnen im Spätsommer vergangenen Jahres, als Sex_On_Fire plötzlich die Spitze der britischen Charts erstürmte. Auch in Deutschland enterte der Titel dann (als reiner Download-Track) die Charts. Die Plattenfirma brauchte etwas Zeit um zu kapieren was da grad losging, die CD-Version wurde später nachgeschoben, brachte nicht den großen Schub, aber verhalf dem Titel immerhin zu einer Dauerpräsenz in den Charts die insgesamt 41 Wochen anhielt und mit Platz 33 im Juli diesen Jahres ihren Höhepunkt fand. In der letzten Woche war Sex_On_Fire noch auf der 56 notiert, fällt aber diese Woche unter die 3-Monats-Sperrklausel.

Use Somebody hatte im Vergleich zum Vorgänger einen wesentlich direkteren Start. Am 13. März wurde die Single zum ersten Mal auf Platz 18 notiert und stieg dann recht bald bis zum Platz 9. Für die Band eine erste Platzierung unter den Top 10 in Deutschland. Ganze 19 Wochen dauerte ihr Chartaufenthalt. In der Zwischenzeit wurde Use Somebody bereits mehrfach gecovert, am erfolgreichsten wohl von Pixie Lott, deren Version sich sogar in den britischen Songcharts platzieren konnte. Auch Kelly Clarkson nahm den Song in ihr Repertoire auf und sang ihn während ihrer diesjährigen Tour. In Deutschland ist nach wie vor die Originalversion von den Kings_Of_Leon am beliebtesten. Use Somebody steht in dieser Woche in seiner insgesamt 20. Chartwoche auf Platz 71.

Einer der Sommerpartyhits 2009 war ohne Zweifel Day ’N’ Nite von Kid Cudi im Remix der Italo-Boys Crookers. Bereits ab März gehörte der Track zum Standardrepertoire jeder coolen Tanzveranstaltung. Mehr oder weniger direkt setzte er sich dann auch in den größeren Discos durch und landete schließlich auch als kommerzieller Hit auf Platz 13 der deutschen Verkaufscharts. 17 Wochen dauerte der Spaß – jetzt ist der Titel zurück auf Platz 74. Und es macht irgendwie immer noch ordentlich Spaß sich durch die verschiedenen Versionen und Mix-Varianten zu hören.

Genau vor einem Jahr startete einer der großen Hits des vergangenen Winters in seine Chartkarriere. Do you remember Allein allein von der Dresdner Band Polarkreis 18? Genau! – Fünf Wochen Nr.1 zum Ende des Jahres 2008, Dauerpräsenz überall für die sechs smarten Jungs, nachfolgend Teilnahme beim „Bundesvision Song Contest“ und mit The Colour Of Snow ein weiterer Top 5-Hit. 40 Wochen lang ununterbrochen war Allein allein in den deutschen Charts platziert. Der auch auf der deutschen CD-Single veröffentlichte Remix durch die dänische Gruppe Nephew verschaffte Polarkreis 18 auch eine Top 3-Platzierung im Nachbarland Dänemark. Bemerkenswert am Rande vielleicht noch, dass Allein allein auch in den Charts von Israel eine Top 10-Platzierung erreichte. Nun also – Allein allein verkauft sich immer noch ganz gut, gehört praktisch zum Repertoire jeder Home-Party und steht in dieser Woche nach derZwangspause erneut auf Platz 78.

Mittlerweile auch bald ein Jahr lang immer wieder in den Charts ist Amsterdam in der Version von Axel Fischer feat. Cora. Der ursprünglich aus den 80ern stammende Titel gehört in der etwas trashig geratenen neuen Variante offensichtlich zu den Standards im Familienfeiern-Bierzelt-Mallorca-Business. In dieser Woche nach Ablaufen der Sperrzeit wieder drin auf der 91.

Zu den Rückkehrern gehören regelmäßig auch die Songs, welche bei diversen Casting-Shows interpretiert werden. Aktuell läuft auf Pro7 Popstars – Du & Ich. Am Donnerstag, den 1. Oktober, flimmerte der zweite Workshopteil aus Las Vegas über die Bildschirme. Dort gab es Balladenduette zu hören. Und am eindrucksvollsten waren offensichtlich Valentina und Andy, welche One interpretierten. Die Vorlage von Mary J Blige und U2 schafft nämlich im Nachgang einen Wiedereintritt in die Charts auf Platz 83. Der Titel stammt ganz ursprünglich vom 91er U2-Album Achtung Baby, war damals auch als Single veröffentlicht worden, konnte sich aber nicht in Deutschland platzieren. 14 Jahre später gab es die Neuauflage mit Mary J Blige als Duett-Partnerin, und da wurde der Titel dann wirklich zu einem großen Hit: Platz 6 in Deutschland und seitdem immer wieder mal in den Charts, zuletzt im januar 2007. Aktuell wie gesagt, Platz 83 – die höchste Platzierung seit dem ersten Chartaufenthalt 2006.

Den Titel „Häufigster Rückkehrer des Jahres 2009“ verdient sich gerade Metallica mit Nothing Else Matters. Bereits zum sechsten mal wird dieser Titel als Wiedereinstieg notiert. In dieser Woche auf Platz 84 – höchste Platzierung seit März – und insgesamt schon die 57. Chartwoche.

Zu den zeitgenössischen Klassikern gehört ohne Zweifel auch Bitter Sweet Symphony von The Verve. Original veröffentlicht im Jahr 1997 ist es wohl der bekannteste Titel der Britpop-Band. Immer wieder wurde es als Musik für Werbung eingesetzt oder irgendwie geremixt. Kein Wunder also, dass der Titel auch bei jeder Wiederkehr und Neuveröffentlichung der Band irgendwie eine Rolle spielt. So geschehen im letzten Jahr, als Love Is Noise und das Album Forth erschienen. In diesem Sommer gab es dann wieder aktuelle Trennungsgerüchte um die Band, gleich auch mit der Ankündigung, dass Teile der Band mit Musikern von Goldfrapp über ein neues Projekt namens The Black Ships nachdenken. Es soll zu dieser neuen Superband auch bereits eine mySpace-Seite existieren. – Alle diese Neuigkeiten werden aber wahrscheinlich nicht der Grund gewesen sein, warum plötzlich wieder verstärkt Nachfrage nach Bitter Sweet Symphony besteht. Ehrlich gesagt, ich kann es auch überhaupt nicht erklären, warum der Titel nun wieder auf der 93 notiert wird. Außer natürlich, dass er nach wie vor gut ist. Wahrscheinlich tauchte der Song in irgendeiner Fernseh-Show im Hintergrund auf … wer Genaueres weiß, kann sich ja mal bei mir melden. Ich freu mich in der Zwischenzeit über eine 21. Woche für diesen Titel in den Charts.

Teenie-Star Nr.1 und ständig in den Schlagzeilen ist Miley Cyrus. Letzte Meldungen waren: der Twitter-Account von Miley Cyrus wurde gelöscht. Von ihr selbst. Und: Ihr Papa mag ihren Freund nicht ... Das sind alles Sorgen. Aber es gibt auch News aus dem Bereich Entertainment. Zum Beispiel soll Mitte Oktober ihr neues Album The Time Of Our Lives erscheinen. Die Single daraus Party In The U.S.A. steht in ihrer Heimat den USA bereits auf der Nr.1. In Deutschland gibt es noch kein offizielles Datum. In diversen Blogs und Foren war mal vom 2. Oktober die Rede … Und dort kann man auch lesen, dass aufgrund der bescheuerten Veröffentlichungspolitik die meisten Fans ihre CDs ohenhin in den USA bestellen. Nun – was wirklich zu haben ist: Hannah Montana – der Film auf Blu Ray-Disc. Seit 8. Oktober steht das Ding im Verkauf. Tja, und der erfolgreichste Track daraus The Climb schafft es in dieser Woche auch wieder in die Verkaufscharts, auf Platz 97. Außerdem geht Supergirl nochmal einen Platz nach oben von der 71 auf die 70.

Und auch noch einmal drin, nach einer Woche Verschnaufpause ist Peter Fox mit Schwarz zu Blau. Es geht nochmal auf die 98. Etwas erfolgreicher ist (immer noch) Haus am See, welches in der 51. Woche ununterbrochen in den Charts steht und gerade von der 50 auf die 53 rutscht.

Ganz am unteren Ende der Charts gibt es in dieser Woche eine Band, die mit ihrer ersten Single debütiert. BLIND kommen aus Baden-Württemberg, existieren seit 2002 und haben bereits im letzten Jahr ihr Debüt-Album auf den Markt gebracht. Zu überregionaler Bekanntheit bringen sie es genau jetzt mit ihrer Single Half A Dream Away. Bei wikipedia wird ihr Stil als Alternativ-Rock bezeichnet. Ja, das kann man wohl gelten lassen. Handgemachte Rockmusik, raue Stimme, Gitarren und ein Schuss Romantik … das sind die Zutaten, die BLIND in dieser Woche auf die 94 der deutschen Verkaufscharts hieven.

Jahresende 2008

31. Dezember – Zeit, nochmal kurz auf das vergangene Jahr zu schauen:
2008 kannte laut media control vor allem einen Hit: „Apologize“ von Timbaland presents OneRepublic aus Timbalands 2007er Album “Shock Value“. Am 23. November 2007 stieg dieser Titel direkt an der Spitze der deutschen Single-Charts ein und hielt sich dort acht Wochen lang, bis am 25. Januar 2008 ebenfalls mit einem Sprung auf die Position 1 Leona Lewis mit “Bleeding Love“ die Nachfolge antrat. Diese rangiert in der Jahresendauswertung von media control auch gleich auf Platz 2. Beide Künstler konnten sich 2008 mit weiteren Hits sehr gut verkaufen. Timbaland taucht (zumindest in den Booklet-Credits) gleich auf Platz 9 zusammen mit Madonna & Justin (Timberlake) und “4 Minutes“ auf. Außerdem noch auf Rang 76 mit “Scream“, dort als offizieller Partner von Nicole Scherzinger und Keri Hilson.
Leona Lewis war nach ihrem Debüt “Bleeding Love“ mit “Better In Time“ im Frühsommer noch einmal sehr erfolgreich und kann sich damit auf Platz 22 der Jahresendauswertung behaupten. Aktuell ist sie mit ihrer vierten CD-Single „Run“ vertreten.

Nun hat ja media control aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit nicht wirklich das komplette Jahr 2008 als Auswertungszeitraum. Die Jahresendcharts liegen jeweils schon Anfang Dezember vor und werden dann auch in allerlei TV-Chart-Shows breit getreten. Auswertungszeitraum ist also Dezember 2007 bis November 2008. Wollen wir das Jahre etwas genauer eingrenzen und beachten, dann lohnt ein Blick auf die Auswertung von musicline.de. Allerdings werden dort nicht die Umsätze zusammen addiert, sondern jeweils die Chartauftritte mit Punkten bewertet und zusammengerechnet. So gibt es dort ein etwas anderes (und irgendwie auch spannenderes) Bild:
Auf Position 1 stehen hier Ich + Ich mit “So soll es bleiben“. Insgesamt 35 Wochen war das Duo platziert, vier Wochen konnte es sich auf Platz 3 halten. Der zweite Platz geht an Ida Corr vs. Fedde le Grand und „Let Me Think About It“, welches ganze 40 Wochen notiert war und damit zugleich den Titel stellt, der 2008 am längsten präsent war. Für die dänische Sängerin und den niederländischen DJ ging es bis auf Rang 14.
Erst auf Platz 3 steht bei musicline.de ein Nr.1-Hit. Aber keiner von den bereits oben genannten. Hier ist es Duffy, die mit “Mercy“ das Rennen macht.
Die beiden Spitzenreiter von media control werden bei musicline.de auf Platz 5 („Bleeding Love“) und 7 („Apologize“) geführt.

Was noch so an lustigen Statistiken über das Jahr 2008 zu erzählen ist, folgt hier (natürlich nicht zu ausführlich, denn media control hat ziemlich strikte Regeln, was die Verbreitung und Auswertung ihrer Charts betrifft):
Timbaland war der Musiker, welcher 2008 am häufigsten in irgendeiner Form in den Charts vertreten war. In der Summe mehr als 130 Wochen, die sich auf 7 reguläre Veröffentlichungen (wo er als Künstler offiziell auf dem CD-Cover genannt wird) und 3 weitere als Background (bei Justin Timberlake, Nelly Furtado und Madonna) verteilen. Außerdem zählt dazu seine Tätigkeit als Produzent für u.a. Ashlee Simpson. Mit dieser langen Liste dürfte er unbestritten der aktivste Künstler 2008 gewesen sein.
Als ausdauerndste Hauptacts konnten sich Ich + Ich durchsetzen, die 2008 mit 6 verschiedenen Titeln auf 116 Chart-Wochen kommen und damit Amy Winehouse (101 Woche mit ebenfalls 6 Titeln) im letzten Quartal des Jahres die Führung abgeknöpft haben.

Das Thema Dauerbrenner war im Jahr 2008 besonders aktuell. Die Bereinigungs-Regel für Titel unterhalb Position 50 besagt, dass jeder Titel, der 9 Wochen in den Charts notiert war nach seiner zweiten Notierung unterhalb Platz 50 aus der Liste gestrichen wird und erst wieder aufgenommen wird, wenn er mindestens Platz 50 erreicht bzw. nach einer Dauer von 3 Monaten. Danach beginnt die 9-Wochen-Zählung wieder von vorn. So weit die Theorie: In der Praxis kommt dazu, dass über entsprechende Internetportale mittlerweile ständig verfügbar sind und nicht mehr abhängig von den Angeboten klassischer CD-Händler. Noch vor 10 Jahren wäre ein Titel nach seinem Ausscheiden aus den Charts in Ramschregalen verschwunden und mit höchster Wahrscheinlichkeit nie wieder aufgetaucht. Heute sind drei Monate kein Hindernis mehr für Titel und in schöner Regelmäßigkeit tauchen aktuelle Dauerbrenner immer wieder in den Listen auf und schaffen es dabei noch zu ansehnlichen Platzierungen. In der Gesamtauswertung hat das den Effekt, dass die aktuellen Top 10 der am längsten platzierten Titel in diesem Jahr fast komplett umgekrempelt wurde von Titeln, die sich 2008 noch gut verkaufen konnten. Zwar steht als Spitzenreiter noch Wolfgang Petry mit „Die längste Single der Welt“, welches ganze 81 Wochen notiert war, aber ich bin sicher, in einem Jahr steht hier ein anderer Titel. Vielleicht ist es „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo, der 2008 noch einmal 10 Wochen in den Charts stand (Höchstplatzierung 83 im März) und es nun auf 79 Wochen bringt. Mindestens ebenso gute Chancen auf die neue Führung hat der Weihnachtsklassiker „Last Christmas“ von Wham!, der in der Auswertung bei musicline.de jetzt 78 Wochen stehen hat. Auf den Plätzen 4 bis 8 stehen folgende Titel:
„Ein Stern (der deinen Namen trägt)“ DJ Ötzi & Nik P. 76 Wochen (letztmalige Platzierung am 24.10.2008)
“Fairytale Gone Bad“ Sunrise Ave 65 Wochen (letzmalig 30.05.2008)
“For You“ The Disco Boys feat. Manfred Mann’s Earth Band 64 Wochen (letztmalig 26.12.2008)
“Wonderful Dream (Holidays Are Coming)“ Melanie Thornton 61 Wochen (letztmalig 26.12.2008)
“Das Beste“ Silbermond 58 Wochen (letztmalig 21.11.2008)


Mit 4 Top 10-Titeln („Don’t Stop The Music“, „Shut Up And Drive“, „Take A Bow“ und „Disturbia“), davon drei direkt aufeinanderfolgend, konnte sich Rihanna wohl am erfolgreichsten in den Charts platzieren. Betrachtet man, dass die beiden anderen Singles 2008 von ihr, nämlich ihre Zusammenarbeiten mit Ne-Yo („Hate That I Love You“) und T.I. („Live your Life“) mit Platz 11 und 12 als Höchstposition nur ganz knapp die ersten 10 verpasst haben, so ist ihre Bilanz noch wesentlich eindrucksvoller und Rihanna derzeit wohl der beste Garant für einen Bestseller.

Einen Rekord ganz eigener Klasse stellte Paul Kuhn im Sommer auf. Durch seine Zusammenarbeit mit Mario Barth “Mensch, Berlin“ gelang ihm im Sommer nach 43,5 Jahren Pause die Rückkehr in die deutschen Charts. Er ist mit diesem Ergebnis 2008 auch der Künstler gewesen, der die längste Chartkarriere vorzuweisen hat. Natürlich ist dieser Rekord umstritten, denn die wöchentlichen Charts gibt es erst seit 1971. Paul Kuhns Platzierungen in den Jahren 54 bis 65 gehen zurück auf die monatlichen bzw. 14täglichen Auswertungen der Zeitschriften „Der Automatenmarkt“ und nach 65 auf die 14täglichen Listen veröffentlicht in „Der Musikmarkt“. So wie es Jörg Amtage und Matthias Müller in ihrem Compendium schreiben, sind dies die entsprechenden Charts zu den heutigen Top 100, aber nicht immer ganz einfach zu handhaben. Zum Teil wurden in dieser Zeit die Ergebnisse von gleichen Titeln unterschiedlicher Interpreten zusammengezählt und es lässt sich heute nicht mehr sagen, welche Version nun die eigentlich populärere war, bzw. ob einzelne Versionen in einer separaten Zählung überhaupt die Platzierung in der Liste geschafft hätten. Es ließe sich an dieser Stelle anmerken, dass es auch heute ähnliche Ungenauigkeiten gibt: So ist beispielsweise nicht immer eindeutig zuordenbar, welche Versionen von Michael Jacksons Hits sich in diesem Jahr platzieren konnten. Waren es die Originale oder die Remixe 08, die teilweise mit Gastkünstlern versehen worden waren. Auch bei Xavier Naidoo ergibt sich eine Ungenauigkeit: zur Veröffentlichung der unplugged-CD „Wettsingen in Schwetzingen“ stieg auch „Ich kenne nichts“ wieder in die Liste. Im Original eine Zusammenarbeit mit RZA, wurde es in Schwetzingen in anderer Besetzung interpretiert. Laut Downloadlisten war es genau diese unplugged Live-Version, die als Einzeltrack gekauft wurde. In den media control-Charts tauchte dennoch die alte Kollaboration auf.

Die Nummer 1-Bilanzierung habe ich in den letzten Wochen aus Anlass schon ordentlich breit getreten. Katy Perry ist 2008 die Künstlerin mit den meisten Wochen an der Spitze, ihr Produzent und Songschreiber Max Martin der erfolgreichste Künstler im Hintergrund. Die am längsten auf der 1 platzierten Titel kamen von Schnuffel („Kuschel Song“) und Kid Rock („All Summer Long“), die jeweils 8 Wochen die Liste anführten. Der Gerechtigekit halber muss an dieser Stelle auch „Apologize“ von Timbaland presents OneRepublic genannt werden, die insgesamt auch 8 Wochen an der Spitze standen, aber ihre Vorherrschaft bereits Ende 2007 begannen.
Madonna war die Nr1.-Künstlerin welche diese Position schon am längsten kennt, nämlich genau 21 Jahre. Am 8. Mai 1987
8.5.1987-9.5.2008 enterte sie mit “La Isla Bonita“ erstmals die Spitze, am 9. Mai 2008 stand sie zum bislang letzten Mal unterstützt von Justin Timberlake mit “4 minutes“ auf der 1.
Der Nr.1-Act, welcher am längsten brauchte, um 2008 endlich ganz nach oben zu kommen war Rosenstolz. Zehneinhalb Jahre brauchten sie seit ihrem ersten Auftauchen in den Charts um mit “Gib mir Sonne“ erstmals und nur für eine Woche am 12. September die Position 1 zu holen. Verglichen mit Herbert Grönemeyer, der etwas mehr als 18 Jahre brauchte um sich zum Nr.1-Star zu mausern (im Jahr 2002) ging es bei Rosenstolz dann doch schnell.

One Hit Wonder Of The Year war Paul Potts. Mit der Puccini-Arie “Nessun Dorma schaffte er es im August bis auf Platz 2 und verkaufte sich bis zum Jahresende in ordentlichen Stückzahlen. Einen weiteren Hit konnte er allerdings bislang nicht landen.

Letzter Gimmick: Nach 25 Jahren und 28 Tagen schaffte Michael Jackson es, seinen Hit “The Girl Is Mine“ auf Höchstposition zu bringen. Am 8. Februar 2008 stand er auf Position 21 und überbot deutlich seinen Bestwert aus dem Jahr 1982. Damals stieg der Titel zum Jahresende auf der 53 ein verschwand nach 4 Wochen wieder. Ganz regulär ist dieser Rekord allerdings nicht: 1982 war Michael Jacksons Partner Paul McCartney. Im Jahr 2008 war seine Stimme kombiniert mit der von will.i.am. Die Aufnahmen von Herrn Jackson sind jedoch die selben.

Charts vom 26. Dezmeber 2008

Das sind sie also, die Weihnachtscharts 2008 und alles ist ruhig. Keine fette Überraschung unterm Tannenbaum, sondern weiterhin Katy Perry mit "Hot N Cold", die das Fest alles andere als beschaulich verstreichen lässt. Vier Wochen steht Katy Perry mit "Hot N Cold" nun an der Spitze und erhöht ihre Gesamtbilanz 2008 auf nunmehr 9 Wochen an der Spitze. Das ist das beste Ergebnis des Jahres vor Schnuffel und Kid Rock, die es jeweils auf 8 Wochen ganz oben bringen.
Für Max Martin, der bei "Hot N Cold" als Co-Autor und als Musiker auftaucht, erhöht die aktuelle Platzierung das Ergebnis 2008 auf 12 Wochen an der Spitze. Das ist das beste Ergebnis des Jahres überhaupt.

Platz 2 und 3 stehen ebenfalls fest auf den Positionen der Vorwoche: Polarkreis 18 halten mit "Allein Allein" den Silberplatz und P!nk bleibt mit ihrer neuen Single "Sober" auf dem bronzenen.
Bewegung unter den oberen 10 gibt es mit der Rückkehr der Killers und „Human“ auf ihren bisherigen Bestwert, Platz 4, nachdem sie für eine Woche außerhalb der besten 5 Pause einlegten. Auf die 6 steigt von der 15 noch einmal Herbert Grönemeyer mit „Glück“. Auch Curse mit Silbermond steigen mit „Bis zum Schluss“ noch einmal drei Plätze auf Position 8.

Einen Aufsteiger wieder hinein in die Top 20 gibt es mit den Pussycat Dolls und „I Hate This Part“, welches von der 22 ganze 10 Plätze bis auf die 12 klettert. Offensichtlich hat sich nun auch das deutsche Publikum ordentlich an den Titel gewöhnt und verhelfen den Dolls nach einem etwas verhaltenen Start doch noch zu ordentlichen Platzierungen.

Der höchste Neuzugang ist alles andere als weihnachtlich. Metallica gehen mit "All Nightmare Long" direkt in die oberen 20, und zwar auf Position 15. „All Nightmare Long“ wird unter anderem von musicline.de als DER Metallica-Titel schlechthin betitelt, sozusagen ein Querschnitt durch all ihre Entwicklungsphasen mit prägnanten Hörproben ihres unverwechselbaren Sounds in wenigen Minuten. Ob dieses Qualitätsmerkmal für die hohe Platzierung verantwortlich ist? Immerhin ist es die höchste Platzierung seit Juli 2003 als „St. Anger“ in der Liste notiert war. Oder vielleicht war es auch profanerweise der Marketing-Trick „All Nightmare Long“ in einer sogenannten Collector’s Edition in die Läden zu bringen. Drei CDs auf denen neben dem Titeltrack jeweils zwei Live-Versionen vom September 2008 bzw. umfangreiches Video-Material enthalten ist. Gezählt wird der Verkauf aller drei Versionen zusammen und es ist gut vorstellbar, dass der eine oder andere Fan sich diese kleine Sammlung noch unter den Weihnachtsbaum legen wollte. Wie auch immer: „All Nightmare Long“ ist seit Februar 2004 endlich neues Material der Band in den Charts. Zur Veröffentlichung von „Death Magnetic“ standen im September lediglich „Nothing Else Matters“ (Platz 45) und „Whiskey In The Jar“ (Platz 98) für ein paar Wochen in der Single-Liste. Für Produzent Rick Rubin ist „All Nightmare Long“ ein schöner Einstand mit Metallica. Er war zuletzt mit Linkin Park erfolgreich. Seine Produktion „Leave Out All The Rest“ steht derzeit auf der 56 und mit „What I’ve Done“ schaffte es das Gespann im Frühsommer 2007 bis auf Platz 4.

Platz 18 erobert sich Leona Lewis mit ihrer vierten Single „Run“. Ursprünglich war dieser Titel nur für die Deluxe-Edition ihres Erfolgsalbums „Spirit“ vorgesehen. In Großbritannien reichte dann die Veröffentlichung als digitale Single, um Leona Lewis einen vorweihnachtlichen Nr.1-Hit zu bescheren. Hier in Deutschland erscheint der Track sogar richtig auf CD, aber die Euphorie um die X-Factor-Gewinnerin von 2006 scheint ihren Zenit bereits überschritten zu haben. Zumindest mit den Chartplatzierungen geht es beständig bergab. Nach ihrer Nr.1 „Bleeding Love“ konnte „Better In Time“ im Juni noch die 2 belegen. „Forgive Me“ startete dann im November nur noch auf der 15 (nach 7 Wochen jetzt von 54 auf 57 fallend) und „Run“ beginnt nun noch einmal ein paar Plätze tiefer. Alles in allem ist es aber der vierte Top 20 Hit in Folge innerhalb eines Jahres. Keine schlechte Leistung.

Ebenfalls mit dem vierten Hit im Jahr 2008, allerdings nicht ganz so erfolgreich, steht auch Jamba-Hase Schnuffel mit „Schnuffels Weihnachtslied“ auf der 23 neu in den Charts. Auch hier hat sich der Kuschelfaktor schon ordentlich abgenutzt. Nach dem „Kuschel Song“ schaffte es nur noch das Duett mit Michael Wendler kurz in die Top 20. Das Weihnachtsliedchen könnte es für ganz kurz noch zu etwas Ruhm bringen, denn erst in der kommenden Woche werden die Verkäufe der Weihnachtswoche berücksichtigt. Und da haben ja die saisonalen Hits nochmal richtig Konjunktur bevor sie innerhalb von wenigen Tagen wieder für elf Monate verschwinden.

Einen bemerkenswerter Absturz gibt es in dieser Woche zu bemerken: Von der Position 8, wo es letzte Woche neu startete, geht es nun auf die 30 mit Rosenstolz und „Wie weit ist vorbei“. Dass Rosenstolz-Titel meist auf ihrer Top-Position einsteigen und dann stetig abwärtstrudeln, ist nichts Neues. Ein derartiger Sturz allerdings ist schon eher ungewöhnlich. Im Freien Fall überholt "Wie weit ist vorbei" beinahe den Vorgänger „Gib mir Sonne“, welcher sich noch ganz gut auf der 33 hält.

In der unteren Charthälfte starten ein paar Neuzugänge, die in den nächsten beiden Wochen durchaus Chancen haben, sich noch etwas zu verbessern. Auf der 58 neu Jennifer Hudson mit „Spotlight“. Es ist der bislang größte Erfolg der American Idol-Teilnehmerin von 2004 und ihr Charteinstand in Deutschland. Ganz unbekannt dürfte sie aber auch hierzulande nicht sein, hat sie doch schon einige Filmrollen und Gastauftritte als Duettpartnerin vorzuweisen.

Nach dem Sommerhit „All Summer Long“, welcher in dieser Woche von der 34 auf die 35 gleitet, versucht es auchKid Rock nun mit einer Nachfolgesingle. „Roll On“ steigt ein auf der 59 und leidet natürlich an dem Schattendasein, dass es gegen den Überflieger zu führen hat. Radiostationen setzen lieber auf Altbekanntes und so wage ich zu bezweifeln, dass „Roll On“ es tatsächlich noch zu wesentlich mehr bringen wird.

Neu auf der 70 die dritte Single von MGMT „Kids“. Es ist ihre beste Chartplatzierung bisher und das liegt wahrscheinlich auch daran, dass „Kids“ Teil des Soundtracks zum Computerspiel Fifa 09 ist.
Auf der 71 steigt Doro mit „Herzblut“ ein. Nachdem sie im November mit „Celebrate – The Night Of The Warlock“ bereits bis auf die 75 gekommen war, schafft sie es mit Single Nr.2 im Jahr 2008 sogar noch etwas höher und damit auf ihre bisher zweitbeste Singlechart-Platzierung. Für den 30. Januar ist das Album „Fear No Evil“ angekündigt.

Wiedereinsteiger gibt es natürlich auch: Erfolgreichster ist Nina Kristin mit „Must Be Love“ / „Success“, welches nach einem kurzen Gastspiel vor 14 Tagen nun doch noch ordentlich durchstartet und im zweiten Anlauf Platz 76 erobert.
Auf der 80 gehen The Script mit ihrem mittlerweile dritten Werk in die Liste: „Breakeven“. Die 85 geht an Michael Mind und „Baker Street“, nach altbewährtem Rezept im bekannten Stil. Für den Titel ist es die dritte Version, welche die Charts erreichen kann. Sowohl Gerry Rafferty im Jahr 1978 als auch Undercover im Jahr 1992 schafften es jeweils bis auf Platz 3. Für Michael Mind sehen die Chancen auf einen solchen Erfolg momentan (noch) nicht gut aus: ein Release als reguläre CD scheint bislang nicht geplant zu sein.

Eine Weihnachtshymne entert die 88 mit Slade und „Merry Xmas Everybody“. Der Titel ist das erste Mal seit 1974, als es bei Veröffentlichung ganze 12 Wochen in den Charts war und bis zur 4 kam, wieder in der Liste notiert. Slade selber tauchten das letzte Mal am 1. Oktober 1993 auf. Damals war „Far Far Away“ für einen Werbespot von C&A verwendet worden und deshalb noch einmal ordentlich verkauft worden (Platz 19).

Die New Kids On The Block stehen mit „Dirty Dancing“ neu auf der 92, die zweite Single ihres Comebacks und eine Platzierung durch reine Downloads. Da könnte es also gut möglich sein, dass es ihnen mit dem Release als echte CD gelingt, den Vorgänger „Summertime“, der im September auf der 55 stoppte, zu übertrumpfen. Warten wir auf die ersten Charts des neuen Jahres.

Auf der 93 steht einer, den ich irgendwie gar nicht mehr auf dem Plan hatte. Aber: Totgesagte leben länger. Offensichtlich. Heinz Rudolf Kunze steht mit „Längere Tage“ erstmals seit März 2003 wieder in den Singlecharts. Platz 93 geht zurück auf reine Online-Verkäufe. Das neue Album „Protest“, aus dem der Titel stammt, steht für Ende Januar 2009 zur Veröffentlichung.

Wieder drin sind auf der 97 The Disco Boys feat. Manfred Mann’s Earth Band mit dem Partyknaller „For You“. Mittlerweile in der 45. Woche notiert und wahrscheinlich auf den kommenden Silvester- und Neujahrsparty überall zu hören.
Und auf der 100 schnuppert noch einmal kurz rein Anastacia mit “I Can Feel You“. 6 Wochen und eine Höchstplatzierung auf der 25 Ende Oktober stehen für sie bereits in den Büchern.

An dieser Stelle: einen schönen Jahreswechsel und bis nächste Woche!

Charts vom 3. Oktober 2008

Keine Neuheiten in den Top 10, aber doch einige bemerkenswerte Bewegungen.
Zunächst: Katy Perry sitzt mit "I Kissed A Girl" eine fünfte Woche fest an der Spitze. Es ist der vierte Titel in diesem Jahr, der mindestens 5 Wochen ganz oben steht, aber der erste, der dafür 6 Wochen brauchte. Dass ein Nr.1-Hit mal kurz Platz macht für einen anderen Shooter und dann zurückkehrt, ist in Deutschland nicht so selten. Im Juli 2007 erlebten Mark Medlock & Dieter Bohlen dieses Schicksal mit den Monrose. Und Ende 2006 räumten Silbermond für die Comeback-Single von Take That für eine Woche den Thron.

Nochmal einen Platz nach oben und damit in die Vizeposition schiebt sich Amy Macdonald mit "This Is The Life". Am Montag, 30. Sept., gabs dann auch Gold für die Single. 122.000 mal aus dem Netz geladen und 40.000 mal als CD verkauft, so der aktuelle Stand. Wahrscheinlich bleibt uns der Song noch eine Weile in der Spitzengruppe erhalten. Dass er die 1 am Ende noch erobert, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.
Auf jeden Fall ist diese Woche für Amy Macdonald insgesamt sehr positiv verlaufen. Ihr erster Hit "Mr Rock & Roll" macht nochmal zwei Plätze gut und sitzt bequem auf der 34, und ihr Album "This Is The Life" steht in den Albumcharts nach einer kurzen Verschnaufpause wieder auf dem bisherigen HIgh Platz 3.


Auf der 5 entert ein wahrer Spätzünder die Top 5. The Guru Josh Project klettert mit "infinity 2008" in der 14. Woche nochmal ganze vier Plätze nach oben und befindet sich damit nach 18,5 Jahren wieder am oberen Ende der deutschen Charts. Das Original mit dem nachgestellten "1990's: Time For The Guru" war damals allerdings wesentlich schneller. Bereits in der vierten Woche gings unter die ersten 5 und die Höchstplatzierung auf der 2 war in der achten Woche erreicht. Insgesamt war der Titel 26 Wochen notiert. Zumindest dies wird die Neufassung wohl mit Sicherheit toppen.

Der höchste Top 20-Zugang kommt von der 21 und ist eine alte Bekannte. Duffy hat nun mit "Warwick Avenue" einen ganz passablen Nachfolger zu ihrer Nr.1 vom April diesen Jahres. "Mercy" rutscht in dieser Woche übrigens leicht von der 27 auf die 31. "Warwick Avenue" hielt sich eine ganze Weile im Schatten des Megasellers auf. 6 Wochen war es am unteren Ende der Top 20 notiert, davon 3 x auf der 18, bevor sie letzte Woche kurz hinausschlidderte. Was nun genau diesen neuerlichen Schub ausgelöst hat, ist für mich nicht so einfach erklärbar. Die Nominierung für MTV Europe Music Awards in 3 Kategorien erfolgte erst am vergangenen Montag, also außerhalb des Auswertungszeitraums.

Der höchste Neuzugang diese Woche findet sich auf der 13. Jimi Blue kündigt mit "Key To The City" sein zweites Album an. Er selber bezeichnet seinen Stil eine Mischung aus HipHop, Pop und Dance. Mit dem vorliegenden Track ist ihm genau das besser gelungen als je zuvor. Ich gebe zu, dass ich mit den Stücken von seinem Debüt-Album "Mission Blue" recht wenig anfangen konnte. "Key To The City" hat für mich dagegen genau das richtige Flair eines unbeschwerten Popsongs. Deutsche Produktionen werden ja häufiger etwas schräg angesehen, wenn sie zu sehr mit Eingängigkeit dealen, in Amerika oder auch England passiert das dagegen andauernd. Und diese Produktionen dürfen dann auch hier Erfolg haben ...
Bisher waren die Titel von Jimi Blue immer auf ihrer Höchstposition eingestiegen. Es wäre schade, wenn es dieser nicht noch ein, zwei oder drei Plätze höher schaffen würde. Bislang ist es Jimi Blues dritter Top 20-Hit und das allererstemal, dass er den höchsten Neuzugang in Deutschland stellt.

Auf der 16 wird es gewollt kindisch. Mit "Häschenparty" kehrt Jamba-Kuschelhase Schnuffel ein drittes Mal in die deutschen Charts zurück. Da es nach dem 8-Wochen-Nr.1-Hit "Kuschel Song" mit "Ich hab' dich lieb" nicht mal mehr ganz bis in die Top 20 gereicht hat (übrigens just in dieser Woche nach 11 Wochen nicht mehr in den Charts), wollte man im Hause Jamba offensichtlich ganz sicher gehen und stellte dem Schnuffel-Hasen einen Schlagersänger zur Seite. Mit dem selbsternannten Discofox-König Michael Wendler wird das Kinderliedchen nochmal ordentlich aufgepeppt mit fettem Mallorca-Beat und entsprechend schlüpfrig-einfältigem Text. Michael Wendler profitiert von dem Deal ebenfalls gehörig, denn mit "Häschenparty" kann er seinen ersten Top 20-Hit verbuchen. Bisher stoppte er jeweils kurz davor. Mit "Sie liebt den DJ" gings vor einem Jahr bis zur 27, und mit "Nina" erreichte er im Frühjahr die 24. Auch er hat in dieser Woche mit seinem letzten Lied "Echolot" die deutschen Charts gerade verlassen. Mit der "Häschenparty" kündigt sich schon recht früh die kommende Karnevals-Saison an. Es ist anzunehmen, dass uns Hase und Micha für die nächste Zeit begleiten. Und Jamba hat schon mal das kommende Schnuffel-Weihnachtsalbum angekündigt.

Ganz knapp an ihrem zweiten Top 20-Hit vorbei schrammt die Norwegerin Maria Mena. "All This Time (Pick-Me-Up Song)" schafft es in der Debut-Woche auf die 21. Das ist natürlich nicht unbedingt ein Grund für Traurigkeit. Bei "Just Hold Me", ihrem bislang größtem Hit hat es auch erstmal 5 Wochen gedauert, bis es in die Top 20 und schließlich in der 10. Woche auf Höchstposition 14 gelangte. Und ich gehe davon aus, dass das neue, verträumte Liedchen mit Lalala-Passagen noch eine ganze Menge von Freunden finden wird. Momentan ist die Vorabauskopplung zum Album "Cause and Effect" Maria Menas zweitbestplatzierter Titel in den deutschen Charts.

Etwas weiter unten fällt ein Titel auf, der sich diese Woche gegen Trend um 12 Plätze nach oben schiebt. "Trauriges Mädchen", die EP des Berliners Sven van Thom erreicht mit Platz 28 einen neuen Bestwert. Bekannt ist der Titel vor allem durch seinen Einsatz innerhalb eines Trailers von Pro7.

Das Fernsehen ist auch für die nächsten Neuzugänge verantwortlich. Am 19. September flimmerte auf dem Disney-Chanel "Camp Rock" als Deutschland-Premiere über die Bildschirme. Teenies und Freunde wurden durch massive Plakataktionen schon einige Zeit vorher in Aufregung versetzt. Auf der 35 und 36 sind nun die konkreten Ergebnisse zu bestaunen. Da landen auf der höheren Position die Jonas Brothers mit "Burnin' Up", ein Track, der nicht in "Camp Rock" vorkommt, aber zielsicher zum Filmstart veröffentlicht wurde und nach "S.O.S." im Juli diesen Jahres das zweite Gastspiel der Jonas Brothers in den deutschen Charts ist. Und auf der 36 stehen neu Demi Lovato und Joe Jonas (zweiter von den Jonas Brothers), in "Camp Rock" das Traumpaar Mitchie und Shane. "This Is Me" stammt aus dem Original Soundtrack zum Film und ist nur als Online-Single erhältlich. Dort wird es aber als Solo-Track von Demi Lovato geführt.
Es ist anzunehmen, dass beide Tracks sich nicht weiter noch oben bewegen und wohl in Kürze aus den Charts wieder verschwinden.

Der letzte wirkliche Neuzugang in den Top 50 geht an Alicia Keys. Mit "Superwoman" ist der 12. Titel der Amerikanerin in den Charts und der dritte aus ihrem Album "As I Am", welches uns vor allem den Überflieger "No One" Ende 2007 beschert hat. Das gefühlvolle "Superwoman" zeigt uns Alicia Keys genau so, wie wir sie uns vorstellen und deshalb hat der Titel eine Menge Potenzial und könnte sich noch eine ganze Weile in unseren Ohren tummeln. Spannend wirds allerdings schon in Kürze, denn der Titelsong zum neuen James-Bond-Film "A Quentum Of Solace" ist ein Duett zwischen Jack White von den White Stripes und Alicia Keys. Da klingt sie doch schon sehr anders und spannend und die Meinungen gehen ziemlich weit auseinander. Bereits jetzt ist "Another Way To Die" als Download zu haben, in Großbritannien gings auch schon in die Top 30, ab sofort (3. Oktober) gibt es auch die CD-Version zu kaufen.
Ursprünglich war als Interpretin für den neuen Bond-Song Amy Winehouse vorgesehen, aber diese lieferte den Titel nicht ab und kann somit lediglich mit bekanntem Material präsent sein. Das gelingt ihr allerdings ganz gut. "Valerie" in Zusammenarbeit mit Mark Ronson geht in dieser Woche von der 39 auf die 47, nunmehr die 40. Woche in Folge in den Charts präsent.

In der unteren Hälfte der Charts wirkt sich besonders die Veröffentlichung der CD "Wettsingen in Schwetzingen" als Unplugged-Session der Söhne Mannheims und Xavier Naidoos aus. Während die aktuelle reguläre Single "Das hat die Welt noch nicht gesehn" leicht von der 6 auf die 8 rutscht, steigen auf 72, 76, 78, 82 und 92 alle möglichen älteren Hits wieder ein. Interessant ist, dass diese Titel in einigen Listen als Neuzugänge, in anderen als Wiedereinsteiger oder auch bunt gemischt durcheinander geführt werden. Online sind die Titel sowohl in der Studio- wie auch in der Unplugged Live-Version verfügbar. Bei i-Tunes sind die neuen Varianten allerdings die wesentlich häufiger abgerufenen. In der Zählung allerdings werden die verschiedenen Versionen zusammen gezählt. Charttechnisch keine ganz einfache Variante, denn es gab auch Zeiten, in denen wurden Original- und Live-Versionen streng als verschiedene Titel gelistet, was im Endeffekt für die Statistik ein Mehr an platzierten Titel pro KünstlerIn bedeutete. Aber natürlich sind das vor allem Mikro-Details für Ultra-Chart-Fans. Die Mehrheit wird wahrscheinlich nur interessieren, dass "Ich kenne nichts" bzw. "Geh davon aus" offensichtlich die beliebtesten Titel des Wettsingens sind, welches sich in den Albumcharts von nichts auf die Position 1 katapultierte.