Na endlich passiert mal was und die Sommerlochstarre löst sich etwas. Das heißt … über die absoluten Top-Hits ist sich das deutsche Käuferinnentum nach wie vor einig: Nr.1 bleibt laut media control unangefochten
Emilíana Torrini. Ihr
Jungle Drum steht nunmehr die sechste Woche ganz oben an der Spitze und ist damit nach
Poker Face von
Lady GaGa der Titel, welcher am häufigsten in diesem Jahr bisher diese Position halten konnte. Und auf ihrer
Homepage wird nun – endlich – neues Material angekündigt. In Kürze erscheint eine Digital EP unter dem Titel
Me and Armini EP. Allerdings … am 10. August erscheint diese EP erstmal in den USA und am 14. September in Großbritannien. Von Rest-Europa ist nirgends die Rede ... Hmm.
So wie die Spitze, so halten sich auch Platz 2 und 3:
Cassandra Steen feat. Adel Tawil stehen mit
Stadt zum siebten mal in der Followup-Position und
David Guetta feat. Kelly Rowland folgen auf der 3 mit
When Love Takes Over, das nun auch schon zum dritten mal.
Der beste CD-Single-Neustart geht in dieser Woche an
Jan Delay. Und das ist ein klein wenig eine Sensation, denn nach fast 10 Jahren gelingt dem Sänger damit endlich wieder ein Hit in den Top 10.
Oh Jonny, ein funkig-schmissiger Track mit Bläsereinsatz und Handclaps, geht rein auf die 6 und ist der zweiterfolgreichste Titel von Jan Delay überhaupt. 1999 debütierte er als Solo-Artist mit dem
Nena-Cover
Irgendwie irgendwo irgendwann. Anfang Januar 2000 stieg der Titel dann sogar für zwei Wochen bis auf Platz 2 in Deutschland.
Mit der neuen Single
Oh Jonny kündigt Jan Delay sein kommendes Album an. Dieses trägt den Titel
Wir Kinder vom Bahnhof Soul. Das könnte also ein guter Herbst für den Mann aus Hamburg werden.
An dieser Stelle übrigens ein Danke an
charts.de, denn dank der rigiden Informationspolitik von media control ist es total schwierig irgendwo halbwegs gesicherte Daten über ältere Chartsplatzierungen zu finden.
Neu in den CD-Regalen steht auch die zweite Auskopplung aus dem aktuellen Album von
Green Day. Betitelt mit
21 Guns liefern die Jungs einen klassikverdächtigen Hit ab, der auf Anhieb die Chartplatzierung der Album-Erstauskopplung
Know Your Enemy schlägt. Platz 13 in der Woche der Veröffentlichung lässt Hoffnung auf mehr zu, vielleicht sogar auf einen zweiten Top 10 Hit. Für mich ist
21 Guns schon jetzt das beste und eingängigste, was da seit langem aus dem Hause Green Day gekommen ist. Warten wir ab, wie sich das weiter entwickelt.
Die beste Newcomerin der Woche (und die gibt es nach den ganz schwachen letzten Wochen tatsächlich) ist die Norwegerin
Marit Larsen.
If A Song Could Get Me You ist ein ganz schönes Stückchen Pop, bei dem ich zuerst denke „… ach, schon 1000 x gehört“ und dann plötzlich passiert etwas, das ich doch nicht erwarte … ein Melodiebreak, ein Umschwung in der Stimmung … und ich finde, das zeichnet eine ganze Menge von skandinavischen Produktionen aus, sie sind gut produziert, durchaus mit ohrwurmverdächtigen Charakter, aber immer auch ein ganz klein wenig spröde. Toll! Für Marit Larsen geht’s als Debütplatzierung auf Platz 15 der deutschen Charts. In Norwegen war
If A Song Could Get Me You übrigens Marit Larsens zweite Nr.1. Feine Sache!
Und gleich noch einen Newcomer gibt es in dieser Woche zu feiern. Allerdings einen, der schon reichlich Banderfahrung gesammelt hat, unter anderem bei
Seeed. Nachdem
Peter Fox in den letzten 12 Monaten zum spannendsten und angesagtesten deutschen Künstler geworden ist (und das nicht nur in Deutschland sondern so ziemlich europaweit), versucht es nun also auch
dellé alias eased. Sein Debüt heißt
Pound Power und ist ziemlich klassischer Reggea mit ein paar schönen elektronischen Einsprengseln. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob der Titel die Kraft hat, die Kollege Peter Fox derzeit besitzt, aber zumindest ist es eine ganz spannende Variante von deutschem Reggea. Da können andere noch einiges lernen. Auch dellé schafft auf Anhieb einen ganz guten Verkaufsstart, der sich in Platz 16 niederschlägt.