Erfolgreichster Singlestart am 11. September und damit höchste Neueinsteigerin in dieser Woche wird Lady GaGa mit Paparazzi. Ihre Single landet auf Platz 3 und so hat sie einen vierten Top 10 in Folge. Damit nicht genug, diese vier Titel waren alle in diesem Jahr unter den ersten 10 notiert. Just Dance startete zwar bereits vor etwas mehr als einem Jahr, im ersten Anlauf ging es dann aber lediglich bis Platz 15. Erst als die Kollaboration mit Colby O’Donnis in Großbritannien bis zur 1 emporstieg, ging es auch in Deutschland noch mal rein in die Liste und hoch bis Platz 10. Das war dann im März der Fall, als Poker Face bei uns schon seinen Siegeszug angetreten hatte. Tja und im Juli folgte dann Lovegame, was allerdings mit Platz 7 ein bisschen unter dem blieb, was einige erwartet haben. Beide Titel sind immer noch gut vertreten, befinden sich aber mittlerweile doch recht deutlich auf dem Rückzug. Poker Face rutscht von der 25 auf die 31 (mittlerweile in der 30. Woche notiert) und Lovegame fällt von der 39 auf die 48. Jetzt aber ist neu Paparazzi da und führt Lady Gaga zurück in die Spitzengruppe. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist Paparazzi doch eher sparsam instrumentiert, was ganz schön ist. Die ewigen Bombastproduktionen nerven dann irgendwann doch. Aber natürlich bleibt Lady Gaga sich selbst treu. Elektro-affine Klänge plus ihrem Gesangspart, der mich in manchen Momenten tatsächlich an Gwen Stefani erinnert.
Mit der vierten Top 10-Auskopplung aus ihrem Album The Fame etabliert sich Lady GaGa jetzt mehr oder weniger endgültig als Superstar of the Moment. Sie ist nicht nur der einzige Act bisher in diesem Jahr, welche vier Hits so weit oben platzieren kann, insgesamt hat sie mit ihren Titeln 2009 bereits 29 Wochen in den oberen 10 gesammelt und ist damit fast uneinholbar die erfolgreichste Interpretin. Rein rechnerisch wäre es zwar noch möglich, dass die hinter ihr folgendenBlack Eyed Peas oder auch Cassandra Steen (jeweils 18 Top 10-Wochen in 2009) noch aufholen können, aber dazu müssten diese sofort mit einem Top 10-Hit aufwarten, der bis zum Jahresende in den oberen 10 verbleibt. Und für Paparazzi müsste es außerdem ab sofort vorbei sein. Lady GaGa kann also jetzt schon als die kommerziell erfolgreichste Künstlerin des Jahres 2009 gefeiert werden. Bester männlicher Solo-Act im Sinne von Top 10-Platzierungen wird übrigens David Guetta mit derzeit 17 Wochen.
Anfügen will ich hier, dass Lady Gaga gerade bei den MTV Video Music Awards mit drei Titeln abgeräumt hat. Sie wurde „Best New Artist“ mit Poker Face und erhielt den Titel „Best Special-Effect“ sowie „Best Art-Direction“ für eben Paparazzi. Lohnt sich also durchaus mal, das Video anzusehen … allerdings kann ich das nicht wirklich einschätzen, ob und was da so umwerfend ist.
Lady Gaga auf der 3, das heißt … Marit Larsen steht eine fünfte Woche an der Spitze der deutschen Charts. If A Song Could Get Me You ist nun also genauso erfolgreich wie ihre Landeskolleg_Innen von Aqua (6 Wochen in 1997) und a-ha (5 Wochen 1985). Das bedeutet auch, wenn einmal ein Hit aus Norwegen sich etabliert, dann ist es wirklich einer, der mindestens einen kompletten Monat on Top ist. Aber irgendwie ist es auch bedauerlich, dass laut Statistik der nächste norwegische Nr.1-Hit erst 2021 ansteht …
Auf die Vizeposition kehren David Guetta feat. Akon zurück. Sexy Bitch kann sich also in dieser Woche gegen Shakiras She Wolf durchsetzen, das von der 2 auf die 4 taumelt. Ist Sexy Bitch nun tatsächlich so was wie ein dauerhafterer Hit? Ungewöhnlich wäre es, da David Guetta als DJ und Produzent im Club- bzw. Dancebereicheher eine eingegrenztere Zielgruppe ansprechen dürfte. Und Sexy Bitch ist nicht unbedingt das, was man radiokompatibel nennt. Da war Vorgänger When Love Takes Over wesentlich geschmeidiger... Schöner Erfolg also für David Guetta und Akon.
Der erfolgreichste Newcomer der Woche ist der Brite Charlie Winston . Und er hat eine recht ungewöhnliche Geschichte, wie er zu Ruhm gelangte. Nach ein paar Jahren als Musiker in allen möglichen Gebieten, unter anderem auch für Theater und Film, kam Charlie Winston zum französischen Label Atmosphériques, bei dem er sein Album Hobo produzierte. Dieses verkaufte sich mehr oder weniger erfolgreich. Richtig bekannt wurde er allerdings erst, als sein Titel Like A hobo im Vorspann der französischen Talk-Show „Le Grand Journal” lief. Daraufhin entwickelte sich eine derartige Nachfrage, dass der Titel in Frankreich bis auf die 1 stieg, in der Schweiz und in Belgien ging es ähnlich zu. Solche Geschichten kennen wir auch hierzulande. Denken wir zum Beispiel an Emilìana Torrini. Häufig bleiben diese Phänomene aber auf die Verbreitungsgebiete der auslösenden Medien beschränkt. Nicht so bei Charlie Winston. Dieser wird nach dem erfolg im französischsprachigen Raum, nun auch in Deutschland vermarktet. Und Like A Hobo, ein schönes Country-Lied mit leicht melancholischem Unterton, schafft es in der Woche nach Veröffentlichung auf Platz12. Bleibt jetzt eigentlich nur noch der Sprung zurück in sein Heimatland. – Das Album Hobo folgt übrigens genau jetzt in Deutschland.
Wenn ein Act einen Sommerhit gelandet hat, dann ist es immer recht spannend zu sehen, ob da denn noch mehr kommt. Die meisten verbrennen schnell, weil ihnen kein eingängiges Thema mehr einfällt, oder sie krebsen noch eine Weile mit derselben Formel herum und verschwinden nach spätestens zwei Jahren endgültig von der Bildfläche. Einer der Sommerhits 2009 war zweifellos I Know You Want Me (Calle Ocho) von dem kubano-amerikanischen Rapper Pitbull. In Chartplatzierungen ausgedrückt stand er auf Platz 8 der deutschen Liste, bisher 14 Wochen lang platziert. Das ist gar nicht so viel, in anderen Ländern Europas steht da wesentlich mehr in der Statistik. Egal. - Mit dem 11. September legt er Hit Nummer 2 aus seinem aktuellen Album Rebelution nach: Hotel Room Service. Natürlich ist dieser Titel wieder mehr als explizit und, ja, dieser Lateinamerikaner mag es wie viele aus dem Genre enorm sexualisiert. Das Ganze tut er sowohl verbal als auch in einem Soundmix, der genau auf diese Ebene funktioniert. Arschkick-Anmach-Mukke – das wäre vielleicht die Schublade, in die das Teil gehört. Clever gesamplet ist die Hookline aus dem Klassiker der Nightcrawlers Push The Feeling On, die dem Ganzen dann wirklich richtigen Wiedererkennungswert verleiht. Und wenn der Original Radio Mix eventuell doch etwas fad ist, das was an kunterbunten Elektro-Acid-Remixen im Netz existiert ist einfach der helle Wahnsinn. Sorry, ich find den Track schlichtweg geil und genauso einschlagend wie Calle 8. Platz 22 in Deutschland in dieser Woche. Ihr dürft mich dafür auch blöd finden.
Als erfolgreichsten deutschen Singlestart gibt es einen Klassiker. Einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Sänger ist nämlich zurück: Udo Jürgens gehört(e) seit Beginn der 60er Jahre zu denproduktivsten und angesehensten Künstlern in seinem Genre. Bis 1991 war der Österreicher nahezu ununterbrochen präsent. Den Höhepunkt seiner Karriere feierte er in den 70er Jahren. 1975 belegte er zum Beispiel für insgesamt acht Wochen mit Griechischer Wein den Spitzenplatz der deutschen Singlehitparade. Aber natürlich ist es zu kurz gegriffen, ihn auf diesen einen Titel zu reduzieren. Um alle seine internationalen Erfolge aufzuzählen, wäre ein langer langer Absatz nötig. Einen Einblick gibt es zum Beispiel bie wikipedia.
Wie bei den wirklichen Stars häufiger der Fall, so hat auch Udo Jürgens zahlreiche Hits, die niemals in der Single-Auswertung notiert ware, aber dennoch zum Allgemeingut gezählt werden können. Eines davon ist beispielsweise Ich war noch niemals in New York, welches 1982 auf dem Album Silberstreifen erschien. Das Album selber war mäßig erfolgreich, Ich war noch niemals in New York avancierte dagegen zum Radiohit, auch befördert durch das Erscheinen als B-Seite zur Single Das wünsch ich dir (die sich aber auch niemals in den Charts platzieren konnte). 2007 dann wurde der Titel erstmals offiziell „gewürdigt“, als er den Titel zum Udo-Jürgens-Musical abgab. Und in diesem Jahr waren es die Sportfreunde Stiller, die den Klassiker für ihr sehr erfolgreiches MTV Unplugged in New York-Album coverten. Für diese Version konnten sie sogar den Meister himself überzeugen und so erschien nun als zweite offizielle Auskopplung aus dem Unplugged-Album Ich war noch niemals in New York in der Version Sportfreunde Stiller mit Udo Jürgens. Als ich das erste Mal diese Kombination bemerkte, habe ich ein wenig die Nase gerümpft. Dann aber, nachdem ich den Titel gehört hatte, änderte sich meine Meinung sofort. Es ist erstaunlich, was der Titel, der ja irgendwie doch in der Schublade „Schlager“ steckt, für eine Ausstrahlungskraft hat. Und in der neuen Version ist die Angestaubtheit und Biederkeit völlig verschwunden. Plötzlich ist da eben doch wieder die Sehnsucht nach Leben spürbar, dieser Wille und die Kraft, sein Leben eben selbst gestalten zu können. Natürlich immer auch mit Verlusten und Ängsten. Ich kann plötzlich erstmals die Sportfreunde Stiller als ernstzunehmende Band wahrnehmen und Udo Jürgens steht plötzlich ebenfalls wieder als wichtiger Künstler da, ohne Staub und Massenverdummungsmitgrölpathos. Ein paar CD-Käufer sind da vielleicht meiner Meinung, die CD steigt in dieser Woche ein auf Platz 27. Für Udo Jürgens ein Chart-Comeback nach 17 Jahre Pause.
Showing posts with label Marit Larsen. Show all posts
Showing posts with label Marit Larsen. Show all posts
18. September 09: Shakira vs. Madonna
Das war’s also, das große Duell zum Septemberanfang. Und gewonnen hat ... Tusch und Fanfare … Shakira. Mit She Wolf hängt sie ziemlich deutlich Konkurrentin Madonna ab. Da können wir jetzt philosophieren: hängt es am deutlicheren Video? Verkauft sich Shakira als Sexobjekt besser? Ich mein, der Text ist ja recht eindeutig. Shakiras Inszenierung auch. Da hilft es auch nicht, wenn die Künstlerin selber vor allem davon spricht, dass sie sich mit diesem Song wesentlich emanzipierter fühlt. Frauen als wilde Tiere, die man(n) nur mit Vorsicht rauslassen sollte … Hmmm, ich finde, das ist nicht wahnsinnig feministisch. Aber gut, das will Shakira ja sicher auch gar nicht sein. Madonna ist da schon von anderem Kaliber. … Gründe für das vorliegende Ergebnis gibt es sicher genug. Vielleicht ist es auch der Titel selber. Ich hatte zuerst die Begegnung mit dem Moto Blanco Mix, der arg daneben ging weil er nur auf 70er Jahre Mittelmaß-Gedudel macht. Erst später hab ich die Radioversion gehört und festgestellt, dass die zurückgenommene Instrumentierung gar nicht so schlecht ist. Da funktioniert dann sogar die Gitarre, die ein bisschen an richtige 70er-Jahre-Rockbands erinnert. Und gegen einen Streicher-Wisch hab ich auch nichts. Wirklich toll ist allerdings vor allem die spanische Variante unter dem Titel Loba. Und vielleicht noch ein wenig Gossip: She Wolf ist in den USA die Werbetrailermusik für die neue Staffel von Desperate Housewives … dann sollte es also auch in Amerika noch ordentlich zur Sache gehen.
Mit She Wolf kündigt Shakira ihr kommendes Album an, welches den gleichen Namen trägt. Es soll am 9. Oktober erscheinen und bis dahin werde wir die Single wohl noch einige male hören. Epic records – Shakiras Label in Amerika – verkündete allerdings bereits, dass Did It Again die nächste Single sein wird. Zunächst ist aber She Wolf in den Läden und landet in der ersten Woche auf Rang 2. Das ist natürlich der höchste Neuzugang und beschert Shakira nach zwei Jahren Chartabstinenz ein ziemlich fulminantes Comeback. Es ist Shakiras zehnte Single in den Charts und mit sieben davon unter den ersten 10 und fünf entweder auf der 1 oder 2 ist sie wohl derzeit eine der erfolgreichsten Künstlerinnen. She Wolf ist der Nachfolger zu ihrem dritten Nr.1-Hit Beautiful Liar, den sie in Kooperation mit Beyoncé lancierte. Mit Platz 2 verfehlt sie das Doppel, aber das könnte sich in der kommenden Woche auch noch ändern.
Shakira auf Platz 2, das bedeutet: Woche vier an der Spitze für Marit Larsen und ihr Märchenprinzessinenelfenlied If A Song Could Get Me You. Aber wie lang wird die Norwegerin dem Druck noch standhalten? Laut aktueller iTunes-Charts – die ja immer deutlich aktueller sind und schonmal die kommenden Trends skizzieren – bleibt sie allerdings weiter vorne in der Gunst der Käufer_Innen. Vor ihr kann sich momentan nur Paparazzi von Lady GaGa platzieren. Shakira dagegen liegt mit Platz 6 doch deutlich abgeschlagen im Verfolgerfeld. Marit Larsen wird also zumindest mit der südamerikanischen Konkurrenz ganz gut fertig. Nordische Coolness und Verträumtheit gewinnt gegen lateinamerikanische Sexyness – das finde ich nicht mal unsympathisch.
Schnell noch einen Blick auf die Performanz von Marit Larsen in anderen Charts in Europa bzw. im deutschsprachigen Raum, denn nur dort vermarktet ihre Firma sie momentan. Hier hält sie sich ganz gut. In Österreich steht sie weiterhin auf Position 1 (in der dritten Woche), die Schweiz meldet Platz 2. Und in der gesamteuropäischen Auswertung meldet MTV aktuell einen Platzgewinn von 16 auf 13. Na geht doch.
Und um die oberen 3 voll zu machen hier noch schnell der Satz: David Guetta feat. Akon rutschen mit Sexy Bitch einen Rang nach unten. In den Euro-Charts veröffentlicht bei MTV steht Sexy Bitch neu ganz oben. Zu erleben ist der DJ in den nächsten Tagen auf Ibiza und Malta. Für alle, die den Sommer noch nicht zu Ende gehen lassen wollen.
So, und nun endlich wird es Zeit zum in der Überschrift beschriebenen Duell zurückzukehren. Madonna ist also auch zurück. Allerdings anders als Shakira war Madonna gar nicht richtig weg. Anfang des Jahres noch war ihre letzte Single Miles Away in den Charts präsent. Und trotzdem war die Aufregung irgendwie groß als Ende Juli Celebration angekündigt wurde und in den vorzeitigen Digitalverkauf ging. Ziemlich fix stieg sie in so ziemlich allen Ländern auf Platz 1 der iTunes-Charts, eigentlich war der August bereits der Monat von Celebration. Warum das in gar keiner Weise in den offiziellen Charts zu bemerken war ist mir ein Rätsel. Ich könnte jetzt an der Korrektheit der Ermittlung zweifeln. Oder aber iTunes gehört nicht zu den in die Chartermittlung eingehenden Online-Portalen (was ich aber nicht glauben kann). Könnte auch sein, dass iTunes zwar einen ziemlich guten Ruf hat, aber in Wirklichkeit doch eher mäßigen Umsatz bringt. Wenn ein Titel bei amazon als Online-Track zur Verfügung steht, dann hat das meist sofort Auswirkungen auf die Liste. Hier wird offensichtlich viel mehr abgesetzt. So weit mal ein Erklärungsversuch, warum Celebration erst mit so viel Verspätung in der Liste auftaucht.
Celebration ist nicht nur der Titel der Single, sondern auch der Titel des dritten Best of-Albums von Madonna,welches am 18. September erscheint (also jetzt). Für diesen zusätzlichen Song, der als einziger neuer auf der Compilationenthalten ist, arbeitet Madonna wieder mit Paul Oakenfold zusammen. Dieser hatte bereits das Album Ray Of Light produziert. Und so kommt es, dass Celebration tatsächlich einen gehörigen 90er Jahre-Club-Appeal hat, mit 303-Geschrammel und trancelastigen Breaks. Obwohl das alles schon längst Geschichte ist, funktioniert es aber verdammt gut auch im Jahr 2009. Ist das vielleicht der erste funktionierende Song des 90er –Revivals? Entsprechend des Sounds gehts im Song auch um nichts anderes als um eine Einladung zur Party. Auch das sehr 90er.
Mit Celebration landet Madonna ihren 59. Hit in den deutschen Charts. media control meldete am Dienstag, dass sie bisher insgesamt 830 Wochen in der Liste notiert war und damit die erfolgreichste Künstlerin überhaupt ist. Celebration steigt direkt ein auf Platz 5 und ist damit der 19. Hit unter den ersten 5. Und noch eine Statistik: mit Celebration steht Madonna genau jetzt eine 164. Woche unter den ersten 10. Zum Vergleich: Michael jackson hat es nur auf 116 Top 10-Wochen gebracht.
Von den ganz großen Stars, die wir hier abgehandelt haben, geht es nun zu den upcoming Newcomern. Der erfolgreichste ist in dieser Woche Justin Bieber. Der Junge ist gerade mal 15 Jahre alt und die Legende besagt, dass er über youTube seine Karriere begann, wo ihn sein künftiger Manager aufpickte. Dieser brachte ihn dann mit Usher in Kontakt und schon startete die Karriere so richtig professionell. Bei The Dome 51, welches Anfang September über die Bildschirme flimmerte, trat Justin Bieber ebenfalls auf und nun steigt seine Debüt-Single One Time in die Charts. Platz 14 für den … nun ja … nicht wirklich originellen R’n’B-Song. Teenie-Pop für Teenies – da bin ich ohnehin nicht der Richtige, um das weiter zu bewerten.
Der größte Aufsteiger innerhalb der Charts sind Kid Cudi featuring Kanye West & Common Scratches By A-Trak mit Make Her Say. Gefeiert habe ich den Titel schon in der letzten Woche. Er gehört für mich zu dem Irrsinnigsten, was es derzeit auf dem Markt gibt. Ob der Titel ”Highest Climber” jetzt wirklich bedeutet, dass die Masse Gefallen an dem Stück findet, weiß ich nicht. Der ”tolle” Sprung” besteht nämlich lediglich aus einer Verbesserung von der 99 auf die 85. Hmmm … trotzdem geiler Track.
Mit She Wolf kündigt Shakira ihr kommendes Album an, welches den gleichen Namen trägt. Es soll am 9. Oktober erscheinen und bis dahin werde wir die Single wohl noch einige male hören. Epic records – Shakiras Label in Amerika – verkündete allerdings bereits, dass Did It Again die nächste Single sein wird. Zunächst ist aber She Wolf in den Läden und landet in der ersten Woche auf Rang 2. Das ist natürlich der höchste Neuzugang und beschert Shakira nach zwei Jahren Chartabstinenz ein ziemlich fulminantes Comeback. Es ist Shakiras zehnte Single in den Charts und mit sieben davon unter den ersten 10 und fünf entweder auf der 1 oder 2 ist sie wohl derzeit eine der erfolgreichsten Künstlerinnen. She Wolf ist der Nachfolger zu ihrem dritten Nr.1-Hit Beautiful Liar, den sie in Kooperation mit Beyoncé lancierte. Mit Platz 2 verfehlt sie das Doppel, aber das könnte sich in der kommenden Woche auch noch ändern.
Shakira auf Platz 2, das bedeutet: Woche vier an der Spitze für Marit Larsen und ihr Märchenprinzessinenelfenlied If A Song Could Get Me You. Aber wie lang wird die Norwegerin dem Druck noch standhalten? Laut aktueller iTunes-Charts – die ja immer deutlich aktueller sind und schonmal die kommenden Trends skizzieren – bleibt sie allerdings weiter vorne in der Gunst der Käufer_Innen. Vor ihr kann sich momentan nur Paparazzi von Lady GaGa platzieren. Shakira dagegen liegt mit Platz 6 doch deutlich abgeschlagen im Verfolgerfeld. Marit Larsen wird also zumindest mit der südamerikanischen Konkurrenz ganz gut fertig. Nordische Coolness und Verträumtheit gewinnt gegen lateinamerikanische Sexyness – das finde ich nicht mal unsympathisch.
Schnell noch einen Blick auf die Performanz von Marit Larsen in anderen Charts in Europa bzw. im deutschsprachigen Raum, denn nur dort vermarktet ihre Firma sie momentan. Hier hält sie sich ganz gut. In Österreich steht sie weiterhin auf Position 1 (in der dritten Woche), die Schweiz meldet Platz 2. Und in der gesamteuropäischen Auswertung meldet MTV aktuell einen Platzgewinn von 16 auf 13. Na geht doch.
Und um die oberen 3 voll zu machen hier noch schnell der Satz: David Guetta feat. Akon rutschen mit Sexy Bitch einen Rang nach unten. In den Euro-Charts veröffentlicht bei MTV steht Sexy Bitch neu ganz oben. Zu erleben ist der DJ in den nächsten Tagen auf Ibiza und Malta. Für alle, die den Sommer noch nicht zu Ende gehen lassen wollen.
So, und nun endlich wird es Zeit zum in der Überschrift beschriebenen Duell zurückzukehren. Madonna ist also auch zurück. Allerdings anders als Shakira war Madonna gar nicht richtig weg. Anfang des Jahres noch war ihre letzte Single Miles Away in den Charts präsent. Und trotzdem war die Aufregung irgendwie groß als Ende Juli Celebration angekündigt wurde und in den vorzeitigen Digitalverkauf ging. Ziemlich fix stieg sie in so ziemlich allen Ländern auf Platz 1 der iTunes-Charts, eigentlich war der August bereits der Monat von Celebration. Warum das in gar keiner Weise in den offiziellen Charts zu bemerken war ist mir ein Rätsel. Ich könnte jetzt an der Korrektheit der Ermittlung zweifeln. Oder aber iTunes gehört nicht zu den in die Chartermittlung eingehenden Online-Portalen (was ich aber nicht glauben kann). Könnte auch sein, dass iTunes zwar einen ziemlich guten Ruf hat, aber in Wirklichkeit doch eher mäßigen Umsatz bringt. Wenn ein Titel bei amazon als Online-Track zur Verfügung steht, dann hat das meist sofort Auswirkungen auf die Liste. Hier wird offensichtlich viel mehr abgesetzt. So weit mal ein Erklärungsversuch, warum Celebration erst mit so viel Verspätung in der Liste auftaucht.
Celebration ist nicht nur der Titel der Single, sondern auch der Titel des dritten Best of-Albums von Madonna,welches am 18. September erscheint (also jetzt). Für diesen zusätzlichen Song, der als einziger neuer auf der Compilationenthalten ist, arbeitet Madonna wieder mit Paul Oakenfold zusammen. Dieser hatte bereits das Album Ray Of Light produziert. Und so kommt es, dass Celebration tatsächlich einen gehörigen 90er Jahre-Club-Appeal hat, mit 303-Geschrammel und trancelastigen Breaks. Obwohl das alles schon längst Geschichte ist, funktioniert es aber verdammt gut auch im Jahr 2009. Ist das vielleicht der erste funktionierende Song des 90er –Revivals? Entsprechend des Sounds gehts im Song auch um nichts anderes als um eine Einladung zur Party. Auch das sehr 90er.
Mit Celebration landet Madonna ihren 59. Hit in den deutschen Charts. media control meldete am Dienstag, dass sie bisher insgesamt 830 Wochen in der Liste notiert war und damit die erfolgreichste Künstlerin überhaupt ist. Celebration steigt direkt ein auf Platz 5 und ist damit der 19. Hit unter den ersten 5. Und noch eine Statistik: mit Celebration steht Madonna genau jetzt eine 164. Woche unter den ersten 10. Zum Vergleich: Michael jackson hat es nur auf 116 Top 10-Wochen gebracht.
Von den ganz großen Stars, die wir hier abgehandelt haben, geht es nun zu den upcoming Newcomern. Der erfolgreichste ist in dieser Woche Justin Bieber. Der Junge ist gerade mal 15 Jahre alt und die Legende besagt, dass er über youTube seine Karriere begann, wo ihn sein künftiger Manager aufpickte. Dieser brachte ihn dann mit Usher in Kontakt und schon startete die Karriere so richtig professionell. Bei The Dome 51, welches Anfang September über die Bildschirme flimmerte, trat Justin Bieber ebenfalls auf und nun steigt seine Debüt-Single One Time in die Charts. Platz 14 für den … nun ja … nicht wirklich originellen R’n’B-Song. Teenie-Pop für Teenies – da bin ich ohnehin nicht der Richtige, um das weiter zu bewerten.
Der größte Aufsteiger innerhalb der Charts sind Kid Cudi featuring Kanye West & Common Scratches By A-Trak mit Make Her Say. Gefeiert habe ich den Titel schon in der letzten Woche. Er gehört für mich zu dem Irrsinnigsten, was es derzeit auf dem Markt gibt. Ob der Titel ”Highest Climber” jetzt wirklich bedeutet, dass die Masse Gefallen an dem Stück findet, weiß ich nicht. Der ”tolle” Sprung” besteht nämlich lediglich aus einer Verbesserung von der 99 auf die 85. Hmmm … trotzdem geiler Track.
Labels:
90er Revival,
A-Trak,
Akon,
Common,
David Guetta,
Euro-Charts,
iTunes,
Justin Bieber,
Kanye West,
Kid Cudi,
Madonna,
Marit Larsen,
Paul Oakenfold,
Shakira
04.September 2009: David Guetta ist Man of The Week
Letzte Sommerwoche, die Urlaubszeit geht definitiv zu Ende und wenn man genau hinschaut, dann ist da schon was Herbstliches zu entdecken. Schnell noch die letzten heißen Tage genießen und dann ganz wehmütig auf Kühleres vorbereiten. Und der Soundtrack dazu kommt passenderweise aus einem Land, in dem die Sommer noch kürzer sind. Norwegen rules eine zweite Woche. Marit Larsen stehtmit If A Song Could Get Me You ganz oben auf der media control-Liste und das bedeutet: sie hatte den höchsten Umsatz in der letzten Augustwoche. Und so wie in Deutschland, so steht Marit Larsen auch in Österreich an der Spitze der Liste, in der Schweiz reicht es immerhin für Platz 3 – das heißt, eigentlich sollte sie auch in den europäischen Charts vorne mitspielen. Aber die kontinentale Auswertung braucht immer etwas länger und so ist dort noch nichts von der Norwegerin zu sehen. Wahrscheinlich wird die Erfolgsgeschichte aber noch ein wenig anhalten, denn in dieser Woche trat Marit Larsen bei Stefan Raab auf, der ersten Show nach der Sommerpause. Gute Medienpräsenz also garantiert. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass sich nicht allzubald eine Songmüdigkeit einstellt. Ich hab nach mehrmaligem Hören mitunter schon ein wenig genug von der beständigen Lieblichkeit. Sparsamer Einsatz wär also angebracht.
Wenn Marit Larsen die Neuentdeckung des Sommers ist und im Bereich Pop derzeit alles überstrahlt, dann darf der französische DJ David Guetta als der Master of Clubland im Sommer 2009 gelten. Ohne ihn samt Kelly Rowland und seinen Hit When Love Takes Over ging in den letzten Wochen gar nichts. Pünktlich zum Sommerausklang erschien nun sein viertes Album One Love. Und dieses kann sich auf Anhieb als sein erster Longplayer überhaupt in den deutschen Albumcharts auf der Position 2 einrichten. Parallel dazu geht auch der Hit When Love Takes Over noch einmal zwei Plätze nach oben und erklimmt mit Platz 2 einen neuen Bestwert. Und das in der immerhin elften Chartwoche. Es ist nicht nur in Deutschland der größte Hit für den Franzosen, sondern europaweit. In Großbritannien und der Schweiz startet gerade der Nachfolgehit mit Akon Sexy Bitch (im etwas prüden Königreich unter Sexy Chick erschienen) gewaltig durch. Die Schweiz meldet Platz 2, Großbritannien ebenfalls, da war der Titel allerdings in der letzten Woche an der Spitze notiert. In Deutschland reicht es nicht ganz für diese Werte. Trotzdem ist David Guetta wohl The Man Of The Week.
Komplettiert wird die Spitzengruppe wie in der vergangenen Woche durch Cassandra Steen feat. Adel Tawil und ihren Titel Stadt. Neuigkeiten gibt es aus dem Hause Steen leider momentan nicht. Ab der zweiten Septemberhälfte reist sie durch das Land. Bis dahin können wir also getrost weiter dem bekannten Hit frönen.
Aufwärts geht es noch einmal für Gossip. Heavy Cross steigt nach drei Wochen auf der 7 nun erstmals unter die ersten 5 und kann sich mit Platz 4 ziemlich veritabel in Szene setzen. Und auch Gossip werden wohl auf den vorderen Plätzen präsent bleiben, denn auch sie hatten die Ehre, bei Stefan Raab ihren Song präsentieren zu können. Wem Heavy Cross mittlerweile ein wenig zu oft in die Ohren gekommen ist (hat ja nun auch schon ein paar Tage auf dem Buckel), dem oder der sei hiermit das wundervolle Cover von Careless Whisper ans Herz gelegt. im Original gesungen von George Michael und hier absolut fit gemacht für das kommende Jahrzehnt.
Die bestverkaufte neue CD-Single der Woche kommt von einer skandinavischen Künstlerin. Agnes – mit vollem Namen Agnes Emilia Carlsson – gewann 2005 die schwedische Casting-Show ”Idols” . Und seitdem ist sie laut wikipedia eine der momentan erfolgreichsten Künstlerinnen in ihrem Heimatland. Nachdem es in Schweden zu drei erfolgreichen Alben (zwei davon jeweils Nr.1 in den schwedischen Album-Charts) und zu insgesamt fünf Top 10-Hits gereicht hat, bemüht sich die Dame (bzw. ihre Plattenfirma) auch um den Rest Europas. In den Nachbarländern Norwegen und Dänemark klappte das schon ganz gut: Top 10-Platzierungen für Release Me, auch Frankreich zeigte sich dem Dance-Pop-Titel wohlgesonnen und in Großbritannien erreichte sie Ende Mai sogar Platz 3. Deutschland – wie häufig ein bisschen langsam – zieht nun, drei Monate später, nach. Und das Ergebnis kann sich sogar sehen lassen: Platz 13, höchster Neuzugang, für diesen gut produzierten, leicht 70er Jahre-mäßigen Titel. Nicht unbedingt wahnsinnig innovativ, aber was soll’s. Es gibt Schlimmeres, und gegen einen naiv-gutgelaunten Radiohit muss man ja jetzt auch nicht gleich die schweren geschütze auffahren.
Bestverkaufte deutsche Produktion dieser Woche dürfen sich die No Angels nennen. Sie promoten mit One Life ihr neues Album Welcome To The Dance. Aber der Titel bestverkaufter deutscher Act täuscht ein wenig über die Tatsachen hinweg. Die besten Tage haben die No Angels nämlich tatsächlich hinter sich. Das letzte Lebenszeichen war das Eurovisions-Debakel im vergangenen Jahr, wo sie mit Disappear überhaupt nicht punkten konnten … was aber auch schon ganz anderen Acts nicht gelang. In der Zwischenzeit ging es nach Amerika: neuer Produzent, vielleicht schielen nach einem neuen Markt? Herausgekommen ist One Life und … na ja, es klingt tatsächlich irgendwie amerikanisch. Da könnte jetzt also auch sehr gut so jemand wie Akon oder Chris Brown drauf singen. Mich überzeugt das nicht. Und ein Platz 15 nach der ersten Woche im Verkauf, das ist auch nicht wirklich wahnsinnig großartig. Allerdings muss ich hier anmerken, dass die No Angels lediglich mit einer 2 Track-Singleversion auf dem Markt sind. Diese kostet bei amazon knapp 5 EUR. Die Vollversionen sind gut 2 EUR teurer, insofern gehen die No Angels mit ordentlichem Nachteil ins Rennen um die Platzierung, denn gezählt wird in der Liste der Umsatz, nicht die verkauften Einheiten. Nochmal allerdings: in den Download-Charts rangieren sie auch nur auf Platz 19. Hmmm … manchmal ist rechtzeitig aufhören einfach besser.
Wenn Marit Larsen die Neuentdeckung des Sommers ist und im Bereich Pop derzeit alles überstrahlt, dann darf der französische DJ David Guetta als der Master of Clubland im Sommer 2009 gelten. Ohne ihn samt Kelly Rowland und seinen Hit When Love Takes Over ging in den letzten Wochen gar nichts. Pünktlich zum Sommerausklang erschien nun sein viertes Album One Love. Und dieses kann sich auf Anhieb als sein erster Longplayer überhaupt in den deutschen Albumcharts auf der Position 2 einrichten. Parallel dazu geht auch der Hit When Love Takes Over noch einmal zwei Plätze nach oben und erklimmt mit Platz 2 einen neuen Bestwert. Und das in der immerhin elften Chartwoche. Es ist nicht nur in Deutschland der größte Hit für den Franzosen, sondern europaweit. In Großbritannien und der Schweiz startet gerade der Nachfolgehit mit Akon Sexy Bitch (im etwas prüden Königreich unter Sexy Chick erschienen) gewaltig durch. Die Schweiz meldet Platz 2, Großbritannien ebenfalls, da war der Titel allerdings in der letzten Woche an der Spitze notiert. In Deutschland reicht es nicht ganz für diese Werte. Trotzdem ist David Guetta wohl The Man Of The Week.
Komplettiert wird die Spitzengruppe wie in der vergangenen Woche durch Cassandra Steen feat. Adel Tawil und ihren Titel Stadt. Neuigkeiten gibt es aus dem Hause Steen leider momentan nicht. Ab der zweiten Septemberhälfte reist sie durch das Land. Bis dahin können wir also getrost weiter dem bekannten Hit frönen.
Aufwärts geht es noch einmal für Gossip. Heavy Cross steigt nach drei Wochen auf der 7 nun erstmals unter die ersten 5 und kann sich mit Platz 4 ziemlich veritabel in Szene setzen. Und auch Gossip werden wohl auf den vorderen Plätzen präsent bleiben, denn auch sie hatten die Ehre, bei Stefan Raab ihren Song präsentieren zu können. Wem Heavy Cross mittlerweile ein wenig zu oft in die Ohren gekommen ist (hat ja nun auch schon ein paar Tage auf dem Buckel), dem oder der sei hiermit das wundervolle Cover von Careless Whisper ans Herz gelegt. im Original gesungen von George Michael und hier absolut fit gemacht für das kommende Jahrzehnt.
Die bestverkaufte neue CD-Single der Woche kommt von einer skandinavischen Künstlerin. Agnes – mit vollem Namen Agnes Emilia Carlsson – gewann 2005 die schwedische Casting-Show ”Idols” . Und seitdem ist sie laut wikipedia eine der momentan erfolgreichsten Künstlerinnen in ihrem Heimatland. Nachdem es in Schweden zu drei erfolgreichen Alben (zwei davon jeweils Nr.1 in den schwedischen Album-Charts) und zu insgesamt fünf Top 10-Hits gereicht hat, bemüht sich die Dame (bzw. ihre Plattenfirma) auch um den Rest Europas. In den Nachbarländern Norwegen und Dänemark klappte das schon ganz gut: Top 10-Platzierungen für Release Me, auch Frankreich zeigte sich dem Dance-Pop-Titel wohlgesonnen und in Großbritannien erreichte sie Ende Mai sogar Platz 3. Deutschland – wie häufig ein bisschen langsam – zieht nun, drei Monate später, nach. Und das Ergebnis kann sich sogar sehen lassen: Platz 13, höchster Neuzugang, für diesen gut produzierten, leicht 70er Jahre-mäßigen Titel. Nicht unbedingt wahnsinnig innovativ, aber was soll’s. Es gibt Schlimmeres, und gegen einen naiv-gutgelaunten Radiohit muss man ja jetzt auch nicht gleich die schweren geschütze auffahren.
Bestverkaufte deutsche Produktion dieser Woche dürfen sich die No Angels nennen. Sie promoten mit One Life ihr neues Album Welcome To The Dance. Aber der Titel bestverkaufter deutscher Act täuscht ein wenig über die Tatsachen hinweg. Die besten Tage haben die No Angels nämlich tatsächlich hinter sich. Das letzte Lebenszeichen war das Eurovisions-Debakel im vergangenen Jahr, wo sie mit Disappear überhaupt nicht punkten konnten … was aber auch schon ganz anderen Acts nicht gelang. In der Zwischenzeit ging es nach Amerika: neuer Produzent, vielleicht schielen nach einem neuen Markt? Herausgekommen ist One Life und … na ja, es klingt tatsächlich irgendwie amerikanisch. Da könnte jetzt also auch sehr gut so jemand wie Akon oder Chris Brown drauf singen. Mich überzeugt das nicht. Und ein Platz 15 nach der ersten Woche im Verkauf, das ist auch nicht wirklich wahnsinnig großartig. Allerdings muss ich hier anmerken, dass die No Angels lediglich mit einer 2 Track-Singleversion auf dem Markt sind. Diese kostet bei amazon knapp 5 EUR. Die Vollversionen sind gut 2 EUR teurer, insofern gehen die No Angels mit ordentlichem Nachteil ins Rennen um die Platzierung, denn gezählt wird in der Liste der Umsatz, nicht die verkauften Einheiten. Nochmal allerdings: in den Download-Charts rangieren sie auch nur auf Platz 19. Hmmm … manchmal ist rechtzeitig aufhören einfach besser.
Labels:
Agnes,
David Guetta,
Gossip,
Kelly Rowland,
Marit Larsen,
No Angels
28.August 2009: Norwegen rules - Neue Nr.1 von Marit Larsen
Manchmal ist es wirklich vorhersehbar, wie sich die Nachfrage nach einem Titel entwickeln wird. Und dann ist es trotzdem erstaunlich wie präzise alles auch wirklich so eintrifft. Zum Beispiel in dieser Woche im Fall von Marit Larsen. War es in der letzten Woche nach ihrem großartigen Sprung unter die ersten 3 nicht klar, dass sie es innerhalb von sieben Tagen bis an die Spitze schaffen würde? Und trotzdem ist das mit den Voraussagen ja immer so eine Sache, weshalb dann vielleicht doch nicht zu laut spekuliert wird. Hier wäre es eine sichere Sache gewesen: Marit Larsen setzt sich mit If A Song Could Get Me You durch, liefert den umsatzstärksten Titel der Woche und verdrängt nach acht Wochen Emilíana Torrini mit Jungle Drum auf die Vizeposition. So löst eine Skandinavierin die andere ab. Von Island wandert Chartgold nach Norwegen. Ohne Zweifel: dieses Jahr ist ein skandinavisches. Wenn nicht sogar ein norwegisches. Ich erinnere nur an das fulminante Comeback von a-ha im Frühsommer (derzeit mit Foot Of The Mountain von der 28 auf die 27 leicht steigend) und an den Eurovisions-Sieg durch Alexander Rybak (Fairytale ist auch noch aktuell dabei und fällt von der 42 auf die 53). Und im Gefolge der durchaus auch erfolgreichen Musikerinnen befindet sich auch Maria Mena, die zwar nicht bis an die Spitze der deutschen Charts vorstieß, aber dafür durch dauerhafte Nachfrage (32 Wochen für All This Time (Pick-Me-Up Song) und 52 Wochen für Just Hold Me) in den letzten zwei Jahren ordentlich mitmischte.
Für Musik aus Norwegen sah es in den letzten zehn Jahren nicht ganz so rosig aus. Obwohl skandinavische Acts doch in regelmäßigen Abständen Nr.1-Hits landen konnte, liegt solch ein Erfolg für Norwegen schon einige Zeit zurück. Der letzte Nr.1-Hit in Deutschland mit zumindest norwegischer Beteiligung stammt aus dem Jahr 1997 und kam von Aqua, die mit Barbie Girl ganze sechs Wochen lang an der Spitze standen. Um den letzten rein norwegischen Act an der Spitze der deutschen Charts zu finden, müssen wir weitere 12 Jahre zurück gehen. Im November 1985 erreichten a-ha mit ihrem Debüt Take On Me für fünf Wochen die Nr.1. So gesehen tritt Marit Larsen also ein ziemlich großes Erbe an.
Mit Marit Larsen haben wir in dieser Woche die siebte Nr.1 des Jahres. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren wir in der letzten August-Woche bereits bei Nummer zehn. Allerdings … sieben Nr.1-Hits das war das Gesamtergebnis sowohl für das Jahr 1992 wie auch für 1990. So langsam geht es dann zur Zeit doch nicht mehr zu. Apropos langsam: Marit Larsen brauchte als Newcomerin ganze vier Wochen, um an die Spitze zu gelangen . Vorgängerin Emilíana Torrini benötigte eine Woche mehr, nur Superstar Daniel Schuhmacher war in diesem Jahr schneller, nämlich direkt von 0 auf die 1. Allerdings ist diese Aufzählung ein bisschen gemogelt, denn Marit Larsen war als eine Hälfte des Duos M2M im Jahr 2000 bereits sechs Wochen lang in den deutschen Charts vertreten. Ihr Titel Don’t Say You Love Me schaffte es damals im April allerdings nur bis Platz 80. So viel mal heute zu unserer neuen Nr.1.
Die Spitzengruppe komplettieren auf der 3 Cassandra Steen feat. Adel Tawil mit Stadt. Für Cassandra Steen ist dies die 15. Woche unter den ersten 10 im Jahr 2009. Damit zieht sie gleich mit Milow. Ihr auf den Fersen sitzen allerdings die Black Eyed Peas, die mit Position 6 für I Gotta Feeling ebenfalls auf 15 Top 10-Wochen kommen.
Ansonsten gibt es in den oberen 10 kaum Bewegung. Vielleicht noch erwähnenswert, dass Beyoncé nach einer schwachen zweiten Woche, mit Sweet Dreams nun doch noch einmal etwas Kohle nachlegen kann und von der 11 auf die 10 klettert, also wieder zu den großen 10 der Woche gehört.
Von den neuen CD-Singles, die am 14. August erschienen sind, schneidet am besten das neue Werk von Scooter ab. Mit dem Titel J’adore Hardcore sind die Fans schon ganz schön gefordert. Zumindest finden sich in diversen Foren lustige Diskussionen dazu, was denn der Titel nun wirklich bedeutet. Mit J’adore Hardcore kündigen Scooter ihr nächstes Album an, das vierzehnte, wenn ich richtig gezählt habe. Und wie gewohnt, ist dieser Titel ein buntes Allerlei aus Zitaten und Varianten. Ausgangsbasis dürfte Chase The Sun von Planet Funk aus dem Jahr 2000 gewesen sein, im Januar diesen Jahres auf kuriose Weise für eine Woche nochmal platziert gewesen. Scooter hatten sich bereits auf dem Album The Ultimate Aural Orgasm an dem Titel abgearbeitet und The Shit That Killed Elvis draus gemacht. Anlass für die neuerliche Bearbeitung dürfte die Version von Mickie Krause gewesen sein, die unter dem Titel Düp Düp momentan die Charts bevölkert (in dieser Woche von der 74 auf die 84 fallend). Nun also gibt es auch eine richtig echte Stadion-Techno-Version ohne alle Überraschungen. Das Volk mag’s und hievt die Single als höchsten Neuzugang in die deutschen Charts, genau auf Platz 12. Für Scooter ist es die 41. Chart-Single, und damit haben sie so viele Titel zu Buche stehen wie auch die Beatles und Michael Jackson.
Und so kann es gehen: die einen feiern bis zum Abwinken und die andern machen sich darüber mehr oder weniger Sorgen. Und beides passiert in der deutschen Musikwelt. Culcha Candela beschreiben in ihrer aktuellen CD-Veröffentlichung die Schöne neue Welt, in der zum Beispiel auch Scooter leben. Die Single klingt dabei bigbandmäßig, swingend. Warum das so ist … ich weiß es nicht. Bin ehrlich gesagt von diesem Stil (immer noch) nicht überzeugt. Das ist mir irgendwie zu Schubidu und zu sehr Unterhaltungsklamauk . Dazu gibt es einen mehr oder weniger zynischen Text, der aber das Ganze nicht wirklich rettet. Laut aktueller Umfragen macht sich ja die derzeitige Jugend besonders Gedanken über Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe und Ölknappheit … hier setzen also Culcha Candela an. Aber mit welchem Ergebnis? ”Wir feiern bis alles zerfällt …” – klar meinen sie genau das Gegenteil. Aber so richtig konkret werden sie dann auch nicht (zumindest nicht hier in dem Titel.) Insofern ist es dann auch nicht mehr als Betroffenheitspop ohne neue Ideen – das allerdings gefällt insgesamt sehr vielen. Ist ja erstmal auch einfacher sich klagend hinzustellen, als wirklich was zu ändern – bei sich selbst zum Beispiel. Platz 15 nach einer Woche im Verkauf.
Und wenn wir schon beim Thema Hedonismus und Spaß sind: den aktuell wohl durchdachtesten Beitrag dazu liefert P!NK mit der Titelsingle aus ihrem letzten Album Funhouse. Es ist die vierte Auskopplung und P!NK erzählt eben nicht nur von der einen Seite, sondern wieder einmal von den Auf und Abs, von den fiesen Seiten des ewigen Zirkus und dass es sich lohnt immer bzw. sogar notwendig ist, immer wieder von vorn anzufangen. Das ist zwar nicht einfach, aber immer noch realistischer als die Beiträge aus Deutschland. Im Vergleich schneidet die CD dann aber doch am schwächsten ab: Platz 16 in der ersten Woche nach Veröffentlichung. (Vorgänger Please Don’t Leave Me steht dagegen mit Platz 42 – von der 40 kommend – noch recht gut da) Das liegt vermutlich allerings eher daran, dass es eben schon die vierte Single aus dem Album ist. Die meisten werden den Longplayer schon in irgendeiner Form zu Hause haben und deshalb auf den Einzeltitel jetzt verzichten können. Mit Platz 16 wird auch die Erfolgsserie erst einmal unterbrochen, die P!NK seit Ende 2007 vier Top 10-Hits in Folge bescherte. Insgesamt ist es ihr 20. Charttitel und in diesem Jahr der fünfte Titel, der sich platzieren kann.
Ich weiß nicht, ob sich die Plattenfirmen des Landes irgendwie abgesprochen haben … vielleicht ist es aber auch Zeitgeist, denn mehr oder weniger lässt sich auch zur nächsten Single ein Link in Sachen Sorglosigkeit, Selbstbezug, Hedonismus ziehen. La Roux, ein Elektropop-Duo aus Großbritannien, die mit Vehemenz und unglaublich konsequent die musikalischen und visuellen Ideen vom Anfang der 80er Jahre weiterspinnen, sind in Großbritannien so etwas wie die aktuellen Superstars. In For The Kill landete im April des Jahres auf der Position 2 in den UK Top 40, und Bulletproof drei Monate später sogar für eine Woche auf der 1. Dabei gelang La Roux sogar eine kleine Sensation: sie verhinderten mit Bulletproof nämlich, dass Michael Jackson post mortem nochmal eine Spitzenposition einheimsen konnte. Abstrakt gesprochen könnte man das so werten: Modernität / Zukunftsvision gewinnt vor Nostalgie und Romantik.
Was hat nun La Roux mit dem oben angeführten Thema zu tun? Nun – für mich stehen die frühen 80er, und dort solche Bands wie Visage, Yazoo, Depeche Mode … sehr stark in der Tradition von dem, was wir heute so schön mit Lebensdesinteresse oder Realitätsflucht eines Teils der Jugendkultur beschreiben. Damals ging es den Elektropopern um die Weiterführung bzw. Transformation des No Future-Punk mit strikt modernen Mitteln: also mit Elektronik. Konsequenterweise ließen sie dann auch ziemlich schnell jegliche traditionellen Instrumente weg oder griffen zu neudefinierten Varianten wie dem berühmten sechseckigen Drum. Der Sound sollte bewusst kalt und scheinbar lebensfremd wirken. Ebenso die Mode. Artifiziell und stylish. Im Endeffekt ging es damit direkt in den New Romantic-Style hinein, der vor allem individuelle Gefühle zelebrierte und anfangs möglichst weit weg von der täglichen Lebensrealität agierte. Und diese harte, scheinbar lebensfremde Attitüde feiert mit dem 80er Revival mehr oder weniger ein Comeback. Wenn wir den wirklich coolen Jugendsendern des Landes glauben dürfen, dann wird es in den kommenden Monaten noch einmal richtig vollelektronisch zur Sache gehen und alles was wir bisher an 80er Jahre Wiederbelebungsversuchen erlebt haben in den Schatten stellen. Projekte wie La Roux oder auch Fever Ray sind derzeit aus den Playlisten und Flagshipstore-Soundtracks nicht wegzudenken. Und ich schätze, dass sich danach die 80er endgültig erledigt haben. Wir steuern ja auch in ein neues Jahrzehnt und die 90er sind mit einigen (bislang noch ziemlich einfallslosen) ersten Reanimierungsversuchen schon präsent …
Noch ein kurzes Wort zu der Lebens- und Gefühlskälte der Neo-Elektropoper. Natürlich ist das Ganze vor allem erstmal Attitüde. Auch La Roux singen ”This Time I’ll Be Bulletproof” – kann man nur, wenn es noch so etwas wie Sensibilität und Gefühle gibt. Also nicht alles glauben, was auf der Packung drauf steht. Jedenfalls bin ich persönlich sehr sehr glücklich, dass La Roux es nun endlich auch zu einer regulären CD-Veröffentlichung geschafft haben und mit Bulletproof ihren ersten veritablen, kommerziellen Hit in Deutschland landen können. Platz 24 in der ersten Woche nach der CD-Veröffentlichung. Das versöhnt ein ganz klein wenig nach dem echt mageren Ergebnis vor einem Monat als In For The Kill lediglich digital erschienen war und nur eine einzige Woche auf der 92 landen konnte.
Natürlich gab es auch andere Themen in der Woche 14.-20. August 2009. Obwohl … Fuck You von Lily Allen ist ein Titel, über den ich auch sehr sehr gerne schreibe. Und das ist dann die Variante: Ich sage auch was mir nicht passt. Das Ganze verpackt in ein liebes, freundliches Liedchen. So kann Politik auch aussehen. Und angesichts der Tatsache, dass der Titel nur durch Downloads jetzt die Top 50 entert (nämlich von der 58 auf die 49), habe ich ja direkt noch Hoffnung, dass hierzulande auch noch etwas passieren kann, was nicht mit Geschäften und Lobbyismus zu tun hat. Danke Lily.
By the way: Not Fair verlässt in dieser Woche die Top 20 und rutscht auf die 23.
Nun hab ich also über die 80er geschrieben und ihr Revival. Und ich hab auch über Dekadenz und Realitätsflucht geschrieben. Und in beide Schubladen passt auch das neue Werk von The Disco Boys. Den meisten dürfte das Hamburger Produzenten- und DJ-Duo vom unkaputtparen For You bekannt sein, welches ursprünglich aus dem Jahr 2005 stammt, aber erst zwei Jahre später so richtig durchstarten konnte und seitdem eigentlich immer wieder irgendwo zu hören ist. Eigentlich war es schon ein Klassiker, bevor sich Borussia Dortmund zur letzten Bundesliga-Saison diesen Titel als Einlaufmusik wählte. Und so war For You bis in den Juli hinein immer wieder mal in den deutschen Charts platziert und hat mittlerweile 79 Chartwochen auf seinem Konto, was zusammen mit Xavier Naidoos Dieser Weg Platz 4 in der All Time-Auswertung der am längsten notierten Titel bedeutet. Bei For You wurde mit dem Sample von Manfred Mann fleißig aus den 70ern ziitiert – klar die Hochzeit von Disco und wenn man schon so einen Namen hat … Auch sonst waren die Disco Boys ganz gut unterwegs mit dem Jahrzehnt der Schlaghosen. Für ihre neue Single gehen sie aber in den Jahrzehnten etwas nach vorn und machen Halt in den 80ern. Der Titel „The Voice” stammt im Original aus dem Jahr 1981 von der Band Ultravox. Damals schaffte der Titel in Großbritannien eine Platzierung auf der 16 in den UK Top 40. Und damit die neue Version auch wirklich den Charme des Originals trifft, haben die Disco Boys Frontmann Midge Ure gefragt, ob er seinen Titel nicht noch einmal singen möchte. Und er hat eingewilligt. So also kommen wir nun in den Genuß von „The Voice”. Beim ersten Hören war ich allerdings ziemlich … nun ja, gelangweilt irgendwie. Mittlerweile habe ich das Ding nun wohl 10 x gehört und doch, es geht in die Ohren. Für meine Begriffe ist der Club Mix dabei aber nicht das Nonplusultra. Die anderen Mixe sind da irgendwie gängiger und nach vorn gehender.
Die Disco Boys feiern mit „The Voice” ihren zehnten Charthit. Platz 71 in der ersten Woche nach Veröffentlichung ist dabei allerdings nicht wahnsinnig überzeugend. Da war selbst die Vorgängersingle The Shadow im November letzten Jahres mit Platz 66 noch erfolgreicher. Und an die kann sich heute kaum noch jemand erinnern.
Midge Ure steht bei „The Voice” ein fünftes Mal als Solo-Artist auf dem Cover einer Veröffentlichung. Seinen größten Hit hatte er 1985 mit If I Was, welches in Großbritannien ein Nr.1-Hit war und auch in Deutschland bis zur Position 2 steigen konnte. Auf der Nr.1 in Deutschland stand Midge Ure bereits zweimal: einmal 1981 mit Visage und deren Hit Fade To Grey für insgesamt sieben Wochen und Anfang 1985 noch einmal für zwei Wochen mit dem Band Aid-Projekt und Do They Know It’s Christmas in der Originalbesetzung. Zählen wir alle Projekte, an denen Midge Ure beteiligt war, zusammen, so hat er mit „The Voice” seinen 15. Charthit.
So – und wenn wir jetzt schon mal bei den Acts sind, die sich den orden „Moderne Klassiker” umhängen dürfen: in dieser Woche beweist Scotty ein weiteres Mal, dass sein The Black Pearl einer der Dauerbrenner zur Zeit ist, denn zum zweiten Mal übersteht dieser Titel die dreimonatige Sperrfrist und landet nun zum Beginn seines dritten Chartaufenthaltes auf Platz 79. Das ist reichlich großartig, zumal Scottys Höchstplatzierung die 65 ist. Da hat sich also in drei Monaten an der Nachfrage nicht wesentlich was verändert. ich frag’ mich allerdings, ob sich angesichts des anhaltenden Erfolges Zooland rec. nicht endlich entschließen sollten, The Black Pearl auch mal auf CD rauszubringen?
Und für alle die es wissen wollen und bislang nicht rauskriegen konnten: hinter Scotty verbirgt sich der Göttinger DJ Oliver Dix.
Deichkind ist auch so eine Band, die gerade absolut dazu gehört. Egal wo man ist. In den letzten beiden Wochen war es Remmidemmi, was sich noch einmal in die Verkaufsliste reinschummeln konnte und noch einmal von der 99 auf die 97 klettert. Und jetzt gesellt sich Luftbahn noch einmal dazu. Das war die vorläufig letzte Single von den Hamburgern und diese stand im April auf der 36. Jetzt geht es noch einmal rein auf die 93.
Moderne Klassiker sind ja leider auch so etwas wie Gassenhauer oder Volkslieder. Und da das Volk nunmal nicht nur aus coolen und kreativen Midzwanzigern besteht, gibt es in dieser Kategorie auch allerlei Trash. Zum Beispiel Olaf Henning. Es vergeht wohl keine Alleinunterhalter-Geburtstagsparty, auf der nicht Cowboy und Indianer ertönt. Und ich hab den Titel wirklich auch schon aus privaten Autoradios erklingen gehört. Und dann ist ja (immer noch) Mallorca-Zeit. Also: Cowboy und Indianer ist mal wieder mit dabei in der Liste der meist verkauften und umsatzstärksten Titel. Auf Platz 98 – und bereits in der 41. Woche. Hier mal ganz fix meine Bitte: Kauft was anderes!
Ein Dauerbrenner im Moment ist auch Mando Diao mit Dance With Somebody. Der Titel hält sich bereits in der 32. Woche noch ganz gut in der Liste. Gerade geht es wieder einen Platz nach oben, von der 46 auf die 45. Aber um Dance With Somebody soll es gar nicht gehen, sondern um die dritte Auskopplung aus dem Album Give Me Fire. Und die heißt Mean Street, ist in Großbritannien sogar als EP erschienen, aber in Deutschland war der Erfolg der Vorgängersingle Gloria mit Platz 33 offensichtlich nicht überzeugend genug, so dass sich das Label Universal entschied, den Titel hierzulande doch nicht zu releasen. Tja, und nun muss sich also Mean Street mit einem dünnen Platz 89 begnügen. Der allerdings ein großartiger ist, wenn man mal bedenkt, dass ja auch die Promotion für den Titel eher im Nullbereich anzusiedeln ist. Also eine Platzierung nur durch Importverkäufe und vielleicht noch ein paar Einzeldownloads. Das ist groß.
Wieder dabei, aber nicht weil es schon zu den MUST PLAYs gehört, sondern weil einfach noch nicht die möglichen neun Wochen voll sind, ist Amy Macdonald. Poison Prince schlendert nach einer Woche Pause wieder zurück in die Charts auf die 95. Tja – und das war’s dann auch für heut. Bis demnächst wieder hier.
Für Musik aus Norwegen sah es in den letzten zehn Jahren nicht ganz so rosig aus. Obwohl skandinavische Acts doch in regelmäßigen Abständen Nr.1-Hits landen konnte, liegt solch ein Erfolg für Norwegen schon einige Zeit zurück. Der letzte Nr.1-Hit in Deutschland mit zumindest norwegischer Beteiligung stammt aus dem Jahr 1997 und kam von Aqua, die mit Barbie Girl ganze sechs Wochen lang an der Spitze standen. Um den letzten rein norwegischen Act an der Spitze der deutschen Charts zu finden, müssen wir weitere 12 Jahre zurück gehen. Im November 1985 erreichten a-ha mit ihrem Debüt Take On Me für fünf Wochen die Nr.1. So gesehen tritt Marit Larsen also ein ziemlich großes Erbe an.
Mit Marit Larsen haben wir in dieser Woche die siebte Nr.1 des Jahres. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren wir in der letzten August-Woche bereits bei Nummer zehn. Allerdings … sieben Nr.1-Hits das war das Gesamtergebnis sowohl für das Jahr 1992 wie auch für 1990. So langsam geht es dann zur Zeit doch nicht mehr zu. Apropos langsam: Marit Larsen brauchte als Newcomerin ganze vier Wochen, um an die Spitze zu gelangen . Vorgängerin Emilíana Torrini benötigte eine Woche mehr, nur Superstar Daniel Schuhmacher war in diesem Jahr schneller, nämlich direkt von 0 auf die 1. Allerdings ist diese Aufzählung ein bisschen gemogelt, denn Marit Larsen war als eine Hälfte des Duos M2M im Jahr 2000 bereits sechs Wochen lang in den deutschen Charts vertreten. Ihr Titel Don’t Say You Love Me schaffte es damals im April allerdings nur bis Platz 80. So viel mal heute zu unserer neuen Nr.1.
Die Spitzengruppe komplettieren auf der 3 Cassandra Steen feat. Adel Tawil mit Stadt. Für Cassandra Steen ist dies die 15. Woche unter den ersten 10 im Jahr 2009. Damit zieht sie gleich mit Milow. Ihr auf den Fersen sitzen allerdings die Black Eyed Peas, die mit Position 6 für I Gotta Feeling ebenfalls auf 15 Top 10-Wochen kommen.
Ansonsten gibt es in den oberen 10 kaum Bewegung. Vielleicht noch erwähnenswert, dass Beyoncé nach einer schwachen zweiten Woche, mit Sweet Dreams nun doch noch einmal etwas Kohle nachlegen kann und von der 11 auf die 10 klettert, also wieder zu den großen 10 der Woche gehört.
Von den neuen CD-Singles, die am 14. August erschienen sind, schneidet am besten das neue Werk von Scooter ab. Mit dem Titel J’adore Hardcore sind die Fans schon ganz schön gefordert. Zumindest finden sich in diversen Foren lustige Diskussionen dazu, was denn der Titel nun wirklich bedeutet. Mit J’adore Hardcore kündigen Scooter ihr nächstes Album an, das vierzehnte, wenn ich richtig gezählt habe. Und wie gewohnt, ist dieser Titel ein buntes Allerlei aus Zitaten und Varianten. Ausgangsbasis dürfte Chase The Sun von Planet Funk aus dem Jahr 2000 gewesen sein, im Januar diesen Jahres auf kuriose Weise für eine Woche nochmal platziert gewesen. Scooter hatten sich bereits auf dem Album The Ultimate Aural Orgasm an dem Titel abgearbeitet und The Shit That Killed Elvis draus gemacht. Anlass für die neuerliche Bearbeitung dürfte die Version von Mickie Krause gewesen sein, die unter dem Titel Düp Düp momentan die Charts bevölkert (in dieser Woche von der 74 auf die 84 fallend). Nun also gibt es auch eine richtig echte Stadion-Techno-Version ohne alle Überraschungen. Das Volk mag’s und hievt die Single als höchsten Neuzugang in die deutschen Charts, genau auf Platz 12. Für Scooter ist es die 41. Chart-Single, und damit haben sie so viele Titel zu Buche stehen wie auch die Beatles und Michael Jackson.
Und so kann es gehen: die einen feiern bis zum Abwinken und die andern machen sich darüber mehr oder weniger Sorgen. Und beides passiert in der deutschen Musikwelt. Culcha Candela beschreiben in ihrer aktuellen CD-Veröffentlichung die Schöne neue Welt, in der zum Beispiel auch Scooter leben. Die Single klingt dabei bigbandmäßig, swingend. Warum das so ist … ich weiß es nicht. Bin ehrlich gesagt von diesem Stil (immer noch) nicht überzeugt. Das ist mir irgendwie zu Schubidu und zu sehr Unterhaltungsklamauk . Dazu gibt es einen mehr oder weniger zynischen Text, der aber das Ganze nicht wirklich rettet. Laut aktueller Umfragen macht sich ja die derzeitige Jugend besonders Gedanken über Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe und Ölknappheit … hier setzen also Culcha Candela an. Aber mit welchem Ergebnis? ”Wir feiern bis alles zerfällt …” – klar meinen sie genau das Gegenteil. Aber so richtig konkret werden sie dann auch nicht (zumindest nicht hier in dem Titel.) Insofern ist es dann auch nicht mehr als Betroffenheitspop ohne neue Ideen – das allerdings gefällt insgesamt sehr vielen. Ist ja erstmal auch einfacher sich klagend hinzustellen, als wirklich was zu ändern – bei sich selbst zum Beispiel. Platz 15 nach einer Woche im Verkauf.
Und wenn wir schon beim Thema Hedonismus und Spaß sind: den aktuell wohl durchdachtesten Beitrag dazu liefert P!NK mit der Titelsingle aus ihrem letzten Album Funhouse. Es ist die vierte Auskopplung und P!NK erzählt eben nicht nur von der einen Seite, sondern wieder einmal von den Auf und Abs, von den fiesen Seiten des ewigen Zirkus und dass es sich lohnt immer bzw. sogar notwendig ist, immer wieder von vorn anzufangen. Das ist zwar nicht einfach, aber immer noch realistischer als die Beiträge aus Deutschland. Im Vergleich schneidet die CD dann aber doch am schwächsten ab: Platz 16 in der ersten Woche nach Veröffentlichung. (Vorgänger Please Don’t Leave Me steht dagegen mit Platz 42 – von der 40 kommend – noch recht gut da) Das liegt vermutlich allerings eher daran, dass es eben schon die vierte Single aus dem Album ist. Die meisten werden den Longplayer schon in irgendeiner Form zu Hause haben und deshalb auf den Einzeltitel jetzt verzichten können. Mit Platz 16 wird auch die Erfolgsserie erst einmal unterbrochen, die P!NK seit Ende 2007 vier Top 10-Hits in Folge bescherte. Insgesamt ist es ihr 20. Charttitel und in diesem Jahr der fünfte Titel, der sich platzieren kann.
Ich weiß nicht, ob sich die Plattenfirmen des Landes irgendwie abgesprochen haben … vielleicht ist es aber auch Zeitgeist, denn mehr oder weniger lässt sich auch zur nächsten Single ein Link in Sachen Sorglosigkeit, Selbstbezug, Hedonismus ziehen. La Roux, ein Elektropop-Duo aus Großbritannien, die mit Vehemenz und unglaublich konsequent die musikalischen und visuellen Ideen vom Anfang der 80er Jahre weiterspinnen, sind in Großbritannien so etwas wie die aktuellen Superstars. In For The Kill landete im April des Jahres auf der Position 2 in den UK Top 40, und Bulletproof drei Monate später sogar für eine Woche auf der 1. Dabei gelang La Roux sogar eine kleine Sensation: sie verhinderten mit Bulletproof nämlich, dass Michael Jackson post mortem nochmal eine Spitzenposition einheimsen konnte. Abstrakt gesprochen könnte man das so werten: Modernität / Zukunftsvision gewinnt vor Nostalgie und Romantik.
Was hat nun La Roux mit dem oben angeführten Thema zu tun? Nun – für mich stehen die frühen 80er, und dort solche Bands wie Visage, Yazoo, Depeche Mode … sehr stark in der Tradition von dem, was wir heute so schön mit Lebensdesinteresse oder Realitätsflucht eines Teils der Jugendkultur beschreiben. Damals ging es den Elektropopern um die Weiterführung bzw. Transformation des No Future-Punk mit strikt modernen Mitteln: also mit Elektronik. Konsequenterweise ließen sie dann auch ziemlich schnell jegliche traditionellen Instrumente weg oder griffen zu neudefinierten Varianten wie dem berühmten sechseckigen Drum. Der Sound sollte bewusst kalt und scheinbar lebensfremd wirken. Ebenso die Mode. Artifiziell und stylish. Im Endeffekt ging es damit direkt in den New Romantic-Style hinein, der vor allem individuelle Gefühle zelebrierte und anfangs möglichst weit weg von der täglichen Lebensrealität agierte. Und diese harte, scheinbar lebensfremde Attitüde feiert mit dem 80er Revival mehr oder weniger ein Comeback. Wenn wir den wirklich coolen Jugendsendern des Landes glauben dürfen, dann wird es in den kommenden Monaten noch einmal richtig vollelektronisch zur Sache gehen und alles was wir bisher an 80er Jahre Wiederbelebungsversuchen erlebt haben in den Schatten stellen. Projekte wie La Roux oder auch Fever Ray sind derzeit aus den Playlisten und Flagshipstore-Soundtracks nicht wegzudenken. Und ich schätze, dass sich danach die 80er endgültig erledigt haben. Wir steuern ja auch in ein neues Jahrzehnt und die 90er sind mit einigen (bislang noch ziemlich einfallslosen) ersten Reanimierungsversuchen schon präsent …
Noch ein kurzes Wort zu der Lebens- und Gefühlskälte der Neo-Elektropoper. Natürlich ist das Ganze vor allem erstmal Attitüde. Auch La Roux singen ”This Time I’ll Be Bulletproof” – kann man nur, wenn es noch so etwas wie Sensibilität und Gefühle gibt. Also nicht alles glauben, was auf der Packung drauf steht. Jedenfalls bin ich persönlich sehr sehr glücklich, dass La Roux es nun endlich auch zu einer regulären CD-Veröffentlichung geschafft haben und mit Bulletproof ihren ersten veritablen, kommerziellen Hit in Deutschland landen können. Platz 24 in der ersten Woche nach der CD-Veröffentlichung. Das versöhnt ein ganz klein wenig nach dem echt mageren Ergebnis vor einem Monat als In For The Kill lediglich digital erschienen war und nur eine einzige Woche auf der 92 landen konnte.
Natürlich gab es auch andere Themen in der Woche 14.-20. August 2009. Obwohl … Fuck You von Lily Allen ist ein Titel, über den ich auch sehr sehr gerne schreibe. Und das ist dann die Variante: Ich sage auch was mir nicht passt. Das Ganze verpackt in ein liebes, freundliches Liedchen. So kann Politik auch aussehen. Und angesichts der Tatsache, dass der Titel nur durch Downloads jetzt die Top 50 entert (nämlich von der 58 auf die 49), habe ich ja direkt noch Hoffnung, dass hierzulande auch noch etwas passieren kann, was nicht mit Geschäften und Lobbyismus zu tun hat. Danke Lily.
By the way: Not Fair verlässt in dieser Woche die Top 20 und rutscht auf die 23.
Nun hab ich also über die 80er geschrieben und ihr Revival. Und ich hab auch über Dekadenz und Realitätsflucht geschrieben. Und in beide Schubladen passt auch das neue Werk von The Disco Boys. Den meisten dürfte das Hamburger Produzenten- und DJ-Duo vom unkaputtparen For You bekannt sein, welches ursprünglich aus dem Jahr 2005 stammt, aber erst zwei Jahre später so richtig durchstarten konnte und seitdem eigentlich immer wieder irgendwo zu hören ist. Eigentlich war es schon ein Klassiker, bevor sich Borussia Dortmund zur letzten Bundesliga-Saison diesen Titel als Einlaufmusik wählte. Und so war For You bis in den Juli hinein immer wieder mal in den deutschen Charts platziert und hat mittlerweile 79 Chartwochen auf seinem Konto, was zusammen mit Xavier Naidoos Dieser Weg Platz 4 in der All Time-Auswertung der am längsten notierten Titel bedeutet. Bei For You wurde mit dem Sample von Manfred Mann fleißig aus den 70ern ziitiert – klar die Hochzeit von Disco und wenn man schon so einen Namen hat … Auch sonst waren die Disco Boys ganz gut unterwegs mit dem Jahrzehnt der Schlaghosen. Für ihre neue Single gehen sie aber in den Jahrzehnten etwas nach vorn und machen Halt in den 80ern. Der Titel „The Voice” stammt im Original aus dem Jahr 1981 von der Band Ultravox. Damals schaffte der Titel in Großbritannien eine Platzierung auf der 16 in den UK Top 40. Und damit die neue Version auch wirklich den Charme des Originals trifft, haben die Disco Boys Frontmann Midge Ure gefragt, ob er seinen Titel nicht noch einmal singen möchte. Und er hat eingewilligt. So also kommen wir nun in den Genuß von „The Voice”. Beim ersten Hören war ich allerdings ziemlich … nun ja, gelangweilt irgendwie. Mittlerweile habe ich das Ding nun wohl 10 x gehört und doch, es geht in die Ohren. Für meine Begriffe ist der Club Mix dabei aber nicht das Nonplusultra. Die anderen Mixe sind da irgendwie gängiger und nach vorn gehender.
Die Disco Boys feiern mit „The Voice” ihren zehnten Charthit. Platz 71 in der ersten Woche nach Veröffentlichung ist dabei allerdings nicht wahnsinnig überzeugend. Da war selbst die Vorgängersingle The Shadow im November letzten Jahres mit Platz 66 noch erfolgreicher. Und an die kann sich heute kaum noch jemand erinnern.
Midge Ure steht bei „The Voice” ein fünftes Mal als Solo-Artist auf dem Cover einer Veröffentlichung. Seinen größten Hit hatte er 1985 mit If I Was, welches in Großbritannien ein Nr.1-Hit war und auch in Deutschland bis zur Position 2 steigen konnte. Auf der Nr.1 in Deutschland stand Midge Ure bereits zweimal: einmal 1981 mit Visage und deren Hit Fade To Grey für insgesamt sieben Wochen und Anfang 1985 noch einmal für zwei Wochen mit dem Band Aid-Projekt und Do They Know It’s Christmas in der Originalbesetzung. Zählen wir alle Projekte, an denen Midge Ure beteiligt war, zusammen, so hat er mit „The Voice” seinen 15. Charthit.
So – und wenn wir jetzt schon mal bei den Acts sind, die sich den orden „Moderne Klassiker” umhängen dürfen: in dieser Woche beweist Scotty ein weiteres Mal, dass sein The Black Pearl einer der Dauerbrenner zur Zeit ist, denn zum zweiten Mal übersteht dieser Titel die dreimonatige Sperrfrist und landet nun zum Beginn seines dritten Chartaufenthaltes auf Platz 79. Das ist reichlich großartig, zumal Scottys Höchstplatzierung die 65 ist. Da hat sich also in drei Monaten an der Nachfrage nicht wesentlich was verändert. ich frag’ mich allerdings, ob sich angesichts des anhaltenden Erfolges Zooland rec. nicht endlich entschließen sollten, The Black Pearl auch mal auf CD rauszubringen?
Und für alle die es wissen wollen und bislang nicht rauskriegen konnten: hinter Scotty verbirgt sich der Göttinger DJ Oliver Dix.
Deichkind ist auch so eine Band, die gerade absolut dazu gehört. Egal wo man ist. In den letzten beiden Wochen war es Remmidemmi, was sich noch einmal in die Verkaufsliste reinschummeln konnte und noch einmal von der 99 auf die 97 klettert. Und jetzt gesellt sich Luftbahn noch einmal dazu. Das war die vorläufig letzte Single von den Hamburgern und diese stand im April auf der 36. Jetzt geht es noch einmal rein auf die 93.
Moderne Klassiker sind ja leider auch so etwas wie Gassenhauer oder Volkslieder. Und da das Volk nunmal nicht nur aus coolen und kreativen Midzwanzigern besteht, gibt es in dieser Kategorie auch allerlei Trash. Zum Beispiel Olaf Henning. Es vergeht wohl keine Alleinunterhalter-Geburtstagsparty, auf der nicht Cowboy und Indianer ertönt. Und ich hab den Titel wirklich auch schon aus privaten Autoradios erklingen gehört. Und dann ist ja (immer noch) Mallorca-Zeit. Also: Cowboy und Indianer ist mal wieder mit dabei in der Liste der meist verkauften und umsatzstärksten Titel. Auf Platz 98 – und bereits in der 41. Woche. Hier mal ganz fix meine Bitte: Kauft was anderes!
Ein Dauerbrenner im Moment ist auch Mando Diao mit Dance With Somebody. Der Titel hält sich bereits in der 32. Woche noch ganz gut in der Liste. Gerade geht es wieder einen Platz nach oben, von der 46 auf die 45. Aber um Dance With Somebody soll es gar nicht gehen, sondern um die dritte Auskopplung aus dem Album Give Me Fire. Und die heißt Mean Street, ist in Großbritannien sogar als EP erschienen, aber in Deutschland war der Erfolg der Vorgängersingle Gloria mit Platz 33 offensichtlich nicht überzeugend genug, so dass sich das Label Universal entschied, den Titel hierzulande doch nicht zu releasen. Tja, und nun muss sich also Mean Street mit einem dünnen Platz 89 begnügen. Der allerdings ein großartiger ist, wenn man mal bedenkt, dass ja auch die Promotion für den Titel eher im Nullbereich anzusiedeln ist. Also eine Platzierung nur durch Importverkäufe und vielleicht noch ein paar Einzeldownloads. Das ist groß.
Wieder dabei, aber nicht weil es schon zu den MUST PLAYs gehört, sondern weil einfach noch nicht die möglichen neun Wochen voll sind, ist Amy Macdonald. Poison Prince schlendert nach einer Woche Pause wieder zurück in die Charts auf die 95. Tja – und das war’s dann auch für heut. Bis demnächst wieder hier.
21. August 2009: Ein Werbelied auf dem Vormarsch – Marit Larsen gegen Emíliana Torrini
Und noch eine Woche – die achte – verteidigt Emilíana Torrini die Spitzenposition in den deutschen media control-Charts. Wer hätte das vor mehr als zwei Monaten gedacht, als der Erfolg mit einer mehr oder minder öden Model-Casting-Show begann?
Allmählich können wir vielleicht auch mal vergleichen, was das heisst: Mit Lady Gagas Poker Face und Jungle Drum von Emilíana Torrini haben wir 2009 bereits zwei Spitzentitel, die es jeweils mindestens acht Wochen an eben dieser Position ausgehalten haben. Im letzten Jahr hießen diese beiden Titel Kuschel Song von Schnuffel (erinnert sich noch jemand daran?) und All Summer Long von Kid Rock. Und zum Jahreswechsel kam dann mit Katy Perry und Hot N Cold noch ein Achtwöcher dazu. Also alles Business as usual … eine schöne Serie für Emilíana Torrini und vielleicht auch noch mal ein Anlass in die Remix- und MashUp-Kiste zu schauen. Da gibt es klasse Versionen des Konsenshits.
Apropos Konsens: In den von Oljo ermittelten Radio Airplay-Charts musste Emilíana Torrini gerade die Führung abgeben und wird nunmehr auf Position 3 notiert. Nielsen Music weist einen Platz 10 aus – auch dort geht es um Radio Airplay. Und laut MTV steht Jungle Drum in Europa auf Position 8.
Nochmal einen Platz gut machen auch Cassandra Steen feat. Adel Tawil, deren Stadt nunmehr ebenfalls eine achte Woche auf der 2 verbringt. Auch hier kann ich heut mal die Radiocharts zitieren. Und da gibt es gleich noch eine dritte Auswertung, nämlich von Music Trace, und die geben für Stadt eine schöne Position 3 aus.
So, höchste Neueinsteigerin in den Top 10, Aufsteigerin um 10 Plätze und damit irgendwie auch Story der Woche ist Marit Larsen. Verspielt, pompös, hochjubelnd, romantisch , kitschig und ernst – alles das ist If A Song Could Get Me You in knapp dreieinhalb Minuten. Und seit dem 14. August gibt es auch Marit Larsens Album mit dem gleichen Namen, das könnte der Single in der nächsten Auswertung noch den entscheidenden Schub verleihen und sie geradewegs auf die Position 1 befördern. In den iTunes-Charts Mitte der Woche stand sie dort bereits vor dem neuen Werk von Culcha Candela. Das Album schafft es laut iTunes immerhin auf Platz 2.
Naja, der Song ist nicht nur eingängig und vereint so ziemlich alles auf sich, was man sich von einem anständigen Poplied wünscht, er hat zudem auch reichlich mediale Präsenz als Musik im TV-Spot für Sneaker-Loft . Von den Lesern des blogs tvsongs.de wurde If A Song Could Me You gleich mal zum beliebtesten Werbetitel im Juli 2009 gewählt. Da nimmt sich die Position 3 von media control fast mager aus. Warten wir also nächste Woche ab.
Um die aktuellen Top 10 voll zu machen, sei hier noch Pitbull erwähnt, der nach einer kurzen Verschnaufpause auf der 11 in dieser Woche wieder zurückkehrt auf die 10 und eine fünfte Woche mit I Know You Want Me (Calle Ocho) in den deutschen Top 10 zubringt. Und wem der Track nun doch schon aus den Ohren raushängt, der kann sich schon mal Hotel Room Service reinziehen. Auch dort wurde wieder schön in der House-Geschichte gegraben und die Hookline von Push The Feeling On der Nightcrawlers auf ein neues Level gehoben. Dürfte demnächst auch hier näher betrachtet werden. In den USA ist es bereits ein Hit und Großbritannien meldet auch schon erste Notierungen.
Und am Ende der Schnellübersicht zum Freitag (immer wesentlich basierend auf der media control Pressemitteilung von Dienstag) auch noch der beste CD-Start der Woche. Der geht an eine Künstlerin, die 2006 als das Wunderkind der neuen Ära „Soziale Netzwerke“ (oder in etwas gebräuchlicheren Worten „Generation MySpace“) berühmt wurde. Colbie Caillat gelang als einer der ersten Künstlerinnen die erfolgreiche Vermarktung der eigenen Musik ohne großes Musiklabel im Hintergrund. Und sie erzielte damit sogar einen beachtlichen Erfolg, nämlich eine weltweite Top 10-Platzierung mit ihrem Hit Bubbly. Nun ist etwas Zeit ins Land gegangen, Colbie Caillat wurde in der Zwischenzeit gern als Duett-Partnerin angefragt, da kommt die Ankündigung ihres nächsten Albums durchaus recht. Im Musikbusiness hat sich eigentlich einiges getan, die Firmen agieren allerdings immer noch so, als wäre seit 15 Jahren nichts passiert. Tja, und ein bisschen klingt auch Colbie Caillats Musik noch genauso wie vor drei Jahren. Fallin’ For You ist die Vorabauskopplung aus dem Album Breakthrough, welches ab 25. August in den Läden steht (seltsames Datum, ich nehm an es bezieht sich auf Amerika und in Deutschland ist Veröffentlichungstermin Freitag der 28.). Und mit dem Singlestart gelingt Colbie Caillat genau das, was sie im April an der Seite von Jason Mraz schon einmal vorgemacht hat: sie wird höchste Neueinsteigerin. Diesmal auf der Position 18 – und das ist gemessen an Chartplatzierungen schon jetzt ihr erfolgreichster Titel hinter Bubbly. Naja, gefällig ist der Song in jedem Fall. Ob er sich tatsächlich dauerhaft ins Ohr setzen kann, mag ich jetzt noch nicht beurteilen. Könnte auch sein, dass ich schon vorher genug habe …
Allmählich können wir vielleicht auch mal vergleichen, was das heisst: Mit Lady Gagas Poker Face und Jungle Drum von Emilíana Torrini haben wir 2009 bereits zwei Spitzentitel, die es jeweils mindestens acht Wochen an eben dieser Position ausgehalten haben. Im letzten Jahr hießen diese beiden Titel Kuschel Song von Schnuffel (erinnert sich noch jemand daran?) und All Summer Long von Kid Rock. Und zum Jahreswechsel kam dann mit Katy Perry und Hot N Cold noch ein Achtwöcher dazu. Also alles Business as usual … eine schöne Serie für Emilíana Torrini und vielleicht auch noch mal ein Anlass in die Remix- und MashUp-Kiste zu schauen. Da gibt es klasse Versionen des Konsenshits.
Apropos Konsens: In den von Oljo ermittelten Radio Airplay-Charts musste Emilíana Torrini gerade die Führung abgeben und wird nunmehr auf Position 3 notiert. Nielsen Music weist einen Platz 10 aus – auch dort geht es um Radio Airplay. Und laut MTV steht Jungle Drum in Europa auf Position 8.
Nochmal einen Platz gut machen auch Cassandra Steen feat. Adel Tawil, deren Stadt nunmehr ebenfalls eine achte Woche auf der 2 verbringt. Auch hier kann ich heut mal die Radiocharts zitieren. Und da gibt es gleich noch eine dritte Auswertung, nämlich von Music Trace, und die geben für Stadt eine schöne Position 3 aus.
So, höchste Neueinsteigerin in den Top 10, Aufsteigerin um 10 Plätze und damit irgendwie auch Story der Woche ist Marit Larsen. Verspielt, pompös, hochjubelnd, romantisch , kitschig und ernst – alles das ist If A Song Could Get Me You in knapp dreieinhalb Minuten. Und seit dem 14. August gibt es auch Marit Larsens Album mit dem gleichen Namen, das könnte der Single in der nächsten Auswertung noch den entscheidenden Schub verleihen und sie geradewegs auf die Position 1 befördern. In den iTunes-Charts Mitte der Woche stand sie dort bereits vor dem neuen Werk von Culcha Candela. Das Album schafft es laut iTunes immerhin auf Platz 2.
Naja, der Song ist nicht nur eingängig und vereint so ziemlich alles auf sich, was man sich von einem anständigen Poplied wünscht, er hat zudem auch reichlich mediale Präsenz als Musik im TV-Spot für Sneaker-Loft . Von den Lesern des blogs tvsongs.de wurde If A Song Could Me You gleich mal zum beliebtesten Werbetitel im Juli 2009 gewählt. Da nimmt sich die Position 3 von media control fast mager aus. Warten wir also nächste Woche ab.
Um die aktuellen Top 10 voll zu machen, sei hier noch Pitbull erwähnt, der nach einer kurzen Verschnaufpause auf der 11 in dieser Woche wieder zurückkehrt auf die 10 und eine fünfte Woche mit I Know You Want Me (Calle Ocho) in den deutschen Top 10 zubringt. Und wem der Track nun doch schon aus den Ohren raushängt, der kann sich schon mal Hotel Room Service reinziehen. Auch dort wurde wieder schön in der House-Geschichte gegraben und die Hookline von Push The Feeling On der Nightcrawlers auf ein neues Level gehoben. Dürfte demnächst auch hier näher betrachtet werden. In den USA ist es bereits ein Hit und Großbritannien meldet auch schon erste Notierungen.
Und am Ende der Schnellübersicht zum Freitag (immer wesentlich basierend auf der media control Pressemitteilung von Dienstag) auch noch der beste CD-Start der Woche. Der geht an eine Künstlerin, die 2006 als das Wunderkind der neuen Ära „Soziale Netzwerke“ (oder in etwas gebräuchlicheren Worten „Generation MySpace“) berühmt wurde. Colbie Caillat gelang als einer der ersten Künstlerinnen die erfolgreiche Vermarktung der eigenen Musik ohne großes Musiklabel im Hintergrund. Und sie erzielte damit sogar einen beachtlichen Erfolg, nämlich eine weltweite Top 10-Platzierung mit ihrem Hit Bubbly. Nun ist etwas Zeit ins Land gegangen, Colbie Caillat wurde in der Zwischenzeit gern als Duett-Partnerin angefragt, da kommt die Ankündigung ihres nächsten Albums durchaus recht. Im Musikbusiness hat sich eigentlich einiges getan, die Firmen agieren allerdings immer noch so, als wäre seit 15 Jahren nichts passiert. Tja, und ein bisschen klingt auch Colbie Caillats Musik noch genauso wie vor drei Jahren. Fallin’ For You ist die Vorabauskopplung aus dem Album Breakthrough, welches ab 25. August in den Läden steht (seltsames Datum, ich nehm an es bezieht sich auf Amerika und in Deutschland ist Veröffentlichungstermin Freitag der 28.). Und mit dem Singlestart gelingt Colbie Caillat genau das, was sie im April an der Seite von Jason Mraz schon einmal vorgemacht hat: sie wird höchste Neueinsteigerin. Diesmal auf der Position 18 – und das ist gemessen an Chartplatzierungen schon jetzt ihr erfolgreichster Titel hinter Bubbly. Naja, gefällig ist der Song in jedem Fall. Ob er sich tatsächlich dauerhaft ins Ohr setzen kann, mag ich jetzt noch nicht beurteilen. Könnte auch sein, dass ich schon vorher genug habe …
7. August 2009: Endlich Bewegung – Jan Delay, Green Day, Marit Larsen, Dellé
Na endlich passiert mal was und die Sommerlochstarre löst sich etwas. Das heißt … über die absoluten Top-Hits ist sich das deutsche Käuferinnentum nach wie vor einig: Nr.1 bleibt laut media control unangefochten Emilíana Torrini. Ihr Jungle Drum steht nunmehr die sechste Woche ganz oben an der Spitze und ist damit nach Poker Face von Lady GaGa der Titel, welcher am häufigsten in diesem Jahr bisher diese Position halten konnte. Und auf ihrer Homepage wird nun – endlich – neues Material angekündigt. In Kürze erscheint eine Digital EP unter dem Titel Me and Armini EP. Allerdings … am 10. August erscheint diese EP erstmal in den USA und am 14. September in Großbritannien. Von Rest-Europa ist nirgends die Rede ... Hmm.
So wie die Spitze, so halten sich auch Platz 2 und 3: Cassandra Steen feat. Adel Tawil stehen mit Stadt zum siebten mal in der Followup-Position und David Guetta feat. Kelly Rowland folgen auf der 3 mit When Love Takes Over, das nun auch schon zum dritten mal.
Der beste CD-Single-Neustart geht in dieser Woche an Jan Delay. Und das ist ein klein wenig eine Sensation, denn nach fast 10 Jahren gelingt dem Sänger damit endlich wieder ein Hit in den Top 10. Oh Jonny, ein funkig-schmissiger Track mit Bläsereinsatz und Handclaps, geht rein auf die 6 und ist der zweiterfolgreichste Titel von Jan Delay überhaupt. 1999 debütierte er als Solo-Artist mit dem Nena-Cover Irgendwie irgendwo irgendwann. Anfang Januar 2000 stieg der Titel dann sogar für zwei Wochen bis auf Platz 2 in Deutschland.
Mit der neuen Single Oh Jonny kündigt Jan Delay sein kommendes Album an. Dieses trägt den Titel Wir Kinder vom Bahnhof Soul. Das könnte also ein guter Herbst für den Mann aus Hamburg werden.
An dieser Stelle übrigens ein Danke an charts.de, denn dank der rigiden Informationspolitik von media control ist es total schwierig irgendwo halbwegs gesicherte Daten über ältere Chartsplatzierungen zu finden.
Neu in den CD-Regalen steht auch die zweite Auskopplung aus dem aktuellen Album von Green Day. Betitelt mit 21 Guns liefern die Jungs einen klassikverdächtigen Hit ab, der auf Anhieb die Chartplatzierung der Album-Erstauskopplung Know Your Enemy schlägt. Platz 13 in der Woche der Veröffentlichung lässt Hoffnung auf mehr zu, vielleicht sogar auf einen zweiten Top 10 Hit. Für mich ist 21 Guns schon jetzt das beste und eingängigste, was da seit langem aus dem Hause Green Day gekommen ist. Warten wir ab, wie sich das weiter entwickelt.
Die beste Newcomerin der Woche (und die gibt es nach den ganz schwachen letzten Wochen tatsächlich) ist die Norwegerin Marit Larsen. If A Song Could Get Me You ist ein ganz schönes Stückchen Pop, bei dem ich zuerst denke „… ach, schon 1000 x gehört“ und dann plötzlich passiert etwas, das ich doch nicht erwarte … ein Melodiebreak, ein Umschwung in der Stimmung … und ich finde, das zeichnet eine ganze Menge von skandinavischen Produktionen aus, sie sind gut produziert, durchaus mit ohrwurmverdächtigen Charakter, aber immer auch ein ganz klein wenig spröde. Toll! Für Marit Larsen geht’s als Debütplatzierung auf Platz 15 der deutschen Charts. In Norwegen war If A Song Could Get Me You übrigens Marit Larsens zweite Nr.1. Feine Sache!
Und gleich noch einen Newcomer gibt es in dieser Woche zu feiern. Allerdings einen, der schon reichlich Banderfahrung gesammelt hat, unter anderem bei Seeed. Nachdem Peter Fox in den letzten 12 Monaten zum spannendsten und angesagtesten deutschen Künstler geworden ist (und das nicht nur in Deutschland sondern so ziemlich europaweit), versucht es nun also auch dellé alias eased. Sein Debüt heißt Pound Power und ist ziemlich klassischer Reggea mit ein paar schönen elektronischen Einsprengseln. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob der Titel die Kraft hat, die Kollege Peter Fox derzeit besitzt, aber zumindest ist es eine ganz spannende Variante von deutschem Reggea. Da können andere noch einiges lernen. Auch dellé schafft auf Anhieb einen ganz guten Verkaufsstart, der sich in Platz 16 niederschlägt.
So wie die Spitze, so halten sich auch Platz 2 und 3: Cassandra Steen feat. Adel Tawil stehen mit Stadt zum siebten mal in der Followup-Position und David Guetta feat. Kelly Rowland folgen auf der 3 mit When Love Takes Over, das nun auch schon zum dritten mal.
Der beste CD-Single-Neustart geht in dieser Woche an Jan Delay. Und das ist ein klein wenig eine Sensation, denn nach fast 10 Jahren gelingt dem Sänger damit endlich wieder ein Hit in den Top 10. Oh Jonny, ein funkig-schmissiger Track mit Bläsereinsatz und Handclaps, geht rein auf die 6 und ist der zweiterfolgreichste Titel von Jan Delay überhaupt. 1999 debütierte er als Solo-Artist mit dem Nena-Cover Irgendwie irgendwo irgendwann. Anfang Januar 2000 stieg der Titel dann sogar für zwei Wochen bis auf Platz 2 in Deutschland.
Mit der neuen Single Oh Jonny kündigt Jan Delay sein kommendes Album an. Dieses trägt den Titel Wir Kinder vom Bahnhof Soul. Das könnte also ein guter Herbst für den Mann aus Hamburg werden.
An dieser Stelle übrigens ein Danke an charts.de, denn dank der rigiden Informationspolitik von media control ist es total schwierig irgendwo halbwegs gesicherte Daten über ältere Chartsplatzierungen zu finden.
Neu in den CD-Regalen steht auch die zweite Auskopplung aus dem aktuellen Album von Green Day. Betitelt mit 21 Guns liefern die Jungs einen klassikverdächtigen Hit ab, der auf Anhieb die Chartplatzierung der Album-Erstauskopplung Know Your Enemy schlägt. Platz 13 in der Woche der Veröffentlichung lässt Hoffnung auf mehr zu, vielleicht sogar auf einen zweiten Top 10 Hit. Für mich ist 21 Guns schon jetzt das beste und eingängigste, was da seit langem aus dem Hause Green Day gekommen ist. Warten wir ab, wie sich das weiter entwickelt.
Die beste Newcomerin der Woche (und die gibt es nach den ganz schwachen letzten Wochen tatsächlich) ist die Norwegerin Marit Larsen. If A Song Could Get Me You ist ein ganz schönes Stückchen Pop, bei dem ich zuerst denke „… ach, schon 1000 x gehört“ und dann plötzlich passiert etwas, das ich doch nicht erwarte … ein Melodiebreak, ein Umschwung in der Stimmung … und ich finde, das zeichnet eine ganze Menge von skandinavischen Produktionen aus, sie sind gut produziert, durchaus mit ohrwurmverdächtigen Charakter, aber immer auch ein ganz klein wenig spröde. Toll! Für Marit Larsen geht’s als Debütplatzierung auf Platz 15 der deutschen Charts. In Norwegen war If A Song Could Get Me You übrigens Marit Larsens zweite Nr.1. Feine Sache!
Und gleich noch einen Newcomer gibt es in dieser Woche zu feiern. Allerdings einen, der schon reichlich Banderfahrung gesammelt hat, unter anderem bei Seeed. Nachdem Peter Fox in den letzten 12 Monaten zum spannendsten und angesagtesten deutschen Künstler geworden ist (und das nicht nur in Deutschland sondern so ziemlich europaweit), versucht es nun also auch dellé alias eased. Sein Debüt heißt Pound Power und ist ziemlich klassischer Reggea mit ein paar schönen elektronischen Einsprengseln. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob der Titel die Kraft hat, die Kollege Peter Fox derzeit besitzt, aber zumindest ist es eine ganz spannende Variante von deutschem Reggea. Da können andere noch einiges lernen. Auch dellé schafft auf Anhieb einen ganz guten Verkaufsstart, der sich in Platz 16 niederschlägt.
Subscribe to:
Posts (Atom)