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21. August 2009: Ein Werbelied auf dem Vormarsch – Marit Larsen gegen Emíliana Torrini

Und noch eine Woche – die achte – verteidigt Emilíana Torrini die Spitzenposition in den deutschen media control-Charts. Wer hätte das vor mehr als zwei Monaten gedacht, als der Erfolg mit einer mehr oder minder öden Model-Casting-Show begann?
Allmählich können wir vielleicht auch mal vergleichen, was das heisst: Mit Lady Gagas Poker Face und Jungle Drum von Emilíana Torrini haben wir 2009 bereits zwei Spitzentitel, die es jeweils mindestens acht Wochen an eben dieser Position ausgehalten haben. Im letzten Jahr hießen diese beiden Titel Kuschel Song von Schnuffel (erinnert sich noch jemand daran?) und All Summer Long von Kid Rock. Und zum Jahreswechsel kam dann mit Katy Perry und Hot N Cold noch ein Achtwöcher dazu. Also alles Business as usual … eine schöne Serie für Emilíana Torrini und vielleicht auch noch mal ein Anlass in die Remix- und MashUp-Kiste zu schauen. Da gibt es klasse Versionen des Konsenshits.
Apropos Konsens: In den von Oljo ermittelten Radio Airplay-Charts musste Emilíana Torrini gerade die Führung abgeben und wird nunmehr auf Position 3 notiert. Nielsen Music weist einen Platz 10 aus – auch dort geht es um Radio Airplay. Und laut MTV steht Jungle Drum in Europa auf Position 8.

Nochmal einen Platz gut machen auch Cassandra Steen feat. Adel Tawil, deren Stadt nunmehr ebenfalls eine achte Woche auf der 2 verbringt. Auch hier kann ich heut mal die Radiocharts zitieren. Und da gibt es gleich noch eine dritte Auswertung, nämlich von Music Trace, und die geben für Stadt eine schöne Position 3 aus.

So, höchste Neueinsteigerin in den Top 10, Aufsteigerin um 10 Plätze und damit irgendwie auch Story der Woche ist Marit Larsen. Verspielt, pompös, hochjubelnd, romantisch , kitschig und ernst – alles das ist If A Song Could Get Me You in knapp dreieinhalb Minuten. Und seit dem 14. August gibt es auch Marit Larsens Album mit dem gleichen Namen, das könnte der Single in der nächsten Auswertung noch den entscheidenden Schub verleihen und sie geradewegs auf die Position 1 befördern. In den iTunes-Charts Mitte der Woche stand sie dort bereits vor dem neuen Werk von Culcha Candela. Das Album schafft es laut iTunes immerhin auf Platz 2.
Naja, der Song ist nicht nur eingängig und vereint so ziemlich alles auf sich, was man sich von einem anständigen Poplied wünscht, er hat zudem auch reichlich mediale Präsenz als Musik im TV-Spot für Sneaker-Loft . Von den Lesern des blogs tvsongs.de wurde If A Song Could Me You gleich mal zum beliebtesten Werbetitel im Juli 2009 gewählt. Da nimmt sich die Position 3 von media control fast mager aus. Warten wir also nächste Woche ab.

Um die aktuellen Top 10 voll zu machen, sei hier noch Pitbull erwähnt, der nach einer kurzen Verschnaufpause auf der 11 in dieser Woche wieder zurückkehrt auf die 10 und eine fünfte Woche mit I Know You Want Me (Calle Ocho) in den deutschen Top 10 zubringt. Und wem der Track nun doch schon aus den Ohren raushängt, der kann sich schon mal Hotel Room Service reinziehen. Auch dort wurde wieder schön in der House-Geschichte gegraben und die Hookline von Push The Feeling On der Nightcrawlers auf ein neues Level gehoben. Dürfte demnächst auch hier näher betrachtet werden. In den USA ist es bereits ein Hit und Großbritannien meldet auch schon erste Notierungen.

Und am Ende der Schnellübersicht zum Freitag (immer wesentlich basierend auf der media control Pressemitteilung von Dienstag) auch noch der beste CD-Start der Woche. Der geht an eine Künstlerin, die 2006 als das Wunderkind der neuen Ära „Soziale Netzwerke“ (oder in etwas gebräuchlicheren Worten „Generation MySpace“) berühmt wurde. Colbie Caillat gelang als einer der ersten Künstlerinnen die erfolgreiche Vermarktung der eigenen Musik ohne großes Musiklabel im Hintergrund. Und sie erzielte damit sogar einen beachtlichen Erfolg, nämlich eine weltweite Top 10-Platzierung mit ihrem Hit Bubbly. Nun ist etwas Zeit ins Land gegangen, Colbie Caillat wurde in der Zwischenzeit gern als Duett-Partnerin angefragt, da kommt die Ankündigung ihres nächsten Albums durchaus recht. Im Musikbusiness hat sich eigentlich einiges getan, die Firmen agieren allerdings immer noch so, als wäre seit 15 Jahren nichts passiert. Tja, und ein bisschen klingt auch Colbie Caillats Musik noch genauso wie vor drei Jahren. Fallin’ For You ist die Vorabauskopplung aus dem Album Breakthrough, welches ab 25. August in den Läden steht (seltsames Datum, ich nehm an es bezieht sich auf Amerika und in Deutschland ist Veröffentlichungstermin Freitag der 28.). Und mit dem Singlestart gelingt Colbie Caillat genau das, was sie im April an der Seite von Jason Mraz schon einmal vorgemacht hat: sie wird höchste Neueinsteigerin. Diesmal auf der Position 18 – und das ist gemessen an Chartplatzierungen schon jetzt ihr erfolgreichster Titel hinter Bubbly. Naja, gefällig ist der Song in jedem Fall. Ob er sich tatsächlich dauerhaft ins Ohr setzen kann, mag ich jetzt noch nicht beurteilen. Könnte auch sein, dass ich schon vorher genug habe …

24. April 2009

Wir werden uns wohl daran geöhnen müssen: in der letzten Woche hatten wir 21 Neuzugänge, davon fünf direkt unter die oberen 20 und lediglich 3 (!) Rückkehrer (allein das ist in den aktuellen Zeiten schon eher außergewöhnlich), und in dieser Woche ...? ... siehts dann erstmal vergleichsweise öde aus. Höchster Neuzugang auf der 22, relativ stabile Top 10. Die Extremzustände scheinen zuzunehmen. Entweder alles anders oder alles gleich. Heißt dass etwa, dass wir alle völlig gleichgeschaltet sind und es die langsame Entwicklung eines Geschmacks gar nicht mehr gibt? Nur das Fernsehen hat uns noch im Griff, denn fast alles was an Bewegung stattfindet ist irgendwie mit TV-Ereignissen verbunden.

TV-Link Nummer eins: Lady GaGa und ihr Hit Poker Face kann sie sich die siebte Woche in Folge als bestverkaufte und meistgehörte Single durchsetzen. media control meldete zwar zur Wochenmitte, dass sie in den Downloadcharts an Boden verloren hat, in der Gesamtschau bleibt sie allerdings weiter unangefochten. Und das sehr wahrscheinlich auch wegen ihres Auftrittes bei Schlag den Raab am Samstag, den 18. April. Immerhin ging es in der mehr als 300 Minuten langen Show um 2,5 Millionen - und so etwas liebt das deutsche Fernsehpublikum.
Lady GaGas Ersthit Just Dance klettert auch nochmal ganz ordentlich von der 20 auf die 11. Und das in der insgesamt 32. Woche. Hier ist die Fünfte DSDS-Motto-Show schuld, denn Annemarie Eilfeld wählte Just Dance für eine eigene Version aus.

Auch Milow war bei Stefan Raab zu Gast und kehrt auf Platz 2 zurück. Ein drittes mal kann er die Vize-Position belegen und hatte nur in der letzten Woche eine kurze Pause auf der 3 eingelegt. Ayo Technology besitzt damit nicht nur in der Zielgruppe zwischen 13 und 18 eine Menge Attraktivität ... und wer weiß, vielleicht kann er sich sogar nach fünf Wochen demnächst als Favorit durchsetzen. Nach den neuen Regeln allerdings ist nächste Woche wieder ordentlich Aufruhr in den oberen Plätzen. Und ich persönlich halte Ayo Technology nicht wirklich für einen Chart-Topper.

Ebenfalls zurück und zum dritten mal auf Höchstposition sind Razorlight, die mit Wire To Wire noch mal kehrt machen und von der 6 auf die 3 gehen. Und auch hier dürfte DSDS einen wesentlichen Anteil haben. Dominik Büchele war der Kandidat, dem Razorlight danken müssen. Allerdings gaben sie am 11. April in München das erste Konzert ihrer Tour in Deutschland. Da könnte der eine oder andere Fan auch nochmal zum CD-Regal gegangen sein. Das heißt in der nächsten Woche dürfen wir Razorlight sicher noch einmal ganz oben mit erwarten.
So - und mit diesem Titel hätten wir also drei Titel an der Spitze, die mindestens schon fünf Wochen dabei sind. Da könnte ein wenig frischer Sound gut passen.

Nach oben dank TV geht es auch mit Beyoncé. If I Were A Boy kann sich nach der Interpretation durch Sarah Kreuz bei DSDS nochmal ordentlich verbessern: von der 67 gehts auf die 36. Wahrscheinlich hat Frau Kreuz einen Deal mit Beyoncé, denn sie hat ja vor ein paar Wochen schon Listen wieder in die Charts verholfen.
Einen ähnlichen Effekt können wir bei Polarkreis 18 beobachten, deren Allein Allein nach der Performance durch Daniel Schumacher von der 31 nochmal auf die 21 steigt.
Außerdem steigt Ne-Yo mit Closer noch einmal ein auf Platz 64, Interpret bei DSDS war Benny Kickhäben, und Ich + Ich mit Stark auf der 79 (höchste Platzierung seit September 2008), zweiter Beitrag von Dominik Büchele.

Mal abgesehen von den TV-infizierten "Oldies" gibt es im moment nicht viel Taufrisches. Neu in der aktuellen Chartliste unter den ersten 20 ist nur ein Titel - und der ist auch kein Überraschungsdurchstarter. The All-American Rejects steigen mit Gives You Hell in ihrer zweiten Woche zwei Plätze von der 21 auf die 19. Sie profitieren eindeutig vom ausbleibenden Druck der Neuerscheinungen.

Die beste neue Veröffentlichung, welche sich platzieren kann ist das Duett von Jason Mraz and Colbie Caillat. Seit Anfang April gibt es Lucky als Download - hier also ganz modernes Marketing wie in den großen Musiknationen: mal die Digitalveröffentlichung vorher terminieren und anhand der Platzierung entscheiden, was noch getan werden muss an Werbung, Vermarktung ... Den zweiten Schritt hat dann Warner nicht ganz so ernst genommen, denn die Download-Single allein hat es ja nicht zu bemerkbaren Verkäufen gebracht. Offensichtlich ist die Zielgruppe etwas konservativer. Oder die Gitarren-Ballade ist eben nichts was auf dem iPod funktioniert. Mit Erscheinen der realen CD schafft es nun der Titel und damit die dritte Auskopplung aus dem Album We Sing, We Dance, We Steal Things auf Platz 22 in die Charts. Lange Zeit sah es ja so aus, als bliebe Jason Mraz ein One-Hit-Wonder. I'm Yours war so erfolgreich und überpräsent, dass sich die Nachfolgesingle Make It Mine nur ganz knapp eine Woche lang auf die 100 hangeln konnte. Aber erinnert sich noch jemand an den Song? Nun ist alles anders. Mit dem Duett etabliert sich Jason Mraz nun wohl endgültig als erfolgreicher und massenkompatibler Songschreiber. I'm Yours geht dann auch gleich noch mal als Re-Entry auf der 96 in die Liste. Es dürfte spannend werden, wie er sich mit kommendem Material durchsetzt.
Für Colbie Caillat, den amerikanischen mySpace-Star ist Lucky der vierte Titel unter ihrer Mitwirkung, der sich in bedeutender Anzahl verkauft. Ihren größten Hit hatte sie mit ihrem Chartdebüt Bubble Ende 2007, der es sogar bis in die Top 10 schaffte und auch heute noch überall immer mal wieder zu hören ist. Danach wurde sie offenbar ganz gern als Duettpartnerin angefragt, wahrscheinlich war ihr durch mySpace wesentlich beeinflusster Erfolg modern und aufmerksamkeitsversprechend genug. Wir erinnern uns an die Kollaboration mit Schiller im Herbst - damals ein Top 20-Hit. Und nun geht es also nahtlos weiter mit Jason Mraz. Für Colbie Caillat scheint sich da also eine Karriere an der Seite erfolgreicher Herren anzubahnen ...

10 Plätze nach oben gehts für die Plain White T's, die mit 1 2 3 4 in ihrer siebten Chartwoche von 37 auf die 27 steigen und damit für diesen Titel einen neuen Höchststand einfahren. Was genau diese Bewegung verursacht hat, ist mir hier aber nicht klar, außer dass der Titel nach wie vor schön, ruhig und eingängig ist. Eventuell entpuppt er sich als klassischer Spätzünder und klettert nun ganz langsam nach oben, um der Band ihren zweiten Top 20 Hit zu bescheren. Wie gesagt, wodurch die Popularität plötzlich steigt, kann ich nicht sagen.

Vor drei Wochen hatte ich Gelegenheit mich über den deutschen Aggro-Rap auszulassen, besonders über den Zwist Sido und Fler, der ja angeblich wieder beigelegt wurde. Und ich würde sagen, hier kommt Friedenspfeife Nr. 2, denn Aggro veröffentlicht in Relordzeit die nächste Fler-Single Ich sing nicht mehr für dich, welche der Rapper im Duett mit Sido-Freundin Doreen aufgenommen hat. Nun dürft ihr von dieser Konstellation denken was ihr wollt, Fakt ist, dass der Titel ziemlich sanft klingt, Fler gibt den weichen, schuldbewussten Typen, der aber trotzdem nicht anders kann als Macho sein, Doreen dagegen kommt viel cooler daher, klingt allerdings irgendwie auch nach Cassandra Steen. Mein Geschmack ist das immer noch nicht, aber die Fangemeinde mag es und hievt die Single auf Platz 33. Fler kehrt damit nach über einem Jahr Pause wieder in die obere Charthälfte zurück. Doreen steht damit in diesem Jahr bereits zum zweiten mal an der Seite eines Rappers und kann sich bis ans obere Drittel herankämpfen. Könnte man jetzt fragen: wem nutzt diese Zusammenarbeit eigentlich mehr?

Nutznießer bei Zusammenarbeiten ist ohnehin ein langes Thema. Da verhalf doch Akon dem wesentlich unbekannten Kardinal Offishall durch sein Mitwirken auf Dangerous im Herbst zu einem waschechten Top 20-Hit. Aber komischerweise lief es mit den eigenen Veröffentlichungen aus seinem Album Freedom dagegen überhaupt nicht gut. Aber nun wurde das Duett umgekehrt und dazu noch der gerade durch Lady GaGa ordentlich ins Rampenlicht gerückte Colby O'Donis dazu genommen und schon geht's wieder hoch in der Aufmerksamkeitsskala. Akon featuring Kardinal Offishall & Colby O'Donis schaffen in der ersten Woche nach Erscheinen der Single Beautiful den Einstieg auf Platz 34. Der Titel selber, gewohnter Sound, nichts unerwartet Neues oder Verunsicherndes. Und daher kommt dann wohl auch die "durchschnittliche" Platzierung. Alle drei waren schon höher notiert. Manchmal reichen eben clevere Kombinationen von Stars allein nicht ganz aus.

Newcomer of the Week ist für diese Woche die amerikanische Band Shinedown. Seit 2001 existiert die Band, im Herbst veröffentlichten sie mit The Sound Of Madness ihr drittes Album. Aus diesem stammt auch Second Chance, die aktuelle Single, die in dieser Woche den Einstieg auf Platz 53 schafft. Auch hier gibt es einen TV-Link dazu (ohne solchen geht offensichtlich fast nichts mehr): der Titel wurde als Hintergrund für die Promo-Trailer zu Terminator - The Sarah Connor Chronicles benutzt. Lief/läuft auf Pro7.

Newcomer Nr. 2 hat eine ganz ähnliche Geschichte: My Excellence kommen aus Wien und landen mit The End Of Days auf Platz 73 nachdem der Song als Kampagnenmusik für die neue Staffel Ghostwhisperer auf Kabel 1 diente.

Noch einmal zurück zum Thema TV und Castingshows. Das Deutschland sucht den Superstar die deutschen Charts beeinflusst, ist deutlich und auch nicht verwunderlich. Schwieriger wird es da mit den Varianten aus Großbritannien und den USA. Ok - Leona Lewis (Idols-Gewinnerin 2007 in GB) hat letztes Jahr ordentlich durchstarten können, aber wer von den amerikanischen Gewinnern ist denn außer Kelly Clarkson hier erfolgreich? Seit letztem Jahr könnte man Jordin Sparks an dieser Stelle nennen. Sie gewann 2007 den Ausscheid, aber in Deutschland tat man sich sehr schwer mit der Vermarktung. Da musste erst ein Duett mit Chris Brown her, welches dann auch ordentlichen Erfolg hatte, ehe die Plattenfirma sich traute, auch Tattoo als Single zu veröffentlichen. Das war vor gut einem Jahr und nun - der Name Jordin Sparks ist fast schon vergessen - steht One Step At A Time in den Regalen. Auch das wieder eine sehr auf den amerikanischen Markt hin produzierte Nummer, gefällig und gefühlsselig. Zusammen mit der etwas seltsamen Veröffentlichungspolitik ergibt das einen Chartstart auf Platz 55. Meine Prognose: mehr wird das auch nicht und vielleicht ist diese dritte Single von Jordin Sparks das letzte was wir hierzulande von ihr zu hören bekommen.

Ein Projekt, welches nach drei Charthits in den Jahren 2001/2002 bereits vergessen schien, ist das Hamburger Elektro-Pop-Trio SONO. Mit Keep Contorol konnten sie Anfang des Jahrtausends einen guten Clubhit landen, der in den USA zum Dance Club Play Track Nr. 1 gewählt wurde. In Deutschland reichte es für Platz 51 in den media control-Charts. Jetzt, 8 Jahre danach kehren SONO zurück. Im Sommer soll ein neues Album erscheinen, derweil gibt es ihren Hit von 2001 in überarbeiteter Fassung unter dem Titel Keep Control Plus. Seit 10. März soll der Track bei Kontor zu haben sein, angeblich existiert auch eine CD-Variante. Auf den Mainstream-Portalen wird allerdings lediglich die Digitalsingle angeboten mit Remixen von Fedde le Grand, Gregor Salto und Motopark. Mit Vertrieb der Files durch Universal steigt der Track auf Platz 77 ein.

Zurückgekehrt in die Liste der meistverkauften Titel ist September mit ihrem Burner Cry For You. Auf Platz 91 verbringt sie nach drei Monaten Pause eine 15. Woche und irgendwie hat ihr Track immer noch jede Menge Schmelz, der mich gern mitwippen lässt.
Das Spielchen mit dem Rein und Raus beherrscht auch Eric Prydz, nach einer Woche Pause ist Pjanoo auf der 98 mal wieder notiert.
Und auf der 100 steht nach etwa einem halben Jahr Pause auch wieder P!nk mit Dear Mr. President in der Liste. Wahrscheinlich ist das aber irgendwie ein Massenirrtum, denn nach DSDS müsste Nobody Knows hier stehen. Ach ... auf nichts ist Verlass!

Meine Lieblingsveröffentlichung in dieser Woche - und eigentlich hätte ich sie ganz zu Anfang gleich abhandeln sollen - ist die zweite Single der Ting Tings. Ich habe mich ohnehin schon ewig gewundert, warum da nach That's Not My Name nichts mehr kommt. Da waren die Herren und Damen bei Columbia / Sony BMG wieder einmal enorm vorsichtig. Bereits vor fast einem ganzen Jahr stand Shut Up And Let Me Go in den britischen Top 10. Warum es so lange gedauert hat mit der Veröffentlichung auf dem deutschen Markt, ich weiß es nicht. Solltet ihr jemanden kennen, der mir auf solche Fragen mal Antwort geben kann, bitte reicht ihm meine Adresse weiter. Nun also, mit Monaten Verspätung ist Shut Up And Let Me Go da und kann sich (leider nur) auf Platz 94 in die Charts schmuggeln. An dieser Stelle noch mal mein Statement: Ich halte die Ting Tings für eine der heißesten Bands derzeit. Basta!

Charts vom 14. November 2008

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Unverändert in dieser Woche bleibt die Top 5, die oberen 4 stehen sogar schon das dritte mal in der gleichen Reihenfolge. Ruhe vor dem Sturm? In Großbritannien gab es in dieser Woche bereits den großen Diven-Wettbewerb zwischen Britney Spears, Christina Aguilera, Beyonce Knowles und Leona Lewis. Letztgenannte bringt es bereits in dieser Woche in Deutschland zu Chartehren. Aber dazu später.

Zunächst mal noch ein Wort zur alten und neuen 1. Polarkreis 18 sind also mit „Allein Allein“ in der dritten Woche ganz oben und bilden mit den Vorgängern von P!nk (aktuell weiter die 2) und Katy Perry (von 7 auf 11) eine schöne Serie. Anfang des Jahres gab es bereits eine ähnliche Situation, allerdings waren da die Spitzenreiter noch wesentlich ausdauernder: Timbaland und OneRepublic blieben 8 Wochen ungeschlagen, gefolgt von Leona Lewis' Debüt „Bleeding Love“, die sich 4 Wochen behaupten konnte, ehe sie von Schnuffels „Kuschel Song“ vertrieben wurde, der wieder 8 Wochen Deutschlands liebstes Lied sein sollte. Übrigens ist der „Kuschel Song“ auch der letzte deutschsprachige Titel an der Spitze gewesen, der sich mindestens 3 Wochen halten konnte. Die letzte deutsche Produktion mit diesem Ergebnis kam von Mark Medlock, der Ende Mai mit „Summer Love“ genau drei Wochen auf der 1 stand.
Genug der Rückschau ... was tut sich aktuell in der Liste?

Der höchste Neuzugang bringt uns auf Platz 6 Nickelback zurück, nachdem die Rocker aus Kanada zuletzt im Mai nochmal kurz für eine Woche mit „Rockstar“ platziert waren. Mit „Gotta Be Somebody“ kündigen sie ihr neues Album „Dark Horse“ an, welches genau jetzt – also am 14.11. – erscheint. Und die Zeichen sehen sehr gut aus, denn mit Platz 6 gelingt ihnen nach 7 Jahren mit einem zweiten Titel der Sprung in die Top 10. Lediglich ihr Durchbruch „How You Remind Me“ hatte es höher geschafft und war bis auf die 3 vorgestoßen. In der Zwischenzeit waren neun weitere Titel platziert, alle bis auf einen („Photograph“ im Jahr 2005; Platz 18) verfehlten aber die Top 20.

Ebenfalls momentan absolut im Aufwind befindet sich Kanye West, der sich mit seiner neuen Single „Love Lockdown“ erstmals als Hauptact unter die ersten 10 schieben kann. Bisher hatte er es lediglich zweimal bis zur 17 geschafft: „Stronger“ in (ungenannter) Kollaboration mit Daft Punk schaffte es im letzten Jahr, „Homecoming“ mit Chris Martin von Coldplay (aktuell wieder drin auf der 94) war dort im Frühsommer notiert. Natürlich hat Kanye West an der Seite von Estelle mit „American Boy“ in diesem Jahr auch schon die Top 5 besucht. Vielleicht hat es genau dieser Titel bewirkt, dass er nun auch mit seinen eigenen Produktionen massenkompatibel geworden ist. Oder es liegt daran, dass er auf „Love Lockdown“ auf den Rap verzichtet und tatsächlich als Sänger agiert. Der Titel ist auf jeden Fall nicht auf Anhieb eingängig, der Einsatz des Vocoders (in Amerika gerade das Non plus Ultra für alle Produktionen) ist auch nicht unbedingt, was den Titel zum Ohrwurm machen würde. Ziehen wir allerdings in Betracht, dass „Love Lockdown“ bisher nur als Trendsingle zu haben war und erst seit heute als reguläre 2-Track-Single angeboten wird, dann könnte da noch einiges an Potenzial drin stecken und Rang 8 war noch nicht alles.

Eine kleine Überraschung steht neu auf der 10. Stefanie Heinzmann, Anfang des Jahres bei Stefan Raab entdeckt und mit "My Man Is A Mean Man" ganze sechs Monate in der Liste notiert, legt mit "The Unforgiven" ordentlich nach. Seit ihrem Debüt, welches bis zur 3 klettern konnte, nahm der Erfolg ihrer Veröffentlichungen kontinuierlich ab: "Like A Bullet" brachte es immerhin bis zur 29 und ausdauerndem Radio-Airplay, "Revolution" dagegen versandete relativ unscheinbar auf der 47. Nun holt sie mit neuem Material also zum nächsten Streich aus. Der Titel ist bislang nirgendwo erhältlich, wird aber auf der gerade erscheinenden Deluxe-Edition ihrer CD "Masterplan" erscheinen. Momentan grassiert ja die Manie, Erfolgsalben in einer aufgemotzten Variante erneut aufzulegen. Egal wieviel Bonus-Material da auch nachgeliefert wird, es bleibt bei genauer Betrachtung eine von der Industrie clever eingefädelte Abzockerei. Schließlich kann man das Album von vor 9 Monaten, für welches man auch schon zwischen 15-18 EUR hingelegt hat, mit der Deluxe-Edition wertlos in die Tonne schmeißen.
Zum Titel selber: Die Wahl, einen Metallica-Track von ihrem schwarzen Album 1991 zu covern ist ziemlich ungewöhnlich. "The Unforgiven" brachte es als zweite in Deutschland platzierte Single Ende 1991 auf Platz 47. Stefanie Heinzmann macht aus dem Rockstück nun doch einen etwas sehr gemäßigten Popsong. Das ist schade, denn auch sie hat ja das Zeug zu wesentlich mehr Rock. Als mitsingbare Popnummer funktioniert die Version wiederum. Und so werden vermutlich Metallica-Fans Frau Heinzmann eher auf ihre Blacklist stellen, währen alle anderen sehr gut mit dem neuen Werk etwas anfangen können.

Auf der 15 kommen wir nun zu einer der oben bereits erwähnten Diven. Auch Leona Lewis wird in Kürze ihr Erfolgs-Album "Spirit" in einer Deluxe-edition wiederveröffentlichen. Darauf neu enthalten der Titel "Forgive Me", den es vorab schonmal als Single zu haben gibt. Nach "Bleeding Love" und dem Nr.2-Hit "Better In Time" klingt der neue Titel allerdings eher gewöhnlich. Die beiden Vorgänger hatten eine mitreißende Intensität, "Forgive Me" setzt dagegen auf gefällige Altbekanntheit. Der Track könnte genauso auch von jeder beliebigen anderen Sängerin interpretiert werden. Ich denke, das für 2009 angekündigte, neue Album wird da sicher mehr zu bieten haben.
By the way: Auf der 85 kehrt Leona Lewis mit "Bleeding Love" nach dreimonatiger Zwangspause wieder zurück und hat jetzt 9 Wochen lang bedingungslos die Möglichkeit sich zu platzieren. insgesamt bereits die 29. Woche dabei.


Wenn wir bei Wiederveröffentlichungen und Deluxe-Editionen sind, dann gebührt Schiller wohl eine besondere Nennung. Sein Album "Sehnsucht", erstmals erschienen im Februar, gibt es mittlerweile in einer vierten Version. Wer soll da noch durchsehen? Auf der neuesten Variante befindet sich jedenfalls auch die Zusammenarbeit mit Colbie Caillat, schlicht und einfach betitelt "You". Das Stück ist eine elektronisch untermalte Ballade, nichts was sehr wehtun würde und auch nicht weiter auffällt. Für Schiller ist es der insgesamt vierte Titel, der es unter die besten 20 schafft, bislang nahtlos an den Erfolg des Vorgängers "Time For Dreams" mit Lang Lang aus dem September anknüpfend. MySpace-Star Colbie Caillat ist mit "You" zum dritten mal in den deutschen Charts notiert.

Auch in dieser Woche gibt es wieder einen TV-Effekt zu beobachten. Besonders daran ist, dass es mal wieder Maria Mena trifft, die von Interpretationen anderer Talente profitiert. Vor zwei Wochen waren es zwei Kandidatinnen aus Popstars – Just 4 Girls, die "Just Hold Me" vortrugen und das Original bis auf die 37 brachten. In dieser Woche ist es die elfjährige Lena Fink, die in der Show "Supertalent" ebenfalls "Just Hold Me" wählte und prompt schnellen die Verkaufszahlen hoch und Maria Mena springt wieder von der 64 auf die 29.

1985, als die Neue Deutsche Welle endgültiig in Schlager-Gewässer abgedriftet war, gab es ein kleines, romatisches Liedchen, dass im Radio zwar recht häufig zu hören war, aber kommerziell eher durchfiel: "Amsterdam" gesungen von einer Band namens Cora. Ursprünglich war das Song von den beiden Damen hinter Cora für Juliane Werding geschrieben worden. Diese hatte es aber abgelehnt und so nahmen sie es selber auf. Viel mehr hörte man von den Damen dann nicht, bis sie sich 2003 zu einem Comeback entschlossen, unter anderem auch "Amsterdam" einem Remix unterzogen und so endlich doch noch in die Charts Einzug halten konnten. Immerhin Rang 67 wurde verbucht, ob die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2003/04 für eine Platzierung 1985 gereicht hätten, ist ohnehin fragwürdig.
Mittlerweile schreiben wir 2008 und die Mallorca-Karneval-Apreski-Welle hat sich als eigenes Genre definiert, in dem alles was irgendwie geht verramscht werden darf. Und so schnappte sich Schauspieler und Schlagersänger Axel Fischer das Original, ließ einen ordentlichen Kracherbeat unter seinen Sprechgesang legen und drehte ein einfältiges Video. Fertig ist der Hit. Mit Einstieg auf der 38 ist Axel Fischer nahe an seinem bislang größten Erfolg, dem Titelsong aus der "Abschlussklasse 2006" "Mädchen, mach dich frei", dran. Dieser schaffte es 2005 auf die 36.

Klee aus Köln legen mit "Berge versetzen" den Titelsong ihres aktuellen Albums die zweite Auskopplung vor. Es reicht trotz beigelegtem Poster aber nur für Platz 56.
Zum zweiten mal in den Charts ist Kat DeLuna mit "Run The Show". Platz 72 für die rhythmische Nummer mit featured artist Busta Rhymes geht wohl mehr als in Ordnung.
Auf der 75 gibt es ein Wiederhören mit .... ich gebe zu, ich wusste nicht, dass es sie noch gibt ... Doro. Die sich selbst als Queen of Heavy Metall bezeichnende Sängerin ist mit "Celebrate – The Nght Of The Warlock" zum fünften mal in den deutschen Singlecharts vertreten. In Spanien und Japan dagegen wird sie sogar in den Top 10 notiert.
Weiter gehts auf den unteren Plätzen mit Platz 83. Dort rutschen Keane mit "Spiralling" in die Charts. Der Titel klingt sofort vertraut, im ersten Moment denkt man: The Killers??? Warum der Track nicht schon längst und schon viel höher in der Liste steht, ist mir ein Rätsel. Die Single gibt es seit August, das Album seit Anfang Oktober, im Radio läufts auch dauernd ... Da musste also jetzt erst der Tourstart in Köln her, bis es mit einer Platzierung geklappt hat.

Für die 96 möchte ich hier mal einen eigenen kleinen Absatz einrichten. Dort gibt nämlich (endlich!) M.I.A. ihr Chart-Debüt. Hier in deutschland gibt es ja immer ein bisschen die Verwechslungsgefahr mit Mia. Aber nicht, wenn man auch nur eine Note der englisch-amerikanischen Sängerin mit Wurzeln in Sri Lanka gehört hat. Seit 2004 macht sie Musik, eine Mischung aus HipHop, Elektro und Ethno-Pop. "Paper Planes" von ihrem dritten Album "Kala" brachte ihr in den USA den Durchbruch. Bis Platz 4 ging es dort, die Briten brachten sie immerhin noch auf Rang 19. Hier in Deutschland hat sich bislang kein Label gefunden, welches "Paper Planes" veröffentlichen will und das ist mal schlichtweg beschämend. Angeblich sind die Revolverschüsse, die in dem Song verwendet werden zu verunsichernd, jedenfalls soll MTV dieselben durch ein anderes Soundsample ersetzt haben ... Schwachsinnige Idee! An dieser Stelle der Aufruf: Geht hin und holt euch dieses Stück, egal ob legal als Download oder wie auch immer. Eine eingängigere M.I.A. gab es nie.

Letzter Neuzugang auf der 99 ist Pulsedriver mit "Youth Of The Nation", einer Trance-Version des Hits von P.O.D. und seit gut drei Jahren Neues Material vom DJ. Das Original brachte es 2002 bis auf Platz 5.
Und zu guter Letzt noch die Rückkehrer:
88 Ich + Ich "Vom selben Stern" - mal wieder nach drei Monaten Zwangspause dabei und weiterhin nicht tot zu kriegen: 48. Woche.
97 Udo Lindenberg feat. Jan Delay "Ganz anders" - siehe oben, allerdings erst Woche 10.
98 P!nk "Dear Mr. President" - sowieso immer ein Dauerbrenner, auch nach der Wahl in USA: Woche 34.