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2nd of May 2014:

Still it is Rather Be by Clean Bandit Featuring Jess Glynne that sits pretty at Nr.1 in Germany. It is already the fourth week for that track. Well–the top is very calm. And so are the ranks 2, 3 and 4.

The track bringing some change in the list is Budapest by British new comer George Ezra. After his song is released on CD the track shoots 12–5 in its 9th chart week. It is so far the second highest peak worldwide for the song. Only the Dutch charts report a current number 3.

Three places below the highest new entry comes in. It is the new single by Mando Diao Black Saturday that anounces the new album Aelita. It is the second Top 10 single in Germany for the Swedish band and its first chart entry since four years (of course the chart success for Caligola ain’t included).

Two German acts are jumping directly into the Top 20. And they together stand for the sound currently very successful in Germany. The first one comes in at number 10 and it is the third prerelease for Kollegah's upcoming album King. This week the title trackenters the list as the highest track Kollegah ever had launched in the single's charts. It really seems that he is the new king of German gangsta rap. His both predecessors Alpha and AKs im Wandschrank also made it up in the list climbing 30 places each.
The second new German song comes in at number 18. After its release as a full digital track She Moves - Far Away jumps from number 70. DJ Alle Farben is the latest of deep house inspired producers who make their luck on that sound invading the music scene since few months.

Casting Show Battle
The question is: Which one is the casting show with most influence. Usually one refers to the TV rates which sees Deutschland sucht den Superstar (DSDS) at number 1. But hard on the heels The Voice Kids follows. Both emerge around 3 Mio. viewers every show aired. But what do TV rates really mean for highly commercial products? What do they mean if the sales of music do not correspond with the rates. That's the question raised against DSDS. RTL so far answers: it doesn't matter anything – there will be a season 2015 for sure. Meanwhile the market celebrates The Voice Kids as the more attractive show. This week a song returns to the list that already had a very proper chart career. Strong by London Grammar spend 23 weeks inside the charts since November 2013 peaking at number 33. On April 18th Saphira, Carlo & Hanna performed the song and propelled it back to the list–up to number 28. This late peak makes the song the slowest burner of 2014 so far–and compared to past three years it is a slow burner indeed. One or two tracks per year did take a similar time. Of course Paul & Fritz Kalkbrenner's Sky And Sand are the far and away the longest sleeping hit peaking in its 83rd chart week in November 2011.


Still on the rise the American Authors can reach the Top 50 with their Best Day Of My Life. The remix by Just A Gent counts in the next chart issue. The full release of the CD single follows May 9th.
It took John Newman's current single Losing Sleep also a while for catching fire and becoming hit status. This week the song rises 82–57 although it is available for more than a month.


Nicht viel Neues: Cinema Bizarre, Chairlift, Village Boys

OK Leute – versuchen wir den Laden zu rocken auch in der neuen Situation. MTV veröffentlicht die Top100 nicht mehr, bei VIVA hapert es auch grad ein bisschen ... schauen wir was wir mit der neuen Informationslage noch anfangen können. Also zum Beispiel könnten wir uns ja mehr auf andere Auswertungen berufen ...

Die Spitzengruppe habe ich bereits am Freitag abgehandelt ... das wird vermutlich auch so bleiben, denn media control gibt ja bereits dienstags eine Pressemitteilung mit den höchsten Neuzugängen samt oberen Platzierungen bekannt. Was gibt es sonst noch Neues auf dem CD-Markt (und damit auch in den Charts)?

Da meldet sich doch tatsächlich eine Band zurück, die jetzt mehr als ein Jahr lang nichts Neues von sich hat hören lassen. Da waren eventuell einige schon der Meinung: hier kommt nichts mehr. Aber das ist ein Irrtum. Cinema Bizarre leben noch und wenn ich mir ihre neue Single I Came 2 Party anhöre, dann muss ich sagen: Cinema Bizarre rocken sogar noch ordentlich. Und damit die Sache auch wirklich nicht schief geht, sind sie für I Came 2 Party eine fast erfolgssichere Kollaboration mit Space Cowboy eingegangen. Der Name sagt den meisten wahrscheinlich nicht viel, aber vielleicht der Sound. Denn die neue Cinema Bizarre klingt sehr stylish, fast möchte ich sagen gagaesk ... tja und das ist natürlich kein Zufall, denn Space Cowboy hat laut wikipedia ein paar knackige Remixe für Lady GaGa geliefert. Und da kann ich jetzt nur gestehen: das funzt auch ordentlich bei Cinema Bizarre. Mir gefällt sehr der GlamRock-Anklang, der ins Heute transportiert wurde. Ein wenig irritierend find ich die Autotune/Vocoder-Lyrics. Die find ich bisschen zu viel an Effekt. Und wenn wir schon beim wünschen sind: den Gesang würd ich mir jetzt auch noch ein bisschen abgefuckter oder knarziger wünschen. Alles in allem macht diese neue Single durchaus Lust, zumindest mal in das neue Album ToyZ reinzuhören. Erschienen ist es gerade jetzt. Die Single steigt als zweithöchster Neuzugang auf der 32 ein und ist rein statistisch der bestplatzierte Titel der Band nach ihrem Debüt Lovesongs (They Kill Me), welches 2007 in Deutschland bis zum Platz 9 emporschoss.

Das waren sie dann auch schon, die wirklich spektakulären und kommerziell relevanten CD-Veröffentlichungen. Und weil sich an neuem Material nicht wirklich so viel Bewegendes tut, ergreife ich hier mal wieder die Chance auf einen Langzeithit hinzuweisen. Da schleicht sich nämlich ganz knapp auf Platz 46 noch einmal Mando Diao unter die ersten 50. Die vergangenen zwei Wochen stand Dance With Somebody auf Platz 51 und das hätte nach offiziellem Chart-Reglement das Aus in dieser Woche bedeutet, wenn nicht – und genau das ist passiert – eine Platzierung innerhalb der Top 50 durch Umsätze erreicht würde. Nun also steht Dance With Somebody eine 31. Woche in der Liste, das ist nach Haus am See von Peter Fox der längste ununterbrochene Chartaufenthalt bisher in diesem Jahr. Und mindestens zwei weitere Wochen sind jetzt ganz regulär ohnehin schon vorprogrammiert.

Auch schon ein wenig älter – zumindest was vor dem Hintergrund der Verkaufscharts als alt gilt – ist die letzte Veröffentlichung von Mark ’Oh. Nachdem ich vor zwei Wochen ordentlich über United abgelästert habe, muss ich nun mit ziemlichem Erstaunen feststellen, dass sich das Ding wachsender Beliebtheit erfreut. Was genau so faszinierend an der Neuinterpretation des Hits von 1994 ist, weiß ich immer noch nicht. Ok – ein paar der Remixe funktionieren ganz gut für den Tanz der Nacht, unsäglich find ich immer noch die Gospel-Einlage, auch wenn sie aus dem Original –Nr.1-Hit von Prince Ital Joe & Marky Mark stammt. Ich brauch definitiv kein 90er Revival.
Lustigerweise findet sich United auch in keiner wirklich relevanten Dance-Hitliste. Irgendwie ein Phänomen. Ich tippe mal, dass die Käufergruppe noch zu jung ist, um Parties und Discos zu besuchen. Dafür allerdings ist der Chartauftritt ungewöhnlich. Kids rennen eigen tlich immer gleich beim Erscheinen der CD in den Laden und kaufen sich das Ding. Und danach geht’s schnell abwärts. Hier also ein Phänomen: United steigt in seiner dritten Chartwoche von der 64 auf die 49 und beschert Mark ’Oh seine höchste Chartplatzierung seit 2004. Ich staune!

Die physische CD ist auf dem Rückzug? Vielleicht noch nicht ganz, denn auch für Chairlift ist noch eine Single-Veröffentlichung angekündigt. Bekanntheit erlangte ihr Song Bruise allerdings vor allem durch den Einsatz als Werbespot-Soundtrack für den iPod Nano im vergangenen Herbst. Damals erschien auch ihr Album Does You Inspire You, zumindest in den USA. In Europa hat es einen Moment länger gedauert, dann nahm Columbia/Sony die Band aus New York in ihr Repertoire auf. Das Album erschien noch einmal in überarbeiteter Version und plötzlich ist auch Bruise wieder aktuell und erhält ein offizielles Video. Was nun aber die Käuferinnen aktuell dazu treibt, sich Bruise auf ihren iPod zu laden, das kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht ist es ja auch das ganz natürliche, langsame Wachsen einer Nachfrage. Der Einstieg in die Chartliste auf 81 ist ja nun auch nicht so ein wahnsinnig riesiger Sprung. Zur Musik vielleicht noch ein Wort. Da wird ganz viel drüber geschrieben, dass Chairlift in einen Topf gehören mit MGMT und Empire Of The Sun ... naja, vielleicht sind sie da ein wenig verwandt weil sie ein ähnliches Instrumentarium verwenden. Ich finde aber Chairlift viel eher in der Singer-/Songwriter-Ecke zu Hause. Das Ganze klingt mir doch etwas zu poetisch-romantisierend ... das sind MGMT auf ihre Art vielleicht auch, aber da gibt es mehr Brüche, die ich bei Chairlift eindeutig vermisse.

Und wenn wir Empire Of The Sun und MGMT schon mal anführen, die beiden Bands sind derzeit nicht nur ganz gut präsent auf allen möglichen hippen Frequenzen, sie sind auch im Verkauf (und dort mit Sicherheit vor allem im Downloadbereich) immer wieder und immer noch erfolgreich. Empire Of The Sun lieferten kürzlich (am 22. Juli) zur längsten Sonnenfinsternis des 21. Jahrhundertseinen exklusiven Online Event. Weiß nicht, wieviele Menschen das in Europa und Deutschland mit verfolgt haben. Und sicher hat dieser Auftritt auch gar nichts damit zu tun, dass We Are The People just in dieser Woche wieder in den deutschen Charts steht. Nämlich auf der 82. Und – das ist ein wenig verwunderlich – erst in der achten notierten Woche. Hmm.

Auf eine etwas längere Chartkarriere können dagegen MGMT zurück blicken. Kids befindet sich seit Ende letzten Jahres immer wieder mal in den Charts. Es ist der weitaus erfolgreichste Titel der Band und dieses ist Chartaufenthalt Nummer drei nach der dreimonatigen Zwangspause. Platz 83 gibt es in dieser Woche und das ist bereits die zwanzigste, in welcher der Titel notiert wird.

Was ist noch an modernen Klassikern bzw. Dauerbrennern wieder dabei? Zum Beispiel der Nr.1-Hit des letzten Sommers All Summer Long von Kid Rock. Auch dieser Titel hatte drei Monaten verordnete Pause, verkauft sich aber immer noch in ausreichendem Maße, so dass er jetzt wieder auf der 85 gelistet wird. Ein bisschen ist mir dieser anhaltende Umsatz auch ein Rätsel: Wer bitte hat den diesen Titel nicht schon auf seinem Player? Aber das sind eben die Geheimnisse des Long Tails ... All Summer Long sammelt in seinem dritten Chartaufenthalt eine 47. Woche ein. Ordentlich.

Rein raus, rein raus … so geht es bei Die Ärzte. Lasse redn, der Titel, der mit 37 Chartwochen der am häufigsten notierte der Ärzte ist, steht in dieser Woche zum sechsten Mal in der Auflistung der Neu- bzw. Wiedereinsteiger. Platz 94 wird vermerkt.

In ihrer 52. Woche stehen derzeit Ida Corr vs. Fedde le Grand. Let Me Think About It ist wohl auch so etwas wie ein Partyklassiker. In dieser Woche wieder dabei auf der 96.

Und der letzte Wiedereinsteiger fügt seiner Bilanz noch eine neunte Woche hinzu, und das freut mich besonders, denn Auflösen ist für mich eines der schönsten Lieder von Den Toten Hosen. Und eines der schönsten Liebeslieder derzeit ist es auch. Platz 98 und sehr sehr schade, dass dies die letzte Notierung sein wird.

So – und wenn ich weiter oben behauptet habe, da gäbe es keine CD-Neuveröffentlichungen mehr, dann habe ich natürlich absichtlich gelogen. Allerdings ist alles, was da noch so am Start ist, eindeutig Nischenmusik. Zum Beispiel die Village Boys. Das ist die aktuelle Boy-Casting-Group für Schwule. Zusammengestellt wurde sie vom Fernsehsender TIMM auf den verschiedenen CSD-Umzügen in Deutschland. Herausgekommen ist eine Neuversion der Village People, nur in ultrajung. Die Boys sind alle zwischen 20 und 30 Jahre alt, sehen genauso aus, ziemlich glattgeleckt, und kostümieren sich in der Tradition des Vorbilds aus den 70ern als Motorrad-Leder-Biker, Feuerwehrmann, Matrose, Polizist etc. Hmm – an dem Projekt kann man sicher gut finden, dass die Homos sich offensichtlich mehr und mehr in der Gesellschaft etablieren und auch mit den schlimmsten Projekten gut ankommen. Grässlich ist allerdings, dass die Band nur dumme Klischees wiedergibt – und da meine ich gar nicht die Männlichkeitsrollen von Bauarbeiter bis Cowboy – sondern das: Schwule sind nicht alle glattrasiert, feminin und unter 30. Da gibt es ganz andere. Und vor allem auch viele, die die Unrasierten mögen (an dieser Stelle empfehle ich mal einen Ausflug in eine x-beliebige Schwulenbar: der Vollbart ist da gerade ein Must Have). Aber gut, bei einem Casting kann nicht viel anderes rauskommen.
Ähnlich voraussehbar ist die Titelwahl. Auf wikipedia lässt sich die Geschichte finden, dass bei einer Abstimmung im Jahr 2008 unter den 50 schwulsten Liedern Kylie Minogues Better The Devil You Know auf Platz 7 landete. Und dieses Popstückchen hat man nun den Village Boys gegeben. Herausgekommen ist ein pompös-schwules Pop-Disco-Stückchen, nachdem sich garantiert sorgenfrei und anspruchslos feiern und tanzen lässt. Und da ist dann wieder das Problem. Kylie Minogue schaffte mit dem Original 1990 in Deutschland immerhin eine Platzierung auf der 24, in Großbritannien und Australien ging es sogar bis in die Top 5. Die Village Boys stehen mit ihrer bewusst sich abgrenzenden Inszenierung auf Platz 86. Da hatte selbst der erste Versuch einer schwulen Casting-Band im Jahr 2003 mehr Erfolg. Marilyn’s Boys konnten damals nämlich zwei Hits knapp unterhalb der Top 50 absetzen. Aber all das interessiert die Gay Community ohnehin nicht – let’s party boys!

17. April 2009

... und in dieser Woche geht es wieder zur Sache wie nur etwas. Und wie.
Meist erwartete Neuveröffentlichung und demzufolge auch bester Neuzugang sind Depeche Mode, die mit Wrong ihr nächstes Album Sound Of The Universe ankündigen. Die Single klingt gewohnt dunkel und reichlich kryptisch. Im weiteren Verlauf werden sogar deutlich Bezüge zum Sound der Band in den späten 80ern hörbar. James Masterton – mein Lieblings-Kommentator der britischen Liste - bezeichnete Depeche Mode anlässlich ihres neuesten Werkes als eine der wichtigsten unnützen Bands (oder so ähnlich), die eine ungeheure Fanschar besitzen, aber den Anschluss an neue Hörerinnen völlig verpassen und dadurch keine wirklichen Hits mehr landen können. Und auch als Verehrer der Band muss ich eingestehen: dem ist wohl so. Tolles Material, dass aber erst mit Veröffentlichung als CD auf Platz 2 schießen kann. Die wirklich relevanten Sounds steigen mindestens vor der Veröffentlichung als Download ein, um sich für mehrere Wochen an der Spitze zu platzieren. Bei Depeche Mode sah das in den letzten Jahren immer so aus: tolle erste Woche und dann ganz schneller Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Dazu kommt, dass die meisten Radiostationen die Neuveröffentlichungen der Bands doch nicht in die Playlist nehmen. Aber - wenigstens gibt es einen sehr zeitgemäßen BoyzNoize-Remix.
Zur Statistik: Wrong wird von media control als 46. Single der Band gezählt. Uneinigkeit bei der Zählung gibt es vor allem wegen der Remix-Veröffentlichung von Enjoy The Silence und den DMBox-Veröffentlichungen im Jahr 2004. Und so taucht mitunter auch die Zahl 43 als Anzahl von platzierten Titeln auf. Wie auch immer: Mit dieser Woche holen sie sich ihre 549. Woche in der Liste. Wrong ist der achte Titel der Band, der es auf Rang 2 schafft, dazu kommen mit People Are People (1984) und Dream On (2001) zwei Nr.1-Hits in Deutschland. 2001 war auch das Jahr, in dem Depeche Mode das letzte mal gelang zwei Titel hintereinander unter den ersten 3 zu platzieren. Mit Wrong folgend auf Martyr (2006) ist diese Situation wieder eingetreten. Mit insgesamt 24 Top10-Titeln ziehen Depeche Mode jetzt gleichauf mit Madonna (bei dieser Wertung wurde der Enjoy The Silence-Remix nicht als neuer Hit gezählt).

Die Veröffentlichung der neuen Depeche Mode-Single hat Lady GaGa allerdings nichts anhaben können. Poker Face sitzt eine sechste Woche bequem an der Spitze und zeigt sich allen Angriffen gewappnet. Mit dieser Woche 6 stellt Lady GaGa nun die Single, welche sich 2009 bisher am längsten ganz oben halten konnte. Die letzte Künstlerin, der dies gelang war Katy Perry mit Hot N Cold welches zum Jahreswechsel 8 Wochen den Thron innehatte. Für Lady GaGa zählt nun also jede Woche.
Für Just Dance geht es dagegen nun langsam nach unten, in dieser Woche (insgesamt die 31.) von der 14 auf die 20.

Steil aufwärts geht es momentan mit T.I.. Sein dritter offizieller Single-Release Dead And Gone steht als Neuzugang auf Position 7. Im September hatte er mit Whatever You Like seinen ersten Solo-Chartauftritt, der es aber nicht bis in die obere Charthälfte schaffte, dann kam Live Your Life mit Rihanna an der Seite, und da gings schon wesentlich höher: Position 12 war die Bestplatzierung. Nun hat T.I. Kumpel Justin Timberlake als Hilfe und prompt gehts unter die ersten 10. Für diesen hatte er vor gut 2,5 Jahren schon auf My Love ein paar Raps beigesteuert und so auch schon eine Position 4 im Gepäck. Dead And Gone ist somit der zweite Top 10-Hit des Rappers.

Justin Timberlake und Depeche Mode gehören in Deutschland auch zu den Dauergästen in der Spitzengruppe. Insgesamt 106 mal platzierten sich Depeche Mode schon unter den ersten 10, Justin Timberlake schaffte das gleiche als Solokünstler 59 mal; addiert man seine Hits mit ’N Sync sowie als ungenannter Künstler an der Seite von Rihanna dazu, kommt er auf 92 Wochen. Bis zu solchen Ergebnissen wird es bei Mando Diao wohl noch ein paar Jahre dauern. Erwähnenswert ist ihr steter Aufenthalt in den Top 10 mit Dance With Somebody dennoch. Bereits seit 13 Wochen werden sie in den Charts notiert, und seit 13 Wochen befinden sie sich auch unter den ersten 10. Das ist im Moment die Führung für das Jahr 2009 vor Katy Perry mit 12 Wochen. Und in der Verfolgergruppe befinden sich auch Silbermond, die mit Irgendwas bleibt auf Platz 5 (von der 3 fallend) bereits 11 Wochen gesammelt haben.

Ziemlich genau fünf Monate nach ihrer ersten Single aus dem I Am … Sasha Fierce-Album legt Beyoncé Auskopplung Nr. 2 nach. In Großbritannien konnte sich ja in der Zwischenzeit das großartige Single Ladies (Put A Ring On It), welches auf der deutschen CD-Variante enthalten war, als Nachfolge-Top 10-Titel etablieren. Und das durch reine Download-Verkäufe. In Deutschland funktioniert das ganz anders. Und so ist nun regulär Halo der Nachfolgehit, der sich auf Anhieb auf Platz 9 setzen kann. Damit feiert Beyoncé drei hintereinanderfolgende Top 10-Hits, denn vor If I Were A Boy lag ihr Nr.1-Titel Beautiful Liar.

Ebenfalls ihren dritten Top 10-Hit in Folge landen Rosenstolz. Sie sind in dieser Woche mit Blaue Flecken neu auf der 10 dabei. Insgesamt ist es der zehnte Titel, der es in diese Höhen schafft. Mit ihrer letzten Veröffentlichung Wie weit ist vorbei ging es allerdings nach einer ziemlich hohen Platzierung dann sehr schnell abwärts. Ob es dieses mal auch nur die Ultra-Fans waren, die sich schnell die CD zugelegt haben und danach der Andrang rasch abflaut?

Manchmal passiert es tatsächlich, dass eine Künstlerin einen mehr oder weniger großen Hit landet und dann verschwindet, in Vergessenheit gerät. Obwohl sie fleißig weiter veröffentlicht. Häufig geschieht das europäischen Künstlern, die nicht in englisch singen. In ihrer Heimat sind sie große Stars, aber schon im Nachbarland kennt sie kein Mensch. Und manchmal passiert es, dass eben solche Künstler dann nach endlosen Zeiten plötzlich doch wieder da sind. Für die meisten sind sie dann kleine Neuentdeckungen. So wie zum Beispiel die Italienerin Laura Pausini. Sie gewann 1993 mit 19 Jahren den Nachwuchspreis beim Festival in San Remo. Ein Jahr später trat sie schon im Hauptprogramm auf und konnte mit Non C’e sogar einen Charthit in Deutschland platzieren, der es immerhin bis Platz 76 brachte. Danach war sie in mehr oder weniger großen Abständen lediglich in den Albumcharts präsent. Nie wahnsinnig erfolgreich bis im letzten Jahr Primavera In Anticipo erschien. Aufmerksam erhielt dieses allerdings vor allem durch den Titeltrack, welchen Laura Pausini noch einmal in einem Duett mit James Blunt aufgenommen hat. Und diese Aufnahme kann sich nun auch in den Singlecharts durchsetzen. Platz 19 in der ersten Woche, für Laura Pausini die höchste Platzierung überhaupt und eine Rückkehr in die deutschen Charts nach 15 Jahren Pause. James Blunt kann mit diesem Duett seinen dritten Top 20-Hit landen. Bisher war er mit zwei Titeln (You’re Beautiful 2005 und 1973 2007) sehr erfolgreich, jeweils Platz 2. Alle anderen Titel verpassten die oberen 20. Insgesamt ist es die achte Chartsingle für ihn.

Tatsächliche Chartneulinge finden sich auf Platz 21. The All-American Rejects bringen es mit Gives You Hell nach mehr als zehnjährigem Bestehen nun auch in Deutschland zu etwas größerer Bekanntheit. Vielleicht hat’s auch mit Tyson Ritters Auftritt in House Bunny zu tun. Wer weiß.

Charttitel Nummer sieben für clueso auf Position 25. Gewinner ist damit der zweiterfolgreichste Titel des Erfurter nach dem Bundesvision-Song Keinen Zentimeter vor einem Jahr.
Und da wir schon mal bei den Visions-Contesten sind ... in diesem Jahr hat Deutschland ja auf einen Publikumsvorentscheid zum Eurovision Song Contest verzichtet. Stattdessen wurde intern entschieden, dass Alex Christensen - bestens bekannt als Alex C. oder auch als Gesicht hinter U96 - Deutschland am 16. Mai in Moskau vertreten soll. Und das wird er in Zusammenarbeit mit Oscar Loya unter dem Namen Alex Swings Oscar Sings!. Der Titel Miss Kiss Kiss Bang ist also eine Swingnummer, geht ziemlich direkt den Weg weiter, den Roger Cicero vor zwei Jahren beschritten hat. Platz 19 gabs dafür im europäischen Vergleich, die Begründung für das magere Abschneiden wie immer: „Das Publikum (vor allem im Osten Europas) ist halt nicht reif.“
Mit Platz 27 wage ich allerdings zu behaupten, dass auch das deutsche Publikum in diesem Jahr noch nicht allzu sehr überzeugt vom eigenen Beitrag ist. Und ich freue mich eigentlich nur schon wieder auf lustige Beiträge aus Bulgarien, der Ukraine und Lettland ... da macht Pop irgendwie mehr Spaß.

Und nochmal Nachrichten mit einem Link zur Eurovision. Der beim Contest etwas erfolglose Roger Cicero freut sich national absolut über Popularität und Beliebtheit. Was immer es ist, der gefällige Sound, sein smartes Auftreten oder vielleicht auch die biedersinnig angerührten Texte, mit Erscheinen seines Albums Artgerecht springt auch die Single Nicht artgerecht 15 Plätze nach oben. Von der 53 direkt rein in die obere Charthälfte auf die 38. Es ist erst seine zweite Single, die dieses schafft. Das Album steht dagegen wie die beiden Vorgängerwerke auf einem Medaillenrang, genauer: Platz 2.

Wie schon bei ihrer letzten Veröffentlichung All Nightmare Long, so gibt es auch von der neuen Metallica-Auskopplung Broken, Beat And Scared wieder unterschiedliche CD-fassungen. Es ist die insgesamt 21. Veröffentlichung.

Kinder + Kinofilm + CD: das ist eine Kombination, die immer klappt. So auch bei Apollo 3. Wie zu erwarten sind das drei 11- bzw. 12jährige, deren Niedlichkeitsfaktor sich auf die Musik problemlos übertragen lässt. Dazu reichlich Promotion über den Film Vorstadtkrokodile und schon geht Superhelden mit messbaren Ergebnissen in den Verkauf. Platz 40 auf Anhieb. Und nun die Frage: wieviel wird man von Apollo 3 wohl noch hören?

Und das waren dann auch schon die (unter kommerziellen Gesichtspunkten) wichtigsten Neuerscheinungen der letzten Woche, denn alles weitere spielt sich unter der Marke Platz 50 ab, und dort herrschen ja bekanntlich nochmal andere Regeln. Eine Band, die es direkt nach ihrem zweitgrößten Hit nun ganz knapp verpasst in die obere charthälfte einzuziehen, ist Nickelback. Nachdem Gotta Be Somebody im November letzten Jahres bis auf die 6 stieg, dachte sich die eine oder der andere vielleicht: die sind zurück. Aber geirrt. Zwar gingen in den USA und in Kanada einzelne Albumtracks als Download in die Charts, aber hier blieb es doch weitestgehend ruhig. Nun steht Nachfolger I’d Come For You offiziell in den Regalen, aber so richtig zündets nicht. Platz 51, das ist für die Band ein eher mageres Ergebnis, wie sie es zuletzt 2006 einfuhren.

Und auch Aloha From Hell dürften über ihre neueste Chartplatzierung nicht ganz so glücklich sein. Nachdem es doch Walk Away im letzten November bis zur 26 gebracht hat und die Plattenfirma für die neue Single No More Days To Waste sogar ein doppelseitiges Poster der CD beilegte, hatte sich die Schülerband aus Aschaffenburg vielleicht dich ein klein wenig mehr ausgerechnet als Platz 59. Andrerseits: wer sagt denn, dass es nicht schon bald nochmal richtig los geht?

Kann sich noch jemand an The Fray erinnern? Das ist eine US-amerikanische Band, die 2005/06 vor allem mit einem Titel, nämlich How To Save A Life doch einigermaßen bekannt in Deutschland wurden. Aber danach ging irgendwie nichts mehr. Bzw. es gab eine Kreativpause, um am zweiten Album zu arbeiten. Dieses erschien kürzlich und You Found Me ist die erste Veröffentlichung. Als Single steigt der Titel auf Platz 73 ein ... nun, das ist so eher mittelmäßig. Allerdings war ihre allererste Single Over My Head auch noch nicht der Renner. Wenn sich das Bild wiederholt, dann wird die nächste Auskopplung das eigentliche Comeback.

Neben den zahlreichen Neueinsteigern gibt es in dieser Woche natürlich auch Rückkehrer. Der höchste ist Hape featuring Uschi Blum mit Sklavin der Liebe auf der 78. Ich frage nicht, warum, sondern vermerke hier nur kurz: eine Woche hat er/sie noch.
Auch bei den Pussycat Dolls featuring Busta Rhymes frag ich jetzt einfach nicht weiter nach. Ihr Debüt und bislang einziger Nr.1-Hit in Deutschland Don't Cha ist wieder dabei und freut sich über einen Platz 98 in der 27. Woche.
Und auf der 100 steht noch einmal M I A mit Paper Planes – nach drei Monaten Pause darf der Titel wieder dabei sein und darüber freue ich mich ganz besonders, denn immer noch ist das ein meisterhaftes Stückchen zeitgenössischer Pop.

Manchmal gibt es ja Dinge, die glaube ich irgendwie gar nicht. Zum Beispiel, wenn auf der 84 eine Künstlerin auftaucht, die Graziella Schazad heißt. Da denk ich erstmal: was’n das? Und wenn diese Künstlerin dann auch noch durch die BILD gefeatured wird, na dann frag ich mich ohnehin, was das soll ... Ganz so schlimm ist der Titel Look At Me dann doch nicht. Und schön ist es zu sehen, dass BILD eben auch nicht allmächtig ist. Platz 84 spricht jetzt doch eher dafür, dass die meisten BILD-Leser sehr wohl zumindest einen eigenen Geschmack haben (oder keinen CD-Player besitzen). Die Frage ist halt nur, was denkt sich Frau Schazad bei so einem Deal? Und wie denkt sie geht es weiter mit ihr, ohne Medienunterstützung?

Noch mehr BILD-Rückenwind, dieses mal aber wirklich genau auf dem Niveau der Zeitung, gibt es mit Platz 95. Der wird in dieser Woche gestellt von Frauenarzt & Manny Marc. Seit November verrappen die beiden für die BILD die Schlagzeilen der Woche ... und seit diesem Deal sind sie tatsächlich auch massenkompatibel (wenn auch keinen Deut intelligenter) geworden. Ende Oktober stiegen sowohl das Album Atzen Musik wie auch die Single Florida Lady in die Charts ein. Nun folgt Schlag Nr.2: Das geht ab – Wir holen die Meisterschaft gibt es seit 27. März bei Kontor als mp3-Single. Klar geht es um Fußball, diesmal offensichtlich um Hertha BSC. Na mal schauen, ob dieser Rap-Techno-Gassenhauer was hilft.

Mehr aus dem Dance-Bereich gibt es in dieser Woche mit der Dream Dance Alliance, bekannt aus der mittlerweile 50teiligen Dream dance-Compilationserie. Diese steht mit einem eigenen Titel auf Rang 91 in der Liste. Time Out ist lediglich als Digitalfile erhältlich, aber mittlerweile schafft es ja sogar amazon, solche Titel anzubieten. Und so geht der Track bereits mit seiner Veröffentlichung in die Liste. Ob für solche gut angebotenen Download-Tracks dieselbern Regeln gelten wie für die anderen bisher, die sich immer recht mühsam nach oben hangeln mussten – das wird in den kommenden Wochen eine spannende Geschichte.
Vielleicht noch ein bisschen was zum Hintergrund: die Dream Dance Alliance besteht aus den Djs Sven Greiner alias DJ Shog und Terry Schaffer. DJ Shog war schon einige male in den Charts, seine größten Erfolge feierte er um 2003.

Die Kilians sind eine Band aus Dinslaken, die Indie-Brit-PopRock machen. Sie konnten vor gut zwei Jahren schon ihr Album Kill The Kilians in den Albumcharts platzieren. Nun folgen sie auch als Single-Act mit ihrem Chart-Debüt auf Platz 93. Said & Done ist die Vorabsingle aus dem grade erscheinenden zweiten Album They Are Calling Your Name und ich hoffe, sie nehmens mir nicht übel, wenn ich hier schreibe, dass mir ein wenig das Besondere an dem Titel fehlt. Klingt alles nicht schlecht, aber eben irgendwie auch zu ähnlich zu allem möglichen.

Ganz am Ende, auf Platz 99, da kann ich endlich mal wieder über das neue Download-Zeitalter schreiben. Für Miley Cyrus schießen nämlich gerade die Veröffentlichungen nur so aus dem Boden. Gerade erst wurde Fly On The Wall veröffentlicht und steht gerade in der fünften Woche auf der 86 (von 80 leicht abwärts rutschend), da gibt es schon die Ankündigung für die nächste Single The Climb, die am 24. April erscheinen soll. Und weil Miley Cyrus-Fans jung und internet-affin sind, wissen sie ganz genau, wo sie schon jetzt den Titel herkriegen. Und das in solchen Massen, dass die junge Dame bereits vor Veröffentlichung der CD Hit Nr. 4 für sich verbuchen kann.

27. Februar 2009

Da geht was in den deutschen Charts. Der Bundesvision-Songcontest und seine Folgen. Und Karneval! Damit dann auch einiges Neues in den Top 10 und insgesamt 25 Neuzugänge oder Wiedereinsteiger. Ein Viertel der Charts ist also komplett neu. Aber ... wir beginnen wie immer ganz oben und da bewegt sich weiter (noch) nichts.

Eine fünfte Woche heißt es Nr.1 für James Morrison featuring Nelly Furtado. Die beiden scheinen sich mit Broken Strings häuslich eingerichtet zu haben. Und es ist bereits der dritte Nummer 1-Titel, der für mehr als einen Monat die Spitze besetzt hält. Ich hatte vor zwei Wochen schon einen Langzeit-Nr.1-Hit-Rückblick gestartet. An dieser Stelle kann ich mich nur wiederholen: das letzte Mal, das es in Deutschland hintereinanderweg so lange Einigkeit bei den Spitzentiteln gab war 2004 als Dragostea Din Tei von O-Zone 14 Wochen das Land in Atem hielt, gefolgt für 7 Wochen von Aventura mit Obsession und anschließend mit Call On Me von Eric Prydz, der nochmal 6 Wochen ganz oben stand.
Bei mir macht sich nun aber allmählich das Gefühl breit, dass es für die beiden da ganz oben jetzt langsam dünn wird. Recht viel Druck baut sich da auf den folgenden Plätzen auf und die Liste der geplanten Neuerscheinungen in den kommenden Tagen und Wochen ist ebenfalls nicht ohne.

Auch Platz 2 geht zum fünften mal in Folge an die schwedische Rockband Mando Diao mit Dance With Somebody. In den Albumcharts geht ihre CD Give Me Fire in dieser Woche aus dem Stand an die Spitze der Liste. Ob sie das in der Einzeltitelauswertung auch nochmal schaffen ... ?

Richtig spannend wird es auf Platz 3. Dorthin fliegt sozusagen in der zweiten Woche Bundesvision-Songcontest-Gewinner Peter Fox mit seinem Siegertitel Schwarz zu Blau. Mit seinem Sprung von Position 15 hinein in das Spitzentrio landet er seinen dritenn Top 10-Hit in Folge und kann nunmehr auf die beste Platzierung überhaupt in seiner Karriere verweisen. Alles Neu sein Debüt aus dem Stadtaffe-Album stoppte bereits bei Position 4.
Am Samstag holte Peter Fox beim ECHO noch einmal drei Auszeichnungen. Die Verleihung wurde von mehr als 3 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt - und das könnte auch bedeuten, dass es in der kommenden Woche noch einmal einen Schub für den Mann der Stunde gibt und eventuell auch ein Ende der Herrschaft Morrison/Furtado ...
Von der Medienpräsenz und den Auszeichnungen profitiert nicht nur Schwarz zu Blau. Auch die Vorgängersingle Haus am See hält sich in dieser Woche auf ihrer bisherigen Höchstposition Platz 9 und Alles Neu steigt noch einmal von der 43 auf die 39. Zwei Titel in der Top 10 gehen also an Peter Fox.

Das gleiche gelingt Polarkreis 18 aus Dresden. The Colour Of Snow ist der Titlesong ihres aktuellen Albums und nach Allein Allein Single-Auskopplung Nummer zwei. Bei Stefan Raabs Song Contest landeten sie mit dem neuen Titel auf dem silbernen Rang, in den Verkaufscharts geht es in der ersten Woche als höchster Neuzugang auf Platz 5. Ihr Chart-Debüt Allein allein ist derweil noch zu finden auf Platz 7. Und eventuell nutzt ihr ja auch die Chance, die Jungs irgendwo auf einem ihrer unzähligen Auftritte in Deutschland abzupassen.

Ein weiterer rasanter Aufsteiger ist in den großen Fünf zu finden. Ein wenig im Schatten von Peter Fox und Polarkreis 18 surfen die Jungs von Razorlight. Sie klettern von der 13 auf die 4. Schützenhilfe hatten sie mit Sicherheit durch den Einsatz des Titels als Werbetrailer-Background bei Pro 7.

Erwähnen muss ich einen Aufsteiger in die oberen 20, der für den anderen deutlichen Trend in den Charts steht. Die Karnevalszeit beeinflusst mit ihrem Zenit alljährlich den Musikkonsum. In diesem Jahr ist der unausweichliche Hit eindeutig … so ein schöner Tag (Fliegerlied). Die Version von Tim Toupet ist dabei der Gewinner. In dieser Woche geht es von der 30 auf die 12. Letztes Jahr brachte es der singende Friseur mit Ich bin ein Döner sogar bis zur 8 (diese Woche auch wieder mit dabei auf der 83). Da die Verkäufe des absoluten Karnevalswochenendes vor Rosenmontag erst in der nächsten Ausgabe berücksichtig werden, dürfte da also noch einiges möglich sein.
Das Original des Fliegerliedes von DONIKKL klettert in dieser Woche auch. Nämlich von der 51 auf die 40.

Und noch ein stetig aufsteigender Titel schafft es in dieser Woche, die Grenze zu den oberen 20 zu überschreiten. Allerdings zum zweiten Mal. Ich rede von Lady Gaga featuring Colby O'Donis. Ihr Hit Just Dance war im Herbst bereits gut unterwegs und schaffte es bis auf Platz 15. Dann schlingerte es langsam aus der oberen Hälfte der Charts wieder raus und wurde eliminiert. Nachdem in Großbritannien Lady Gaga ganz frech zum Jahresbeginn die Chartspitze eroberte, stieg auch hierzulande wieder die Nachfrage. Ein Wiedereinstieg auf Position 47 war die Folge und seit dem ging es Woche für Woche immer um gut 5 Plätze nach oben. Das Ergebnis: In dieser Ausgabe steigt Just Dance von der 21 auf die 18. Und jetzt sind wir natürlich gespannt, ob es sogar noch höher geht als Anfang Oktober.
Ich für meinen Teil kann dem Titel immer noch nicht wirklich was abgewinnen. Einige der Remixe sind ganz chic. Aber ich bevorzuge dann doch eindeutig die neue Single Poker Face, die in der nächsten Woche in die Charts gehen dürfte. Österreich und die Schweiz melden jetzt schon bessere Platzierungen als für Just Dance.

Ein ganzes Charteinsteiger-Knäuel befindet sich knapp unter der Position 20. Anführer dieser Gruppe ist Michael Wendler. I Don't Know ist sein Titel und auf Anhieb der zweitbestplatzierte Hit des King of Discofox. Besser war lediglich das "Duett" mit Jambahase Kuschel Häschenparty, welches immerhin bis zur Position 16 brachte.

Noch ein Deutscher, der es ganz gern auf englisch versucht: auf der 22 entert Sasha mit Please, Please, Please die Liste. Es ist die Vorabauskopplung aus seinem neuen Album Good News On A Bad Day, mit dem er ab Ende Februar in den Verkauf geht. Zuletzt war er vor ziemlich genau einem Jahr in den Charts präsent. Damals mit seinem Top 10-Erfolg Hide And Seek. Please, Please, Please scheint nicht ganz die Kraft zu haben, um an den Erfolg des Vorgängers anzuschließen.

Die 23 geht neu an Reamonn und ihre Single Million Miles. Nach Top 10-Titel Through The Eyes Of A Child (in dieser Woche aus der oberen Hälfte rausgerutscht von 44 auf die 57) ist dies Auskopplung Nummero Zwei aus dem Album namens Reamonn.

Chris Cornell holt nach zwei Jahren Chartabstinenz mit Part Of Me neu die 24. Die Trendsingle ist schon eine Woche lang erhältlich, hats aber nicht zu dem großen Durchbruch gebracht. Jetzt, mit Erscheinen der Vollversion gehts in die Liste. Platz 24 ist dabei gar nicht so schlecht. Lediglich der James-Bond-Track You Know My Name war besser platziert, nämlich bis auf der 15. Selbst das altbekannte Black Hole Sun, bei welchem Chris Cornell mit seiner Band Soundgarden 1994 seinen Charteinstand feierte, schaffte es lediglich bis zur 26.
Hinter Part Of Me steckt übrigens ein alter Bekannter, nämlich Meister Timbaland. Für ihn ist eine Platzierung im gehobenen Mittelfeld nicht so ungewöhnlich. Bei der Unzahl seiner Produktionen schaffen es einige mehr bis ganz an die Spitze, aber ein Großteil bringt es halt vor allem zu mittelmäßigen Hitehren. Und hört man sich Part Of Me mal mit neutralen Ohren an (wie immer das gehen soll), muss man auch ehrlich eingestehen: So berauschend ist das Ergebnis eben nicht. Einen gewissen Coolness-Faktor hat der Titel schon, aber alles in allem ist es doch eher Alltagsware. Mittlerweile. Vor 5 Jahren wär's vielleicht anders gewesen.

Auch nicht wirklich neu klingen die großen Rückkehrer der Woche The Prodigy. Ihre große Zeit hatten sie Mitte der 90er Jahre, als solche Titel wie Breathe oder Firestarter zu echten Hits avancierten. Ursprünglich fanden sie sich 1990 zusammen als die Techno-Rave-Hardcore-Szene zu explodieren begann und lieferten mit ihrem brachialen Elektro-Sound einen damals ungewohnten Soundtrack für dunkle Kellerclubs. Ihr letztes Lebenszeichen vernahm man im Sommer 2002 als Baby's Got A Temper für kurze Zeit in den Singles-Charts stand. Zwei Jahre später gabs noch ein Album dazu und seitdem war Ruhe. Nun steht Invaders Must Die in den Läden und die erste Veröffentlichung heißt O, zumindest im deutschsprachigen Raum, in Großbritannien erschien die Single unter dem Titel Omen. Wahrscheinlich meint die Plattenfirma, dass dieser Titel durch gewisse Eurodance-Produktionen hier zu besetzt ist.
Nun, die Reaktionen auf das neue Werk sind sehr geteilt. Von überschwenglichem Jubel bis zu härtesten Verrissen ist alles dabei. Erstaunlich bleibt es allemal, dass eine Elektro-Hardcore-Band im Jahr 2009 noch so viel Aufregung verursachen kann und sich tatsächlich noch in bemerkbarer Stückzahl verkaufen kann. Kreativität und Soundneuerungen hin oder her, The Prodigy haben auch heute noch einiges zum Lebensgefühl von Menschen mitzuteilen. Platz 28 als Neueinstieg ist der Beweis.

Eine Position tiefer geht Sven van Thom mit seinem zweiten Charttitel ins Rennen. Mit Jaqueline (ich hab Berlin gekauft) trat er bei Stefan Raab für Berlin an und wurde Neunter. Als CD-Single wurde am 13. Februar allerdings Schatz, halt's Maul veröffentlicht. Darauf ist auch der Bundesvision-Titel zu finden. Aber erstmal ist es verwirrend. Schatz, halt's Maul geht nun also auf der 29 in die Liste und landet damit nur einen Platz unter der besten Position seines Chartdebüts Trauriges Mädchen. Beachtlich!

Ein weiterer Teilnehmer des Bundesvision Songcontests steht als nächster Neuzugang in der Liste. Platz 38 geht an den Hamburger Beitrag von Olli Schulz, mit dem er Fünfter des Wettbewerbs wurde. Eigentlich nennt sich seine Band richtig Olli Schulz und der Hund Marie, offensichtlich wollte man das Massenpublikum aber nicht zu sehr anstrengen und so verzichtete Olli Schulz für seinen Titel Mach den Bibo auf seinen Vierbeinigen Begleiter. Die Medienpräsenz zeigt nun Folgen: Olli Schulz debütiert mit seinem Beitrag in dieser Woche in den deutschen Singlecharts.

So ähnlich ergeht es auch Flowin ImmO et Les Freaqz. Der Rapper aus Bremen schnitt beim Contest mit Platz 11 nicht ganz so doll ab, aber im Verkauf schafft er mit Urlaub Am Attersee eine erste Platzierung auf der 72.
Und an dieser Stelle schiebe ich gleich noch Chapeau Claque aus Thüringen hinterher. Sie waren vor zwei Jahren schonmal an der Seite von Northern Lite bei Stefan Raab zu Gast. Nun haben sie es allein gewagt und einen beachtlichen sechsten Platz erkämpft. Pandora (Kiss Miss Tragedy holt als Single Platz 81.
Ruben Cossani aus Hamburg sind dagegen wieder absolute Neulinge. Ihre Single Bis auf letzte Nacht ist auf dem Independent-Label SMD erschienen und wird lediglich von Sony vertrieben. Nach Platz 8 beim Contest gehts immerhin auf die 98.

So, und nun kommen wir also zu den Karnevalswiedereinsteigern und –aufsteigern. Tim Toupet wurde als der Gewinner bereits genannt. Profitieren kann aber auch Markus Becker. Sein Gassenhauer Hörst du die Regenwürmer husten? schafft es nach zweimaliger Abstinenz wieder mit Rang 42 in die Liste. Mittlerweile wird die zehnte Woche für diesen Titel gezählt. Sein Überflieger Das rote Pferd klettert von der 60 auf die 43.
Zulegen können naturgemäß auch die Höhner.. Ihr Medley NaJuCo Colonia schafft nach sieben Wochen in den Charts nun den Eintritt in die obere Hälfte auf Platz 48. Ihr Ex-Nr.1-Hit Wenn nicht jetzt, wann dann klettert von der 87 auf die 66, Die Karawane zieht weiter … Dä Sultan hät Doosch! geht wieder rein auf der 78 und Echte Fründe, die Single aus der letzten Saison, steht jetzt wieder auf der 82.
Mehr Kölner Mundart gibt es von Brings. Eigentlich sehen sie sich nicht unbedingt so in der Tradition der Karnevalisten, aber ... das stört die Käufer weniger. Mit Superjeilezick starteten sie 2002 in ihre eigentliche Chartkarriere. In zwei Chartläufen 2002 und 2003 brachten sie es bis Rang 58. Sechs Jahre später gehts per Download nochmal in die Vollen auf Platz 77. Ihre Version von Nur nicht aus Liebe weinen scheint sich in der Zwischenzeit auch zum Klassiker zu entwickeln: Wiedereinstieg auf Platz 86. Und dann geht wieder rein Su lang mer noch am lääve sin auf der 99 und als Neuzugang auf der 100 die Single von 2005 Man müsste noch mal 20 sein.
Zu späten Chartehren kommen auch de Bläck Fööss. Drink doch eine met gab es schon im Jahr 2000 als Single. Damals hatte es nicht die entsprechende Durchschlagskraft, dafür aber in dieser Saison. Per Download ein waschechter Neueinstieg auf der 79. Und was soll ich sagen? Für Mer losse d'r Dom en Kölle gilt das gleiche. 1988 wollt's niemand so recht, jetzt ist es dagegen sehr beliebt: Beueinstieg auf der 97.

Konjunktur hat auch das Genre Schlager während der fünften Jahreszeit. So ist es kein Wunder, dass das österreichische Duo Brunner & Brunner die Veröffentlichung von Beiss dich durch! in den Februar gelegt hat. Das Ergebnis ist der 13. Titel, der sich in Deutschland seit 1992 platzieren kann. Platz 75 und die zweitbeste Platzierung ihrer gesamten Karriere.

Ziemlich am Ende der Charts gibt es auch in dieser Woche wieder eine Dance-Produktion, die sich durch reine Download-Verkäufe platzieren kann. Das sind Dance Nation vs. Shaun Baker mit dem Update zum Hit Sunshine. Das Original erschien 2001 und platzierte sich auf der Position 16. Im vergangenen Sommer gab es dann eine remix-Variante, die allerdings nicht in Deutschland erschien. Für den Markt hier holte man sich Shaun Baker, eventuell noch bekannt von seiner 2006er Version von Bakerman. Alles zusammen bringt für Sunshine 2009 den Einstieg auf Rang 89.

Und dann steigen noch neu ein:
Luxuslärm mit ihrer zweiten Single Unsterblich auf der 92 - der Platz auf dem auch schon ihr Debüt 1000 km bis zum Meer startete.
Sowie auf der 93 eine Rap-Black Music-Variante von Infinity unter dem Titel Let Me Know (Infinity), dargeboten von P.SIX feat Guru Josh Project. Das Original bzw. die Version 2008 steht derzeit noch auf Platz 17.

30. Januar 2009

Die erste reguläre Nummer 1 des Jahres 2009 startet genau auf dieser Position. Und es ist niemand Geringeres als Nelly Furtado im Duett mit James Morrison. Fairerweise muss man sagen, dass es eigentlich umgekehrt richtig ist. Broken Strings stammt von James Morrisons Album Songs For You, Truths For Me. Bislang war er dreimal in den deutschen Charts platziert gewesen, zweimal in der Saison 2006/07, in der er auch seinen bis dato größten Hit verbuchen konnte, nämlich mit seinem Debüt You Give Me Something, welches bis auf Platz 31 kam. Zuletzt platzierte sich You Make It Real im November letzten Jahres. Die erste Ausjopplung aus seinem Album brachte es allerdings nur bis Platz 71 und war nach drei Wochen wieder verschwunden. Die Nachfolgesingle Nothing Ever Hurt Like You konnte sich gleich gar nicht platzieren und nun der Sprung bis ganz nach oben. Was darauf schließen lässt, dass es wesentlich an Nelly Furtado liegt, diese rockige Ballade als 73. direkten Neueinsteiger an der Spitzenposition zu erleben.
Für Frau Furtado ist dieser Titel bereits die zweite Nr.1. Vor ziemlich genau zwei Jahren führte sie sechs Wochen lang die Liste mit All Good Things (Come To An End) an. Damals hatte sie (ungenannt auf dem CD-Cover) Rea Garvey von Reamonn zur Seite. Zuletzt war sie in den deutschen Charts im Juli letzten Jahres, als sie dem italienischen pop-Duo Zero Assoluto für Win Or Lose (Appena prima di partire) die Stimme lieh. Allerdings blieb dieser Titel schon bei Position 64 stecken, was beweist, dass auch ein Star wie Nelly Furtado nicht ganz von allein Hits landet. Ansonsten hat Nelly Furtado neben ihrem Nr.1-Hits weitere 6 Top-Titel auf dem Konto, mit Broken Strings ist sie innerhalb der letzten drei Jahre mit sechs Titeln mindestens unter die ersten 6 gekommen.

Auf die 2 klettert um einen Platz Mando Diao mit Dance With Somebody. Und Deutschland ist immer noch das Gebiet, in welchem die schwedische Band derzeit die größten Erfolge feiern kann. Nach wie vor bleibe ich auch bei der Behauptung, dass Dance With Somebody der absolut eingängigste und pop-mäßigste Titel der Jungs aus Borlänge ist. Auf ihrer Homepage hat soeben das Pre-Ordering für ihr Album Give Me Fire begonnen. Und die Zeit meldet, dass bei der aktuellen Single vor allem Filmregisseur Quentin Tarantino die Finger mit ihm Spiel gehabt haben soll. Zumindest indirekt. Angeblich hat sich die Band bei der Produktion an Filmen orientiert. Nun, dem aktuellen Song hat das alles nicht schlecht getan.

Katy Perry räumt angesichts des Ansturms der neuen Hits den Thron und landet nach 8 Wochen an der Spitze mit ihrem Titel Hot N Cold nun auf Position 3. In Großbritannien beginnt gerade ihre nächste Single in den Top 75 nach oben zu klettern. Thinking Of You steht dort aktuell auf der 63. Das geplante Veröffentlichungsdatum für Deutschland ist mit 27. Februar angegeben. Das ist noch ordentlich lange hin. In der Zwischenzeit könnte man sich ihr Album One Of The Boys als Vinyl-Edition zulegen. Na, ob das reicht?

Wenn es mit deiner eigenen Band nicht so richtig klappt, na dann produzier doch einfach eine andere. Dieser Rat hat schon bei ein paar Musikern geholfen. Jahrelang mühen sie sich ab auf der Bühne und es will nicht so richtig funken. Dann kommen da drei, vier oder fünf junge Menschen, wohlen einen Rat, schwups ist man Produzent und hat sogar Erfolg.
Ich will hier an der Stelle zwar nicht behaupten, dass Subway To Sally nicht zufrieden wären mit ihren bislang drei Chart-Hits. Wenn sie wirklich Massenware hätten produzieren wollen, dann würden sie vermutlich ganz anders klingen. Dass sie vom Mainstream durchaus Ahnung haben, das hat jetzt zumindest Michael Boden alias Bodenski bewiesen. Der hat nämlich mal kurzerhand Sängerin Ria und ihre vier Mitstreiter unter seine Fittiche genommen und zur Band Eisblume gemacht. Die erste EP Unter dem Eis wurde noch kaum wahrgenommen, aber es folgten Auftritte als Vorband für Ich + Ich im Sommer 2008 und der Name wurde bekannt. Dann ein schön animiertes Video, hier muss nicht mal ein neuer Titel her – nehmen wir doch einen, den wir selbst schon mal eingespielt haben, der aber damals nicht die Chance hatte, größere Aufmerksamkeit zu erhalten. Tja, und prompt steigt die neue Version ganz oben ein, nämlich auf Platz 5. Für die Band Eisblume ein schönes Debüt, für Bodenski der bislang größte Erfolg. Ob die erfolgreichere Version auch wirklich besser ist ... das dürft ihr ganz allein entscheiden.

Gleich einen Platz tiefer gibt es ebenfalls eine neue deutsche Produktion. Und die gehört dem derzeit meistgesehenen TV_Ereignis Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!. Bereits das vierte mal flimmert das Reality-Ekel-Format mit C- und D-Promis über die Mattscheiben und das Volk guckt. Faszination Trash würde ich das nennen.
Wie jedes Jahr, so gibt es auch 2009 eine Hymne. Letztes Jahr wurde dafür Achim Petry gewonnen, in diesem Jahr sind es Die Zipfelbuben aus Berlin, drei Jungs, die 2006 mit zwei volkstümelnden Cover-Versionen in den Charts landeten. An der Seite der Dschungel Allstars 2009 geben sie jetzt Hier im Dschungel zum Besten. Auch dies wieder eine Cover-Version, diesmal vom Party-Disco-Hit In The Navy der Village People, 1979 immerhin Platz 3in Deutschland. Die neue Version schafft es nicht ganz so hoch, Platz 6 heißt vorerst Stop, sowohl für die Zipfelbuben wie auch für die dschungel Allstars ist das die momentan beste Platzierung ihrer Chartkarrieren.

Vermerken sollten wir an dieser Stelle, dass Amy Macdonald nach 25 ununterbrochenen Wochen in den Top 10, diese nun verlässt und mit This Is The Life „nur noch“ Rang 12 belegt. Ihr erster Hit Mr Rock & Roll platziert sich in seiner insgesamt 36. Woche auf der 66, von 60 kommend.
In Großbritannien war ihre neue Single Run kürzlich auf der 75 notiert. Ein schöner Titel, der glücklicherweise gar nichts vom Überflieger This Is The Life hat. In Deutschland für den 20. Februar angekündigt. In der Schweiz schaffte es derweil ihr völlig unbeachtetes Debüt Poison Prince per Download bis auf die 58.

Haarscharf an den oberen 20 rauschen beFour vorbei. Mit No Limit von ihrem inzwischen vierten Album geht es direkt auf die 21. Wer bei No Limit denkt: Moment, das kenn ich doch!, der/die liegt absolut richtig. 1993 feierte das niederländische Dance-Projekt 2 unlimited mit diesem Titel europaweit einen Riesenerfolg. In Deutschland besetzten sie damit für 5 Wochen die Position 2. Die Nr.1 hielten damals Ace of Base mit All That She Wants besetzt. BeFour schaffen es mit ihrer Version nicht bis zu solchen Höhen.

Max Mutzkes sechster Charttitel Marie startet auf der 24. Nach etwas mehr als einem Jahr platziert er sich damit endlich wieder dort, wo er hingehört. Denn sein Ausflug für Lisssi und der wilde Kaiser war nicht wirklich erfolgreich und versandete auf der 79. Platz 24 ist die höchste Platzierung seit 5 Jahren, als seine zweite Single Schwarz auf weiß bis in die Top 20 schaffte.

Auf der 35 geht die zweite Single aus dem Snow Patrol-Album A Hundred Million Suns mit dem Titel Crack The Shutters in die Liste. Die Veröffentlichungen von Snow Patrol „leiden“ ja immer noch an dem Überhit Chasing Cars, der auch nach 3 Jahren noch immer wieder in den Charts auftaucht. In dieser Woche steht der Klassiker beispielsweise auf der 95 – in seiner 51. notierten Woche.
Crack The Shutters schafft es zumindest, die Erstauskopplung Take Back The City laut Platzierung zu überrunden. Diese brachte es im letzten Oktober bis zur 42.

Eine kleine Sensation spielt sich in dieser Woche auf der 41 ab. Dort entern Franz Ferdinand mit Ulysses die Liste. Die Single ist die Vorabauskopplung zu ihrem dritten Album Tonight: Franz Ferdinand, welches mittlerweile auch schon zu haben ist. Franz Ferdinand werden ja immer irgendwie in die Schublade BritPop gesteckt obwohl sie das Klischee durchaus brechen. Dementsprechend gehören in ihrem Heimatland durchaus zu den großen Acts. Aber irgendwie sind sie vor allem ein Album-Act, mit den Singles klappt es meist nicht so recht. Und so kommt es, dass Ulysses mit seinem Charteinstand tatsächlich den Bestwert markiert, den Franz Ferdinand jemals in Deutschland errreicht haben – wohlgemerkt in der Single-Auswertung. Ihr Album You Could Have It So Much Better schaffte es 2005 bis zum Platz 2.
Um den Wert der Single noch etwas zu untermauern, hier der Vergleich: Bisher hatte sich am höchsten platziert Do You Want To. Es war 2005 fünf Wochen lang notiert und stoppte bei Position 70. Ulysses beschert der Band jetzt ihre insgesamt achte Chartwoche.

Ähnliches gelingt in dieser Woche auch dem amerikanischen Duo MGMT. Seit sechs Wochen sind die Elektropopper aus New York mit Kids in der Liste und steigen beständig 70-68-59-53-54 ... und schon dachte ich, ich kann hier nicht mehr über die Band schreiben. Aber in dieser Woche schaffen sie doch tatsächlich den Einstieg in die obere Hälfte und werden auf der 49 notiert. Offensichtlich erfreut sich der Track immer größerer Beliebtheit. Und das wirklich Großartige an diesem Fakt ist, dass sich nun endlich auch das Plattenlabel Columbia / BMG entschlossen hat, die Single als CD zu veröffentlichen. Allerdings erst ab 13. März. Bis dahin haben vermutlich alle den Titel digital in ihren mp3-Playern und kein Mensch wird sich um das Hardware-Produkt scheren. Mal wieder ein schönes Beispiel für die dumme und schwerfällige Veröffentlichungspolitik der Musikindustrie. – Feiern wir derweil MGMTs höchste Chartposition ever und freuen uns auf weitere Schritte nach oben.

Rein digital geht’s auch auf der 59 zu. Paffendorf stehen nach vier Jahren Chartabstinenz wieder einmal in der Liste. Self Control ist ein Trance-Remake des Laura-Branigan-Hits aus dem Jahr 1984. Giorgio Moroder ist also immer noch gut für Vorlagen zu aktuellen Hits. Der letzte Hit mit einer GM-Connection war im September Lulu Lewes Crush On You.
Zu Paffendorf selber: ihre Seite ist nicht wahnsinnig aktuell. Die letzten News stammen aus dem August 2008. Self Control gibt es seit 9. Januar digital. Dass er ziemlich schnell hier in der Liste auftaucht und noch nicht mal in den Official Dance Charts steht (obwohl diese derzeit zu 95% aus Coverversionen besteht), lässt vermuten, dass Paffendorf sich im Jahr 2009 ordentlich zurück melden. Ihren größten kommerziellen Erfolg hatten sie 2000 mit dem 16 Bit-Cover Where Are You, welches es bis auf Platz 11 der Single-Liste schaffte. Insgesamt ist Self Control Paffendorfs zehnter Chart-Hit.

Auf der 80 ein Re-Entry von Metallica. Nothing Else Matters ist mal wieder in der Liste. Ein Grund könnte sein, dass Pop-Violinist David Garrett diesen Titel in seinem Live-Programm präsentiert, mit dem er gerade fleißig in Deutschland unterwegs ist. Erschienen ist diese Variante schon auf seinem 2007er Album Virtuoso. Die Metallica-Fans wird es freuen, dass die Geigen-Variante dazu animiert, sich doch das Original zuzulegen. Für die Metallica-Originalversion Woche 41.

Noch ein Re-Entry auf der 88. Schließlich ist Handball-WM-Zeit ... und was wäre Handball ohne Höhner.s Wenn nicht jetzt, wann dann? Also wieder dabei, Woche 51.

Der letzte Neuzugang kommt von Apoptygma Berzerk. Mit Apollo (Live On Your TV) kündigen die Norweger nach gut zwei Jahren Pause ihr neues Album Rocket Science an. Allerdings ist die Chartplatzierung auf der 94 alles andere als überzeugend. Kein Titel von Apoptygma Berzerk, der sich in den Charts platzieren konnte, war jemals niedriger notiert.

Und ganz unten, auf Position 100 taucht in dieser Woche noch einmal The Offspring mit You’re Gonna Go Far, Kid auf. Im Dezember waren sie mit diesem titel bereits drei Wochen lang notiert und kamen bis auf die 67.

23. Januar 2009

Jetzt nehmen die Charts also langsam Fahrt auf. Endlich! - Drei Neueinsteiger in den Top 10. Aber die beiden Spitzentitel stehen nach wie vor fest wie Felsen in der Brandung. Eine achte Woche heißt das Spitzenduo Katy Perry / Polarkreis 18. Katy Perry steht mit Hot N Cold nun in einer Reihe mit Kid Rock, der im Juli/August letzten Jahres mit All Summer Long als letzter Titel acht Wochen an der Spitze aushielt. Jetzt ist also die Frage, ob Frau Perry noch genug Luft hat für weitere Wochen, denn dann kommt sie allmählich in Regionen, wo Chartgeschichte geschrieben wird. Neues gibt es von ihr nicht zu berichten. Auf ihrer Homepage und in der Presse geht es vor allem darum, ob Katy Perry nun Single ist oder nicht. Nun ja ...

Auf Platz 3 kracht es dann richtig. Mando Diao aus Schweden sind mit Dance With Somebody erstmals ganz ganz oben in den deutschen Charts notiert. Bislang hatte die 1999 gegründete Band drei Titel in die Liste bringen können. Am erfolgreichsten war dabei Long Before Rock 'n' Roll 2006, welches bis Position 53 schaffte. Der neue Titel Dance With Somebody ist die Vorabsingle zum Album Give Me Fire, welches für den 13. Februar angekündigt ist. Es ist nicht nur in Deutschland, der bisher erfolgreichste Titel. Besonders ist allerdings, dass die Schweden hierzulande sogar erfolgreicher sind als in ihrer Heimat, wo es momentan gerade für eine Position 10 reichte. Es sieht also so aus, als sei Mando Diao nun vom Geheimtipp zum wirklich populären Act avanciert. Allerdings muss man hier auch anfügen, dass Dance With Somebody der bei weitem eingängigste Titel der Band ist - eben ein richtiger Pop-Song, der es verdient ganz oben in den Listen zu stehen.

Direkt dahinter, auf Position 4 schickt eine der momentan erfolgreichsten Künstlerinnen ihre neue Single ins Rennen. Rihanna koppelt mit Rehab einen siebten Titel aus dem Good Girl Gone Bad-Album aus. Außer dem Duett mit Ne-Yo brachten es auch alle Singles mindestens bis zu Platz 6. Allein das ist schon ein Rekord. Auffällig ist, dass sich die reinen Solo-Singles von Rihanna deutlich besser verkaufen als ihre Duette. Solo hat sie mit Rehab ihren fünften Top 10-Titel in Folge vorzuweisen.
Rehab ist wieder eine Ballade, produziert von Timbaland. Es ist Timbalands erste Zusammenarbeit mit Rihanna und wie ein Schatten darf auch Best Friend Justin Timberlake nicht fehlen. Er spielt im Video eine enorm prominente Rolle und darf auch ein paar background-Vocals beisteuern.
Im Windschatten von Rehab schaffen es auch Take A Bow und Umbrella wieder in die Charts. Take A Bow steht in der 20. Woche auf der 96, das Duett mit Jay-Z platziert sich auf der 98 in seiner mittlerweile 40. Chartwoche. Außerdem stehen Live your Life mit T.I. auf der 13 und Disturbia noch auf der 31 in der Liste – Rihanna kann also fünf Titel in den Top 100 platzieren.

Der dritte Neuzugang in den Top 10 sitzt genau auf Position 10. Wochenlang wurde Kevin Rudolf featuring Lil Wayne mit der Single Let It Rock beworben und per Radioeinsatz in aller Ohren eingenistet. Nun zahlt sich die Mühe aus. Kevin Rudolfs Debüt schafft es weltweit auf Spitzenpositionen. Glücklicherweise erinnert sein Stil an andere durchaus erfolgreiche Rocker, ohne dass ich konkret sagen könnte, wem er nun eigentlich gleicht. Das spricht mal für ihn. Bedeutend deutlicher lässt sich allerdings seine Vergangenheit an der Seite von Timbaland heraushören, bei dem er schon einige Jahre lang in der einen oder anderen Produktion als Musiker auftauchte. Sein Album In The City lässt er aber schlauerweise von Ill Factor produzieren bzw. hält selbst alle Fäden in der Hand.
Ob für die Single Let It Rock tatsächlich die Kollaboration mit Lil Wayne notwendig war ... wer will das entscheiden. Ich habe den Eindruck, Kevin Rudolf hätte den Titel auch ganz gut alleine gerockt. Deshalb würde ich an dieser Stelle mal behaupten, Lil Wayne profitiert von dieser Zusammenabeit besonders. Nach fünf offiziellen Singles in den deutschen Charts, kann er hiermit seinen ersten Top 10-Ttel verbuchen. Bislang hatte er an der Seite von Destiny’s Child 2004 seine beste Platzierung mit Rang 11 erreicht.

Das Farin Urlaub Racing Team meldet sich mit Niemals auf der 28 zurück. Die zweite Auskopplung aus dem Album Die Wahrheit übers Lügen beginnt erstmal ungewohnt ruhig und sanft, bevor es dann doch noch an die Gitarren geht. Die letzte Single des Teams brachte es Ende Oktober bis auf die 26, also nur minimal höher. Nach vier Wochen war der Spaß vorbei und es ist anzunehmen, dass auch hier vor allem der harte Fankreis nach der CD greift und das ziemlich schnell, weshalb Niemals vermutlich ebenfalls in etwa einem Monat wieder aus der Liste verschwunden sein wird. Besser sieht es da für Lasse redn aus, welches Farin mit den Ärzten in dieser Woche die 62 beschert, und das in der 23. Woche-
insgesamt ist Niemals die 10. Solo-Single von Farin Urlaub, und die dritte mit dem Racing Team. Rechnet man die Titel, die er mit den Ärzten platzieren konnte dazu, kommt er mittlerweile auf 41 notierte Titel. Das ist genauso viel wie es die Beatles und die Pet Shop Boys schafften. Die nächste Band, die es zu schlagen gilt sind Depeche Mode, für die derzeit 42 Singles zählen.

Aufwärts geht es weiter für Lady Gaga featuring Colby O’Donis, nachdem Just Dance es in Großbritannien auf die Position 1 geschafft hat. In dieser Woche geht’s nochmal von der 43 auf die 34 – Platz 15 war bislang das höchste, was Madame Germanotta im Spätsommer in Deutschland erreichte. Anfang Dezember erschienen bereits diverse Remixe auf CD, die den Titel tatsächlich noch aufwerten können. Wahrscheinlich ist es momentan auch genau diese CD, welche die neuerlichen Verkäufe anführt. Bei iTunes zumindest steht die Originalversion nach an der Spitze der Beliebtheit.

Am unteren Ende der Charts landet Hape Kerkeling alias Uschi Blum. Sklavin der Liebe ist die Comeback-Single der Schlagerdiva aus dem Film Kein Pardon von 1993. In Ein Mann, ein Fjord darf die singende Dame also wieder auftreten und bereits vor Ausstrahlung (21. Januar 2009, ZDF) geht die Single mit Erfolg in den Verkauf. Platz 83 ist für Uschi Blum der Charteinstand. Hape Kerkeling hat dagegen schon diverse Erfolgstitel vorzuweisen, unter anderem als Horst Schlämmer und R.I.P. Uli.

Dave Darell hat dagegen mit Freeloader erst seinen zweiten Hit auf der Position 95 stehen. Allerdings verbirgt sich hinter dem Pseudonym Robin Brandes. Und der ist unter anderem als Rob Mayth, Active One und mit Pimp! Code unterwegs. Zumindest in Dance-Kreisen dürften diese Namen feste Begriffe sein. Freeloader steigt ein als reiner Download-Track.

Populärster unter den Wiedereinsteigern, die es auch in dieser Woche en masse gibt, ist Let Me Think About It von Ida Corr vs. Fedde le Grand. Der Titel war mit 40 Wochen der am längsten notierte des Jahres 2008, jetzt ist er nach dreimonatiger Zwangspause wieder dabei auf Rang 66. Das ist gar nicht so weit vom Platz 50 entfernt, ab welchem die Bereinigungsregel gilt. Es lässt sich also schlussfolgern, dass sich die Popularität des Titels in drei Monaten nur minimal verringert hat.
Am 12. Januar erschien mit F1 eine Zusammenstellung von Fedde le Grands frühen Produktionen als Digital-Release bei Flamingo recordings. Ida Corr tourt derweil durch Europa, immer noch auf Promotion-Tour für ihr Solo-Album One.

Ebenfalls nach drei Monaten wieder dabei sind Mark Ronson feat. Amy Winehouse mit Valerie. Ihr Titel konnte sich 2008 ganze 32 Wochen lang platzieren mit der höchsten Position auf der 3. Jetzt ist er wieder drin auf der 86.
Und auch Snow Patrol sind mit ihrem Klassiker Chasing Cars auf der 99 wieder dabei. Mittlerweile auch schon in der 50. Woche.