Im Moment gibt es einen Hit, der überall zu hören ist: im Küchenradio, im Einkaufszentrum, sogar im Cineplexx … logisch steigt dieser Titel dann auch in der Nachfrage und in den Umsatz-Charts: Release Me von Agnes. In der letzten Woche hatte sie sich bereits mit Platz 12 auf eine Bestplatzierung vorgehangelt. In dieser Woche, ihrer siebten in den Charts, geht es noch weiter nach oben, direkt unter die besten fünf auf Platz 5. Rückenwind erhält die Single sicher auch durch die Veröffentlichung des Albums Dance Love Pop, welches seit dem 2. Oktober auf dem Markt ist. Offensichtlich trauen sich aber zahlreiche Käufer noch nicht so recht an den Longplayer heran, er startet lediglich auf Platz 69. Der Griff zur Single ist da vermutlich einfacher. Und mehr und mehr bohrt sich Release Me in die Ohren und ins Bewusstsein … Ich bin gespannt, ab wann wir den Titel nicht mehr hören können.
Zu den Gewinnern der Woche gehören auch die Gäste von Thomas Gottschalk in seiner 183. Folge von „Wetten dass…?“. Die Show erhielt zwar fast ausschließlich negative Kritiken, ein Garant für steigende Umsätze ist sie dennoch. Zum Beispiel profitiert Nelly Furtado ganz wesentliche davon, dass sie in der Show ihren letzten Hit Manos Al Aire vortragen konnte. Prompt steigt der Titel, der sich eigentlich schon deutlich auf dem Rückzug befand, von der 24 noch einmal auf die 17. – Die Gerüchteküche meldet übrigens aktuell, dass Nelly gerade eine Reihe von Songs mit Timbaland fertig geschrieben hat, die auf ihrem 2010 kommenden Album enthalten sein sollen.
Zweiter großer Nutznießer von einem Wetten dass … ?-Auftritt sind Tokio Hotel. Nach ihrem Absturz mit Automatisch in der letzten Woche geht es noch einmal von der 29 auf die 21. Außerdem startet in dieser Woche das Album Humanoid auf Platz 1 der Album-Liste. Na, da scheint ja die Welt fast wieder in Ordnung zu sein.
Im Aufwärtswind, und das bereits seit zwei Wochen, befindet sich auch Milow . In der letzten Woche ging es von der 25 hoch auf die 21. Und nun, mit Beginn seiner Konzerttour in Deutschland schafft er nach drei Wochen Pause sogar die Rückkehr in die Top 20. Platz 19 wird notiert für You Don’t Know, welches sich mittlerweile 10 Wochen in der Liste tummelt und am 11. September mit Platz 15 seinen bisherigen Bestwert erreichte.
Einen Sprung nach vorn machte auch NENA mit Wir sind wahr. In der letzten Woche sackte der Titel unglaubliche 21 Plätze ab und landete auf der 45. Schon war da ein kleines Drama in Sicht. Am 2. Oktober allerdings erschien das Album Made In Germany, welches einen großartigen Start in den Albumcharts auf Platz 3. Für viele ein Grund sich gleich noch die Single zu holen. – Außerdem hatte Nena einen prominenten Auftritt bei Günther Jauchs „Das große Ost-West-Duell“ und Portale wie oljo.de gehen davon aus, dass vor allem dieser Auftritt eine enorme Nachfrage erzeugte. Beides zusammen reicht für einen Sprung nach vorn auf die 24. Neuer Bestwert für Wir sind wahr.
Das waren die Gewinner der Woche, die schon eine Weile in den Charts ihr Unwesen treiben. Natürlich gab es auch Neues in der Woche ab 2. Oktober. Gesamtsieger wurden Bon Jovi (im Download-Only-Bereich) und Scooter. Mit einem recht eindrucksvollen Start setzten sich auch die Editors durch. Mit Papillon bereiten sie ihr drittes Album In This Light And on this evening vor. Üblicherweise werden die Editors in die Schublade Indie-Rock gesteckt. Mit dem neuen Werk schauen sie allerdings ganz schön weit über den Tellerrand hinaus und bewegen sich ordentlich in Richtung Elektronik/Dark Wave. Und das scheint dann doch recht vielen zu gefallen. Papillon ist die dritte Single der Band und sie kann trotz limitierter Auflage als CD auf Platz 43 landen. Das ist deutlich besser als die beiden Chart-Vorgänger, die mehr oder weniger in den 80er Positionen versandeten.Vielleicht der Beginn einer doch längeren Erfolgsgeschichte?
Seine großen Erfolge hat der Jamba-Kuschelhase Schnuffel bereits hinter sich. Wir erinnern uns, im Frühjahr 2008 ging nichts ohne den Kuschel Song. Dann gab es noch ein, zwei, drei Häschen-Aufgüsse und seit Ende letzten Jahres war dann Ruhe. Nun aber wird es wieder kühler und früher dunkel, der Kuschelbedarf steigt und schon wird die Kunstfigur reanimiert. Die neue Single heißt Piep Piep, das dazugehörige Album Komm Kuscheln, ab jetzt im Handel. Das Schema wie gehabt: knuddelig-debilromatischer Kinderliedtext mit Klingeltechnosound. Funktioniert irgendwie immernoch, allerdings bei weitem nicht mehr so gut wie im Jahr 2008. Piep Piep startet auf Platz 54 – weit entfernt von dem was die Vorgänger bereits gebracht haben. Da hat es sich vermutlich bald ausgekuschelt.
Das komplette Gegenteil zum Kuschelhasen stellt die Band ASP dar. In der Mittelalter-Gothic-Rock-Szene sind sie eine feste Größe. Außerhalb dieses Kreises haben sie erst einmal etwas mehr Aufmerksam keit erhalten. Ende Oktober 2006 schoß ihre Single Ich bin ein wahrer Satan bis auf Platz 29 der deutschen Charts. Sehr schnell war der Titel dann auch wieder aus der Liste draußen – wie gesagt: es ist vor allem ein fester Kreis von Fans, der die CD kauft. Ähnlich verhält es sich mit ihren Alben. Seit 2005 erscheinen sie regelmäßig für ein bis zwei Wochen in den Verkaufsauswertungen auf und sind dann wieder verscwhunden. Eine Ausnahme bildete die CD Zaubererbruder im letzten Jahr. Vier Wochen, also einen kompletten Monat in der Liste und ein Platz 13 als Höchstplatzierung. Die Fangemeinde wächst also. Eventuell ist also auch das Auftauchen ihrer neuesten Single-Veröffentlichung Wer sonst? in den Charts ein Anzeichen dafür. Platz 56 zum Start kann allerdings noch nicht wirklich viel erzählen, die folgenden Veröffentlichungen werden zeigen wohin die Reise geht.
Wer sonst? ist natürlich eine düstere Mischung aus hartem Gitarrensound, Weltuntergangsszenario und der nicht ganz einfachen Aussage: „Du bist das Kettenglied, was zählt“. Gewaltige Bilder, die da zitiert werden. An vielen Stellen auch sehr offen für Interpretationen in alle möglichen Richtungen. Wir kennen diese Diskussionen und Vorwürfe von Rammstein, Oomph! etc. Wirkliche Lösungen gibt es dabei wohl kaum, denn wenn die Geschichten deutlicher und konkreter würden, dann würden sie vermutlich auch einen wesentlichen Teil ihres (Schauer-)Reizes verlieren.
Das Jahr 2009 ist (oder war?) eines, in welchem die Pet Shop Boys noch einmal ziemlich überraschen konnten. Nicht, dass sie jetzt die Überflieger der vergangenen Monate gewesen wären. Aber ihr Album Yes schaffte tatsächlich im Frühjahr eine Platzierung in den Albumcharts auf Position 4 – das beste Ergebnis für das Duo in den 2000ern. Die Leadsingle Love etc. konnte sich recht unerwartet bis auf Platz 12 durchsetzen und war ganze 16 Wochen präsent. Für einen Act, der seit etwa 25 Jahren im Geschäft ist schon eine beachtliche Leistung. Nun wurde aus dem Erfolgsalbum eine dritte Single ausgekoppelt. Beautiful People ist ein ruhiges Popstückchen mit vielen Streichern, romantisch verklärt und mit jeder Note zutiefst in den Hochzeiten der Pet Shop Boys verwurzelt. Einmal mehr lässt sich feststellen: diese Single im Jahr 1986 veröffentlicht wäre ein sicherer Top 5-Hit gewesen. Im Jahr 2009 reicht es noch für Platz 65 – sicher kein umwerfender Hit, zumindest aber ein Beweis, dass auch Soundtreue über Jahrzehnte Freunde findet. Seltsam ist für mich nur, dass Beautiful People nur in Deutschland veröffentlicht wird. Zu Ende gedacht würde das bedeuten: In Deutschland haben Neil Tennant und Chris Lowe den größten und treuesten Fankreis. Oder anders: einmal in Deutschland etabliert, lässt sich bis in alle Ewigkeiten mit dem gleichen Prinzip Musik verkaufen.
Bis in alle Ewigkeit – schönes Stichwort für unsere Rubrik: Evergreens / Moderne Klassiker. Was gab es denn in dieser Woche an auffälligen Rückkehrern? – Passend zum Nr.1-Ansturm von Lady GaGa steht auch die Single, mit der alles vor mehr als einem Jahr begann, wieder in den Charts: Just Dance. Fairerweise muss ihr Partner Colby O’Donis an dieser Stelle ebenfalls genannt werden, liefert er doch einen ganz wesentlichen Beitrag zum Hit. Ich erinnere mich: vor einem Jahr als Lady Gaga lediglich eine unbekannte Newcomerin war, da waren überall Lobeshymnen auf Just Dance zu finden. „Lady Gaga – die neue selbstbewusste Frau, die sowohl Hedonismus wie auch Startum mit kritischem Blick hinterfragt …“ So ähnlich stand es in schlauen Texten. Ob die selben AutorInnen heute genauso urteilen würden? Erfolg ist in Deutschlands Kritikerkreisen ja nicht so positiv besetzt. Wie auch immer: Just Dance schaffte vor einem Jahr immerhin eine Platzierung auf Rang 15, war ziemlich präsent ohne der Knaller schlechthin zu werden. Dann eroberte Lady Gaga den englischen Markt, stürmte mit Just Dance zum Jahresende bis an die Spitze der UK Top 40, und dann ging es auch in Deutschland mit dem Verkauf noch einmal nach oben. Den endgültigen Kick lieferte dann jedoch erst im März die Nachfolgesingle Poker Face, die Lady Gaga ja hierzulande ihre erste Nr.1 bescherte. Im Windschatten zog auch Just Dance noch einmal nach und erklomm Platz Nr.10. Im Juli, nach insgesamt 44 Chartwochen fiel Just Dance dann dauerhaft unter die magische Position 50 und wurde laut media control-Regeln aus der Wertung genommen. Nun sind drei Monate vergangen, die Sperrfrist ist abgelaufen, und Just Dance darf wieder notiert werden. Wird es auch sofort und steht auf einem unglaublichen Platz 69. Das bedeutet: in den kommenden neun Wochen wird uns Just Dance mit Sicherheit begleiten und am Ende zu den 20 Titeln gehören, die sich am längsten in den deutschen Charts aufhalten konnten.
Wieder dabei nach dreimonatiger Sperrfrist sind auch die Kings_Of_Leon mit Use Somebody. Existent ist die US-amerikanische Band seit 2000, ihre Alben konnten sich seit 2003 mehr oder weniger gut verkaufen. Am erfolgreichsten waren sie in Großbritannien, wo sie regelmäßig unter den Top 5 der Album-Charts zu finden waren. Der Durchbruch als Single-Act, also als Tageshit-Lieferanten, gelang ihnen im Spätsommer vergangenen Jahres, als Sex_On_Fire plötzlich die Spitze der britischen Charts erstürmte. Auch in Deutschland enterte der Titel dann (als reiner Download-Track) die Charts. Die Plattenfirma brauchte etwas Zeit um zu kapieren was da grad losging, die CD-Version wurde später nachgeschoben, brachte nicht den großen Schub, aber verhalf dem Titel immerhin zu einer Dauerpräsenz in den Charts die insgesamt 41 Wochen anhielt und mit Platz 33 im Juli diesen Jahres ihren Höhepunkt fand. In der letzten Woche war Sex_On_Fire noch auf der 56 notiert, fällt aber diese Woche unter die 3-Monats-Sperrklausel.
Use Somebody hatte im Vergleich zum Vorgänger einen wesentlich direkteren Start. Am 13. März wurde die Single zum ersten Mal auf Platz 18 notiert und stieg dann recht bald bis zum Platz 9. Für die Band eine erste Platzierung unter den Top 10 in Deutschland. Ganze 19 Wochen dauerte ihr Chartaufenthalt. In der Zwischenzeit wurde Use Somebody bereits mehrfach gecovert, am erfolgreichsten wohl von Pixie Lott, deren Version sich sogar in den britischen Songcharts platzieren konnte. Auch Kelly Clarkson nahm den Song in ihr Repertoire auf und sang ihn während ihrer diesjährigen Tour. In Deutschland ist nach wie vor die Originalversion von den Kings_Of_Leon am beliebtesten. Use Somebody steht in dieser Woche in seiner insgesamt 20. Chartwoche auf Platz 71.
Einer der Sommerpartyhits 2009 war ohne Zweifel Day ’N’ Nite von Kid Cudi im Remix der Italo-Boys Crookers. Bereits ab März gehörte der Track zum Standardrepertoire jeder coolen Tanzveranstaltung. Mehr oder weniger direkt setzte er sich dann auch in den größeren Discos durch und landete schließlich auch als kommerzieller Hit auf Platz 13 der deutschen Verkaufscharts. 17 Wochen dauerte der Spaß – jetzt ist der Titel zurück auf Platz 74. Und es macht irgendwie immer noch ordentlich Spaß sich durch die verschiedenen Versionen und Mix-Varianten zu hören.
Genau vor einem Jahr startete einer der großen Hits des vergangenen Winters in seine Chartkarriere. Do you remember Allein allein von der Dresdner Band Polarkreis 18? Genau! – Fünf Wochen Nr.1 zum Ende des Jahres 2008, Dauerpräsenz überall für die sechs smarten Jungs, nachfolgend Teilnahme beim „Bundesvision Song Contest“ und mit The Colour Of Snow ein weiterer Top 5-Hit. 40 Wochen lang ununterbrochen war Allein allein in den deutschen Charts platziert. Der auch auf der deutschen CD-Single veröffentlichte Remix durch die dänische Gruppe Nephew verschaffte Polarkreis 18 auch eine Top 3-Platzierung im Nachbarland Dänemark. Bemerkenswert am Rande vielleicht noch, dass Allein allein auch in den Charts von Israel eine Top 10-Platzierung erreichte. Nun also – Allein allein verkauft sich immer noch ganz gut, gehört praktisch zum Repertoire jeder Home-Party und steht in dieser Woche nach derZwangspause erneut auf Platz 78.
Mittlerweile auch bald ein Jahr lang immer wieder in den Charts ist Amsterdam in der Version von Axel Fischer feat. Cora. Der ursprünglich aus den 80ern stammende Titel gehört in der etwas trashig geratenen neuen Variante offensichtlich zu den Standards im Familienfeiern-Bierzelt-Mallorca-Business. In dieser Woche nach Ablaufen der Sperrzeit wieder drin auf der 91.
Zu den Rückkehrern gehören regelmäßig auch die Songs, welche bei diversen Casting-Shows interpretiert werden. Aktuell läuft auf Pro7 Popstars – Du & Ich. Am Donnerstag, den 1. Oktober, flimmerte der zweite Workshopteil aus Las Vegas über die Bildschirme. Dort gab es Balladenduette zu hören. Und am eindrucksvollsten waren offensichtlich Valentina und Andy, welche One interpretierten. Die Vorlage von Mary J Blige und U2 schafft nämlich im Nachgang einen Wiedereintritt in die Charts auf Platz 83. Der Titel stammt ganz ursprünglich vom 91er U2-Album Achtung Baby, war damals auch als Single veröffentlicht worden, konnte sich aber nicht in Deutschland platzieren. 14 Jahre später gab es die Neuauflage mit Mary J Blige als Duett-Partnerin, und da wurde der Titel dann wirklich zu einem großen Hit: Platz 6 in Deutschland und seitdem immer wieder mal in den Charts, zuletzt im januar 2007. Aktuell wie gesagt, Platz 83 – die höchste Platzierung seit dem ersten Chartaufenthalt 2006.
Den Titel „Häufigster Rückkehrer des Jahres 2009“ verdient sich gerade Metallica mit Nothing Else Matters. Bereits zum sechsten mal wird dieser Titel als Wiedereinstieg notiert. In dieser Woche auf Platz 84 – höchste Platzierung seit März – und insgesamt schon die 57. Chartwoche.
Zu den zeitgenössischen Klassikern gehört ohne Zweifel auch Bitter Sweet Symphony von The Verve. Original veröffentlicht im Jahr 1997 ist es wohl der bekannteste Titel der Britpop-Band. Immer wieder wurde es als Musik für Werbung eingesetzt oder irgendwie geremixt. Kein Wunder also, dass der Titel auch bei jeder Wiederkehr und Neuveröffentlichung der Band irgendwie eine Rolle spielt. So geschehen im letzten Jahr, als Love Is Noise und das Album Forth erschienen. In diesem Sommer gab es dann wieder aktuelle Trennungsgerüchte um die Band, gleich auch mit der Ankündigung, dass Teile der Band mit Musikern von Goldfrapp über ein neues Projekt namens The Black Ships nachdenken. Es soll zu dieser neuen Superband auch bereits eine mySpace-Seite existieren. – Alle diese Neuigkeiten werden aber wahrscheinlich nicht der Grund gewesen sein, warum plötzlich wieder verstärkt Nachfrage nach Bitter Sweet Symphony besteht. Ehrlich gesagt, ich kann es auch überhaupt nicht erklären, warum der Titel nun wieder auf der 93 notiert wird. Außer natürlich, dass er nach wie vor gut ist. Wahrscheinlich tauchte der Song in irgendeiner Fernseh-Show im Hintergrund auf … wer Genaueres weiß, kann sich ja mal bei mir melden. Ich freu mich in der Zwischenzeit über eine 21. Woche für diesen Titel in den Charts.
Teenie-Star Nr.1 und ständig in den Schlagzeilen ist Miley Cyrus. Letzte Meldungen waren: der Twitter-Account von Miley Cyrus wurde gelöscht. Von ihr selbst. Und: Ihr Papa mag ihren Freund nicht ... Das sind alles Sorgen. Aber es gibt auch News aus dem Bereich Entertainment. Zum Beispiel soll Mitte Oktober ihr neues Album The Time Of Our Lives erscheinen. Die Single daraus Party In The U.S.A. steht in ihrer Heimat den USA bereits auf der Nr.1. In Deutschland gibt es noch kein offizielles Datum. In diversen Blogs und Foren war mal vom 2. Oktober die Rede … Und dort kann man auch lesen, dass aufgrund der bescheuerten Veröffentlichungspolitik die meisten Fans ihre CDs ohenhin in den USA bestellen. Nun – was wirklich zu haben ist: Hannah Montana – der Film auf Blu Ray-Disc. Seit 8. Oktober steht das Ding im Verkauf. Tja, und der erfolgreichste Track daraus The Climb schafft es in dieser Woche auch wieder in die Verkaufscharts, auf Platz 97. Außerdem geht Supergirl nochmal einen Platz nach oben von der 71 auf die 70.
Und auch noch einmal drin, nach einer Woche Verschnaufpause ist Peter Fox mit Schwarz zu Blau. Es geht nochmal auf die 98. Etwas erfolgreicher ist (immer noch) Haus am See, welches in der 51. Woche ununterbrochen in den Charts steht und gerade von der 50 auf die 53 rutscht.
Ganz am unteren Ende der Charts gibt es in dieser Woche eine Band, die mit ihrer ersten Single debütiert. BLIND kommen aus Baden-Württemberg, existieren seit 2002 und haben bereits im letzten Jahr ihr Debüt-Album auf den Markt gebracht. Zu überregionaler Bekanntheit bringen sie es genau jetzt mit ihrer Single Half A Dream Away. Bei wikipedia wird ihr Stil als Alternativ-Rock bezeichnet. Ja, das kann man wohl gelten lassen. Handgemachte Rockmusik, raue Stimme, Gitarren und ein Schuss Romantik … das sind die Zutaten, die BLIND in dieser Woche auf die 94 der deutschen Verkaufscharts hieven.
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11.September 2009: David Guetta encore!
Und noch einmal kann ich schreiben: David Guetta ist der Mann der Woche. Am 4. September hatte das Video zu Sexy Chick Premiere, und schon in der Woche davor avanciert der Titel mit Akon als Sänger den höchsten Aufsteiger der Woche, es geht von der 9 auf die Position 2, wo er sich selber entthront. When Love Takes Over, der Überflieger mit Kelly Rowland rutscht von der 2 auf die 4. In Großbritannien schafften es beide Singles ja bis auf Platz 1, hier muss er (zumindest vorerst) mit der Vizeposition vorlieb nehmen. Mit nunmehr 14 Top 10 Wochen zieht er gleich mit Emilíana Torrini (Jungle Drum fällt von 5 auf 7) und gehört damit zu dem erfolgreichen Dutzend KünstlerInnen, die das im Jahr 2009 bisher vollbracht haben. Aber im Grunde ist sowieso ist alles Zucker für den DJ aus Frankreich. Und auch Akon hat mit Sexy Bitch ordentlich Grund zu feiern, denn er kehrt nach mehr als 4 Jahren wieder zurück ganz an die Spitze. Sexy Bitch ist nunmehr sein bestplatzierter Titel nach seinem Nr.1-Hit Lonely, welcher zwischen Mai und Juli 2005 ganze acht Wochen der bestverkaufte Titel war. Auf seiner Webpage kündigt David Guetta gerade seine nächste Single an mit dem Titel GRRRR. Es könnte für ihn also auch noch ein heißer Herbst folgen.
David Guetta auf der 2 , das heißt die alte Nr.1 ist die neue Nr.1: Marit Larsen beherrscht weiterhin den Verkauf. In einer dritten Woche steht If A Song Could Get Me You ganz oben auf der Liste. Ihr gleichnamiges Album muss in dieser Woche in den Album-Charts einen Platz abgeben und landet auf der Position 7. Gerade war auch ihr erster Auftritt im deutschsprachigen Raum, nämlich bei westwind 09 in Salzburg. Und passend dazu erklimmt sie auch in unserem Nachbarland nach einer Woche Pause erneut die Spitze. Es sieht also nach wie vor gut aus für Marit Larsen – nur ich habe langsam das Gefühl, dass ich eine Überdosis bekommen. Dafür kann ich aber Is It Love von ihr immer mehr leiden … vielleicht mal ein Anspieltipp …
Die Spitzengruppe wird komplettiert durch Gossip, die mit Heavy Cross nochmal einen Platz zulegen können und in ihrer zwölften Chartwoche nun erstmals unter den ersten drei stehen, nämlich auf der 3. Und für diesen Erfolg dürfte wohl auch der Auftritt bei Stefan Raab verantwortlich gemacht werden können. Es tut sich also etwas am oberen Ende der Charts, und ich vermute, dass sich dieser Trend auch nächste Woche fortsetzen wird.
Ganz ganz oben spielen sie im Single-Bereich zwar keine Rolle, aber unter den ersten 20 sind sie nach wie vor regelmäßig zu finden, die Söhne Mannheims. Ihre zweite Auskopplung aus dem Album Iz On heißt Ich wollt nur deine Stimme hörn, ein zärtlich stilles Lied, fast mit ein paar Folk-Anklängen (mich erinnert’s so ein bisschen an Irland), der Text eine richtig romantische Liebeserklärung in dem mich dieses eine mal nur das Wort ”auferstehen” stört. Aber insgesamt ein eingängiges Lied, fast unangestrengt, das gefällt mir besonders. Und zum Start landet die Single als höchster Neueinstieg auf Platz 14 und damit sogar noch einen Platz besser als der Vorgänger Iz On.
Bevor zu den anderen neuen Cds der Woche kommen, ist es mir eine Ehre, an dieser Stelle noch einmal La Roux zu feiern. Wie schon erwähnt, in den wirklich coolen Geschäften und Cafés gehört Bulletproof momentan zum MUSTBE. Und offensichltich sind auch Deutschlands MusikkäuferInnen von dem Duo überzeugt, Bulletproof klettert in der dritten Chartwoche in die Top 20, von der 24 geht es auf die 19. Toll!
In der vergangenen Woche habe ich über eine Flut von neuen deutschen Produktionen schreiben können. Und auch in dieser Woche geht es den Veröffentlichungen aus Deutschland im Schnitt wesentlich besser als den internationalen Veröffentlichungen. Die Söhne Mannheims liefern den erfolgreichsten CD-Start der Woche 28. August bis 3. September, und gleich dahinter folgt Bushido produziert Sonny Black & Frank White. Dieses Duo ist kein unbekanntes in Deutschland, 2002 traten sie auf die Bildfläche mit dem Album Carlo, Cokxxx, Nutten, welches auf wikipedia als ”eines der einflussreichsten Alben des deutschsprachigen Gangster-Rap” bezeichnet wird. Die Zusammenarbeit zwischen Bushido und Fler (denn niemand anderes ist Frank White) sollte mit einem Teil 2 im Jahr 2004/05 fortgesetzt werden, aber dann kam es zum Streit zwischen den beiden Rappern und statt Frank White war dann Saad zu hören. All das ist mittlerweile Geschichte. Bushido und Fler haben sich ausgesprochen und ihre neue Freundschaft offiziell besiegelt, indem sie sich in ihren myspace-Auftritten gegenseitig als Freunde auf Platz 2gelistet haben. Tja, und nun gibt es auch das musikalische Freundschaftszeugnis: Carlo, Cokxxx, Nutten 2 – dieses mal tatsächlich unter dem Label Sonny Black & Frank White. Soweit also zum Rap-Gossip. Musikalisch gibt es als Appetitmacher auf das Album seit 28. August die Single Eine Chance / Zu Gangsta. Das ist dann also Gangster-Rap aus Deutschland, harte Männer die ihr Schicksal beschreiben, aber eigentlich ist alles was da so passiert von außen erzwungen oder das System ist schuld. Immerhin gibt es auch ein oder zwei fast zärtliche Zeilen, wenn sich beide Rapper dann mehr oder weniger direkt eingestehen, dass sie sich ja irgendwo doch lieben. Aber hallo, dürfen jetzt auch Machos (sogar aus arabischen Kontexten) weiche Seiten haben? Da passiert ja direkt was in der Szene. Musikalisch spiegelt sich das nicht unbedingt wieder, da passiert nicht allzu viel überraschendes. Das Comeback der beiden Rapper kann in Deutschland ganz gut punkten. media control meldet in der Woche der Veröffentlichung Platz 26. Für beide ist es der jeweils dritte platzierte Titel im Jahr 2009. Bushido kann nicht wirklich an das anschließen, was Ende letzten Jahres mit Für immer jung als Vorgabe da steht (die Digital-Single Kennst du die Stars mit Oliver Pocher tu ich an dieser Stelle mal als irregulär ab). Fler dagegen hat mit diesem Titel für dieses Jahr erstmal eine Bestplatzierung eingefahren.
Musik aus Deutschland, das heißt dann recht oft auch Schlager/Gassenhauer/Mallorca-Hit. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine Produktion aus dieser (sehr weiten) Schublade, die Charts entert. In dieser Woche meldete sich beispielsweise ein Urgestein aus den 80ern zurück. Christian Franke hatte 1981/82 drei veritable Hits. Mit Ich wünsch dir die Hölle auf Erden erreichte er damals sogar die Top 10 und kam bis auf Platz 7. Dann war es mehr oder weniger still um ihn, bzw. gelang ihm kein Anschluss im kommerziellen Sinne. Produktionstätigkeiten und Anfang der 2000er ein versuchtes Comeback … so weit die Story. In diesem Jahr nun legt er mit Geh nicht fort (Guardian Angel) erneut einen Versuch vor. Und diesmal funktioniert die Rückkehr in die Liste. Warum, das frage ich mich an dieser Stelle ganz ernsthaft. Der Titel klingt unglaublich Oldschool und unzeitgemäß, das hätte porblemlos so auch 1983 erscheinen können und wäre da schon nicht besonders innovativ gewesen. Auf der CD gibt es natürlich auch zwei Dance-Versionen, die per Beat immerhin verraten, dass es sich um ein Produkt der Jetztzeit handelt. Offensichtlich gibt es aber doch eine zumindest kleine Käuferschicht, welche genau diesen Sound (ihrer Jugend?) sucht. Knapp 30 Jahre gab es einfach nicht, muss auch eine schlimme Zeit gewesen sein … ich für meine Teile wünsche mich nicht in die Anfangs-80er zurück. Nun … Christian Franke also ist wieder da, nach mehr als 26 Jahren Chartabstinenz auf Platz 90. Im Jahr 209 war allerdings schon ein Künstler länger nicht mehr notiert: Chris Andrews nämlich war fast 40 Jahre nicht in der Liste präsent bevor er sich in diesem Jahr in Kooperation mit Tobee und Pretty Belinda – Schlauchboot wieder in Szene setzen konnte.
Natürlich gibt es auch ein paar internationale Musikproduktionen in dieser Woche abzufeiern. Am erfolgreichsten schneidet dabei Material aus den USA ab, und von da ein kleines All-Star-Project. Keri Hilson legt als zweite Auskopplung aus ihrem Album In A Perfect World … die Kollaboration mit Kanye West & Ne-Yo Knock You Down vor. Produziert wurde der Titel von Danja und er ist richtig gut, jedenfalls wesentlich charismatischer als der Vorgänger Return The Favor mit Mentor Timbaland. In den USA und Großbritannien wurde Knock You Down dementsprechend mit Platz 3 bzw. 5 auch der erfolgreichste Track von Keri Hilson (in welchem sie als Lead-Artist auftritt). In Deutschland sieht es dagegen ein wenig anders aus. Zwar – wie schon angeführt – ist es die erfolgreichste nicht-deutsche Produktion der Woche, aber Platz 30 zum Start liegt doch eindeutig hinter dem Ergebnis von Return The Favor (Platz 21).
Kanye West kann sich in dieser Woche gleich doppelt freuen. Denn nicht nur durch den Erfolg von Keri hilson steht er wieder einmal in den Charts – nein – auch bei dem neuen Track von Kid Cudi gehört er zum Line-Up. Neben ihm durften auch Common und A-Trak jeweils einen Part zu Make Her Say beitragen. Da gibt es jetzt also eine ganze Menge zu erzählen. Vielleicht zuerst mal zum Track selber: der ist nämlich frech, witzig, geil, einfallsreich ... und im Afrojack-Remix sogar hypnotisch. In diesem Fall kann man nur sagen: viele Köche machen ein Supergericht. Und dass das Ganze dann beginnt mit einem Lady GaGa-Zitat ist nochmal mehr großartig. Aus Poker Face wird Poke Her Face wird Make Her Say … Ach, und die ganzen anderen Zitate und Anspielungen kann man gar nicht aufzählen … hört’s euch an, genießt es, seid glücklich. Kid Cudi legt mit diesem Track also einen ordentlichen Nachfolger zu Day ’N’ Nite hin, dass im Remix von Crookers im Frühsommer ja ordentlich einschlug und noch jetzt überall zu hören ist. Make Her Say könnte auch so etwas wie ein Appetitmacher auf das kommende Album Man On The Moon: The End Of Day sein, dass ab dem 15. September zu haben sein wird. Aber … Make Her Say ist doch wirklich lediglich als Digitaltrack erhältlich. Schande! Und da kommt jetzt auch das große Dilemma. Denn, egal wie geil der track ist, er schafft es im Moment nur auf Platz 99. Oh oh, das würde ich mal ordentlich unterbewertet nennen. Und so kommt es also, dass Rapper Common mit seiner zweiten Chartperformance sogar noch schlechter abschneidet als beim ersten Mal (2007 stand er nämlich an der Seite von Joss Stone für eine Woche auf der 96). Und der kanadische DJ A-Trak hat jetzt sogar sein Debüt auf der vorletzten Position. Ich sags nochmal: What a shame!
Kommerziell erfolgreichste nicht-deutsche Europäerin ist in dieser Woche Stefanie Heinzmann. Die Schweizerin gehörte im vergangenen Jahr zu den erfolgreichsten Newcomern und war 2008 so gut wie dauerpräsent. Für den 11. September ist ihr zweites (eigentlich schon ihr drittes) Album angekündigt: Roots To Grow. Und daraus gibt es jetzt die Single No one (Can Ever Change My Mind. Aber, das was sich da im CD-Player dreht ist leider leider gar nicht wirklich neu. Stefanie klingt immer noch nach Stefanie Heinzmann, was an sich auch schön ist. Auch der Song selber ist nicht schlecht, nur eben … alles schon zur Genüge gehört . Im letzten Jahr. Schade, dass sich Stefanie Heinzmann nicht traut, doch den einen oder anderen Schritt zu gehen. Ihre letzte Single, die Cover-Version des Metallica-Titels The Unforgiven hatte da eigentlich mehr versprochen. Hmmm – Stefanie Heinzmann also wieder da. Platz 38 in der Woche der Erstveröffentlichung, ich würd sagen, das sind harte Fans, die alles kaufen, egal wie zeitgemäß das ist.
Wachsender Nachfrage sieht sich auch der Münchner Bürgermeista gegenüber. In der letzten Woche war seine Single Locker Macha auf der 64 eingestiegen. Natürlich wurden dadurch diverse Medien auf den Titel aufmerksam und übernahmen ihn in ihre Playlists. Auf Bayern 3 zum Beispiel stieg der Titel direkt auf Platz 4 der ”Schlager der Woche” ein. Die anderen bundesdeutschen Radios zögern da noch ein wenig, aber ich schätze, das wird sich rasch ändern, denn Locka Macha geht wirklich ins Ohr. In dieser Woche steigt der Titel in den media control-Charts von der 64 auf die 39.
Tja und was gab es sonst noch so an aktuellen Ereign issen? Zum Beispiel startet(e) ab 12. September die dritte Staffel der Disney-Serie Hannah Montana auf Super RTL. Rechtzeitig zum Start der Free-TV-Premiere gibt es auch eine CD-Single von eben Hannah Montana. Ganz selbstbewusst ist diese Supergirl betitelt und drin steckt ein ordentlicher Tennie-Rock-Song. Vielleicht ein bisschen zu sehr amerikanisch, aber dafür kommt es ja auch von Disney. Für die Kunstfigur ist dies die zweite Single in den Charts und mit Platz 42 das beste Ergebnis jemals. Miley Cyrus, welche hinter der Figur steckt, hat bereits fünf weitere Titel auf ihrem Konto stehen und war vor ziemlich genau einem Jahr mit 7 Things sogar schon unter den ersten 20 platziert.
Zu den Ereignissen mit den größten Auswirkungen auf den Musikkonsum gehört die Veröffentlichung der neuen KONTOR. Top of the Clubs-Compilation. Es ist die vierte für 2009 und wiedereinmal hat das Label alles das versammelt, was so momentan auf den Dancefloors läuft. Der Paketpreis für die Gesamtzusammenstellung mit 40 Titeln beträgt bei amazon knapp 10 EUR. Aber eine Menge Leute haben offensichtlcih keine Lust auf das komplette Paket und picken sich lediglich ihre Lieblingseinzeltracks heraus. Und das sieht dann so aus, dass sich eine Reihe von Dance-Tracks in dieser Woche in die Liste mischen.
Deutsche Produktionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Seit einiger Zeit treibt zum Beispiel mal wieder Michael Mind sein Unwesen auf den Dancefloors des Landes. Seine Version von Gotta Let You Go hat es bereits bis in die Top 10 der DJ-Playlist geschafft und ist nun auch auf CD erhältlich (auf der KONTOR-Compilation ist es der Eröffnungstitel). Das Original stammt von dem Projekt Dominica, die damit ihren einzigen Hit einfahren konnten. Ursprünglich erschien der Titel 1994 auf Outland records. Mehr oder weniger wurde der Titel ein Hit im damaligen House-Underground und schaffte es auf zahlreiche Kompilationen. Im Jahr 2000 wurde dann das Ganze nochmal aufgelegt, ein bisschen aufpoliert und dann ging es auch in die deutschen Charts, immerhin bis zum Platz 81. Nun hat also Herr Kindervater alias Michael Mind den Track nochmal neu arrangiert und einen 2009er Clubtrack draus gemacht. Nicht wahnsinnig aufregend, im Club funktionierts allerdings offensichtlich ganz gut. Platz 58 in der ersten Woche nach Veröffentlichung, immerhin die höchste Platzierung jemals für diesen Titel und Michael Mind pirscht sich zum dritten Mal in diesem Jahr an die Position 50 heran.
Einen zweiten Titel für 2009 lanciert der Schweizer DJ David May. Nachdem er im Frühjahr mit Superstar schon mal auf sich aufmerksam machen konnte, meldet er sich nun zurück mit I’ll Be Watching You. Dabei handelt es sich mehr oder weniger um eine Coverversion von Every Breath You Take mit welchem The Police 1983 ihren einzigen Top 10-Hit in Deutschland einfahren konnten. Damals landete der Titel auf Platz 8. Zum Klassiker wurde der Titel allerdings erst durch Puff Daddy feat. Faith Evans & 112, die das Gitarrenintro für ihren Hit I’ll Be Missing You benutzten und damit 1997 einen weltweiten Nr.1-Hit feiern konnten. Die Version 2009 heißt bei David May nun ganz ähnlich, nämlich I’ll Be Watching You und für den Gesangspart verpflichtete er den Sänger Kelvin Scott. Über den habe ich aber leider gar nichts herausfinden können. Die Produktion selber … nun ja, auch dies ist ein wieder recht durchschnittlicher Mix, alles dabei was 2009 gang und gäbe ist, es schrammelt schön vor sich hin, der wirklich einmalige Kick bleibt aber aus. Der Titel ist nur bei Kontor und nur in digitaler Version erhältlich und krabbelt in den verschiedenen DJ-Listen zwischen den Plätzen 25 und 50 herum. Für den 18. September sind weitere Remixe angekündigt, da könnte es dann nochmal in der Nachfrage einen Schub geben. Derweil steht David May in der media control-Liste auf der Position 63, nicht soo schlecht für einen reinen Download-Titel.
Ebenfalls einen zweiten Hit als Solo-Produzent (nach Erfolgen mit Master Blaster oder auch den Vinylshakerz) landet momentan der Dortmunder DJ und Produzent Rico Bernasconi. Anfang des Sommers war er mal ganz kurz mit Love Deep Inside präsent. So ganz richtig wollte es zumindest in den Verkäufen aber nicht nach vorn gehen. Eine Woche auf der Position 90 war schon alles. Seit 21. August gibt es nun bei seinem Label Starshit rec. Cruel summer, ein Remix des Hits von Ace Of Base aus dem Jahr 1998. Das Original ist allerdings noch ein wenig älter. Es stammt nämlich aus dem Jahr 1983 und wurde von einer der ersten Girlgroups, nämlich von Bananarama gesungen. Diese Version schaffte auch die bislang erfolgreichste Platzierung des Titels, es ging nämlich bis zum Platz 24. Die neue Version arbeitet nur vorsichtig mit dem aktuellen Schrammelsound, das ist ganz schön. Platz 69 nach dem Start als Download-Titel in den media control-Charts und für Ace Of Base nach mehr als 6 Jahren der erste offizielle Hit wieder in den Charts.
Ein Mini-Sommerhit war 2009 auch Rockstroh mit Licht. Und die Euphorie geht weiter. Immer noch hört man hier und dort den Titel (dessen Text ich immer noch für reichlich beknackt halte). Tja, und also geht’s dann als Teil der KONTOR-Compilation auch mal wieder rein in die deutsche Liste, denn die neun Wochen sind noch nicht voll. Aktuell auf Platz 86 – seit Ende Juni war Rockstroh nicht mehr so hoch platziert und wir können davon ausgehen, dass in dieser Woche vor allem der Michael Mind-Remix seine Käufer gefunden hat.
Wenn wir über Dancefloor reden, dann gehört einer im Moment unbedingt dazu: der niederländische DJ Fedde le Grand. Im vergangenen Jahr lieferte er in Zusammenarbeit mit Ida Corr DEN Clubtrack schlechthin: Let Me Think About It. Ein Dauerbrenner, der auch in diesem Jahr noch gerne mal in den aktuellen Listen auftaucht. Fedde le Grand besticht in seinen Produktionen, dass sie auf gängige Sounds auch gern mal verzichten. Trotzdem sind sie jeweils absolut zeitgemäß und treffen die Stimmung des Augenblicks meist sehr genau. Für viele scheint das allerdings zu anspruchsvoll. Nach Let Me Think About It schaffte es bisher kein Titel so richtig, sich bei den Massen durchzusetzen. Im Sommer 2008 war es The Creeps, welches nicht weiter als bis Platz 82 kam, im Juni diesen Jahres stand das großartige Scared Of Me zwei Wochen lang in der Liste, ebenfalls nicht höher notiert als Platz 80. Der neue Track heißt Let Me Be Real, und wieder ist es eine Zusammenarbeit mit dem Sänger Mitch Crown. Wie es sich für einen ordentlichen Clubtrack gehört, gibt es verschiedene Mixe, bestechend ist zum Beispiel der von Piticu’, der einen hypnotischen Beep mit zurückgenommenem Schrammelsound kombiniert , ein paar Filtervocals einsetzt und auch nicht mit 80ies Apeal spart. Tolle Mischung! Laut Homepage des Künstlers gibt es Let Me Be Real seit 31. August auf Tonträger, in den einschlägigen Versandhäusern habe ich allerdings keine Cds oder auch Vinyls gefunden. Gehe ich also davon aus, dass es sich um eine Digitalveröffentlichung handelt. Plus Platz auf der KONTOR-Compilation geht es mit den Online-Umsätzen auf Platz 89 in die Auswertung. Ich wünschte mir noch eine ganze Menge Positionen mehr. Vielleicht generiert ja die für den 14. September angekündigte Veröffentlichung des Albums OUTPUT noch ein wenig mehr Interesse für den Einzeltrack.
Genug Clubsound, genug KONTOR-Effekt: Aus der VIVA-Rotation kennen wir die schwedische Band Lovestoned. Sie haben sich einen Titel der österreichischen Band Rising Girl aus dem Jahr 2005 genommen und in einen Pop-Raggea-Sommersong verwandelt. Und so geht Rising Girl denn nun auch in den Verkauf und in die Charts, auf Platz 54. Debüt für die Band … und ich sag mal: das war’s dann auch.
Zweite Singleauskopplung von Metro Station. Der Titel heisst Seventeen Forever und es schließt ziemlich genau da an, wo Vorgänger Shake It aufgehört hat. Allerdings ist es nicht ganz so eingängig. Und so startet die Single dann auch nur auf Platz 61.
Und dann ist es mal Zeit für die Rubrik ”Moderne Klassiker”. Und in dieser Woche war es die zweite Folge der neuen Popstars-Staffel, die uns den Klassiker der Woche bescherte. Da darf nämlich Colbie Caillat die Wackelkandidaten coachen, selbstverständlich mit Songs, die sie selber bekannt gemacht hat. Die Wahl bestand zwischen ihrem aktuellen Hit Fallin’ For You, der dann auch sofort nachgefragt ist und von der 20 auf die 16 steigt – neuer Bestwert – , oder die Kandidat_Innen versuchen sich an dem Top 10-Hit Bubbly aus dem Jahr 2007. Und dieser steigt dann in dieser Woche auch wieder ein in die media control-Liste und landet auf der 72.
Erfolgreichster Dauerbrenner in jeder Hinsicht ist und bleibt Peter Fox. Nach wie vor treibt sich sein Haus am See als erfolgreichster Titel in den Charts herum. Es geht in dieser Woche noch einmal einen Platz von der 34 auf die 33 nach oben, mittlerweile in der 46. Woche hintereinander notiert. Und nach dreimonatiger Zwangspause entert nun auch wieder seine letzte Single Schwarz zu Blau die Liste. Im Februar, nach dem Sieg bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest, war der Titel bis auf Platz 3 gestiegen, die höchste Platzierung, die Peter Fox überhaupt erreichen konnte. Nun ist Schwarz zu Blau wieder drin auf Platz 75, und es ist immer noch ein mitreißender Titel. (Auch unbedingt mal ausprobieren den Dem Bwoy Deh Riddim Remix!
Auch zurückkehrend aus der Zwangspause Amy Macdonald. Ihr Hit This Is The Life befand sich vor genau einem Jahr noch auf langsam steigendem Kurs und belegte Platz 6 in der Hitliste. Ganze 46 Wochen war der Titel notiert, ehe er am 12. Juni zum vorerst letzten mal auftauchte. Und nun kehrt er zurück und steht auf Platz 77. Nach langer Pause diesen modernen Gassenhauer mal wieder zu hören ist sogar ganz schön.
Moderne Klassiker, Evergreens … dazu gehört im Moment auch der fast komplette Back-Katalog von Michael Jackson. Ja, auch zweieinhalb Monate nach seinem Tod, ist die Trauer um den King of Pop noch groß und seine Hits gehören in jedes wohlsortierte Radioprogramm und offensichtlich auch noch auf eine Menge von iPods und mp3-Playern. In der vergangenen Woche waren es immerhin noch acht Titel, die sich unter den umsatzstärksten 100 Titeln behaupten konnten, zwar alle in der unteren Hälfte der Liste, aber immerhin. Diese acht Titel sind nun mit dieser Woche nicht mehr notiert, da sie neun Wochen lang platziert waren und die letzten beiden Wochen eben unterhalb der Position 50 standen. Und die chartregeln besagen, dass diese Titel für die kommenden drei Monate aus der Wertung genommen werden. Damit gibt es etwas Luft und … ja, andere Michael Jackson-Songs, die schon vorher die Auflistung verlassen hatten, kehren wieder zurück in die Charts. Als bester Titel schneidet dabei in dieser Woche Will You Be There aus dem Jahr 1993 ab. Zur Rekapitulierung: dieser Titel war die achte Singleauskopplung aus dem Album Dangerous und schaffte trotzdem noch eine beachtliche Platzierung auf der 12. Er war unter anderem im Soundtrack zu Free Willy zu hören. Nun kehrt Will You Be There also noch einmal zurück und steht in der 30. notierten Woche auf Platz 93.
Der zweite Titel, der von Michael Jackson zurückkehren kann, ist Black Or White. Auch dieser stammt aus dem Dangerous-Album, genauer gesagt war es sogar die Single, welche vorab ausgekoppelt wurde und Michael Jackson direkt in die 90er Jahre beförderte. In Deutschland erreichte der Titel 1991 die Position 2. In dieser Woche wird er noch einmal notiert auf der 95 und schon in der nächsten Woche wird er nicht mehr dabei sein, denn in diesem Sommer ist es die neunte Woche, die der Titel gezählt wird. Insgesamt kann Black Or White auf 33 Chartwochen verweisen.
David Guetta auf der 2 , das heißt die alte Nr.1 ist die neue Nr.1: Marit Larsen beherrscht weiterhin den Verkauf. In einer dritten Woche steht If A Song Could Get Me You ganz oben auf der Liste. Ihr gleichnamiges Album muss in dieser Woche in den Album-Charts einen Platz abgeben und landet auf der Position 7. Gerade war auch ihr erster Auftritt im deutschsprachigen Raum, nämlich bei westwind 09 in Salzburg. Und passend dazu erklimmt sie auch in unserem Nachbarland nach einer Woche Pause erneut die Spitze. Es sieht also nach wie vor gut aus für Marit Larsen – nur ich habe langsam das Gefühl, dass ich eine Überdosis bekommen. Dafür kann ich aber Is It Love von ihr immer mehr leiden … vielleicht mal ein Anspieltipp …
Die Spitzengruppe wird komplettiert durch Gossip, die mit Heavy Cross nochmal einen Platz zulegen können und in ihrer zwölften Chartwoche nun erstmals unter den ersten drei stehen, nämlich auf der 3. Und für diesen Erfolg dürfte wohl auch der Auftritt bei Stefan Raab verantwortlich gemacht werden können. Es tut sich also etwas am oberen Ende der Charts, und ich vermute, dass sich dieser Trend auch nächste Woche fortsetzen wird.
Ganz ganz oben spielen sie im Single-Bereich zwar keine Rolle, aber unter den ersten 20 sind sie nach wie vor regelmäßig zu finden, die Söhne Mannheims. Ihre zweite Auskopplung aus dem Album Iz On heißt Ich wollt nur deine Stimme hörn, ein zärtlich stilles Lied, fast mit ein paar Folk-Anklängen (mich erinnert’s so ein bisschen an Irland), der Text eine richtig romantische Liebeserklärung in dem mich dieses eine mal nur das Wort ”auferstehen” stört. Aber insgesamt ein eingängiges Lied, fast unangestrengt, das gefällt mir besonders. Und zum Start landet die Single als höchster Neueinstieg auf Platz 14 und damit sogar noch einen Platz besser als der Vorgänger Iz On.
Bevor zu den anderen neuen Cds der Woche kommen, ist es mir eine Ehre, an dieser Stelle noch einmal La Roux zu feiern. Wie schon erwähnt, in den wirklich coolen Geschäften und Cafés gehört Bulletproof momentan zum MUSTBE. Und offensichltich sind auch Deutschlands MusikkäuferInnen von dem Duo überzeugt, Bulletproof klettert in der dritten Chartwoche in die Top 20, von der 24 geht es auf die 19. Toll!
In der vergangenen Woche habe ich über eine Flut von neuen deutschen Produktionen schreiben können. Und auch in dieser Woche geht es den Veröffentlichungen aus Deutschland im Schnitt wesentlich besser als den internationalen Veröffentlichungen. Die Söhne Mannheims liefern den erfolgreichsten CD-Start der Woche 28. August bis 3. September, und gleich dahinter folgt Bushido produziert Sonny Black & Frank White. Dieses Duo ist kein unbekanntes in Deutschland, 2002 traten sie auf die Bildfläche mit dem Album Carlo, Cokxxx, Nutten, welches auf wikipedia als ”eines der einflussreichsten Alben des deutschsprachigen Gangster-Rap” bezeichnet wird. Die Zusammenarbeit zwischen Bushido und Fler (denn niemand anderes ist Frank White) sollte mit einem Teil 2 im Jahr 2004/05 fortgesetzt werden, aber dann kam es zum Streit zwischen den beiden Rappern und statt Frank White war dann Saad zu hören. All das ist mittlerweile Geschichte. Bushido und Fler haben sich ausgesprochen und ihre neue Freundschaft offiziell besiegelt, indem sie sich in ihren myspace-Auftritten gegenseitig als Freunde auf Platz 2gelistet haben. Tja, und nun gibt es auch das musikalische Freundschaftszeugnis: Carlo, Cokxxx, Nutten 2 – dieses mal tatsächlich unter dem Label Sonny Black & Frank White. Soweit also zum Rap-Gossip. Musikalisch gibt es als Appetitmacher auf das Album seit 28. August die Single Eine Chance / Zu Gangsta. Das ist dann also Gangster-Rap aus Deutschland, harte Männer die ihr Schicksal beschreiben, aber eigentlich ist alles was da so passiert von außen erzwungen oder das System ist schuld. Immerhin gibt es auch ein oder zwei fast zärtliche Zeilen, wenn sich beide Rapper dann mehr oder weniger direkt eingestehen, dass sie sich ja irgendwo doch lieben. Aber hallo, dürfen jetzt auch Machos (sogar aus arabischen Kontexten) weiche Seiten haben? Da passiert ja direkt was in der Szene. Musikalisch spiegelt sich das nicht unbedingt wieder, da passiert nicht allzu viel überraschendes. Das Comeback der beiden Rapper kann in Deutschland ganz gut punkten. media control meldet in der Woche der Veröffentlichung Platz 26. Für beide ist es der jeweils dritte platzierte Titel im Jahr 2009. Bushido kann nicht wirklich an das anschließen, was Ende letzten Jahres mit Für immer jung als Vorgabe da steht (die Digital-Single Kennst du die Stars mit Oliver Pocher tu ich an dieser Stelle mal als irregulär ab). Fler dagegen hat mit diesem Titel für dieses Jahr erstmal eine Bestplatzierung eingefahren.
Musik aus Deutschland, das heißt dann recht oft auch Schlager/Gassenhauer/Mallorca-Hit. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine Produktion aus dieser (sehr weiten) Schublade, die Charts entert. In dieser Woche meldete sich beispielsweise ein Urgestein aus den 80ern zurück. Christian Franke hatte 1981/82 drei veritable Hits. Mit Ich wünsch dir die Hölle auf Erden erreichte er damals sogar die Top 10 und kam bis auf Platz 7. Dann war es mehr oder weniger still um ihn, bzw. gelang ihm kein Anschluss im kommerziellen Sinne. Produktionstätigkeiten und Anfang der 2000er ein versuchtes Comeback … so weit die Story. In diesem Jahr nun legt er mit Geh nicht fort (Guardian Angel) erneut einen Versuch vor. Und diesmal funktioniert die Rückkehr in die Liste. Warum, das frage ich mich an dieser Stelle ganz ernsthaft. Der Titel klingt unglaublich Oldschool und unzeitgemäß, das hätte porblemlos so auch 1983 erscheinen können und wäre da schon nicht besonders innovativ gewesen. Auf der CD gibt es natürlich auch zwei Dance-Versionen, die per Beat immerhin verraten, dass es sich um ein Produkt der Jetztzeit handelt. Offensichtlich gibt es aber doch eine zumindest kleine Käuferschicht, welche genau diesen Sound (ihrer Jugend?) sucht. Knapp 30 Jahre gab es einfach nicht, muss auch eine schlimme Zeit gewesen sein … ich für meine Teile wünsche mich nicht in die Anfangs-80er zurück. Nun … Christian Franke also ist wieder da, nach mehr als 26 Jahren Chartabstinenz auf Platz 90. Im Jahr 209 war allerdings schon ein Künstler länger nicht mehr notiert: Chris Andrews nämlich war fast 40 Jahre nicht in der Liste präsent bevor er sich in diesem Jahr in Kooperation mit Tobee und Pretty Belinda – Schlauchboot wieder in Szene setzen konnte.
Natürlich gibt es auch ein paar internationale Musikproduktionen in dieser Woche abzufeiern. Am erfolgreichsten schneidet dabei Material aus den USA ab, und von da ein kleines All-Star-Project. Keri Hilson legt als zweite Auskopplung aus ihrem Album In A Perfect World … die Kollaboration mit Kanye West & Ne-Yo Knock You Down vor. Produziert wurde der Titel von Danja und er ist richtig gut, jedenfalls wesentlich charismatischer als der Vorgänger Return The Favor mit Mentor Timbaland. In den USA und Großbritannien wurde Knock You Down dementsprechend mit Platz 3 bzw. 5 auch der erfolgreichste Track von Keri Hilson (in welchem sie als Lead-Artist auftritt). In Deutschland sieht es dagegen ein wenig anders aus. Zwar – wie schon angeführt – ist es die erfolgreichste nicht-deutsche Produktion der Woche, aber Platz 30 zum Start liegt doch eindeutig hinter dem Ergebnis von Return The Favor (Platz 21).
Kanye West kann sich in dieser Woche gleich doppelt freuen. Denn nicht nur durch den Erfolg von Keri hilson steht er wieder einmal in den Charts – nein – auch bei dem neuen Track von Kid Cudi gehört er zum Line-Up. Neben ihm durften auch Common und A-Trak jeweils einen Part zu Make Her Say beitragen. Da gibt es jetzt also eine ganze Menge zu erzählen. Vielleicht zuerst mal zum Track selber: der ist nämlich frech, witzig, geil, einfallsreich ... und im Afrojack-Remix sogar hypnotisch. In diesem Fall kann man nur sagen: viele Köche machen ein Supergericht. Und dass das Ganze dann beginnt mit einem Lady GaGa-Zitat ist nochmal mehr großartig. Aus Poker Face wird Poke Her Face wird Make Her Say … Ach, und die ganzen anderen Zitate und Anspielungen kann man gar nicht aufzählen … hört’s euch an, genießt es, seid glücklich. Kid Cudi legt mit diesem Track also einen ordentlichen Nachfolger zu Day ’N’ Nite hin, dass im Remix von Crookers im Frühsommer ja ordentlich einschlug und noch jetzt überall zu hören ist. Make Her Say könnte auch so etwas wie ein Appetitmacher auf das kommende Album Man On The Moon: The End Of Day sein, dass ab dem 15. September zu haben sein wird. Aber … Make Her Say ist doch wirklich lediglich als Digitaltrack erhältlich. Schande! Und da kommt jetzt auch das große Dilemma. Denn, egal wie geil der track ist, er schafft es im Moment nur auf Platz 99. Oh oh, das würde ich mal ordentlich unterbewertet nennen. Und so kommt es also, dass Rapper Common mit seiner zweiten Chartperformance sogar noch schlechter abschneidet als beim ersten Mal (2007 stand er nämlich an der Seite von Joss Stone für eine Woche auf der 96). Und der kanadische DJ A-Trak hat jetzt sogar sein Debüt auf der vorletzten Position. Ich sags nochmal: What a shame!
Kommerziell erfolgreichste nicht-deutsche Europäerin ist in dieser Woche Stefanie Heinzmann. Die Schweizerin gehörte im vergangenen Jahr zu den erfolgreichsten Newcomern und war 2008 so gut wie dauerpräsent. Für den 11. September ist ihr zweites (eigentlich schon ihr drittes) Album angekündigt: Roots To Grow. Und daraus gibt es jetzt die Single No one (Can Ever Change My Mind. Aber, das was sich da im CD-Player dreht ist leider leider gar nicht wirklich neu. Stefanie klingt immer noch nach Stefanie Heinzmann, was an sich auch schön ist. Auch der Song selber ist nicht schlecht, nur eben … alles schon zur Genüge gehört . Im letzten Jahr. Schade, dass sich Stefanie Heinzmann nicht traut, doch den einen oder anderen Schritt zu gehen. Ihre letzte Single, die Cover-Version des Metallica-Titels The Unforgiven hatte da eigentlich mehr versprochen. Hmmm – Stefanie Heinzmann also wieder da. Platz 38 in der Woche der Erstveröffentlichung, ich würd sagen, das sind harte Fans, die alles kaufen, egal wie zeitgemäß das ist.
Wachsender Nachfrage sieht sich auch der Münchner Bürgermeista gegenüber. In der letzten Woche war seine Single Locker Macha auf der 64 eingestiegen. Natürlich wurden dadurch diverse Medien auf den Titel aufmerksam und übernahmen ihn in ihre Playlists. Auf Bayern 3 zum Beispiel stieg der Titel direkt auf Platz 4 der ”Schlager der Woche” ein. Die anderen bundesdeutschen Radios zögern da noch ein wenig, aber ich schätze, das wird sich rasch ändern, denn Locka Macha geht wirklich ins Ohr. In dieser Woche steigt der Titel in den media control-Charts von der 64 auf die 39.
Tja und was gab es sonst noch so an aktuellen Ereign issen? Zum Beispiel startet(e) ab 12. September die dritte Staffel der Disney-Serie Hannah Montana auf Super RTL. Rechtzeitig zum Start der Free-TV-Premiere gibt es auch eine CD-Single von eben Hannah Montana. Ganz selbstbewusst ist diese Supergirl betitelt und drin steckt ein ordentlicher Tennie-Rock-Song. Vielleicht ein bisschen zu sehr amerikanisch, aber dafür kommt es ja auch von Disney. Für die Kunstfigur ist dies die zweite Single in den Charts und mit Platz 42 das beste Ergebnis jemals. Miley Cyrus, welche hinter der Figur steckt, hat bereits fünf weitere Titel auf ihrem Konto stehen und war vor ziemlich genau einem Jahr mit 7 Things sogar schon unter den ersten 20 platziert.
Zu den Ereignissen mit den größten Auswirkungen auf den Musikkonsum gehört die Veröffentlichung der neuen KONTOR. Top of the Clubs-Compilation. Es ist die vierte für 2009 und wiedereinmal hat das Label alles das versammelt, was so momentan auf den Dancefloors läuft. Der Paketpreis für die Gesamtzusammenstellung mit 40 Titeln beträgt bei amazon knapp 10 EUR. Aber eine Menge Leute haben offensichtlcih keine Lust auf das komplette Paket und picken sich lediglich ihre Lieblingseinzeltracks heraus. Und das sieht dann so aus, dass sich eine Reihe von Dance-Tracks in dieser Woche in die Liste mischen.
Deutsche Produktionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Seit einiger Zeit treibt zum Beispiel mal wieder Michael Mind sein Unwesen auf den Dancefloors des Landes. Seine Version von Gotta Let You Go hat es bereits bis in die Top 10 der DJ-Playlist geschafft und ist nun auch auf CD erhältlich (auf der KONTOR-Compilation ist es der Eröffnungstitel). Das Original stammt von dem Projekt Dominica, die damit ihren einzigen Hit einfahren konnten. Ursprünglich erschien der Titel 1994 auf Outland records. Mehr oder weniger wurde der Titel ein Hit im damaligen House-Underground und schaffte es auf zahlreiche Kompilationen. Im Jahr 2000 wurde dann das Ganze nochmal aufgelegt, ein bisschen aufpoliert und dann ging es auch in die deutschen Charts, immerhin bis zum Platz 81. Nun hat also Herr Kindervater alias Michael Mind den Track nochmal neu arrangiert und einen 2009er Clubtrack draus gemacht. Nicht wahnsinnig aufregend, im Club funktionierts allerdings offensichtlich ganz gut. Platz 58 in der ersten Woche nach Veröffentlichung, immerhin die höchste Platzierung jemals für diesen Titel und Michael Mind pirscht sich zum dritten Mal in diesem Jahr an die Position 50 heran.
Einen zweiten Titel für 2009 lanciert der Schweizer DJ David May. Nachdem er im Frühjahr mit Superstar schon mal auf sich aufmerksam machen konnte, meldet er sich nun zurück mit I’ll Be Watching You. Dabei handelt es sich mehr oder weniger um eine Coverversion von Every Breath You Take mit welchem The Police 1983 ihren einzigen Top 10-Hit in Deutschland einfahren konnten. Damals landete der Titel auf Platz 8. Zum Klassiker wurde der Titel allerdings erst durch Puff Daddy feat. Faith Evans & 112, die das Gitarrenintro für ihren Hit I’ll Be Missing You benutzten und damit 1997 einen weltweiten Nr.1-Hit feiern konnten. Die Version 2009 heißt bei David May nun ganz ähnlich, nämlich I’ll Be Watching You und für den Gesangspart verpflichtete er den Sänger Kelvin Scott. Über den habe ich aber leider gar nichts herausfinden können. Die Produktion selber … nun ja, auch dies ist ein wieder recht durchschnittlicher Mix, alles dabei was 2009 gang und gäbe ist, es schrammelt schön vor sich hin, der wirklich einmalige Kick bleibt aber aus. Der Titel ist nur bei Kontor und nur in digitaler Version erhältlich und krabbelt in den verschiedenen DJ-Listen zwischen den Plätzen 25 und 50 herum. Für den 18. September sind weitere Remixe angekündigt, da könnte es dann nochmal in der Nachfrage einen Schub geben. Derweil steht David May in der media control-Liste auf der Position 63, nicht soo schlecht für einen reinen Download-Titel.
Ebenfalls einen zweiten Hit als Solo-Produzent (nach Erfolgen mit Master Blaster oder auch den Vinylshakerz) landet momentan der Dortmunder DJ und Produzent Rico Bernasconi. Anfang des Sommers war er mal ganz kurz mit Love Deep Inside präsent. So ganz richtig wollte es zumindest in den Verkäufen aber nicht nach vorn gehen. Eine Woche auf der Position 90 war schon alles. Seit 21. August gibt es nun bei seinem Label Starshit rec. Cruel summer, ein Remix des Hits von Ace Of Base aus dem Jahr 1998. Das Original ist allerdings noch ein wenig älter. Es stammt nämlich aus dem Jahr 1983 und wurde von einer der ersten Girlgroups, nämlich von Bananarama gesungen. Diese Version schaffte auch die bislang erfolgreichste Platzierung des Titels, es ging nämlich bis zum Platz 24. Die neue Version arbeitet nur vorsichtig mit dem aktuellen Schrammelsound, das ist ganz schön. Platz 69 nach dem Start als Download-Titel in den media control-Charts und für Ace Of Base nach mehr als 6 Jahren der erste offizielle Hit wieder in den Charts.
Ein Mini-Sommerhit war 2009 auch Rockstroh mit Licht. Und die Euphorie geht weiter. Immer noch hört man hier und dort den Titel (dessen Text ich immer noch für reichlich beknackt halte). Tja, und also geht’s dann als Teil der KONTOR-Compilation auch mal wieder rein in die deutsche Liste, denn die neun Wochen sind noch nicht voll. Aktuell auf Platz 86 – seit Ende Juni war Rockstroh nicht mehr so hoch platziert und wir können davon ausgehen, dass in dieser Woche vor allem der Michael Mind-Remix seine Käufer gefunden hat.
Wenn wir über Dancefloor reden, dann gehört einer im Moment unbedingt dazu: der niederländische DJ Fedde le Grand. Im vergangenen Jahr lieferte er in Zusammenarbeit mit Ida Corr DEN Clubtrack schlechthin: Let Me Think About It. Ein Dauerbrenner, der auch in diesem Jahr noch gerne mal in den aktuellen Listen auftaucht. Fedde le Grand besticht in seinen Produktionen, dass sie auf gängige Sounds auch gern mal verzichten. Trotzdem sind sie jeweils absolut zeitgemäß und treffen die Stimmung des Augenblicks meist sehr genau. Für viele scheint das allerdings zu anspruchsvoll. Nach Let Me Think About It schaffte es bisher kein Titel so richtig, sich bei den Massen durchzusetzen. Im Sommer 2008 war es The Creeps, welches nicht weiter als bis Platz 82 kam, im Juni diesen Jahres stand das großartige Scared Of Me zwei Wochen lang in der Liste, ebenfalls nicht höher notiert als Platz 80. Der neue Track heißt Let Me Be Real, und wieder ist es eine Zusammenarbeit mit dem Sänger Mitch Crown. Wie es sich für einen ordentlichen Clubtrack gehört, gibt es verschiedene Mixe, bestechend ist zum Beispiel der von Piticu’, der einen hypnotischen Beep mit zurückgenommenem Schrammelsound kombiniert , ein paar Filtervocals einsetzt und auch nicht mit 80ies Apeal spart. Tolle Mischung! Laut Homepage des Künstlers gibt es Let Me Be Real seit 31. August auf Tonträger, in den einschlägigen Versandhäusern habe ich allerdings keine Cds oder auch Vinyls gefunden. Gehe ich also davon aus, dass es sich um eine Digitalveröffentlichung handelt. Plus Platz auf der KONTOR-Compilation geht es mit den Online-Umsätzen auf Platz 89 in die Auswertung. Ich wünschte mir noch eine ganze Menge Positionen mehr. Vielleicht generiert ja die für den 14. September angekündigte Veröffentlichung des Albums OUTPUT noch ein wenig mehr Interesse für den Einzeltrack.
Genug Clubsound, genug KONTOR-Effekt: Aus der VIVA-Rotation kennen wir die schwedische Band Lovestoned. Sie haben sich einen Titel der österreichischen Band Rising Girl aus dem Jahr 2005 genommen und in einen Pop-Raggea-Sommersong verwandelt. Und so geht Rising Girl denn nun auch in den Verkauf und in die Charts, auf Platz 54. Debüt für die Band … und ich sag mal: das war’s dann auch.
Zweite Singleauskopplung von Metro Station. Der Titel heisst Seventeen Forever und es schließt ziemlich genau da an, wo Vorgänger Shake It aufgehört hat. Allerdings ist es nicht ganz so eingängig. Und so startet die Single dann auch nur auf Platz 61.
Und dann ist es mal Zeit für die Rubrik ”Moderne Klassiker”. Und in dieser Woche war es die zweite Folge der neuen Popstars-Staffel, die uns den Klassiker der Woche bescherte. Da darf nämlich Colbie Caillat die Wackelkandidaten coachen, selbstverständlich mit Songs, die sie selber bekannt gemacht hat. Die Wahl bestand zwischen ihrem aktuellen Hit Fallin’ For You, der dann auch sofort nachgefragt ist und von der 20 auf die 16 steigt – neuer Bestwert – , oder die Kandidat_Innen versuchen sich an dem Top 10-Hit Bubbly aus dem Jahr 2007. Und dieser steigt dann in dieser Woche auch wieder ein in die media control-Liste und landet auf der 72.
Erfolgreichster Dauerbrenner in jeder Hinsicht ist und bleibt Peter Fox. Nach wie vor treibt sich sein Haus am See als erfolgreichster Titel in den Charts herum. Es geht in dieser Woche noch einmal einen Platz von der 34 auf die 33 nach oben, mittlerweile in der 46. Woche hintereinander notiert. Und nach dreimonatiger Zwangspause entert nun auch wieder seine letzte Single Schwarz zu Blau die Liste. Im Februar, nach dem Sieg bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest, war der Titel bis auf Platz 3 gestiegen, die höchste Platzierung, die Peter Fox überhaupt erreichen konnte. Nun ist Schwarz zu Blau wieder drin auf Platz 75, und es ist immer noch ein mitreißender Titel. (Auch unbedingt mal ausprobieren den Dem Bwoy Deh Riddim Remix!
Auch zurückkehrend aus der Zwangspause Amy Macdonald. Ihr Hit This Is The Life befand sich vor genau einem Jahr noch auf langsam steigendem Kurs und belegte Platz 6 in der Hitliste. Ganze 46 Wochen war der Titel notiert, ehe er am 12. Juni zum vorerst letzten mal auftauchte. Und nun kehrt er zurück und steht auf Platz 77. Nach langer Pause diesen modernen Gassenhauer mal wieder zu hören ist sogar ganz schön.
Moderne Klassiker, Evergreens … dazu gehört im Moment auch der fast komplette Back-Katalog von Michael Jackson. Ja, auch zweieinhalb Monate nach seinem Tod, ist die Trauer um den King of Pop noch groß und seine Hits gehören in jedes wohlsortierte Radioprogramm und offensichtlich auch noch auf eine Menge von iPods und mp3-Playern. In der vergangenen Woche waren es immerhin noch acht Titel, die sich unter den umsatzstärksten 100 Titeln behaupten konnten, zwar alle in der unteren Hälfte der Liste, aber immerhin. Diese acht Titel sind nun mit dieser Woche nicht mehr notiert, da sie neun Wochen lang platziert waren und die letzten beiden Wochen eben unterhalb der Position 50 standen. Und die chartregeln besagen, dass diese Titel für die kommenden drei Monate aus der Wertung genommen werden. Damit gibt es etwas Luft und … ja, andere Michael Jackson-Songs, die schon vorher die Auflistung verlassen hatten, kehren wieder zurück in die Charts. Als bester Titel schneidet dabei in dieser Woche Will You Be There aus dem Jahr 1993 ab. Zur Rekapitulierung: dieser Titel war die achte Singleauskopplung aus dem Album Dangerous und schaffte trotzdem noch eine beachtliche Platzierung auf der 12. Er war unter anderem im Soundtrack zu Free Willy zu hören. Nun kehrt Will You Be There also noch einmal zurück und steht in der 30. notierten Woche auf Platz 93.
Der zweite Titel, der von Michael Jackson zurückkehren kann, ist Black Or White. Auch dieser stammt aus dem Dangerous-Album, genauer gesagt war es sogar die Single, welche vorab ausgekoppelt wurde und Michael Jackson direkt in die 90er Jahre beförderte. In Deutschland erreichte der Titel 1991 die Position 2. In dieser Woche wird er noch einmal notiert auf der 95 und schon in der nächsten Woche wird er nicht mehr dabei sein, denn in diesem Sommer ist es die neunte Woche, die der Titel gezählt wird. Insgesamt kann Black Or White auf 33 Chartwochen verweisen.
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