Eines muss man Dieter Bohlen schon lassen: vermarkten kann er sich und seine Produkte sensationell gut. Die gerade zu Ende gegangene DSDS-Staffel soll ja angeblich wieder alle möglichen Zuschauer-Rekorde gebrochen haben. Als Nicht-Fan hab ich allerdings zuerst gar nicht mitbekommen, dass die Show schon wieder läuft. Und auch der Effekt von gesteigerten Verkäufen der interpretierten Titel hielt sich ein wenig in Grenzen. Zum Ende hin gab es dann natürlich schnell noch eine Menge Skandalberichterstattung um das Interesse anzuheizen … und prompt war die Finalshow dann die meistgesehene aller Staffeln.
Aber jetzt greife ich der Zeit schon ein wenig voraus, denn das, was sich gerade in den aktuellen media control-Charts wiederspiegelt ist das Halbfinale vom 10. April. Und dort durfte der einzige wirklich länger erfolgreiche Superstar Mark Medlock seine neue Single Real Love präsentieren. Beste Sendezeit, beste Platzierung für die Zielgruppe und: Taktisch perfekt gesetzt, eine Woche vorm Finale, die Superstars geben sich im Kommerzgeschäft sozusagen die Klinke in die Hand.
Nun, meine persönlichen Erwartungen an den neuen Medlock-Titel waren nicht sehr hoch, hab ich hier schon mehrfach betont: gut durchkalkuliert, immer mit Südsee-Träumen-Video, irgendwie ja auch eingängig … im Grunde ein sicherer Hit. Als ich dann aber das erste Mal das Video sah, hab ich gedacht: oops, was hat der denn mit seinem Bart gemacht? Und dann nach einer Minute: Weißer Anzug – das geht gar nicht! Und wenn ich mir den Tanzstil ansehe … als Nicht-Fan würd ich sagen: früher war der cooler. Also der ganze Typ. Auch wenn er vielleicht nicht mal wirklich cool war. ––– So, nun schreib ich mich hier schon wieder um Kopf und Kragen und werd vermutlich wieder eine Menge Schelte einfangen. Hey, ihr dürft den Typen finden wie ihr wollt. Und ihr dürft auch seine Musik mögen. Dass das Schema seiner Hits irgendwie immer ähnlich ist, könnt ihr allerdings nicht bestreiten. Na gut, der Vocoder oder sagen wir doch Autotune-Effekt ist wohl neu. Schielt da jemand auf den amerikanischen Pop-Markt?
Real Love ist also die geschickt platzierte Single zum nächsten Album namens Rainbow's End, geplante Veröffentlichung am 30. April. Und Real Love ist in der media control-Chartausgabe vom 23. April der beste CD-Neustart: Wird auf Platz 2 gemeldet und – yes – das ist der siebte Top 5-Hit in Folge. Das ist dann schonmal gar nicht schlecht. In der letzten Woche hab ich ja grad über Lady Gaga philosophiert: sechs Top 10 Hits in Folge, dazu gehören auch solche "schwachen" Platzierungen wie Rang 10 und 7 … Da ist der Herr Medlock also doch um einiges stabiler. Er pirscht sich momentan an die Jungs von Tokio Hotel, die immerhin in den letzten fünf Jahren acht Top 5-Hits in Folge vorgelegt haben. Das ist jetzt doch mal ein lustiges Duell.
Wahrscheinlich hatte Mark Medlock (und mit ihm Dieter Bohlen) von einem neuen Nr.1-Hit geträumt. Wäre dann immerhin der vierte gewesen. Aber, da hat die andere Casting-Show in Form von Lena Meyer-Landrut, neu jetzt nur noch Lena, den Markt fest im Griff. Satellite steht zum fünften Mal hintereinander auf der Spitzenposition. Ordentlich! Die letzte deutsche Produktion mit solch einem Erfolg war Allein allein von der Dresdner Band Polarkreis 18, die im November 2008 alles in ihren Bann zogen.
Auch Lena hat gerade soeben ihr Album angekündigt. My Cassette Player heißt es und erscheint am 7. Mai. Und dann beginnt ja sowieso die heiße Phase in Oslo. Vorher allerdings – und genau schon in der nächsten Woche - wird DSDS-Gewinner Mehrzad Marashi mit Don't Believe die Liste anführen. Da sind sich alle einig, nur wie lange, das ist mal sehr umstritten. Das heißt auch: in der nächsten Woche wird wohl das Spitzentrio der deutschen Charts komplett aus deutschen Casting-Show-Gewinner(inne)n bestehen. Ich schätze mal: das gabs vorher noch nie. – Dass sich Dance-Hit Alors On Danse von stromae da noch irgendwie dazwischenschieben kann, ist aussichtslos. Zumal ja auch die Anti-DSDS-Titel von Blümchen und Led Zeppelin ordentlich Umsatz verbuchen können. – Nun ja, das könnt ihr alles an anderer Stelle lesen. Und das Ergebnis werden wir spätestens Dienstag erfahren, wenn media control die erste Pressemitteilung zu den kommenden Charts herausgibt. Derweil können wir uns auch ein wenig in anderen musikalischen Gefilden umhören.
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TV Alarm oder Ohne Fernsehen keine Hits
Die Woche 14. bis 20. Oktober brachte uns drei neue, deutschsprachige CDs die richtig gut einschlugen und sich ordentlich verkauften. Sido, Xavier Naidoo und Silbermond waren die Gewinner der Woche. Und dann gab es vor allem ein bestimmendes Thema: Popstars! Zur dritten Workshopwoche in Las Vegas war eine der Gast-Stars Ashley Tisdale. Und sehr genau abgestimmt, steht ihre aktuelle CD-Single Crank It Up genau einen Tag nach Ausstrahlung der Show in den Geschäften. Klar, verkauft sich das ordentlich. Platz 19 auf Anhieb und damit der vierte Top 20-Hit für den amerikanischen Upcoming-Superstar. Erstaunlich vor allem auch zu sehen, dass sie in ihrer Heimat USA gar nicht so populär ist wie im deutschsprachigen Europa. Bei Miley Cyrus sieht die Sache genau umgekehrt aus.
Crank It Up ist die zweite Single aus dem Album Guilty Pleasure. Die Lead-Single It’s Alright, It’s Ok platzierte sich im Juni bereits auf Rang 12. Auch das mit Unterstützung medialer Präsenz zur Prime Time. – Der Titel selber ist ein unglaublich elektroider Track, der Ashley Tisdale in eine Reihe mit Britney Spears stellt. Beim ersten Hören des Tracks ohne jegliche Information dazu hatte ich tatsächlich das Gefühl: hey, ein neuer Britney-Track. Das Ganze ist wunderbar kombiniert mit Timbaland-mäßigem Rap and Background-Chören. Geile Mischung! Natürlich gibt es genügend Kritiker, die diese „Anleihen“ unverschämt nennen. Wie ihr das bewertet, könnt ihr ja selber entscheiden. Auf jeden Fall ist es ein ziemlich heißes Stück Pop und etabliert Ashley Tisdale mehr und mehr hierzulande als Garantin für Hit-Singles.
Gewinner Nr.2 dank „Popstars“ sind Coldplay. Bereits direkt nach der Show konnte sich The Scientist über iTunes und Kollegen so gut verkaufen, dass der Titel in der letzten Woche auf Platz 77 wiedereinstieg. In dieser Woche nun zählen alle Käufe ab Freitag, dem 14. Oktober. Und das waren offensichtlich nochmal eine ganze Menge, denn The Scientist geht rauf auf Platz 26 und beschert dem Titel fast sieben Jahre nach seiner ersten Chartplatzierung ein neues Bestergebnis. Für Coldplay ist dies somit der sechste Titel, der sich in der oberen Hälfte der deutschen Charts etablieren kann.
Medienereignis Nummer 2 flimmerte am 18. und 19. Oktober durch das RTL-Programm. Mit jeweils etwa 6 Millionen Zuschauer_Innen hatte die zweiteilige Produktion „Vulkan“ ihre Premiere.Und für die Werbung zu diesem Katastrophen-Streifen wurde die Ballade einer jungen, noch unbekannten Sängerin ausgewählt, die der Dame damit auch ihren ersten Hit beschert. Cherine Nouri ist ihr Name und der Titel heißt Faithful. Das Ganze klingt sehr nach Fernsehmusik, ist ganz gut produziert (als Produzenten tritt das VALICON-Team auf, welches auch hinter Silbermond und Eisblume steht), allerdings auch genauso schnell wieder draußen aus dem Ohr. Mir fehlt ein wenig das Unverkennbare, Eigene. Aber das kann ja bei der nächsten Single noch kommen. Für Dezember ist ein Album von Cherine Nouri angekündigt. Derweil startet Faithful auf Platz 22 der deutschen Single-Charts.
Gleich nochmal RTL mit Hitmacher-Auswirkungen: die neueste Folge der Pop-Doku-Reihe „100 Prozent“ widmete sich der Band Tokio Hotel. Und offensichtlich ist es ziemlich clever diese 45-Minuten-Show zur besten Sendezeit auszustrahlen, denn sowohl Automatisch klettert nochmal ordentlich von der 34 auf die 21, als auch das Album Humanoid steigt wieder hoch auf Platz 11 in den Albumcharts. Und – ganz außerordentlich – die Single, mit der alles begann, durch den Monsun kehrt fast vier Jahre nach ihrem ersten Chartaufenthalt zurück. Platz 84 gibt es durch zahlreiche Downloads und eine 22. Woche in der Liste für den erfolgreichsten Nr.1-Hit von Tokio Hotel. Nur zur Erinnerung: Im September 2005 stand der Titel fünf Wochen auf der Position 1.
Auch aus einem Film, allerdings nicht Fernsehen, sondern richtig Kino und vielleicht deshalb auch etwas weniger erfolgreich, stammt Jump mit Flo Rida feat. Nelly Furtado . Der Film, um den es hier geht ist G-Force, der am 16. Oktober Filmstart hatte. Der Titel ist im Original schon ein ganz eingängiges HipHop-Pop-Stückchen, so wie wir es von Flo Rida eigentlich gewohnt sind. Noch viel wahrnwitziger sind allerdings die kursierenden Remixe und Mashups. Lohnt sich in jedem Fall, mal im Netz danach zu suchen. Flo rida landet mit Jump seinen sechsten Hit in den deutschen Charts, Platz 27 ist dabei nicht so schlecht, reicht aber bei weitem nicht an seine großen Erfolge Low (Platz 13) und Right Round (Platz 4) heran. Für Nelly Furtado ist es bereits die 21. Single in den Charts, an der sie in irgendeiner Weise beteiligt war. In diesem Jahr hat sie bereits die beiden Superhits Broken Wings (Platz 1 mit James Morrison) und Manos Al Aire (Platz 2; in dieser Woche von der 22 auf 34 fallend) auf ihrem Konto.
Am 14. Oktober erschien die neue Single der norwegischen Band a-ha, am 15. Oktober gaben sie bekannt, dass sie sich ab kommendem Jahr auflösen werden. Das bedeutet, Shadowside wird eine der letzten Singles sein, die wir von dieser Band zu hören bekommen. Eine schöne Ballade mit sehr melancholischem Ton. Zwar fehlt mir auch hier die Relevanz und der Bezug zur Jetztzeit, aber wunderschön ist es trotzdem. Nach ihrem sensationellen Nr.3-Erfolg von Foot Of The Mountain landet Shadowside auf Platz 36, eine durchaus übliche Position für eine Albumzweitsingle von a-ha.
Obwohl sie schon seit mehr als 10 Jahren bestehen und fleißig Material veröffentlichen, gehören die Foo Fighters um David Grohl immer noch zu den Newcomern im kommerziellen Chartbusiness. Die aktuelle Single Wheels ist nämlich erst der vierte Titel, der sich in den deutschen Charts platzieren kann. Als reine e-Single erschien der Titel bereits am 25. September, seit 12. Oktober ist das Video on air und so steigen die Downloadzahlen beständig. Nun schafft es Wheels auch neu hinein in die Charts auf Platz 56. Das ist die beste Platzierung für einen Foo Fighters-Titel ever. Zuletzt waren sie Anfang 2008 mit dem Titel Long Road To Ruin notiert, der es bis zu Platz 79 brachte. Und noch ein wichtiger Hinweis: Das Greatest Hits-Album erscheint gerade jetzt, da könnte also Wheels in der Liste in zwei Wochen nochmal ordentlich nach oben gehen.
Weiter unten in den Charts war das Thema TV-Spektakel nochmals spürbar. Insgesamt zwar nicht so erfolgreich wie die schon abgehandelten „Popstars“, generiert auch „Das Supertalent“ gleich von Beginn an einzelne Hits – natürlich vor allem Rückkehrer von älteren Songs. So trat zur Premiere der neuen Staffel am 16. Oktober die sehbehinderte 13-jährige Fabi Bender auf und sang Almost Lover von A Fine Frenzy. Prompt landet das Original wieder im Verkauf und kann sich auf Rang 82 der Charts durchsetzen. Es ist die erste Notierung seit Ende März diesen Jahres und die höchste Platzierung seit Oktober vergangenen Jahres. – Erstmals war der Titel im januar 2008 notiert worden, Anfang April enterte A Fine Frenzy mit Platz 8 dann die Höchstposition und konnte bis Ende Juli ununterbrochen in den Charts stehen. Danach ging es noch weitere vier mal in die Charts, natürlich jeweils wesentlich kürzer, und nun sammelt Almost Lover eine 36. Chartwoche. Allerdings wird der Titel wohl nächste Woche bereits keine Rolle mehr spielen.
Wirklich langanhaltenden Erfolg wird es wohl auch für MARS nicht wirklich geben. Der Sänger ist ein Hybrid aus der Kunstfigur Martin Nicodemus Sommer und dem lebenden Menschen Marcel Saibert. Mit der Serie „Unter uns“ ist MARS bekannt geworden. Vor zwei Jahren feierte seine erste Single Reason ordentliche Erfolge und konnte sich im Verkauf bis Platz 15 durchsetzen. Nun steht ein neues Album in den Startlöchern, Play heißt es und soll am 6. November erscheinen. Bereits im Vorfeld wurde die Single Let There Be Love auf den Markt geworfen, eine Schmuse-Kuschel-Ballade, leider nicht ganz so originell und deshalb wohl auch nur vom harten Fankern der Serie gekauft. Es reicht nach etwas mehr als zwei Jahren also lediglich für einen Platz 99 und wie schon gesagt: ich denke, das wird es für die Single dann auch erstmal gewesen sein.
Wieder in den Verkaufscharts, allerdings sehr wahrscheinlich auf Grund des Erfolgs des soeben veröffentlichten Albums ist Michael Bublé. Crazy Love schafft auf Anhieb den Sprung in die Albumcharts auf Rang 5 und zieht in seinem Windschatten die aktuelle Single Haven’t Met You Yet von der 55 auf die 53. Außerdem kann sich (entweder durch die Empfehlungsverlinkung auf amazon etc. oder auch, weil der Song offensichtlich signifikant für Michael Bublé steht) Home aus dem Jahr 2005 noch einmal zurück in die Liste verkaufen. Original ist Home auf dem Album It’s time erstmals veröffentlicht worden, wurde dann als zweite Single ausgekoppelt und erreichte Platz 55 – bis heute die am schlechtesten platzierte Single des Künstlers. Im Jahr 2007 erschien von Westlife eine Cover-Version, die sich bis Platz 70 hangeln konnte (übrigens der letzte Titel von Westlife, der es in die deutschen charts schaffte). Nun, vier Jahre nach der allerersten Version, steht Home noch einmal auf der 86. Es ist insgesamt die 10. Woche für den Titel, das ist für Michael Buble dann schon eine sehr ordentliche Leistung.
Naja, und dann schaffen es in dieser schon reichlich romantisch verklärten Woche auch Ich + Ich mit einem ihrer Überhits wieder zurück in die Liste. So soll es bleiben ist seit 10. Oktober schon wieder Chart-kompatibel, allerdings mittlerweile doch nur noch minimal im Verkauf. In dieser Woche gehen die Umsätze noch mal ein klein wenig nach oben und So soll es bleiben steht erneut auf Platz 97. Im April 2008 war der Titel erstmals notiert gewesen und war der dritte Titel in Folge , der es unter die ersten 3 der Charts schaffte. Diese Woche ist es bereits das 52. mal, dass So soll es bleiben notiert wird, ein komplettes Jahr Chartaufenthalt ist damit voll und ein Platz in der Top 20 der am längsten notierten Charttitel gesichert.
Crank It Up ist die zweite Single aus dem Album Guilty Pleasure. Die Lead-Single It’s Alright, It’s Ok platzierte sich im Juni bereits auf Rang 12. Auch das mit Unterstützung medialer Präsenz zur Prime Time. – Der Titel selber ist ein unglaublich elektroider Track, der Ashley Tisdale in eine Reihe mit Britney Spears stellt. Beim ersten Hören des Tracks ohne jegliche Information dazu hatte ich tatsächlich das Gefühl: hey, ein neuer Britney-Track. Das Ganze ist wunderbar kombiniert mit Timbaland-mäßigem Rap and Background-Chören. Geile Mischung! Natürlich gibt es genügend Kritiker, die diese „Anleihen“ unverschämt nennen. Wie ihr das bewertet, könnt ihr ja selber entscheiden. Auf jeden Fall ist es ein ziemlich heißes Stück Pop und etabliert Ashley Tisdale mehr und mehr hierzulande als Garantin für Hit-Singles.
Gewinner Nr.2 dank „Popstars“ sind Coldplay. Bereits direkt nach der Show konnte sich The Scientist über iTunes und Kollegen so gut verkaufen, dass der Titel in der letzten Woche auf Platz 77 wiedereinstieg. In dieser Woche nun zählen alle Käufe ab Freitag, dem 14. Oktober. Und das waren offensichtlich nochmal eine ganze Menge, denn The Scientist geht rauf auf Platz 26 und beschert dem Titel fast sieben Jahre nach seiner ersten Chartplatzierung ein neues Bestergebnis. Für Coldplay ist dies somit der sechste Titel, der sich in der oberen Hälfte der deutschen Charts etablieren kann.
Medienereignis Nummer 2 flimmerte am 18. und 19. Oktober durch das RTL-Programm. Mit jeweils etwa 6 Millionen Zuschauer_Innen hatte die zweiteilige Produktion „Vulkan“ ihre Premiere.Und für die Werbung zu diesem Katastrophen-Streifen wurde die Ballade einer jungen, noch unbekannten Sängerin ausgewählt, die der Dame damit auch ihren ersten Hit beschert. Cherine Nouri ist ihr Name und der Titel heißt Faithful. Das Ganze klingt sehr nach Fernsehmusik, ist ganz gut produziert (als Produzenten tritt das VALICON-Team auf, welches auch hinter Silbermond und Eisblume steht), allerdings auch genauso schnell wieder draußen aus dem Ohr. Mir fehlt ein wenig das Unverkennbare, Eigene. Aber das kann ja bei der nächsten Single noch kommen. Für Dezember ist ein Album von Cherine Nouri angekündigt. Derweil startet Faithful auf Platz 22 der deutschen Single-Charts.
Gleich nochmal RTL mit Hitmacher-Auswirkungen: die neueste Folge der Pop-Doku-Reihe „100 Prozent“ widmete sich der Band Tokio Hotel. Und offensichtlich ist es ziemlich clever diese 45-Minuten-Show zur besten Sendezeit auszustrahlen, denn sowohl Automatisch klettert nochmal ordentlich von der 34 auf die 21, als auch das Album Humanoid steigt wieder hoch auf Platz 11 in den Albumcharts. Und – ganz außerordentlich – die Single, mit der alles begann, durch den Monsun kehrt fast vier Jahre nach ihrem ersten Chartaufenthalt zurück. Platz 84 gibt es durch zahlreiche Downloads und eine 22. Woche in der Liste für den erfolgreichsten Nr.1-Hit von Tokio Hotel. Nur zur Erinnerung: Im September 2005 stand der Titel fünf Wochen auf der Position 1.
Auch aus einem Film, allerdings nicht Fernsehen, sondern richtig Kino und vielleicht deshalb auch etwas weniger erfolgreich, stammt Jump mit Flo Rida feat. Nelly Furtado . Der Film, um den es hier geht ist G-Force, der am 16. Oktober Filmstart hatte. Der Titel ist im Original schon ein ganz eingängiges HipHop-Pop-Stückchen, so wie wir es von Flo Rida eigentlich gewohnt sind. Noch viel wahrnwitziger sind allerdings die kursierenden Remixe und Mashups. Lohnt sich in jedem Fall, mal im Netz danach zu suchen. Flo rida landet mit Jump seinen sechsten Hit in den deutschen Charts, Platz 27 ist dabei nicht so schlecht, reicht aber bei weitem nicht an seine großen Erfolge Low (Platz 13) und Right Round (Platz 4) heran. Für Nelly Furtado ist es bereits die 21. Single in den Charts, an der sie in irgendeiner Weise beteiligt war. In diesem Jahr hat sie bereits die beiden Superhits Broken Wings (Platz 1 mit James Morrison) und Manos Al Aire (Platz 2; in dieser Woche von der 22 auf 34 fallend) auf ihrem Konto.
Am 14. Oktober erschien die neue Single der norwegischen Band a-ha, am 15. Oktober gaben sie bekannt, dass sie sich ab kommendem Jahr auflösen werden. Das bedeutet, Shadowside wird eine der letzten Singles sein, die wir von dieser Band zu hören bekommen. Eine schöne Ballade mit sehr melancholischem Ton. Zwar fehlt mir auch hier die Relevanz und der Bezug zur Jetztzeit, aber wunderschön ist es trotzdem. Nach ihrem sensationellen Nr.3-Erfolg von Foot Of The Mountain landet Shadowside auf Platz 36, eine durchaus übliche Position für eine Albumzweitsingle von a-ha.
Obwohl sie schon seit mehr als 10 Jahren bestehen und fleißig Material veröffentlichen, gehören die Foo Fighters um David Grohl immer noch zu den Newcomern im kommerziellen Chartbusiness. Die aktuelle Single Wheels ist nämlich erst der vierte Titel, der sich in den deutschen Charts platzieren kann. Als reine e-Single erschien der Titel bereits am 25. September, seit 12. Oktober ist das Video on air und so steigen die Downloadzahlen beständig. Nun schafft es Wheels auch neu hinein in die Charts auf Platz 56. Das ist die beste Platzierung für einen Foo Fighters-Titel ever. Zuletzt waren sie Anfang 2008 mit dem Titel Long Road To Ruin notiert, der es bis zu Platz 79 brachte. Und noch ein wichtiger Hinweis: Das Greatest Hits-Album erscheint gerade jetzt, da könnte also Wheels in der Liste in zwei Wochen nochmal ordentlich nach oben gehen.
Weiter unten in den Charts war das Thema TV-Spektakel nochmals spürbar. Insgesamt zwar nicht so erfolgreich wie die schon abgehandelten „Popstars“, generiert auch „Das Supertalent“ gleich von Beginn an einzelne Hits – natürlich vor allem Rückkehrer von älteren Songs. So trat zur Premiere der neuen Staffel am 16. Oktober die sehbehinderte 13-jährige Fabi Bender auf und sang Almost Lover von A Fine Frenzy. Prompt landet das Original wieder im Verkauf und kann sich auf Rang 82 der Charts durchsetzen. Es ist die erste Notierung seit Ende März diesen Jahres und die höchste Platzierung seit Oktober vergangenen Jahres. – Erstmals war der Titel im januar 2008 notiert worden, Anfang April enterte A Fine Frenzy mit Platz 8 dann die Höchstposition und konnte bis Ende Juli ununterbrochen in den Charts stehen. Danach ging es noch weitere vier mal in die Charts, natürlich jeweils wesentlich kürzer, und nun sammelt Almost Lover eine 36. Chartwoche. Allerdings wird der Titel wohl nächste Woche bereits keine Rolle mehr spielen.
Wirklich langanhaltenden Erfolg wird es wohl auch für MARS nicht wirklich geben. Der Sänger ist ein Hybrid aus der Kunstfigur Martin Nicodemus Sommer und dem lebenden Menschen Marcel Saibert. Mit der Serie „Unter uns“ ist MARS bekannt geworden. Vor zwei Jahren feierte seine erste Single Reason ordentliche Erfolge und konnte sich im Verkauf bis Platz 15 durchsetzen. Nun steht ein neues Album in den Startlöchern, Play heißt es und soll am 6. November erscheinen. Bereits im Vorfeld wurde die Single Let There Be Love auf den Markt geworfen, eine Schmuse-Kuschel-Ballade, leider nicht ganz so originell und deshalb wohl auch nur vom harten Fankern der Serie gekauft. Es reicht nach etwas mehr als zwei Jahren also lediglich für einen Platz 99 und wie schon gesagt: ich denke, das wird es für die Single dann auch erstmal gewesen sein.
Wieder in den Verkaufscharts, allerdings sehr wahrscheinlich auf Grund des Erfolgs des soeben veröffentlichten Albums ist Michael Bublé. Crazy Love schafft auf Anhieb den Sprung in die Albumcharts auf Rang 5 und zieht in seinem Windschatten die aktuelle Single Haven’t Met You Yet von der 55 auf die 53. Außerdem kann sich (entweder durch die Empfehlungsverlinkung auf amazon etc. oder auch, weil der Song offensichtlich signifikant für Michael Bublé steht) Home aus dem Jahr 2005 noch einmal zurück in die Liste verkaufen. Original ist Home auf dem Album It’s time erstmals veröffentlicht worden, wurde dann als zweite Single ausgekoppelt und erreichte Platz 55 – bis heute die am schlechtesten platzierte Single des Künstlers. Im Jahr 2007 erschien von Westlife eine Cover-Version, die sich bis Platz 70 hangeln konnte (übrigens der letzte Titel von Westlife, der es in die deutschen charts schaffte). Nun, vier Jahre nach der allerersten Version, steht Home noch einmal auf der 86. Es ist insgesamt die 10. Woche für den Titel, das ist für Michael Buble dann schon eine sehr ordentliche Leistung.
Naja, und dann schaffen es in dieser schon reichlich romantisch verklärten Woche auch Ich + Ich mit einem ihrer Überhits wieder zurück in die Liste. So soll es bleiben ist seit 10. Oktober schon wieder Chart-kompatibel, allerdings mittlerweile doch nur noch minimal im Verkauf. In dieser Woche gehen die Umsätze noch mal ein klein wenig nach oben und So soll es bleiben steht erneut auf Platz 97. Im April 2008 war der Titel erstmals notiert gewesen und war der dritte Titel in Folge , der es unter die ersten 3 der Charts schaffte. Diese Woche ist es bereits das 52. mal, dass So soll es bleiben notiert wird, ein komplettes Jahr Chartaufenthalt ist damit voll und ein Platz in der Top 20 der am längsten notierten Charttitel gesichert.
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Absturz für Tokio Hotel ... und ein paar Aufsteiger
In der Regel handel ich hier ja vor allem Erfolgsstories und Aufsteiger ab. In dieser Woche komm ich allerdings nicht umhin, einen Loser zu benennen. Mit einem wahrhaften Absturz warten nämlich die Jungs von Tokio Hotel. In der vergangenen Woche stieg ihr Comeback-Titel Automatisch auf Platz 5 ein – für die erfolgverwöhnten Jungs aus Magdeburg schonmal ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. In der zweiten Woche nun geht es im Steilkurs nach unten auf Platz 29. Solche Abstürze können wir für gewöhnlich nur am Anfang eines jeden Jahres beobachten, wenn die Weihnachtssongs schlagartig die Listen verlassen.
In Blogs wie bei oljo.de wird nun fleißig analysiert, warum Tokio Hotel so dramatisch an Popularität eingebüßt hat. Überzogene Medienhysterie mit Nerv-Charakter, seltsame Auswertungssysteme … es gibt eine Reihe von Theorien für die ernüchternden Verkaufszahlen. Auch das neue Album fällt ziemlich durch, unter anderem wegen absolut überzogener Preise. Lediglich in den USA scheint es Aufwind für die Jungs zu geben. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Industrie eher auf den größeren Markt in Übersee konzentriert und der Verkauf in Deutschland eh unwichtig ist. Das letzte Hoffen der Fans klammerte sich an den TV-Auftritt bei „Wetten dass …?“ am 3. Oktober, aber auch da war offensichtlich nicht viel zu holen. – Spannendster Nebeneffekt des Schlechten Abschneidens: Musiklabel Universal lockert plötzlich die rigide Veröffentlichungspolitik im Netz. Zunächst war Automatisch weder auf youTube noch auf mySpace im Angebot. Nach dem desaströsen Abschneiden werden plötzlich sämtliche Kanäle frei geschaltet um noch zu retten was zu retten ist … wie war das noch mal: Präsenz im Internet schmäler die Verkäufe … ? – Da könnte sich eine Diskussion endgültig erledigt haben.
Wesentlichste Aufsteigerin der Woche (neben Neuzugang Mark Medlock ist Agnes. Die Schwedin ist mit ihrem internationalen Debüt-Titel Release Me gerade in allen Einkaufspassagen und Dudelfunkstationen superpräsent. Das hat zur Folge, dass auch der Verkauf angeheizt wird. In der sechsten Chartwoche steigt Release Me von der 18 auf die 12 und beschert Agnes eine neue Bestmarke.
Etwas weiter oben klettern The Black Eyed Peas mit I Gotta Feeling noch einmal einen Platz auf die 8 und stehen mit diesem Titel nunmehr eine 14. Woche unter den umsatzstärksten Zehn. Insgesamt gehen jetzt 65 Top10-Wochen auf das Konto der Black Eyed Peas. Just in dieser Woche überrundet das Quartett somit Justin Timberlake. Da hat der Sänger jetzt mal nachzulegen.
Zum zähen Dauerbrenner hat sich auch Das geht ab! [Wir feiern die ganze Nacht] von Frauenarzt & Manny Marc entwickelt. Es steht bereits in der insgesamt 20. Woche in der media control-Liste und kann in dieser Woche sogar noch einmal um einen Platz auf die Position 10 steigen. Damit haben sie acht Wochen im Club der besten 10 gesammelt. Das hätte beim allerersten Einstieg des Titels am 17. April wohl keiner gedacht und es ist auch ein schöner Beweis (ob man den Titel nun mag oder nicht), dass es auch noch Hits gibt, die sich nicht von der Industrie gesteuert etablieren. Und vielleicht haben wir ja mit „Atzenmusik“ jetzt sowas wie eine neue Schublade im Pop-Business …
Eine abrupte Kehrtwendung in ihrer Chartbewegung machen Cascada, die mit Evacuate The Dancefloor noch einmal von der 24 auf die 19 steigen können. Der Track ist alles andere als neu, aber der bei weitem erfolgreichste Titel des Projektes. Drei Wochen stand er auf Position 5 in der media control Liste. Das gleichnamige Album brachte es bis Platz 21 in den Album-Charts (für einen reinen Dance-Act nicht mal schlecht). Und gerade flatterte die Meldung herein, dass Cascada auch für die „1LIVE Krone“ nominiert wurden. – In zwei Wochen können wir dann den Start der neuen Single Fever begutachten. Ich kann schon mal vorweg nehmen: so infektiös wie Evacuate The Dancefloor ist das neue Werk bei weitem nicht. Zu viel von allem wurde da verramscht … aber dazu in zwei Wochen sicher mehr. In der Zwischenzeit also holt der ultimative Glücksgriff in Sachen Produktion Evacuate The Dancefloor nochmal ein paar Punkte.
So weit die mehr oder weniger auffälligen Chartbewegungen. Und was gab es erfolgreiches Neues in den CD-Regalen? Mark Medlock und Livingston hab ich schon erwähnt. Etwas weniger umsatzträchtig startet auch DJ Ötzi in die nächste Aprés Ski- und Karneval-Saison. Für dieses mal hat er sich den Mitgröler Sweet Caroline auserkoren und neu eingespielt. Der Titel ist schon seit einer Weile mit dem Nr.1-Album Hotel Engel in Umlauf. Im Original stammt er von niemandem Geringeren als Neil Diamond, der ihn ursprünglich 1969 geschrieben hatte. In den USA und in Großbritannien landete er damit dann auch einen Hit in den jeweiligen Top 10. In Deutschland war der Erfolg dagegen eher bescheiden: Platz 37 im Mai 1971. Trotz dieser mageren kommerziellen Ausbeute, gehört der Titel zu den Klassikern. Im englischsprachigen Raum wurde er von zahlreichen Teams als Hymne bzw. Einlauftitel benutzt. Zahlreiche Künstlern lieferten Neuinterpretationen, DJ Ötzi ist allerdings der erste, welcher dem Titel in Deutschland wieder zu Chartehren verhilft und gleich mal den Erfolg von vor 38 Jahren wiederholt: Sweet Caroline steigt ein auf Platz 37.
Einen Charteintritt ohne CD-Veröffentlichung legen die Pussycat Dolls mit Hush Hush, Hush Hush hin. Es gibt nicht einmal einen Release-Termin als eSingle, lediglich als Albumtrack ist Hush Hush, Hush Hush erhältlich. In Großbritannien, wo die Pussycat Dolls als Superstars durchgehen, gibt es den Titel als CD-version bereits seit 12. August. Allerdings war der Erfolg mit Platz 17 nicht so überzeugend. In Deutschland war bereits die vorhergehende Single Jai Ho! (You Are My destiny) mit Platz 29 nur ein mäßiger Erfolg. Vielleicht auch dieses Ergebnis ein Grund, auf weitere Auskopplungen aus dem Album Doll Domination zu verzichten? Was aber hat nun eigentlich die plötzliche Nachfrage ausgelöst? Die Ankündigung, dass die Pussycat Dolls für die nächste Zeit in eine Pause gehen?
Wirklich aufregende Neuveröffentlichungen sind im Moment eher rar, und vieles von dem, was da schnell ganz nach oben schießt ist dann auch schnell wieder draußen. Das heißt unter anderem aber auch, dass es da ein paar Titel gibt, die sich lange lange Zeit in der Gunst der KäuferInnen halten können. Das Titel ein komplettes Jahr lang ununterbrochen notiert sind wird fast schon zur Normalität. Neuester Anwärter auf diese Leistung ist Peter Fox. Sein Haus am See wird in dieser Woche zum 50. mal hintereinander notiert. Es klettert noch einmal von der 52 auf die 50 und etabliert sich nun wirklich fest in der All-Time-Auswertung der am längsten ununterbrochen notierten Titel. Der letzte Track, der es bis in diese Höhen geschafft hat, war Infinity 2008 vom Guru Josh Project mit 51 Wochen (in dieser Woche von der 69 auf die 74 fallend). Peter Fox wird dieses Ergebnis mit Sicherheit überbieten. Um wieviel, das werden wir in Kürze wissen.
Und damit wären wir in der unteren Hälfte der Charts abgekommen, wo sich noch einige CD-Neuveröffentlichungen vom 25. September platzieren können. Aus seinem Best of-Album Volume (immerhin im Sommer Platz 18 in den Albumcharts) schickt der Berliner DJ Paul van Dyk eine weitere Single ins Rennen. Home ist eine Zusammenarbeit mit Johnny McDaid. Bereits 2003 hatten die beiden einen gemeinsamen Hit namens Time Of Our Lives. Damals war der Sänger allerdings noch mit seiner Band Vega4 unterwegs, weshalb sein Name nun erstmals als offizieller Solo-Act in die Chartbücher eingeht. Time Of Our Lives brachte es 2003 bis zu einem ansehnlichen Platz 14. Mit Home reicht es jetzt allerdings nur noch für Platz 54, das schlechteste Ergebnis für einen Titel von Paul van Dyk in den deutschen Charts. Eventuell ist der van Dyk-Sound nun doch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und zu seicht und beiläufig.
Höhe der Zeit, das ist auch das Stichwort für die Single von Bully & Sasha. Zum einen kommt die CD Father And Son mit einiger Verspätung. Der Film Wickie und die starken Männer bereits seit 9. September sehr erfolgreich in den deutschen Kinos, wieso hat man mit der Veröffentlichung des Titels mehr als zwei Wochen gewartet? Und dann ist Father And Son ein waschechter Rockabilly / Rock’n’Roll-Titel. Irgendwie scheint das ja grad eine Mode zu sein, ich denke da nur an The Baseballs (mit Hot N Cold in dieser Woche von der 68 auf die 76 rutschend). Für Sasha ist dieses Genre natürlich nicht ganz so neu. Als Dick Brave and The Backbeats tourte er zwischen 2002 und 2006 durch das Land und konnte mit Take Good Care Of My Baby 2004 sogar einen mittleren Hit landen. – Diese Zeiten sind allerdings gründlich vorbei. Und ich frage mich ohnehin, was mit Sasha und seinen Fans eigentlich passiert ist. Vor zwei Wochen viel On The Run mit Platz 82 grandios durch, obwohl es als Titelmelodie zu „ran“ auf sat.1 Supermedienpräsenz besitzt. Und nun geht Father And Son lediglich auf Platz 64 in die Liste. Zweimal in Folge verpasst Sasha also die obere Hälfte der Charts. Das hat es bisher noch nie gegeben. Kann Sasha nur hoffen, dass die nächste Single – ein Duett mit Maria Mena besser abschneidet.
Das gleiche wird sich vielleicht die Duettpartnerin aus Norwegen auch denken. Nachdem vor ziemlich genau einem Jahr mit All This Time (Pick-Me-Up Song das letzte mal ein Titel neu von Maria Mena in die Charts eintrat, schafft es nun ihre dritte Auskopplung aus dem Cause And Effect-Album doch noch, so etwas wie ein Hit zu werden. Allerdings nur ein ganz ganz kleiner. Es handelt sich dabei um I Was Made For Lovin’ You, ein sehr gefühlvolles und zärtliches Cover des KISS-Klassikers. Diese Version ist allein deshalb schon großartig und bemerkenswert, weil es vom Original so fast gar nichts mehr hat und trotzdem sehr sehr gut funktioniert. Leider reicht das aber nicht, um den Titel richtig groß zu machen (zumindest was den kommerziellen Erfolg angeht). Platz 91 nach Veröffentlichung ist einigermaßen verschenkt. Schade. – Das Original war übrigens gerade in diesem Jahr letztmalig platziert. Genau am 5. Juni stand es auf Platz 98.
Zufrieden kann dagegen Linkin Park-Sänger Chester Bennington im Moment sein. Seine Band punktet mit New Divide in dieser Woche (die 15.) nochmal ganz gut und steigt von 42 auf die 39. Zudem startet auch sein Nebenprojekt Dead By Sunrise mit der Debüt-Single Crawl back In in den Verkauf und kann sich auf der Position 70 breit machen. Gerade erscheint das dazugehörige Album Out Of Ashes. Was soll da noch schief gehen? Stilistisch sind die Unterschiede zwischen den beiden Projekten nicht so arg groß. Dead By Sunrise sind vielleicht ein klein wenig rauer und dreckiger. Die Stimme von Chester Bennington ist aber auch hier deutlich prägend.
Back to the dancefloor. Die dänische Sängerin Ida Corr steht mit I Want You bereit. Nachdem Ride My Tempo im Mai mit Platz 54 knapp die obere Hälfte der Charts verpasst hat, sieht es bei I Want You wesentlich klarer aus. Platz 72 bedeutet, hier kaufen wirklich nur noch Fans. Ist ein schöner Track, aber wohl doch den Vorgängern zu ähnlich. Ich nehme an, wenn sich Ida Corr nicht grundsätzlich neu erfindet, dann war es das schon so ziemlich von ihr.
Mit ordentlich Wiedererkennungseffekt kommt auch die neue Single von Basshunter daher. Every Morning klingt so wie davor I Miss You und davor All I Ever Wanted und davor Now That You’re Gone und davor Boten Anna. Mit den Platzierungen ging es dementsprechend auch immer weiter nach unten. Every Morning startet nur noch auf der 77. Und das Cover zur CD … das ist gleich mal ganz dämlich. An dieser Stelle kann ich nur sagen: siehe die Empfehlung zu Ida Corr.
Fast schon ein Superstar in seiner Heimat Großbritannien ist Dizzee Rascal. Drei Nr.1-Hits in Folge hat er dort innerhalb der letzten 14 Monate gelandet. Und grade startet dort sein neuester Streich Dirtee Cash. So richtig will das Ganze aber noch nicht auf den Kontinent rüberschwappen. Dizzee Rascal ist hier fast noch ein Geheimtipp. Seine Kolaboration mit Calvin Harris und Chrome namens Dance Wiv Me landete im März mit einem Jahr Verspätung auf der 48. Im Juli ging dann Bonkers zusammen mit Armand van Helden auf die 58 und nun steht Holiday an. Wieder ist es eine Colaboration mit Chrome, und wieder hat Calvin Harris produziert. Alles in allem Popmusik auf sehr zeitgemäßem Niveau, nur leider: weder Durchschnittskäufer noch Plattenlabel sind in Deutschland sehr an Innovation interessiert. Das meiste was sich hier verkauft ist eher konventionell bis konservativ. Also bringt es auch das Nonplusultra aus dem Königreich lediglich bis zu Platz 78 hierzulande. Da fehlt wieder mal eine mutige Casting- oder Modellshow, die den Titel einfach so einsetzt als Background, damit das Volk die Coolness des Sounds erkennt.
Der einzige (aber sehr winzige) Trost ist, dass Dizzee Rascal immerhin minimal besser abschneidet als der Super RTL-Kindergarten-Zirkus Cherona. Die Casting-Plastik-Band stellt mittlerweile auch schon ihren dritten Titel vor. Diesmal heißt er Dragonfly. Natürlich ist auch das wieder Gebrauchspopmusik zum wegwerfen. Schon in zwei Wochen wissen wir nichts mehr von dem Titel. Sony Music wird es aber wieder ein paar Euro mehr eingebracht haben. Schön ist es zu sehen, dass für das Projekt bei Single Nr.3 aber nur noch Platz 78 drin ist. Sind sie sicher auch bald weg vom Fenster. Hoffentlich machen die Band-Members danach irgendwas Sinnvolles.
Teenie-Musik, allerdings der wesentlich seriöseren Art, machen die Jonas Brothers. Erfunden und vermarktet vom Disney-Konzern, bringen die drei Jungs sämtliche Mädchen zwischen 11 und 14 völlig durcheinander. Und nachdem sie dann bei der ersten Las vegas-Workshop-Folge der Popstars auch ganz gut medial präsentiert wurden, konnte ja mit der Single Fly With Me gar nichts mehr schief gehen. Dachten sich die Marketing-Verantwortlichen. Aber, ach … Fly With Me bringt es nur auf die 89. Das ist mager. Gut, dass es in ihrer Heimat, den USA, wesentlich besser läuft. Sonst würden sie mit Sicherheit demnächst aufgelöst werden.
Apropos Popstars: auch in dieser Woche gibt es wieder einige Titel, die von der Präsenz in der Pro7-Castingshow profitieren. Da wären zum Beispiel: P!nk mit Funhouse, das noch einmal 4 Plätze gut machen kann und auf der 27 landet, nachdem Agi, Dagmara, Sandra und Julia den Titel sangen. Halo von Beyoncé, dass nach der Performance durch Valentina, Pauline und Vanessa von der 45 auf die 32 steigt. Und sogar The Killers schaffen in ihrer 36. Woche noch einmal sich auf Platz 92 durchzusetzen (letzte Woche 94), nachdem Aytug, Maik, Danny, Harry, Leo und Daniel mit ihrer Performance von Human in der Show aufwarteten. Richtig großartig ist allerdings, dass sogar T.I. (feat. Justin Timberlake) mit ihrem Top 10-Hit Dead And Gone nochmal eine Rückkehr auf Platz 99 schaffen, nachdem sie vor drei Wochen ja bereits hätten notiert werden können. Aber da war der Titel nicht mehr genug im kollektiven Bewusstsein gespeichert. Nun ist er zurück, wenigstens für eine Woche … dank Burim, Andy, Nik, Damien und Marc.
Und damit sind wir nun auch bei den sonstigen Rückkehrern angekommen. In dieser Woche sind’s dann gar nicht so viele. Mit der Veröffentlichung seines neuen Albums Stark steigt auch die Nachfrage nach Howard Carpendales Single Noch immer mittendrin. Ein durchaus seltsamer Effekt … vermutlich wird für den Longplayer eine Menge Werbung gemacht, aber es gibt doch genug Unentschlossene, die erstmal nur ein kleines Häppchen wollen. Und damit geht Noch immer mitten drin nach Platz 71 vor zwei Wochen nun noch einmal auf Platz 97 in die Auswertung.
Und ganz am Ende der deutschen Charts kehrt ein Ex-Nr.1-Hit zurück: James Morrison featuring Nelly Furtado standen mit Broken Strings den kompletten Februar und noch ein klein wenig drüber an der Spitze. Vor drei Monaten war es dann nach 24 notierten Wochen erstmal vorbei, denn da reichten die Verkäufe nur noch für eine Platzierung unterhalb der Position 50. Jetzt ist die Zwangspause vorbei, Broken Strings kehrt noch einmal zurück, wie gesagt auf der Position 100. Und wir können ein leises Ciao flüstern.
In Blogs wie bei oljo.de wird nun fleißig analysiert, warum Tokio Hotel so dramatisch an Popularität eingebüßt hat. Überzogene Medienhysterie mit Nerv-Charakter, seltsame Auswertungssysteme … es gibt eine Reihe von Theorien für die ernüchternden Verkaufszahlen. Auch das neue Album fällt ziemlich durch, unter anderem wegen absolut überzogener Preise. Lediglich in den USA scheint es Aufwind für die Jungs zu geben. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Industrie eher auf den größeren Markt in Übersee konzentriert und der Verkauf in Deutschland eh unwichtig ist. Das letzte Hoffen der Fans klammerte sich an den TV-Auftritt bei „Wetten dass …?“ am 3. Oktober, aber auch da war offensichtlich nicht viel zu holen. – Spannendster Nebeneffekt des Schlechten Abschneidens: Musiklabel Universal lockert plötzlich die rigide Veröffentlichungspolitik im Netz. Zunächst war Automatisch weder auf youTube noch auf mySpace im Angebot. Nach dem desaströsen Abschneiden werden plötzlich sämtliche Kanäle frei geschaltet um noch zu retten was zu retten ist … wie war das noch mal: Präsenz im Internet schmäler die Verkäufe … ? – Da könnte sich eine Diskussion endgültig erledigt haben.
Wesentlichste Aufsteigerin der Woche (neben Neuzugang Mark Medlock ist Agnes. Die Schwedin ist mit ihrem internationalen Debüt-Titel Release Me gerade in allen Einkaufspassagen und Dudelfunkstationen superpräsent. Das hat zur Folge, dass auch der Verkauf angeheizt wird. In der sechsten Chartwoche steigt Release Me von der 18 auf die 12 und beschert Agnes eine neue Bestmarke.
Etwas weiter oben klettern The Black Eyed Peas mit I Gotta Feeling noch einmal einen Platz auf die 8 und stehen mit diesem Titel nunmehr eine 14. Woche unter den umsatzstärksten Zehn. Insgesamt gehen jetzt 65 Top10-Wochen auf das Konto der Black Eyed Peas. Just in dieser Woche überrundet das Quartett somit Justin Timberlake. Da hat der Sänger jetzt mal nachzulegen.
Zum zähen Dauerbrenner hat sich auch Das geht ab! [Wir feiern die ganze Nacht] von Frauenarzt & Manny Marc entwickelt. Es steht bereits in der insgesamt 20. Woche in der media control-Liste und kann in dieser Woche sogar noch einmal um einen Platz auf die Position 10 steigen. Damit haben sie acht Wochen im Club der besten 10 gesammelt. Das hätte beim allerersten Einstieg des Titels am 17. April wohl keiner gedacht und es ist auch ein schöner Beweis (ob man den Titel nun mag oder nicht), dass es auch noch Hits gibt, die sich nicht von der Industrie gesteuert etablieren. Und vielleicht haben wir ja mit „Atzenmusik“ jetzt sowas wie eine neue Schublade im Pop-Business …
Eine abrupte Kehrtwendung in ihrer Chartbewegung machen Cascada, die mit Evacuate The Dancefloor noch einmal von der 24 auf die 19 steigen können. Der Track ist alles andere als neu, aber der bei weitem erfolgreichste Titel des Projektes. Drei Wochen stand er auf Position 5 in der media control Liste. Das gleichnamige Album brachte es bis Platz 21 in den Album-Charts (für einen reinen Dance-Act nicht mal schlecht). Und gerade flatterte die Meldung herein, dass Cascada auch für die „1LIVE Krone“ nominiert wurden. – In zwei Wochen können wir dann den Start der neuen Single Fever begutachten. Ich kann schon mal vorweg nehmen: so infektiös wie Evacuate The Dancefloor ist das neue Werk bei weitem nicht. Zu viel von allem wurde da verramscht … aber dazu in zwei Wochen sicher mehr. In der Zwischenzeit also holt der ultimative Glücksgriff in Sachen Produktion Evacuate The Dancefloor nochmal ein paar Punkte.
So weit die mehr oder weniger auffälligen Chartbewegungen. Und was gab es erfolgreiches Neues in den CD-Regalen? Mark Medlock und Livingston hab ich schon erwähnt. Etwas weniger umsatzträchtig startet auch DJ Ötzi in die nächste Aprés Ski- und Karneval-Saison. Für dieses mal hat er sich den Mitgröler Sweet Caroline auserkoren und neu eingespielt. Der Titel ist schon seit einer Weile mit dem Nr.1-Album Hotel Engel in Umlauf. Im Original stammt er von niemandem Geringeren als Neil Diamond, der ihn ursprünglich 1969 geschrieben hatte. In den USA und in Großbritannien landete er damit dann auch einen Hit in den jeweiligen Top 10. In Deutschland war der Erfolg dagegen eher bescheiden: Platz 37 im Mai 1971. Trotz dieser mageren kommerziellen Ausbeute, gehört der Titel zu den Klassikern. Im englischsprachigen Raum wurde er von zahlreichen Teams als Hymne bzw. Einlauftitel benutzt. Zahlreiche Künstlern lieferten Neuinterpretationen, DJ Ötzi ist allerdings der erste, welcher dem Titel in Deutschland wieder zu Chartehren verhilft und gleich mal den Erfolg von vor 38 Jahren wiederholt: Sweet Caroline steigt ein auf Platz 37.
Einen Charteintritt ohne CD-Veröffentlichung legen die Pussycat Dolls mit Hush Hush, Hush Hush hin. Es gibt nicht einmal einen Release-Termin als eSingle, lediglich als Albumtrack ist Hush Hush, Hush Hush erhältlich. In Großbritannien, wo die Pussycat Dolls als Superstars durchgehen, gibt es den Titel als CD-version bereits seit 12. August. Allerdings war der Erfolg mit Platz 17 nicht so überzeugend. In Deutschland war bereits die vorhergehende Single Jai Ho! (You Are My destiny) mit Platz 29 nur ein mäßiger Erfolg. Vielleicht auch dieses Ergebnis ein Grund, auf weitere Auskopplungen aus dem Album Doll Domination zu verzichten? Was aber hat nun eigentlich die plötzliche Nachfrage ausgelöst? Die Ankündigung, dass die Pussycat Dolls für die nächste Zeit in eine Pause gehen?
Wirklich aufregende Neuveröffentlichungen sind im Moment eher rar, und vieles von dem, was da schnell ganz nach oben schießt ist dann auch schnell wieder draußen. Das heißt unter anderem aber auch, dass es da ein paar Titel gibt, die sich lange lange Zeit in der Gunst der KäuferInnen halten können. Das Titel ein komplettes Jahr lang ununterbrochen notiert sind wird fast schon zur Normalität. Neuester Anwärter auf diese Leistung ist Peter Fox. Sein Haus am See wird in dieser Woche zum 50. mal hintereinander notiert. Es klettert noch einmal von der 52 auf die 50 und etabliert sich nun wirklich fest in der All-Time-Auswertung der am längsten ununterbrochen notierten Titel. Der letzte Track, der es bis in diese Höhen geschafft hat, war Infinity 2008 vom Guru Josh Project mit 51 Wochen (in dieser Woche von der 69 auf die 74 fallend). Peter Fox wird dieses Ergebnis mit Sicherheit überbieten. Um wieviel, das werden wir in Kürze wissen.
Und damit wären wir in der unteren Hälfte der Charts abgekommen, wo sich noch einige CD-Neuveröffentlichungen vom 25. September platzieren können. Aus seinem Best of-Album Volume (immerhin im Sommer Platz 18 in den Albumcharts) schickt der Berliner DJ Paul van Dyk eine weitere Single ins Rennen. Home ist eine Zusammenarbeit mit Johnny McDaid. Bereits 2003 hatten die beiden einen gemeinsamen Hit namens Time Of Our Lives. Damals war der Sänger allerdings noch mit seiner Band Vega4 unterwegs, weshalb sein Name nun erstmals als offizieller Solo-Act in die Chartbücher eingeht. Time Of Our Lives brachte es 2003 bis zu einem ansehnlichen Platz 14. Mit Home reicht es jetzt allerdings nur noch für Platz 54, das schlechteste Ergebnis für einen Titel von Paul van Dyk in den deutschen Charts. Eventuell ist der van Dyk-Sound nun doch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und zu seicht und beiläufig.
Höhe der Zeit, das ist auch das Stichwort für die Single von Bully & Sasha. Zum einen kommt die CD Father And Son mit einiger Verspätung. Der Film Wickie und die starken Männer bereits seit 9. September sehr erfolgreich in den deutschen Kinos, wieso hat man mit der Veröffentlichung des Titels mehr als zwei Wochen gewartet? Und dann ist Father And Son ein waschechter Rockabilly / Rock’n’Roll-Titel. Irgendwie scheint das ja grad eine Mode zu sein, ich denke da nur an The Baseballs (mit Hot N Cold in dieser Woche von der 68 auf die 76 rutschend). Für Sasha ist dieses Genre natürlich nicht ganz so neu. Als Dick Brave and The Backbeats tourte er zwischen 2002 und 2006 durch das Land und konnte mit Take Good Care Of My Baby 2004 sogar einen mittleren Hit landen. – Diese Zeiten sind allerdings gründlich vorbei. Und ich frage mich ohnehin, was mit Sasha und seinen Fans eigentlich passiert ist. Vor zwei Wochen viel On The Run mit Platz 82 grandios durch, obwohl es als Titelmelodie zu „ran“ auf sat.1 Supermedienpräsenz besitzt. Und nun geht Father And Son lediglich auf Platz 64 in die Liste. Zweimal in Folge verpasst Sasha also die obere Hälfte der Charts. Das hat es bisher noch nie gegeben. Kann Sasha nur hoffen, dass die nächste Single – ein Duett mit Maria Mena besser abschneidet.
Das gleiche wird sich vielleicht die Duettpartnerin aus Norwegen auch denken. Nachdem vor ziemlich genau einem Jahr mit All This Time (Pick-Me-Up Song das letzte mal ein Titel neu von Maria Mena in die Charts eintrat, schafft es nun ihre dritte Auskopplung aus dem Cause And Effect-Album doch noch, so etwas wie ein Hit zu werden. Allerdings nur ein ganz ganz kleiner. Es handelt sich dabei um I Was Made For Lovin’ You, ein sehr gefühlvolles und zärtliches Cover des KISS-Klassikers. Diese Version ist allein deshalb schon großartig und bemerkenswert, weil es vom Original so fast gar nichts mehr hat und trotzdem sehr sehr gut funktioniert. Leider reicht das aber nicht, um den Titel richtig groß zu machen (zumindest was den kommerziellen Erfolg angeht). Platz 91 nach Veröffentlichung ist einigermaßen verschenkt. Schade. – Das Original war übrigens gerade in diesem Jahr letztmalig platziert. Genau am 5. Juni stand es auf Platz 98.
Zufrieden kann dagegen Linkin Park-Sänger Chester Bennington im Moment sein. Seine Band punktet mit New Divide in dieser Woche (die 15.) nochmal ganz gut und steigt von 42 auf die 39. Zudem startet auch sein Nebenprojekt Dead By Sunrise mit der Debüt-Single Crawl back In in den Verkauf und kann sich auf der Position 70 breit machen. Gerade erscheint das dazugehörige Album Out Of Ashes. Was soll da noch schief gehen? Stilistisch sind die Unterschiede zwischen den beiden Projekten nicht so arg groß. Dead By Sunrise sind vielleicht ein klein wenig rauer und dreckiger. Die Stimme von Chester Bennington ist aber auch hier deutlich prägend.
Back to the dancefloor. Die dänische Sängerin Ida Corr steht mit I Want You bereit. Nachdem Ride My Tempo im Mai mit Platz 54 knapp die obere Hälfte der Charts verpasst hat, sieht es bei I Want You wesentlich klarer aus. Platz 72 bedeutet, hier kaufen wirklich nur noch Fans. Ist ein schöner Track, aber wohl doch den Vorgängern zu ähnlich. Ich nehme an, wenn sich Ida Corr nicht grundsätzlich neu erfindet, dann war es das schon so ziemlich von ihr.
Mit ordentlich Wiedererkennungseffekt kommt auch die neue Single von Basshunter daher. Every Morning klingt so wie davor I Miss You und davor All I Ever Wanted und davor Now That You’re Gone und davor Boten Anna. Mit den Platzierungen ging es dementsprechend auch immer weiter nach unten. Every Morning startet nur noch auf der 77. Und das Cover zur CD … das ist gleich mal ganz dämlich. An dieser Stelle kann ich nur sagen: siehe die Empfehlung zu Ida Corr.
Fast schon ein Superstar in seiner Heimat Großbritannien ist Dizzee Rascal. Drei Nr.1-Hits in Folge hat er dort innerhalb der letzten 14 Monate gelandet. Und grade startet dort sein neuester Streich Dirtee Cash. So richtig will das Ganze aber noch nicht auf den Kontinent rüberschwappen. Dizzee Rascal ist hier fast noch ein Geheimtipp. Seine Kolaboration mit Calvin Harris und Chrome namens Dance Wiv Me landete im März mit einem Jahr Verspätung auf der 48. Im Juli ging dann Bonkers zusammen mit Armand van Helden auf die 58 und nun steht Holiday an. Wieder ist es eine Colaboration mit Chrome, und wieder hat Calvin Harris produziert. Alles in allem Popmusik auf sehr zeitgemäßem Niveau, nur leider: weder Durchschnittskäufer noch Plattenlabel sind in Deutschland sehr an Innovation interessiert. Das meiste was sich hier verkauft ist eher konventionell bis konservativ. Also bringt es auch das Nonplusultra aus dem Königreich lediglich bis zu Platz 78 hierzulande. Da fehlt wieder mal eine mutige Casting- oder Modellshow, die den Titel einfach so einsetzt als Background, damit das Volk die Coolness des Sounds erkennt.
Der einzige (aber sehr winzige) Trost ist, dass Dizzee Rascal immerhin minimal besser abschneidet als der Super RTL-Kindergarten-Zirkus Cherona. Die Casting-Plastik-Band stellt mittlerweile auch schon ihren dritten Titel vor. Diesmal heißt er Dragonfly. Natürlich ist auch das wieder Gebrauchspopmusik zum wegwerfen. Schon in zwei Wochen wissen wir nichts mehr von dem Titel. Sony Music wird es aber wieder ein paar Euro mehr eingebracht haben. Schön ist es zu sehen, dass für das Projekt bei Single Nr.3 aber nur noch Platz 78 drin ist. Sind sie sicher auch bald weg vom Fenster. Hoffentlich machen die Band-Members danach irgendwas Sinnvolles.
Teenie-Musik, allerdings der wesentlich seriöseren Art, machen die Jonas Brothers. Erfunden und vermarktet vom Disney-Konzern, bringen die drei Jungs sämtliche Mädchen zwischen 11 und 14 völlig durcheinander. Und nachdem sie dann bei der ersten Las vegas-Workshop-Folge der Popstars auch ganz gut medial präsentiert wurden, konnte ja mit der Single Fly With Me gar nichts mehr schief gehen. Dachten sich die Marketing-Verantwortlichen. Aber, ach … Fly With Me bringt es nur auf die 89. Das ist mager. Gut, dass es in ihrer Heimat, den USA, wesentlich besser läuft. Sonst würden sie mit Sicherheit demnächst aufgelöst werden.
Apropos Popstars: auch in dieser Woche gibt es wieder einige Titel, die von der Präsenz in der Pro7-Castingshow profitieren. Da wären zum Beispiel: P!nk mit Funhouse, das noch einmal 4 Plätze gut machen kann und auf der 27 landet, nachdem Agi, Dagmara, Sandra und Julia den Titel sangen. Halo von Beyoncé, dass nach der Performance durch Valentina, Pauline und Vanessa von der 45 auf die 32 steigt. Und sogar The Killers schaffen in ihrer 36. Woche noch einmal sich auf Platz 92 durchzusetzen (letzte Woche 94), nachdem Aytug, Maik, Danny, Harry, Leo und Daniel mit ihrer Performance von Human in der Show aufwarteten. Richtig großartig ist allerdings, dass sogar T.I. (feat. Justin Timberlake) mit ihrem Top 10-Hit Dead And Gone nochmal eine Rückkehr auf Platz 99 schaffen, nachdem sie vor drei Wochen ja bereits hätten notiert werden können. Aber da war der Titel nicht mehr genug im kollektiven Bewusstsein gespeichert. Nun ist er zurück, wenigstens für eine Woche … dank Burim, Andy, Nik, Damien und Marc.
Und damit sind wir nun auch bei den sonstigen Rückkehrern angekommen. In dieser Woche sind’s dann gar nicht so viele. Mit der Veröffentlichung seines neuen Albums Stark steigt auch die Nachfrage nach Howard Carpendales Single Noch immer mittendrin. Ein durchaus seltsamer Effekt … vermutlich wird für den Longplayer eine Menge Werbung gemacht, aber es gibt doch genug Unentschlossene, die erstmal nur ein kleines Häppchen wollen. Und damit geht Noch immer mitten drin nach Platz 71 vor zwei Wochen nun noch einmal auf Platz 97 in die Auswertung.
Und ganz am Ende der deutschen Charts kehrt ein Ex-Nr.1-Hit zurück: James Morrison featuring Nelly Furtado standen mit Broken Strings den kompletten Februar und noch ein klein wenig drüber an der Spitze. Vor drei Monaten war es dann nach 24 notierten Wochen erstmal vorbei, denn da reichten die Verkäufe nur noch für eine Platzierung unterhalb der Position 50. Jetzt ist die Zwangspause vorbei, Broken Strings kehrt noch einmal zurück, wie gesagt auf der Position 100. Und wir können ein leises Ciao flüstern.
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02. Oktober 2009: Comeback der Mainstream-Monster – Rammstein versus Tokio Hotel
Zwei Schlachtschiffe des deutschen Mainstreampop sind nach längerer Pause zurück und liefern sich mehr oder weniger ein Duell um die Gunst der Käuferschaft. In diesem Fall waren die etwas älteren Konsument_Innen freigiebiger als die jüngeren. Haben vielleicht auch mehr Taschengeld. RAMMS+EIN legen mit Pussy den kommerziell erfolgreichsten Singlestart der Woche hin. Zum Titel lässt sich nicht viel Neues sagen. Die bekannten Debatten werden wieder aufflackern, die alten Argumente werden geschwungen, die Band wird sich von gewissen sachen distanzieren, ansonsten aber sicher freuen, dass sie (wieder einmal) im Gespräch sind und sogar eine Indexierung bei MTV & Co. mit ihrem Video geschafft haben. Alles das führt also dazu, dass dreieinhalb Jahre nach der letzten Single Pussy als bestverkaufte Single in die media control-Charts einsteigt. Sexuell eindeutige Verbalbilder auf Gitarrensound ist das, was das Volk will. Neu ist, dass der Text halb englisch halb deutsch daher kommt. Das mag eine Geste an das internationale Fanpublikum sein, das wirklich in Massen existiert, es ist gleichzeitig aber auch ziemlich im Trend. Spätestens seid Polarkreis 18 ist es irgendwie auch chic die Sprachen zu mischen.
Rammstein auf der Nr.1 – das ist tatsächlich ein Novum. Seit Mitte der 90er Jahre veröffentlicht die Band CDs, seit April 1997 können sie mehr oder weniger durchgängig Hits in den Charts absetzen, aber erst jetzt, mehr als 12 Jahre nach ihrem Chartdebüt, gelingt ihnen der Sprung an die Spitze der deutschen Charts. Dreimal standen sie schon auf der Vizeposition, am längsten (3 mal) mit Amerika vor ziemlich genau fünf Jahren. Pussy setzt sich damit zunächst einmal als bestplatzierter Titel der Band durch. Das neue Album Liebe ist für alle da erscheint am 16. Oktober.
Innerhalb der deutschen Charts unterbrechen Rammstein mit ihrem Sturm an die Spitze eine etwas mehr als viermonatige Phase, in welcher Titel jeweils von einer vorherigen Platzierung auf die 1 stiegen. Solch eine lange Zeit von langsam wachsenden Nr.1-Hits gab es schon eine Weile nicht mehr. Es ist in diesem Jahr ohnehin erst der vierte Titel, der den Chartstart auf der Spitzenposition absolviert. 2008 waren es noch ganze acht Titel. Insgesamt ist Pussy ohnehin erst der achte Nr.1-Hit in diesem Jahr. Das ist in etwa so wie vor 10 Jahren. 1999 waren wir in der ersten Oktoberwoche noch bei dem siebten Nr.1-Hit des Jahres. Am Ende war die Bilanz dann auf 10 Titel angestiegen.
Rammstein sind also die Gewinner der Woche. Und die Verlierer? Die heißen Tokio Hotel. Sie haben zwei Jahre lang nichts Neues mehr von sich hören lassen. Natürlich waren die Kaulitz-Brüder in der Zwischenzeit medial sehr präsent. Hier eine Schlagzeile, dort ein Foto … die Fans wurden fleißig gefüttert. Aber, irgendwie reicht das wohl nicht. Automatisch, die Vorabsingle zu ihrem Album Humanoid kann gerade mal auf Platz 5 einsteigen. Das klingt zwar ganz gut, ist aber tatsächlich das schlechteste Ergebnis für eine Tokio Hotel-Veröffentlichung. Lediglich Schrei war vor vier Jahren das gleiche widerfahren. Alle anderen sechs Singles platzierten sich wenigstens auf Platz 3. Hmmm … Geht da jetzt eine Ära zu Ende? – Allerdings, es sei an dieser Stelle auch angemerkt, dass Automatisch bereits der achte Top 10-Titel in Folge ist. Das ist eine Erfolgsbilanz wie sie beispielsweise Depeche Mode zu ihren erfolgreichsten Zeiten, zwischen 1985 und 1987, aufzuweisen haben.
Das die beiden erfolgreichsten CD-Starts. Schnell noch nachgeschoben, das David Guetta feat. Akon mit Sexy Bitch weiterhin auf der Vizeposition steht (zum dritten mal nunmehr) und Ex-Spitzenreiterin Marit Larsen rutscht von ganz oben auf die 3 mit If Asong Could Get Me You.
Und dann standen auch internationale Mainstream-Monster am 18. September neu in den CD-Regalen und buhlten um Aufmerksamkeit. Die Backstreet Boys zum Beispiel kündigen mit Straight To My Heart ihr siebtes Album This Is Us an. Dieses soll Ende des Jahres erscheinen und um die Neugierde schon mal richtig anzufachen wird also weit im Voraus eine Single ausgekoppelt. Aber auch für die Backstreet Boys ist die beste und erfolgreichste Zeit schon eine Weile vorüber. Straight To My Heart klingt fast ein wenig nach 80er-Jahre Schlager, sehr sehr seicht, passt in jeden Fahrstuhl und ist deshalb genauso schnell aus dem Ohr wieder raus. Die insgesamt 22. Single schafft es demzufolge auch nur bis zu Platz 22 – das schlechteste Ergebnis für die Lead-Single eines Backstreet Boys-Albums.
Mit einer dritten Singleauskopplung aus ihrem aktuellen Album All I Ever Wanted wartet Kelly Clarkson auf. Nachdem My Life Would Suck Without You eine großartige Chartkarriere im Frühsommer hingelegt hat und die Nachfolgesingle I Do Not Hook Up eindeutig viel zu schnell nachgeschoben wurde, dadurch mit Platz 55 völlig unterging, gibt es nun Already Gone, eine Ballade, die für meine Begriffe ein wenig zu seicht daherkommt, aber immerhin: es reicht für Platz 23 in der ersten Woche nach Singlestart.
Rammstein auf der Nr.1 – das ist tatsächlich ein Novum. Seit Mitte der 90er Jahre veröffentlicht die Band CDs, seit April 1997 können sie mehr oder weniger durchgängig Hits in den Charts absetzen, aber erst jetzt, mehr als 12 Jahre nach ihrem Chartdebüt, gelingt ihnen der Sprung an die Spitze der deutschen Charts. Dreimal standen sie schon auf der Vizeposition, am längsten (3 mal) mit Amerika vor ziemlich genau fünf Jahren. Pussy setzt sich damit zunächst einmal als bestplatzierter Titel der Band durch. Das neue Album Liebe ist für alle da erscheint am 16. Oktober.
Innerhalb der deutschen Charts unterbrechen Rammstein mit ihrem Sturm an die Spitze eine etwas mehr als viermonatige Phase, in welcher Titel jeweils von einer vorherigen Platzierung auf die 1 stiegen. Solch eine lange Zeit von langsam wachsenden Nr.1-Hits gab es schon eine Weile nicht mehr. Es ist in diesem Jahr ohnehin erst der vierte Titel, der den Chartstart auf der Spitzenposition absolviert. 2008 waren es noch ganze acht Titel. Insgesamt ist Pussy ohnehin erst der achte Nr.1-Hit in diesem Jahr. Das ist in etwa so wie vor 10 Jahren. 1999 waren wir in der ersten Oktoberwoche noch bei dem siebten Nr.1-Hit des Jahres. Am Ende war die Bilanz dann auf 10 Titel angestiegen.
Rammstein sind also die Gewinner der Woche. Und die Verlierer? Die heißen Tokio Hotel. Sie haben zwei Jahre lang nichts Neues mehr von sich hören lassen. Natürlich waren die Kaulitz-Brüder in der Zwischenzeit medial sehr präsent. Hier eine Schlagzeile, dort ein Foto … die Fans wurden fleißig gefüttert. Aber, irgendwie reicht das wohl nicht. Automatisch, die Vorabsingle zu ihrem Album Humanoid kann gerade mal auf Platz 5 einsteigen. Das klingt zwar ganz gut, ist aber tatsächlich das schlechteste Ergebnis für eine Tokio Hotel-Veröffentlichung. Lediglich Schrei war vor vier Jahren das gleiche widerfahren. Alle anderen sechs Singles platzierten sich wenigstens auf Platz 3. Hmmm … Geht da jetzt eine Ära zu Ende? – Allerdings, es sei an dieser Stelle auch angemerkt, dass Automatisch bereits der achte Top 10-Titel in Folge ist. Das ist eine Erfolgsbilanz wie sie beispielsweise Depeche Mode zu ihren erfolgreichsten Zeiten, zwischen 1985 und 1987, aufzuweisen haben.
Das die beiden erfolgreichsten CD-Starts. Schnell noch nachgeschoben, das David Guetta feat. Akon mit Sexy Bitch weiterhin auf der Vizeposition steht (zum dritten mal nunmehr) und Ex-Spitzenreiterin Marit Larsen rutscht von ganz oben auf die 3 mit If Asong Could Get Me You.
Und dann standen auch internationale Mainstream-Monster am 18. September neu in den CD-Regalen und buhlten um Aufmerksamkeit. Die Backstreet Boys zum Beispiel kündigen mit Straight To My Heart ihr siebtes Album This Is Us an. Dieses soll Ende des Jahres erscheinen und um die Neugierde schon mal richtig anzufachen wird also weit im Voraus eine Single ausgekoppelt. Aber auch für die Backstreet Boys ist die beste und erfolgreichste Zeit schon eine Weile vorüber. Straight To My Heart klingt fast ein wenig nach 80er-Jahre Schlager, sehr sehr seicht, passt in jeden Fahrstuhl und ist deshalb genauso schnell aus dem Ohr wieder raus. Die insgesamt 22. Single schafft es demzufolge auch nur bis zu Platz 22 – das schlechteste Ergebnis für die Lead-Single eines Backstreet Boys-Albums.
Mit einer dritten Singleauskopplung aus ihrem aktuellen Album All I Ever Wanted wartet Kelly Clarkson auf. Nachdem My Life Would Suck Without You eine großartige Chartkarriere im Frühsommer hingelegt hat und die Nachfolgesingle I Do Not Hook Up eindeutig viel zu schnell nachgeschoben wurde, dadurch mit Platz 55 völlig unterging, gibt es nun Already Gone, eine Ballade, die für meine Begriffe ein wenig zu seicht daherkommt, aber immerhin: es reicht für Platz 23 in der ersten Woche nach Singlestart.
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