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flashlight 3-11: the music industry still sleeps

The Black Eyed Peas are spending a third week at the German top spot. That’s what chart compiling company media control announces on tuesday. The market was still calm in sales week 7th to 13th January. No big releases meaning no chart movement. Finally we witness the usual start of the year freezing. As I told several times music markets in a variety of countries are much faster. The United Kingdom got a sensational new no.1 this week … Well, Germans are kind of conservative and sedate. If we’d look at the first charts of every year we’d recognize a lot of long running no.1’s in this very first weeks. Except the change 2009/2010. A year ago we had three strong hits fascinating the crowd: Aura Dione with I Will Love You Monday (365), Keri Hilson with I Like and Lady Gaga’s latest no.1 Bad Romance. In 2011 everything is different. The Black Eyed Peas ruling the scene so far. Next week I bet the picture will completely change.

I did not say the whole truth. There were some new releases in the first full week of 2011. Ke$ha tried to continue her succesfull chart carreer with We R Who We R a release taken from her EP Cannibal which never entered the charts despite it is available since end of November. Originally the release date was set mid of December but for some unknown reasons the full release appeared only in 2011. German internet music site laut.de criticized Cannibal as it was planned for accompa nying the Animal-Deluxe-Release. Instead of being bonus material the music company made it a standalone release. In the US it worked somehow (no. 15 in the Billboard list). In Europe the big marketing plan failed. Indeed We R Who We R sounds like the 100th version of TiK ToK – cool party kids don’t need this. That’s why the „new“ single only enters the German list at no.23 – the lowest rank for a Ke$ha solo release. I don’t want to prophesy bad things but it seems Ke$ha is right now on a straight road to American outback clubs.


Links
- chart commentary on British charts by James Masterton

in German
- media control-Pressemitteilung
- Besprechung "Cannibal" auf laut.de


Beste CD-Neustarts: jason derülo & Ke$ha

Wie media control meldet, waren die erfolgreichsten CD-Neustarts der Woche 23. bis 29. April jason derülo und Ke$ha. Und was haben die nun gemeinsam? – Sie stammen beide aus den USA, ok. Und mit der Schreibweise ihrer Namen treiben sie gern ihre Spielchen. Dann hört's aber auch schon auf, oder etwa nicht?

In My Head von jason derülo kommt erstmal ein bisschen angestrengt daher. Klar, das Debüt Watcha Say hat erstmal ordentlich Furore gemacht, Platz 7 in den deutschen Charts, Nr.1 in den USA und in UK Platz 3. Und egal wie man dazu stand, Ohrwurmcharakter und damit Hitqualitäten hatte das Ding schon. Bei In My Head funktioniert das nach einigem Hören auch, insofern werden Dauerrotation in TV und Funk wohl ihr übriges tun, beim allerersten Mal aber, da klingt das Ganze doch irgendwie unentschieden. Formal ist das schon R'n'B, irgendwie hat man auch immer das Gefühl, dass da ein ganz kleiner Autotune-Effekt zu hören ist, ist aber gar nicht (oder doch?), aber gleichzeitig könnte das jetzt auch schon fast ein Poprock-Titel sein … Hmmm, zu viel gewollt? Zu unentschlossen? Ich weiß es nicht recht. Vielleicht ist es auch einfach nur für eine wesentlich jüngere Zielgruppe gemacht. Wie auch immer: die Remixe tun dann das, was jason derülo eigentlich selber hätte machen sollen, sie treiben den Song konsequenter in die eine oder andere Richtung. Und schon funktioniert's besser.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich die CD dann so gut verkauft. Mit verschiedenen Mixen kriegt man eben auch verschiedene Zielgruppen. Und alles wird für ein und denselben Titel gezählt. Perfekt. Platz 10 in der ersten Woche nach Veröffentlichung, das ist dann auch wirklich genauso stark wie Vorgänger Watcha Say. Da wird also Herr derülo einigermaßen zufrieden sein können.

Und Madame Ke$ha? Na ehrlich gesagt finde ich einen CD-Start auf Platz 11 nach einem solchen Überflieger wie TiK ToK doch erstmal ein bisschen schwach. Allerdings ist Blah Blah Blah auch wirklich nicht so knallig wie TiK ToK. Ja, es ist schön elektro-verschnarrt, es ist frech … das Image der White Trash-Atzenkönigin stimmt. Aber es fehlt halt ein bisschen an Mitsing-Lalala-Charakter. Schön ist zwar, dass die Jungs von 3OH!3 mit ran dürfen und hiermit auch ihre erste wirkliche Chartperformance in Deutschland hinlegen (einmal Platz 95 im September 09, das zählt irgendwie nicht). An der Seite von Katy Perry fand ich sie aber wesentlich prägnanter. Da ließe sich jetzt fragen: ist Katy Perry dann doch die bessere Femme Fatale?

Haben wir also zwei Hitnachfolger, die nicht 100% an das anschließen können, was die Vorgänger versprochen haben. Aber gut, vielleicht braucht es einfach auch noch ein bisschen Zeit. Oder wir warten sowieso, was aus den beiden in ein oder zwei Jahren geworden ist. Das Popkarrussell dreht sich so lange garantiert weiter.

Männer gegen Frauen – Außergewöhnliche Menschen gegen Topmodells

Das könnte das Thema diese Woche sein im Popmusikbusiness, denn
Unheilig geht nochmal rauf und das sehr wahrscheinlich mit viel TV-Einsatz-Hilfe, denn zinnerhalb der Doku-Serie "Außergewöhnliche Menschen" auf RTL II stand für den 11. März der Start des Dreiteilers "Halb Mensch halb Baum" auf dem Plan. Da musste nochmal ordentlich die Werbetrommel gerührt werden und damit bekam also auch Unheilig mit Geboren um zu leben nochmal anständiges Airplay. Und das bringt den Titel auch im Verkauf noch mal einen gehörigen Schub, von Platz 5 geht es jetzt noch einmal rauf auf die 2. In der Albumauswertung steht der Graf mit Gefolge nach wie vor an der Spitze.

Zufällig erreicht Unheilig genau wie Single-Spitzenreiter stromae in der fünften notierten Woche die Höchstposition. Und außerdem ist mit einem Schlag, die seit mehr als zwei Monaten anhaltende weibliche Dominanz an der Chartspitze komplett gebrochen … Keri Hilson rutscht mit I Like einen Platz auf die 3 und Ke$ha schwächelt gar richtig krass und stürzt mit TiK ToK von der 1 auf die 4. Aua!

Aber wie schon an anderer Stelle erwähnt, das heißt nichts, denn in den Startlöchern stehen schon die nächsten Ladies. Allen voran Cheryl Cole, die in der letzten Woche ihren Titel Fight For This Love in propperer CD-Version auf den Markt geworfen hat. In Großbritannien gehört sie im Moment zu den ganz großen Stars. Als ein Girl der Casting Band Girls Aloud stand sie bereits viermal auf der Pole-Position (in Deutschland reichte es für das Projekt lediglich zu einer einzigen mager platzierten Single im Frühjahr 2003), im Jahr 2008 war sie dann beim britischen Pendant zu DSDS "The X Factor" als Jurymitglied telepräsent und so war es eigentlich nahezu klar, dass auch ihr Solo-Debüt ordentlich Interesse hervorrufen würde. So wars dann auch, Fight For This Love ging sofort an die Spitze der britischen Charts, hielt sich dort zwar nicht so lange auf (2 Wochen nur), aber verkaufte sich in solchen Massen, dass es für einen zweiten Platz in der Jahresauswertung 2009 hinter Lady Gaga reichte.

Und nun wacht also auch das deutsche Label auf und platziert den Titel bei "Germany's Next Top Modell" – als Titelmelodie. Klar bringt das Umsatz: Platz 5 in der ersten Woche nach Veröffentlichung als CD und höchster Einsteiger. Da hat also das "Top Modell" auch in diesem Jahr schon mindestens einen Überhit. Gespannt bin ich, ob es für Cheryl Cole noch bis an die Spitze geht oder ob es das jetzt schon war.

Am Rande noch zu bemerken: Cheryl Cole ist durch ihre Beteiligung am Helping Haiti-Projekt im Moment sogar mit zwei Singles in den Charts vertreten. Technisch gesehen ist Fight For This Love trotzdem ihr Chart-Debut (wenigstens unter eigenem Namen) und so ist sie momentan die erfolgreichste Newcomerin des Jahres. Nur stromae ist 2010 bisher umsatzträchtiger in seine Karriere gestartet.

05. März '10: Nr.1-Geschichten

Los geht's also wie gehabt mit dem, was media control aktuell als umsatzstärksten Titel nennt. Nach wie vor Ke$ha, White-Trash-Idol aus den USA, mit ihrem Überflieger-Hit TiK ToK. Es ist die sechste Woche, dass sich die Dame durchsetzen kann … aber laut iTunes-Charts gibt es da in Kürze ordentlich Konkurrenz. Zum einen steht dort nach wie vor der Belgier Stromae mit Alors On Danse an der Spitze, bei media control in dieser Woche ja nun auch endlich auf der 3 notiert – von 6 kommend … Dancefloorstuff hat es nach wie vor schwer auf dem CD-Markt und ist mit der Umsatzregelung von media control klar im Nachteil. – Und dann steht bei iTunes auch Cheryl Cole mit Fight For This Love sehr gut da. Für das Ex-Girls Aloud wäre es der erste Charthit in Deutschland … Warten wir ab, was da kommt.

Derweil genießen wir also noch einmal Ke$ha und da lohnt ein Blick in solche Portale wie Mashuptown. Ke$ha gehört dort zum derzeit beliebtesten, was durch die Remix-Hölle geschickt wird. Mein Favorit: die Version Ke$ha vs. Queen … also wem das nicht gefällt …

Statistik-Details:

Mit sechs Wochen auf Position 1 gehört sie zu einem illustren Kreis von Pop-Damen, die es in den letzten 18 Monaten an der Spitze der deutschen Charts gern etwas länger aushielten. Zuletzt war es im Juli und August Emilíana Torrini mit Jungle Drum (ach ja, auch Germany's Next Top Modell ist wieder TV-präsent), davor war es Lady Gaga die 13 Wochen mit Poker Face den Markt komplett in Schach hielt (in dieser Woche ein komplettes Jahr in den Charts und noch immer notiert auf Platz 51 - von 48 leicht fallend) und zum Jahreswechsel 2008/09 beherrschte Katy Perry mit Hot N Cold für 8 Wochen alles. Der letzte Mann, der für mehr als fünf Wochen die Spitze der Charts besetzte war im Juli/August 2008 Kid Rock mit All Summer Long. Heißt das jetzt, dass Musik von Männern nicht mehr so flächendeckend ankommt? Ist das der viel beschworene Wandel? Oder haben sich die Männer einfach nur als Produzenten hinter Frauen versteckt?

Ob es nun diese Thesen irgendwie untermauert oder nicht: auch Platz 2 geht an eine amerikanische Interpretin – Keri Hilson kann mit I Like nochmal einen Platz gut machen.

Und das war sie, die aktuelle deutsche Spitze.

wikipedia-Artikel

12. Februar 2010: Ke$ha zum Dritten

Die dritte Woche an der Spitze für Ke$ha und TiK ToK und kein Ende in Sicht. Freitagabend in einer beliebigen mittelgroßen Stadt, die Mädels aus dem Umland ziehen durch die Straßen. Und singen … TiK ToK … so sieht es aus derzeit im deutschsprachigen Raum. In UK und den USA macht sich bereits der nächste Knaller breit: Blah Blah Blah. Das ist dann eine Kooperation mit den Jungs von 3OH!3, die hierzulande eigentlich auch schon ein wenig zu lange auf ihren Durchbruch warten müssen. Das Album Animal steht mittlerweile auch in den Läden … jetzt wird sich also erweisen, ob Ke$ha tatsächlich zu den künftigen Popladies gehören wird, wie überall behauptet wird. Oder obs doch nur ein kurzes Feuer ist.

Drei Wochen hintereinander auf Position 1 in den media control-Charts, das hat zuletzt Robbie Williams mit Bodies Ende Oktober letzten Jahres hingelegt. Und im noch extrem jungfräulichen Jahr 2010 ist das im Moment Bestleistung … eigentlich nicht erwähnenswert, wenn es nicht in den Vorjahren im Januar/Februar nicht immer gerade die ganz großen Knaller des Jahres ganz oben notiert gewesen wären (puh, was für ein Satz). Also: vielleicht dann doch ganz gute Aussichten für Ke$ha?

Weils zur Vollständigkeit gehört, hier dann auch noch erwähnt: auf der 2 tut sich auch nichts. Da wird unverändert Keri Hilson mit I Like notiert. Auch immer noch ganz schön. Find ich.

29. Januar 2010: Atzenalarm

Jetzt ist es also wahr geworden. Der Atzensound hat die deutschen CD-Käufer_innen voll im Griff. Party, Party, Party – das ist das Gebot der Stunde. (Kann natürlich auch was mit der bevorstehenden Karnevalssaison zu tun haben, aber so weit würd ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen.) Und was heißt das genau? Ke$ha, unser neuestes Feier girl holt sich doch tatsächlich Platz 1 der media control-Charts, ist also der Titel mit dem höchsten Umsatz in der Woche 15.-21. Januar. Keri Hilson, die im Grunde mit I Like ja nichts anderes beschreibt als eine großartige Nacht, lässt sich mal wieder auf Rang 2 verdrängen.

Aber wieso ist das jetzt so sensationell? Zwei Damen aus Amerika machen Party, ok. Der Unterschied zwischen Keri Hilson und Ke$ha ist, dass die zweite überhaupt nicht wieder aufhören will. Bei Keri Hilson ist das Ganze ja ziemlich einmalig und besonders und kommt garantiert nicht jede Nacht vor. Ke$ha dagegen pfeift völlig auf Pause und Besonderheit. Da geht’s nur noch ums Abfeiern und Genießen pur. Immer auf der Überholspur. Und das sogar so konsequent, dass ihr am Ende selbst das Styling (scheinbar) völlig egal ist. Hey, so schlampig und verloddert ist ja wohl schon lang kein Pop-Sternchen mehr aufgetreten. Dagegen sieht selbst Rolemodell Britney ziemlich alt aus. Und ich wage mal zu behaupten, dass TiK ToK, produziert haargenau so wie es jetzt klingt, einfach interpretiert von Britney niemals bis an die Spitze geklettert wäre. Das Girl ist einfach durch, auch wenn sie immer noch ein und noch ein Comeback irgendwie hinlegt.

Tja, und das also die Superdauerparty momentan ein allgemein westliches Phänomen ist, den Beweis haben wir allein schon damit, dass aus Deutschland haargenau die selbe Geschichte zu hören ist, nur eben männlich besetzt und vielleicht nicht ganz so elektroid. Frauenarzt & Manny Marc haben für dieses Genre dann den schönen Namen Atzenmusik geprägt. Passt total! Versteh ich ohne lang zu überlegen! Und wers nicht gleich kapiert, dem schenkt der Text dann sicher noch die komplette Einsicht. Auch hier: Abfeiern bis zum Umkippen, Style sowieso egal. – Das muss man in der Konsequenz auch erstmal so hinkriegen.

Lustig ist bei beiden Titeln, dass mit der ungebremsten Party gegen ein vermeintliches Spießertum angetreten wird. Das find ich auf ne Art ja schon wieder ganz putzig. Lassen sich Vorortfamilien tatsächlich durch wochenlange Exzesse erschrecken?

Die Frage beantwortet eventuell jemand anderes. Ke$ha feiert also ihre erste Nummer 1, Die Atzen gehen mit Disco Pogo von der 6 auf die 5 – tja, da scheint das supergestylte und exklusive Modell Lady Gaga jetzt doch Federn lassen zu müssen. Kann sich mit Bad Romance noch auf der 3 halten, aber ob sie das in den nächsten Monaten noch genauso hinkriegt? – Vermutlich ist das genau der Gegensatz: auf der einen Seite Atzenparty ohne wennund aber – auf der anderen Orgie und Wahnsinn, aber immer schön mit dem Hinweis, dass das ja nur die Ausnahme ist, spießig halt.

22. Januar 2010: Atzenmusik und andere Parties an der Spitze

OK – let’s rock it again. Ein paar Tage, fast schon Wochen, war Ruhe hier. Neues Jahrzehnt, neues Umfeld ... brauchte ich ein bisschen Zeit um mich dran zu gewöhnen. In der Zwischenzeit hat sich im kommerziellen Musikgeschäft einiges getan. Mehrere Wechsel an der Spitze, Lady Gaga mit ihrer dritten Nr.1 … und in der aktuellen Auflistung heißt es wieder einmal Keri Hilson liefert mit I Like den umsatzstärksten Titel. Ein drittes mal steht sie auf der Spitzenposition der media control-Charts. Hängt vermutlich auch damit zusammen, dass seit dem 8. Januar Keri Hilsons Album In A Perfect World … als Special-I Like-Edition auf dem deutschsprachigen Markt zu haben ist. Das Album schafft es zwar insgesamt nur auf Platz 28, das ist jetzt nicht so extraordinär berauschend, aber es reicht offensichtlich, um der Single noch mal einen guten Auftrieb zu verleihen. Naja, und auch der Film Zweiohrküken läuft ja noch ganz gut. Dass sich I Like so gut behaupten kann, ist für mich nicht sonderlich verwunderlich. Nachdem ich mich mal so im Schnelldurchlauf durch das Album gezappt habe, muss ich sagen: es ist und bleibt der Höhepunkt des Albums. Kann man Keri Hilson nur wünschen, dass I Like über kurz oder lang doch auch international veröffentlicht wird.

Zur Statistik: die dritte Woche auf der Position 1, das dritte mal wieder hochgeklettert, das ist schon eine eher ungewöhnliche Performance. Der letzte Titel, der es nach einem ersten kurzen Aufenthalt an der Spitze noch zweimal zurück auf den Thron schaffte war im Jahr 2006 Love Generation von Bob Sinclar feat. Gary Nesta pres. Goleo IV, und da half ganz gehörig der Trubel um die Fußball-WM mit.

Über all die Lobeshymnen für Keri Hilson dürfen wir nicht vergessen, dass da gleich hinter ihr schon der beste Single-CD-Neustart der Woche landet. In den iTunes-Charts unangefochten in Führungsposition schafft es Ke$ha im Geschäft mit den physischen Tonträgern nicht ganz, die Spitze zu erreichen. In der ersten Woche geht es für ihre erste Solo-Single TiK ToK erstmal auf die 2. Was sicher nicht das Ende aller Möglichkeiten bedeutet. Elektro-rhythmisiert repräsentiert der Track ziemlich genau den aktuellen Stand im Pop-Business. In den USA bereits Nr.1 gewesen, Neuseeland und Kanada meldeten gleiches, in Großbritannien reichte es immerhin für Platz 4 … Hinter Ke$ha stehen dann auch solche Produzentennamen wie Dr. Luke und Max martin. Wundern wir uns da noch über den fulminanten Einstand auch in Deutschland?

Die Geschichte von Ke$ha ist relativ schnell erzählt: Backgroundsängerin, Songwriterin und dann im vergangenen Jahr der Einstand an der Seite von Mr. Flo Rida, dessen Right Round hierzulande bis Platz 4 klettern konnte und auch aktuell noch in der Liste herumgeistert. Mit TiK ToK fegt sie dann schon mal alles weg, was bisher war. Könnte gut sein, dass Ke$ha in nächster Zeit noch einiges im Mainstream an Erfolgen landen kann. Vor allem, wenn sie sich weiter als partyfeiernde White Trash-Ikone vermarkten lässt. Da hat dann die Britney wohl endgültig abgegessen …

Machen wir die Spitze komplett: Mit Lady Gaga und Bad Romance auf der 3 (runter von der Spitzenposition) haben wir in dieser Woche die Top 3 fest im Griff amerikanischer Interpretinnen. Ob das ein Zeichen für das kommende Jahr ist? Bisher war es lediglich die Dänin Aura Dione, die sich als Nichtamerikanerin an der Spitze der deutschen Charts behaupten konnte. In dieser Woche muss sie etwas nachgeben und steht mit I Will Love You Monday (365) auf der 4.

Der nächste auffällige Gewinner der Woche steht auf der Position 6. Frauenarzt & Manny Marc aka Die Atzen klettern nach ihrem großen Start zu Jahresbeginn nochmal sechs Plätze und landen damit ihren zweiten Top 10-Hit in Folge. Zum Disco Pogo muss man gar nix weiter sagen, höchstens dass es erstaunlich ist, dass sich sogar die taz und der Spiegel dem Atzen-Phänomen widmen. Da wird dann viel gelabert über Hedonismus usw. … aber was solls eigentlich? Glaubwürdiger als das christlich verbrämte Weltuntergangsgejammere oder das Harter-Junge-Ghetto-Geprotze ist es doch allemal. Oder etwa nicht?

Nochmal deutsches Liedgut. Auch das ganz neu und irgendwie geht es da ja auch um’s Feiern. Oder vielleicht etwas gediegener, um Feste. Genau gesagt um die Eröffnung des Spektakeljahres anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010. Da wird es also in den kommenden Monaten eine Reihe von Veranstaltungen und Anlässe geben, über die wir medial stolpern werden. Und immer mit dabei die Hymne zum Jahr. Und die kommt von Herbert Grönemeyer, klar. Ist ja einer, der sich schon immer zu seiner Heimat bekannte. Komm zur Ruhr ist also der Titel, und noch vor der regulären Veröffentlichung als CD kann man den Titel per Download erwerben. Was dann offensichtlich auch eine ganze Menge Leute getan haben, denn Komm zur Ruhr chartet in dieser Woche auf Platz 7

Wie es sich für eine richtige Hymne gehört, wird in Komm zur Ruhr ein ordentliches Loblied auf die Region und die Menschen gesungen. Das Ganze ist dann natürlich auch fulminant instrumentiert, heroisch, fast schon ein wenig pathetisch. Naja. Von diesen Europäischen Kulturhauptstädten kann man nun halten was man will, ich hab noch nicht wirklich überzeugende Erlebnisse zu diesen Anlässen gehabt, aber bei RUHR.2010 geht es offensichtlich auch ein bisschen um das, was so in der Gegenwart passiert. Nun ist Herbert Grönemeyer mit etwas mehr als 25 Jahren Chartkarriere sicher kein Vertreter der ganz jungen Pophitkultur, um so erstaunlicher ist es, dass er seine größten Erfolge in den vergangenen 10 Jahren feiern konnte. Drei Nr.1-Hits gehen auf sein Konto, Komm zur Ruhr ist mittlerweile sein 32 Charthit und sein achter, der sich innerhalb der Top 10 platzieren kann. Zuletzt war er vor etwa einem Jahr präsent, als Glück sich bis Platz 4 vorarbeiten konnte.