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02. April 10: Ruhige Spitze

Nach der großen Top 10-Invasion in der vergangenen Woche zeigen sich die media control-Singlecharts mit der Osterausgabe beruhigter. natürlich kann Lena Meyer-Landrut sich nicht mit allen Titeln in den Top 5 behaupten … und so gibt es ein wenig Luft, die zum Beispiel Cheryl Cole mit Fight For This Love nutzt um noch einmal drei Plätze nach oben zu gehen. Platz 4 in der vierten Woche bedeutet Höchstplatzierung überhaupt für das Ex-Girl Aloud. Klar hat der Titel Auftrieb: "Germany's Next Topmodel" ist bereits in der vierten Folge angekommen (im Auswertungszeitraum für die Charts 19.-26. März) und auch Cheryl Cole's Debüt-Album steht jetzt als CD in den Läden. Allerdings reicht es zum kompletten Startum noch nicht: 3 Words kann sich lediglich auf Platz 45 behaupten. Da muss sich die Marketingabteilung also noch einiges mehr einfallen lassen.

Zurück in die Top 10 kann dann auch David Guetta feat. Kid Cudi mit Memories klettern. Von der 12 geht es noch einmal auf die 9, die Position auf der sie vor vier Wochen auch den Einstieg schafften.

Das war's dann auch schon mit den wesentlichen Bewegungen innerhalb der Top 10, ermittelt von media control. Schnell noch erwähnt: Lena Meyer-Landrut bleibt mit Satellite an der Spitze. unangefochten. Auch die 2 ist mit stromae und Alors On Danse unverändert besetzt. Und auf die 3 kehrt noch einmal UNHEILIG mit Geboren um zu leben zurück. Laut Trendbarometer iTunes, dürfte sich auch in der nächsten Woche daran nur unwesentlich etwas ändern.

Männer gegen Frauen – Außergewöhnliche Menschen gegen Topmodells

Das könnte das Thema diese Woche sein im Popmusikbusiness, denn
Unheilig geht nochmal rauf und das sehr wahrscheinlich mit viel TV-Einsatz-Hilfe, denn zinnerhalb der Doku-Serie "Außergewöhnliche Menschen" auf RTL II stand für den 11. März der Start des Dreiteilers "Halb Mensch halb Baum" auf dem Plan. Da musste nochmal ordentlich die Werbetrommel gerührt werden und damit bekam also auch Unheilig mit Geboren um zu leben nochmal anständiges Airplay. Und das bringt den Titel auch im Verkauf noch mal einen gehörigen Schub, von Platz 5 geht es jetzt noch einmal rauf auf die 2. In der Albumauswertung steht der Graf mit Gefolge nach wie vor an der Spitze.

Zufällig erreicht Unheilig genau wie Single-Spitzenreiter stromae in der fünften notierten Woche die Höchstposition. Und außerdem ist mit einem Schlag, die seit mehr als zwei Monaten anhaltende weibliche Dominanz an der Chartspitze komplett gebrochen … Keri Hilson rutscht mit I Like einen Platz auf die 3 und Ke$ha schwächelt gar richtig krass und stürzt mit TiK ToK von der 1 auf die 4. Aua!

Aber wie schon an anderer Stelle erwähnt, das heißt nichts, denn in den Startlöchern stehen schon die nächsten Ladies. Allen voran Cheryl Cole, die in der letzten Woche ihren Titel Fight For This Love in propperer CD-Version auf den Markt geworfen hat. In Großbritannien gehört sie im Moment zu den ganz großen Stars. Als ein Girl der Casting Band Girls Aloud stand sie bereits viermal auf der Pole-Position (in Deutschland reichte es für das Projekt lediglich zu einer einzigen mager platzierten Single im Frühjahr 2003), im Jahr 2008 war sie dann beim britischen Pendant zu DSDS "The X Factor" als Jurymitglied telepräsent und so war es eigentlich nahezu klar, dass auch ihr Solo-Debüt ordentlich Interesse hervorrufen würde. So wars dann auch, Fight For This Love ging sofort an die Spitze der britischen Charts, hielt sich dort zwar nicht so lange auf (2 Wochen nur), aber verkaufte sich in solchen Massen, dass es für einen zweiten Platz in der Jahresauswertung 2009 hinter Lady Gaga reichte.

Und nun wacht also auch das deutsche Label auf und platziert den Titel bei "Germany's Next Top Modell" – als Titelmelodie. Klar bringt das Umsatz: Platz 5 in der ersten Woche nach Veröffentlichung als CD und höchster Einsteiger. Da hat also das "Top Modell" auch in diesem Jahr schon mindestens einen Überhit. Gespannt bin ich, ob es für Cheryl Cole noch bis an die Spitze geht oder ob es das jetzt schon war.

Am Rande noch zu bemerken: Cheryl Cole ist durch ihre Beteiligung am Helping Haiti-Projekt im Moment sogar mit zwei Singles in den Charts vertreten. Technisch gesehen ist Fight For This Love trotzdem ihr Chart-Debut (wenigstens unter eigenem Namen) und so ist sie momentan die erfolgreichste Newcomerin des Jahres. Nur stromae ist 2010 bisher umsatzträchtiger in seine Karriere gestartet.

05. März '10: Nr.1-Geschichten

Los geht's also wie gehabt mit dem, was media control aktuell als umsatzstärksten Titel nennt. Nach wie vor Ke$ha, White-Trash-Idol aus den USA, mit ihrem Überflieger-Hit TiK ToK. Es ist die sechste Woche, dass sich die Dame durchsetzen kann … aber laut iTunes-Charts gibt es da in Kürze ordentlich Konkurrenz. Zum einen steht dort nach wie vor der Belgier Stromae mit Alors On Danse an der Spitze, bei media control in dieser Woche ja nun auch endlich auf der 3 notiert – von 6 kommend … Dancefloorstuff hat es nach wie vor schwer auf dem CD-Markt und ist mit der Umsatzregelung von media control klar im Nachteil. – Und dann steht bei iTunes auch Cheryl Cole mit Fight For This Love sehr gut da. Für das Ex-Girls Aloud wäre es der erste Charthit in Deutschland … Warten wir ab, was da kommt.

Derweil genießen wir also noch einmal Ke$ha und da lohnt ein Blick in solche Portale wie Mashuptown. Ke$ha gehört dort zum derzeit beliebtesten, was durch die Remix-Hölle geschickt wird. Mein Favorit: die Version Ke$ha vs. Queen … also wem das nicht gefällt …

Statistik-Details:

Mit sechs Wochen auf Position 1 gehört sie zu einem illustren Kreis von Pop-Damen, die es in den letzten 18 Monaten an der Spitze der deutschen Charts gern etwas länger aushielten. Zuletzt war es im Juli und August Emilíana Torrini mit Jungle Drum (ach ja, auch Germany's Next Top Modell ist wieder TV-präsent), davor war es Lady Gaga die 13 Wochen mit Poker Face den Markt komplett in Schach hielt (in dieser Woche ein komplettes Jahr in den Charts und noch immer notiert auf Platz 51 - von 48 leicht fallend) und zum Jahreswechsel 2008/09 beherrschte Katy Perry mit Hot N Cold für 8 Wochen alles. Der letzte Mann, der für mehr als fünf Wochen die Spitze der Charts besetzte war im Juli/August 2008 Kid Rock mit All Summer Long. Heißt das jetzt, dass Musik von Männern nicht mehr so flächendeckend ankommt? Ist das der viel beschworene Wandel? Oder haben sich die Männer einfach nur als Produzenten hinter Frauen versteckt?

Ob es nun diese Thesen irgendwie untermauert oder nicht: auch Platz 2 geht an eine amerikanische Interpretin – Keri Hilson kann mit I Like nochmal einen Platz gut machen.

Und das war sie, die aktuelle deutsche Spitze.

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