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TV rules und dann noch paar Kleinigkeiten

TV rules – und der Quotenführer in der Woche 6. bis 12. November war Thomas Gottschalk mit seiner Samstagabend-Großfamilien-Show ”Wetten dass…?”. Live auf der Bühne begrüßte er The Black Eyed Peas, die ihren Hit I Gotta Feeling zum Besten gaben . Und so passierts, dass der Titel, der eigentlich in seiner 20. Woche schon langsam auf dem Abstiegspfad wandelte noch einmal ordentlich im Verkauf zulegen kann und von der 14 auf die 7 klettert. Ganze sieben Plätze nach oben und dann gleich in Höhen, wie sie zuletzt Anfang Oktober erreicht hatten. Die beste Platzierung stammt mit Platz 3 übrigens schon von Ende Juli des Jahres.

I Gotta Feeling gehört zweifellos zu den internationalen Hits des Jahres (jaja – es geht langsam los mit den Jahresauswertungen), Nr.1 in nahezu allen Ländern dieser Welt (außer in Frankreich und Deutschland) schaffte es in den USA den Rekord von 14 Wochen an der Spitze, in der Alltime-Auswertung die zweitbeste Performance eines Spitzentitels. Den wirklichen Rekord konnten die Black Eyed Peas aber damit setzen, dass sie mit I Gotta Feeling sich selbst mit Boom Boom Pow entthronten und insgesamt 26 Wochen hintereinander in den USA die bestverkaufte Band waren – oder anders formuliert: ein halbes Jahr lang.

Solch ein Erfolg kommt nicht von ungefähr. Hinter I Gotta Feeling steckt als Produzent der Mann des Jahres 2009 David Guetta. Sein letzter Überfliegerhit unter eigenem Namen Sexy Bitch/Chick steht in dieser Woche genau hinter den Black Eyed Peas auf der 8 (von 4 taumelnd). Bei den MTV Europe Music Awards waren die Black Eyed Peas sowohl als beste Gruppe als auch für den besten Song nominiert … da gingen sie allerdings leer aus. Nun ja … Und in Großbritannien ist soeben ihre neue Single (bei uns seit 20. November zu haben) Meet Me Halfway an die Spitze geklettert – dort die dritte Nr.1 in Folge. Noch irgendwelche Fragen?

Ebenfalls mit ”Wetten dass…?”-Effekt wieder nach oben geht es für Lady Gaga. Ihre (noch) aktuelle Single Paparazzi hält sich wacker auf Platz 6 (in der 9. Woche). Ordentlich Zuspruch hat im Vergleich zur Woche dagegen ihr Langzeit-Nr.1-Hit Poker Face: in der insgesamt 38. Woche geht es nochmal von der 45 hoch auf die 33. Poker Face ist für 2009 momentan der Titel, der die zweitmeisten ununterbrochenen Wochen in den Charts stand. Auf Position 1 steht momentan noch Haus am See von Peter Fox, das es 2009 auf 43 Wochen brachte. Rein rechnerisch kann Lady Gaga diese Anzahl in diesem Jahr auch noch zusammenbringen. Es bleibt also spannend bis zur letzten Woche des Jahres.

Und auch der allererste Titel von Lady Gaga Just Dance profitiert vom Wetten dass…?-Auftritt: von der 84 geht es hoch auf die 74 … und das in der bereits 50. Chartwoche. – Aber auch Lady Gaga kann aktuell mit einem Nachfolger aufwarten: Bad Romance steht in Großbritannien bereits auf Platz 8, auch die schweiz und Österreich melden schon Platzierungen. In Deutschland dauerts noch ein wenig, die e-Single ist zwar seit 30. Oktober erhältlich, aber natürlich durch die Umsatzauswertung ziemlich benachteiligt. Ab 20. November gibt es den Re-Release ihres Albums als The Fame Monster und eine Woche später erscheint dann auch Bad Romance als CD.

Mit gleich zwei Ereignissen im Rücken kehren Linkin Park zurück in das Mainstream-Bewusstsein. Zunächst erhielten sie am 5. November in Berlin den MTV Europe Music Award in der Kategorie ”Best World Stage Live Performance”. Und dann erschien vier Tage später der Film Transformers – Die Rache auf DVD und Blu Ray-Disc … und die Titelmusik zu diesem Film ist, wir erinnern uns, New Divide, der letzte Streich von Linkin Park. Erstmals war der Titel am 3. Juli in den deutschen Charts notiert, damals gleich auf Position 4 und damit das Ergebnis von Numb/Encore und What I’ve Done egalisierend. Ganze 19 Wochen war New Divide ununterbrochen in den Verkaufscharts gelistet, letzte Woche erstmals nicht mehr vertreten. Mit den oben beschriebenen Ereignissen gehts nun aber doch noch einmal ordentlich nach oben und New Divide steht wieder in der oberen Hälfte der Charts, auf Platz 39. Neun weitere Chartwochen sind damit garantiert.

Ebenfalls mit MTV-Hilfe schaffen es Green Day nochmal zu punkten. Sie traten bei der Verleihung der Awards nicht nur live auf, sondern holten sich gleich noch die Trophäe als ”Bester Rock Act”. In der Kategorie ”Beste Gruppe” reichte es leider nicht ganz. Dort mussten sie sich Tokio Hotel geschlagen geben. Macht aber nichts, denn 21 Guns, ihre zweite Comeback-Single, klettert in der 16. Chartwoche noch einmal von der 54 auf die 50. Die höchste Platzierung stammt vom 7. August, als 21 Guns auf Platz 13 der deutschen Charts einstieg.

Nochmal richtig hoch nachdem ihr Titel bei ”Popstars” von Elif, Manu und Valentia, Sandra interpretiert wurde,geht es für La Roux. Bulletproof ist nunmehr in der 13. Woche dabei (seit Ende August), hat sich auch schon bis zum Platz 13 emporgehangelt, und kann jetzt noch einmal sieben Plätze gut machen: von der 27 geht es auf die 20. Danke Popstars!

Im Aufwärtstrend – ohne nachvollziehbare Mega-Auftritte im TV – befinden sich im Moment Culcha Candela. Ihr aktueller Hit Monsta schlingert seit drei Wochen an der Top 20-Grenze herum: eingestiegen auf der 18 ging es in der letzten Woche auf die 21 und nun wieder etwas hoch auf die 19. Gerade waren sie auch bei den popstars in New York zu Gast, da dürfen wir in den kommenden Wochen also durchaus noch etwas mehr Nachfrage erwarten. Und wahrscheinlich punktet dann auch Schöne neue Welt nochmal, in dieser Woche gehts auch schon mal nach oben von der 52 auf die 50, in der 13. notierten Woche.

Das waren die älteren Titel, die sich nochmal ordentlich ins Bewusstsein zurückbefördern konnten. Und dann gab es noch ein paar komplett neue CD-Veröffentlichungen. Zum Beispiel von den Sugababes. Diese haben mit Get Sexy bereits seit Anfang Oktober ganz gut Promotion, denn sie sind auch auf dem Soundtrack zur deutschen Komödie ”Männerherzen” vertreten. Als CD erschien der Titel in Deutschland dennoch erst einen Monat später. Und der Titel kann schon jetzt als historisch bezeichnet werden, denn Get Sexy ist die letzte Veröffentlichung mit Keisha Buchanan. Sie verließ als letztes Gründungsmitglied das Trio im September und an ihrer Stelle agiert nun Eurovisions-Teilnehmerin Jade Ewen. Wenn wir also die Sugababes aus dem Jahr 2000 mit den Sugababes des Jahres 2009 vergleichen, dann gibt es da mittlerweile gar keine Gemeinsamkeiten mehr. Auch musikalisch hat sich eine ganze Menge getan. Get Sexy ist ein ziemliches Gemisch aus den wichtigsten Hitzutaten des letzten Sommers. Da piept es ordentlich wie bei Pitbull, die Elektro-Chords erinnern sehr an David Guetta und der Refrain … nun, der ist wohl schon etwas älter, denn Right Said Fred behaupteten bereits 1992 ”I’m Too Sexy For This Club”.

Get Sexy ist die 18. Single der Sugababes, die sich in Deutschland platzieren kann. Platz 41 als Vorabsingle zu einem neuen Album ist dabei allerdings ziemlich mager. Überhaupt stammt der letzte Titel der Sugababes, der nicht über Platz 40 hinaus kam aus dem Jahr 2004. So gesehen scheint eine Auffrischung der Sugababes durchaus Not. Oder ist es vielleicht doch der mittlerweile nicht mehr ganz so frische und unverwechselbare Sound? In ihrer Heimat Großbritannien sind die Sugababes noch ganz gut im Rennen. Get Sexy setzte sich bis auf Platz 2 durch und gerade startete dort die neue Single About A Girl auf Position 8.

Neu in den CD-Regalen ist auch Lenka mit Trouble Is A Friend. Es ist die zweite Auskopplung aus dem Album Lenka und für mich ist der Titel wesentlich eingängiger und lauschiger als ihre Debütsingle The Show. Diese konnte sich über den Sommer ganze 15 Wochen lang in den Charts platzieren mit Höchstposition 23, das ist schon mal eine ordentliche Leistung. Trouble Is A Friend sollte eigentlich mindestens das gleich schaffen, aber da gibt es doch ein paar Probleme mit der CD. Auf amazon zum Beispiel ist der Titel lediglich als mp3 erhältlich. Das auch schon eine ganze Weile, als Albumtrack ohnehin, als e-Single dann seit Anfang September. Ein paar physische Cds müssen es aber irgendwie doch in die Welt geschafft haben, denn Trouble Is A Friend steht in dieser Woche neu auf Platz 65.

Ebenfalls ihre zweite Single stellt CLARA vor. Ihr Debüt gab sie vor gerade mal sechs Wochen, als Guilty Pleasure, der Siegertitel des Internetcastings YoumeU.com, für eine Woche lang in den Charts stand. Nach diesem mehr oder weniger dämlichen Starttitel hatte ich vermutet, dass CLARA wohl ihre 5 Minuten Ruhm gehabt hat, aber jetzt legt sie doch noch mal ordentlich nach. Nicht nur im tempo der Veröffentlichungen, sondern auch musikalisch. Until the end (wirklich so fehlerhaft mit Kleinbuchstaben auf der CD-Hülle) ist zwar immer noch lange nicht der Überflieger, aber im Vergleich zu Guilty Pleasure liegen da schon Welten. Was generell fehlt ist so ein wenig Selbstbewusstsein und vor allem Eigenheit. Im Moment klingt CLARA eigentlich so ein wenig wie eine weichgespülte Variante von Rihanna … Und die Geschichte mit ihrer gestorbenen Oma, naja – das ist natürlich alles ganz herzig, aber eigentlich reicht das noch nicht um den Titel wirklich unverkennbar zu machen. Trotzdem: Until the end kann im Vergleich schon ordentlich zulegen und rangiert in der ersten Woche auf Platz 66. Wenn das so weitergeht, dann braucht sie noch 6 Singles bis zum Nr.1-Hit …

Ganz neu und ein absolut unbeschriebenes Blatt ist Saint Lu. So viel ist rauszukriegen, die Sängerin kommt aus Österreich und lebt mittlerweile in Berlin. 2003 versuchte sie ihr Glück bei der Casting-Show ”Starmania” – ohne Erfolg. nachträglich betrachtet kann man nur sagen: zum Glück. Denn wenn man ihre erste Single Don’t Miss Your Own Life hört, dann klingt das sehr schön uneingeschränkt, ein bisschen rau und rotzig, ein bisschen oldschool mit Gitarren, nicht tot produziert. Eigentlich ziemlich genau das Gegenteil von dem was Castingsshows meist so fabrizieren. Und dieser kraftvolle Titel kann doch ein paar Menschen überzeugen: Platz 80 in der ersten Woche.

Nach fast dreijähriger Pause ist eine weitere Dame zurück: Norah Jones. Ihr aktuelles Album The Fall erschien am 13. November – also genau nach dem Auswertungszeitraum für die vorliegenden Charts. Bereits im Vorfeld konnte sich die Single Chasing Pirates als Einzeltrack ganz gut verkaufen. Präsentiert in der Oliver Pocher Show gelingt Norah Jones so ein Neueinstieg obwohl der Titel gar nicht als e-Single bei amazon gelistet wurde. Da waren iTunes und Kollegen wohl etwas besser drauf. Und vermutlich wird Platz 87 auch nur der Ausgangspunkt sein für bessere Platzierungen. Mir zumindest gefällt Chasing Pirates ganz gut. Und das will was heißen, bisher fand ich Norah Jones ja vor allem wegen ihrer niedlich-verträumten Gedankentiefe eher anstrengend nervend. Ihren kommerziell erfolgreichsten Titel hatte sie im Jahr 2004 mit Sunrise. Dieses kam immerhin bis Platz 54.

Auch aus der Dance-Abteilung gab es zum 6. November ein paar Neuveröffentlichungen. Das Nebenprojekt von Yann Peifer und Manuel Reuter (bekannt durch Cascada) r.i.o. legt einen vierten Charthit vor. Serenade ist gewohnte Kost und vermutlich genau deshalb mit Platz 97 der am wenigsten erfolgreiche Charttitel des Projektes. Auch diesen Track gibt es lediglich als e-Single.

Richtig auf CD erschienen ist der nächste Streich von Mark ’Oh. Nachdem seine Version von United im August sogar bis zum Platz 48 aufsteigen konnte, ist der DJ offensichtlich wieder zurück. Auch sein neuer Titel ist eine Cover-Version und wieder arbeitet Mark ’Oh fleißig am anstehenden 90er Jahre Revival. Warum seine Wahl auf Scatman von Scatman John gefallen ist – ich habe überhaupt keine Ahnung. Eigentlich ist dieser Titel aus dem Jahr 1994 einer der in die Kategorie ”Bitte nicht mehr spielen!” gehört. 1995 erreichte Scatman Platz 2 in den deutschen Charts. Spaßigerweise war es unter anderem Mark ’Oh mit Tears Don’t Lie, der dem Scatman einen Nr.1-Hit verwehrte.

Die neue Version von Scatman ist für meine Begriffe nicht mal schlecht geraten. Wenn Mark ’Oh will, dann kann er eben doch. Da finde ich selbst die Samples aus dem Original nicht mehr so nervig. Leider gibt es aber für diese Version erstmal nur Platz 100.

Und ganz am Ende der Liste gibt es wie immer ein paar mehr oder weniger lustige Rückkehrer. Das sind Anna-Maria Zimmermann mit 1000 Träume weit (Torneró) auf der 88 – wieder dabei nach einer Woche Pause in der insgesamt siebten Chartwoche.

Nach acht Monaten Chartabstinenz kehrt Duffy mit ihrem Hit Mercy zurück in die Charts. Schuld ist in diesem Fall die 9-jährige Carlotta Charly Trumann, die genau diesen Titel in der Supertalent-Show sang. Das geht ans Herz und bringt Duffy eine 41. Woche in der Liste.

Zum Jahrestag des Mauerfall schafft es natürlich auch Westernhagen mit seiner Ode Freiheit noch einmal zurück auf die Playlisten. Erst im Januar diesen Jahres stand der Titel anlässlich des Best of-Albums von Westernhagen nochmal für drei Wochen in den Charts. Bis Platz 79 ging es da. Zum deutschen Jubiläum reicht es für Platz 90 in der 27. Woche.

Vor zwei Wochen erstmals dabei, letzte Woche draußen, jetzt wieder auf Platz 91 in der Liste ist Axel Fischer mit Du trägst keine Liebe in dir. Kein weiterer Kommentar dazu.

Mit dem neuen Album The Circle, das in der letzten Woche auf Platz 1 der Albumcharts startete, sind auch ältere Titel von Bon Jovi gefragt. Allen voran sein größter Hit aus dem Jahr 2000 It’s My Life. In dieser Woche reicht es für diesen Titel sogar zu einer Platzierung innerhalb der umsatzstärksten 100 Titel. Seit Oktober 2000 steht It’s My Life erstmals wieder in der Liste, auf Platz 96. Zur Anzahl der Chartwochen gibt es verschiedene Angaben. Chartsurfer.de zählt 22, musicline.de kommt auf 31. media control könnte hier Aufklärung geben, allerdings möchte das Unternehmen sein Wissen ungern preis geben. Schade eigentlich.

Das gleiche gilt für Ich + Ich. Ihr Album Gute Reise steht seit dem 13. November in den Läden. Bereits im Vorfeld geht neben So soll es bleiben (diese Woche von 82 auf 77) auch Vom selben Stern auf der 99 in die Liste. Es ist bereits die 60. Chartwoche für den Titel, Platz 3 war im juni 2007 die höchste Position.

Sido und Foo Fighters mit Albumwind

Teil 2 des Wochenrückblicks anhand der aktuellen media control-Charts. Was gab es neben den besonders erfolgreichen CD-Neustarts und Spitzentiteln sonst noch Wichtiges?

Zum Beispiel das: Zum Start seines vierten Solo-Albums Aggro Berlin kann Sido auch mit der ausgekoppelten Single Hey Du! noch einmal zulegen. Nachdem er vor zwei Wochen auf einem (für ihn) unglaublichen vierten Platz startete, rutschte die Single in der letzten Woche grad aus der Top 10 raus auf die 11.Nun also gibt es für ihn noch einmal eine gute Woche, Hey Du! klettert einen Platz auf die 10 und das Album Aggro Berlin startet in den Album-Charts auf der 5, nicht ganz so erfolgreich wie Vorgänger Ich und meine Maske, welches im vergangenen Jahr sogar bis an die Spitze der Liste gelangte.

Ähnliches gelingt den Foo Fighters. Ihr Album Greates Hits steigt in der Album-Liste auf Platz 8 ein und hievt auch die Single Wheels nochmal ordentlich nach oben. Nachdem er vor zwei Wochen als reiner Download-Titel auf der 56 eingestiegen war, ging es vergangene Woche runter auf die 61. Nun steht Wheels erstmals proper in der oberen Hälfte der Charts auf Platz 50 – immer noch als reine e-Single. Vielleicht hat auch der Auftritt der Foo Fighters bei den MTV Europe Music Awards in Berlin am 5. November schon erste Auswirkungen gezeigt. Wenn die Verleihung wirklich Auswirkungen auf den Umsatz hatte, dann dürfte da nächste Woche noch einiges mehr zu erwarten sein.

Mittlerweile haben sich RCA/Sony überigens erweichen lassen und planen zum 27. November eine reguläre Veröffentlichung auf CD. Damit dürfte donn nochmal ein Aufwärtsschub sicher sein … wenn dann nicht alle schon den Track per Download erworben haben und auf den physischen Silberling verzichten.

Neu auf dem CD-Single-Markt seit 30. Oktober Kate Ryan mit dem Startschuss zum nächsten Kapitel in ihrer Karriere. Allerdings ist dieses eher eine Art Resümée der letzten Jahre. Wenn wir uns erinnern, im Frühsommer 2008 stand Kate Ryan zuletzt in den deutschen Charts, Ella elle l’a, ein Cover des Nr.1-Hits von France Gall brachte der Belgierin ihren dritten Top 10-Hit in Deutschland. Alle weiteren Auskopplungen aus ihrem Album Free versandeten eher in der Bedeutungslosigkeit. Am 13. November nun (also genau jetzt) steht eine neue Compilation unter dem Titel French Connection in den Läden. Darauf enthalten eine Reihe von schon Bekanntem plus ein paar neuen Cover-Versionen französischer Hits, also genau das Genre, mit dem Kate Ryan am meisten Erfolg hat. Neu ist zum Beispiel eine Version des letzten Hits von France Gall Babacar. Ursprünglich war der Titel schon vor dem Nr.1-Erfolg Ella elle l’a erschienen, konnte sich da allerdings nicht durchsetzen und erhielt erst mit der Neuveröffentlichung ein Jahr später die entsprechende Aufmerksamkeit. Im Juli 1988 erreichte France Gall mit dem Titel schließlich Platz 14 in den deutschen Singlecharts und konnte sich ganze 11 Wochen in der Liste halten.

Die Version von Kate Ryan ist also seit dem 30. Oktober auf dem Markt. Es handelt sich dabei um eine eher durchschnittliche Dancepop-Variante, in seiner GroßraumRave-Version nicht unbedingt schlecht, aber wie bei vielen Kate Ryan-Coverversionen finde ich auch hier, da fehlt etwas Besonderes, Unverwechselbares. Wofür steht Kate Ryan eigentlich? Bisher hab ich da noch nicht so viel gefunden, und ob das anstehende Album nun die Antwort bringt … Platz 28 gibt es zunächst mal in der ersten Verkaufswoche, das ist guter Durchschnitt für Veröffentlichungen von ihr. Ein großartige r Schritt in ihrer Karriere ist es wohl eher nicht.

Neu in den CD-Regalen auch die dritte Auskopplung von Cassandra Steen aus ihrem Album Darum leben wir. Stadt, mit Unterstützung von Adel Tawil und ihr bislang größter Erfolg steht in dieser Woche (der 23. notierten) unverändert auf Platz 31. Daran kann die neue Single Glaub ihnen kein Wort mit Platz 49 nach Verkaufsstart allerdings nicht anschließen. Überhaupt finde ich diesen Titel wesentlich schwächer als ihr beiden anderen Singles. Allerdings heißt dieser nicht ganz so überzeugende Einstieg noch nicht fiel, denn die Verkäufe nach ihrem Auftritt bei popstars zählen in dieser Ausgabe noch nicht. Da dürfte also noch so einiges möglich sein. Vielleicht sogar , dass die neue Single den Vorgänger dann doch im Umsatz übertrifft.

Popstars – das ist natürlich auch in dieser Woche ein Thema: Special Guest in der Folge am 30. Oktober war die amerikanische Country-Pop-Sängerin Taylor Swift. In ihrer Heimat, den Staaten, ist sie ja schon fast so etwas wie ein Superstar. Nahezu jeder einzelen Titel von ihr, egal ob als Single-Veröffentlichung präsent oder nicht, konnte sich in den Billboard Hot 100 platzieren, und das nicht mal schlecht. Ihr vielleicht größter Erfolg ist You Belong With Me, welches bis zum Platz 2 klettern konnte. In Europa kommt der doch eher traditionell klingende Country-Rock-Sound nicht ganz so erfolgreich an. In Deutschland stand Taylor Swift lediglich mit Love Story im Mai diesen Jahres in den Charts. Immerhin belegte sie damit Platz 22, was gar nicht so schlecht ist. Nach ihrem Auftritt bei den Popstars und nachdem Love Story von Elif und Dagmara interpretiert wurde steigt natürlich die Nachfrage nach dem Titel und er kann sich in einer zehnten Woche noch einmal auf der 81platzieren.

Für einen Titel heißt es zum Anfang der grauen Jahreszeit noch einmal: zurück in der Gunst der Käufer_Innen. Nicht immer 100% nachzuvollziehen, vielleicht ist es tatsächlich die jahreszeit, die Nachdenkliches unterstützt, vielleicht ist es auch die Mitteilung, dass Clueso in zwei Kategorien für die 1LIVE Krone nominiert wurde, jedenfalls kann Gewinner noch einmal ordentlich in der Nachfrage zulegen und nach einem Monat Chartpause plötzlich wieder in die obere Hälfte der Liste zurückkehren. Ohnehin war Gewinner schon einer der beständigsten Songs des Jahres 2009. Bereits 26 Wochen war Clueso notiert, was genau einem halben Jahr entspricht, die höchste Platzierung war die 21. Auch wenn an Platzierungen Keinen Zentimeter im Jahr 2008 erfolgreicher abschnitt (Platz 15), kann man Gewinner doch als größten Erfolg von Clueso bezeichnen. In dieser Woche kehrt der Titel zurück auf Platz 42.

Am unteren Ende der Charts, da wo es fast schon nicht mehr um Kommerzialität geht, dort platziert sich die nächste Single von Lily Allen. Während ihr ganz großer Erfolg des Jahres Not Fair noch fleißig über den Ladentisch geht, in dieser Woche von der 49 auf die 48 steigend, liegt nun die reguläre Single Nr.3 als CD vor: twenty two. Zwischendrin platzierte sich auch Fuck You, das sogar bis zum Platz 49, aber diesen Titel gab es meines Wissens lediglich als e-Single. Was ja auch bei Lily Allen schon reichlich für Unmut gesorgt hat. Zumindest gab sie kürzlich zu Protokoll, dass sie wohl kein weiteres Album mehr aufnehmen wird, da sie über die Downloadverkäufe zu wenig Geld für die Produktion einnehme. Kann man nur sagen: Arme Lily! Offensichtlich hat sie uns doch nicht so viel mitzuteilen. Bzw.: warum ist sie denn überhaupt noch bei einem Major-Label, von denen ja ziemlich oft behauptet wird, dass der größere Teil des Umsatzes in der Firma bleibt?

twenty two könnte also die letzte Single von Lily Allen sein. Ich sag mal: Warten wir es ab. Schade wär’s drum. Zumindest steht diese Single erstmal neu auf Platz 85. Und das ist dann leider auch nicht so wahnsinnig toll.

Richtig toll dagegen verliefen für Placebo die MTV Europe Music Awards am 5. November in Berlin. Konnten sie doch den Titel als „Best Alternative Band“ einheimsen. Und offensichtlich besitzt Musikfernsehen doch noch Relevanz, zumindest wenn es Großveranstaltungen inszeniert. Für die Foo Fighters ist ja der Effekt nicht ganz eindeutig nachweisbar. Im Falle von Placebo gibt es allerdings keinen erkennbaren anderen Grund, warum ihre letzte Single Ashtray Heart nach zwei Wochen Pause wieder in deutlich messbaren Größen nachgefragt ist. Der Titel steigt wieder ein auf Platz 89 und da die Verleihung am letzten Abend des Auswertungszeitraumes über die Bühne ging, könnte da nächste Woche sogar noch ein größerer Sprung folgen. Für den Titel ist es ohnehin erst die fünfte Woche in der Liste. Seine höchste Platzierung ist auf den 6. Oktober notiert und steht derzeit bei Platz 66.

Und dann ging auch mal wieder die dreimonatige Zwangspause zu Ende, in dieser Woche für einen Titel, der unglaubliche Rekorde aufgestellt hat und es mit der neuerlichen Platzierung wieder tut. DJ Ötzi & Nik P. waren mit ihrem Überfliegerhit Ein Stern (der deinen namen trägt) am 16. Februar 2007 erstmals in den deutschen Charts notiert. Es folgte ein insgesamt 11-wöchiger Aufenthalt an der Spitze und eine insgesamt 67 Wochen dauernde ununterbrochene Chartnotierung. Danach reichten die Verkäufe nur noch für Platzierungen unterhalb der Position 50, weshalb der Titel dann auch immer wieder mal mit dem Kriterium „nicht chartfähig“ versehen wurde. Allerdings tat das der Nachfrage nicht wirklich Abbruch, auch im Jahr 2009 (also zwei Jahre nach dem Ersteinstieg) wurde der Titel bislang 18 Wochen lang notiert mit der Höchstposition 46 am 9. Januar. Am 14. August stand Ein Stern zuletzt in der Liste, damals in der insgesamt 94. Chartwoche – absoluter Rekord für einen Titel seit Bestehen der deutschen Verkaufscharts. Und nun geht es also wieder in die Karnevalssaison, die drei Monate Sperrzeit sind vorbei und DJ Ötzi + Nik P. werden erneut gelistet: in dieser Woche auf Platz 93, Chartwoche 95 – und ich habe das Gefühl, dass wir hier recht bald den ersten Titel feiern können, der es schafft 100 Wochen lang in den Charts platziert zu sein. Unglaublich!