Beste CD-Neustarts: jason derülo & Ke$ha

Wie media control meldet, waren die erfolgreichsten CD-Neustarts der Woche 23. bis 29. April jason derülo und Ke$ha. Und was haben die nun gemeinsam? – Sie stammen beide aus den USA, ok. Und mit der Schreibweise ihrer Namen treiben sie gern ihre Spielchen. Dann hört's aber auch schon auf, oder etwa nicht?

In My Head von jason derülo kommt erstmal ein bisschen angestrengt daher. Klar, das Debüt Watcha Say hat erstmal ordentlich Furore gemacht, Platz 7 in den deutschen Charts, Nr.1 in den USA und in UK Platz 3. Und egal wie man dazu stand, Ohrwurmcharakter und damit Hitqualitäten hatte das Ding schon. Bei In My Head funktioniert das nach einigem Hören auch, insofern werden Dauerrotation in TV und Funk wohl ihr übriges tun, beim allerersten Mal aber, da klingt das Ganze doch irgendwie unentschieden. Formal ist das schon R'n'B, irgendwie hat man auch immer das Gefühl, dass da ein ganz kleiner Autotune-Effekt zu hören ist, ist aber gar nicht (oder doch?), aber gleichzeitig könnte das jetzt auch schon fast ein Poprock-Titel sein … Hmmm, zu viel gewollt? Zu unentschlossen? Ich weiß es nicht recht. Vielleicht ist es auch einfach nur für eine wesentlich jüngere Zielgruppe gemacht. Wie auch immer: die Remixe tun dann das, was jason derülo eigentlich selber hätte machen sollen, sie treiben den Song konsequenter in die eine oder andere Richtung. Und schon funktioniert's besser.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich die CD dann so gut verkauft. Mit verschiedenen Mixen kriegt man eben auch verschiedene Zielgruppen. Und alles wird für ein und denselben Titel gezählt. Perfekt. Platz 10 in der ersten Woche nach Veröffentlichung, das ist dann auch wirklich genauso stark wie Vorgänger Watcha Say. Da wird also Herr derülo einigermaßen zufrieden sein können.

Und Madame Ke$ha? Na ehrlich gesagt finde ich einen CD-Start auf Platz 11 nach einem solchen Überflieger wie TiK ToK doch erstmal ein bisschen schwach. Allerdings ist Blah Blah Blah auch wirklich nicht so knallig wie TiK ToK. Ja, es ist schön elektro-verschnarrt, es ist frech … das Image der White Trash-Atzenkönigin stimmt. Aber es fehlt halt ein bisschen an Mitsing-Lalala-Charakter. Schön ist zwar, dass die Jungs von 3OH!3 mit ran dürfen und hiermit auch ihre erste wirkliche Chartperformance in Deutschland hinlegen (einmal Platz 95 im September 09, das zählt irgendwie nicht). An der Seite von Katy Perry fand ich sie aber wesentlich prägnanter. Da ließe sich jetzt fragen: ist Katy Perry dann doch die bessere Femme Fatale?

Haben wir also zwei Hitnachfolger, die nicht 100% an das anschließen können, was die Vorgänger versprochen haben. Aber gut, vielleicht braucht es einfach auch noch ein bisschen Zeit. Oder wir warten sowieso, was aus den beiden in ein oder zwei Jahren geworden ist. Das Popkarrussell dreht sich so lange garantiert weiter.