6. Februar 2009

Nach der ziemlich aufregenden letzten Ausgabe, legen die Charts in dieser Woche eine kurze Pause ein. Der höchste Neuzugang steht auf Position 17 und die ersten 4 bleiben auf ihren Positionen. James Morrison featuring Nelly Furtado stehen also mit Broken Strings eine zweite Woche ganz oben an der Spitze. Wesentlich Neues gibt es zu den beiden nicht zu berichten. Sie stehen nicht nur in der Verkaufsliste ganz oben, sondern auch in den Airplay-Charts. Vielleicht dieses Bonmot am Rande: Immer wenn ich das Lied höre, gibt es im zweiten Drittel eine Stelle, kurz vor dem Refrain, da habe ich jedesmal das Gefühl jetzt müsste das High School Musical-Traumpaar Zac Efron & Vanessa Hudgens oder auch Troy & Gabriella mit Breaking Free einsetzen. Offensichtlich hat Broken Strings zwei bis vier Noten mit dem Teenie-Duett gemeinsam. Geht ja auch in beiden Titeln um Brüche .... Vielleicht gibt’s ja auch bald einen entsprechenden Mashup. Da würd ich mich ja sehr freuen.

Nach einer winzigen Pause kehren The Killers von der 7 wieder zurück in die Top 5, nämlich genau auf die 5. Und das ist dann auch schon die 11 Woche unter den ersten 10. In Amerika geht gerade die neueste Single Spaceman in die Charts – in Deutschland noch kein Anzeichen für einen Release. Aber ab 27. Februar ist unter dem Titel The Lowdown eine Doppel-CD mit gesprochener Biographie der Band sowie seltenen Interviews erhältlich. Nun ja, ich denke, in der Verkaufsliste wird das weniger eine Rolle spielen.

In die Top 10 kehrt ebenfalls nach kurzer Unterbrechung zurück Kevin Rudolf featuring Lil Wayne mit Let It Rock. Und das waren sie, die bestverkauften Zehn in Deutschland diese Woche.

Bereits erwähnt hatte ich es, der höchste Neuzugang befindet sich auf der 17 und geht an Lily Allen und ihre Single The Fear. Es ist der zweite Titel der Sängerin, der sich in Deutschland platzieren kann. Ihr Debüt gab sie 2006 mit Smile, welches zwar irgendwie ständig zu hören war, aber es trotzdem in der Verkaufsauswertung nur bis zur 67 schaffte. In ihrer englischen Heimat feiert sie mit The Fear bereits ihren zweiten Nr.1-Hit. Hierzulande reicht es für die erste Platzierung unter den ersten 20.
Wer The Fear noch absolut nicht kennt, sollte sich auf unbeschwerten Pop gefasst machen. Gute Laune-Musik für den Tagegebrauch.

Gleich einen Platz drunter steigt die Kombination des Jahres oder vielleicht sogar des Jahrzehnts ein: Sidos Hands On Scooter mit Beweg dein Arsch. Das Original Move Your Ass! war 1995 Scooters zweiter großer Hit in Deutschland. Alle Welt war der Meinung, dass nach Hyper Hyper nichts mehr kommen würde, und dann war Move Your Ass! plötzlich Platz 3. Sogar in Großbritannien konnte sich Move Your Ass! als erster Scooter-Titel platzieren. Bis zur 23 ging es damals, sieben Jahre später folgte mit The Logical Song sogar noch eine passable Nr.2. Auch heute noch ist Scooter im Königreich der einzige Act, der es mit schöner Regelmäßigkeit zu Chartplatzierungen innerhalb der Top 40 bringt. Es wurde also Zeit, die nicht unbedingt überall geliebte, aber derzeit international wohl erfolgreichste Band mit einem Remix-Sampler zu ehren. Sehr interessant liest sich das Tracklisting der gerade erschienenen Longplay-Version von Hands On Scooter. Da stehen solche Namen wie Andreas Dorau, die Bloodhound Gang oder auch Jan Delay, Knorkator und Modeselektor. Könnte ein Klassiker werden.
Die ausgekoppelte Version von Sido nennt auf dem CD-Cover als Beteiligte auch Kitty Kat & Tony D.. Tony D. hatte vor etwa eineinhalb Jahren mit Totalschaden seinen Charteinstand. Dies ist also sein zweites Auftauchen in der Liste. Sido hat mit Beweg dein Arsch seinen 15. Hit in Deutschland. In der kommenden Woche könnte auch „nein“ einen kleinen Sprung machen. Bisher hat es 6 Wochen als rein digitaler Track in der unteren Hälfte der Charts zugebracht, in dieser Woche auf der 82. Ab sofort ist aber Sido u. Doreen auch als echte CD-Single zu haben. Offensichtlich will Sido auch in diesem Jahr zu den Künstlern mit den meisten Titeln in den Charts gehören. Im Moment sind es 4 Titel, nur Rihanna ist mit 5 derzeit besser.

Zu den Aufsteigern in dieser Woche gehört wieder einmal Maria Mena. Die Norwegerin geht mit All This Time (Pick-Me-Up Song) von der 26 nochmal auf die 20 und mit ihrem Klassiker Just Hold Me von der 71 auf die 63. Am 30. Januar erschien gerade eine neue CD-Single-Variante mit genau diesen beiden Titeln drauf. Gezählt werden die Verkäufe für All This Time (Pick-Me-Up Song), weil dieser als Haupttitel gelistet wird. Mindestens eine Woche in den Top 20 scheint gesichert, eventuell sogar eine neue Bestplatzierung. Platz 15 steht derzeit für diesen Titel, für Just Hold Me wurde schon Platz 14 notiert.

Ebenfalls aufsteigend Coldplay mit Viva La Vida. Nach ihrem Auftritt bei Wetten dass? am 24. Januar geht es im Verkauf noch mal tüchtig nach oben: von der 39 auf die 21, und das in der 27. Chartwoche.

In der letzten Woche waren es Franz Ferdinand, in dieser Woche kommen Oasis als BritPop-Act neu in die Charts. Auch hier bleibt lediglich festzustellen: BritPop ist was für die Album-Käufer. Singletechnisch und in Sachen Einzelhits reicht es nicht. Platz 62 für die Ballade I’m Outta Time, die zweite Auskopplung aus dem Dig Out Your Soul-Album und insgesamt Singlehit Nr. 17 in Deutschland.

Letzter Neuzugang auf der 92: R. Kelly und I Believe – der Song zum Sieg von Barrack Obama und anlässlich der Inauguration am 20. Januar auch bewegend in Deutschland. In den USA ist der Titel als kostenloser Download zu haben, weshalb er auch in keiner Liste auftaucht. In Deutschland ist das offensichtlich anders. Und damit gibt es für R. Kelly den 27. Charthit hierzulande.

Ganz am Ende der Liste gibt es wie immer ein paar Rückkehrer. In dieser Woche sind das:
Estelle feat. Kanye West mit American Boy auf der 97 in der 19. Chartwoche.
Auf der 98 steht erneut Stefanie Heinzmann mit ihrem ersten Hit My Man Is A Mean man, mittlerweile das 30. mal notiert.
Die 99 gehört dem Projekt R.I.O., welches mit When The Sun Comes Down locker auf der 96 still steht. Drei Plätze tiefer geht das Debüt vom Sommer Shine On nach dreimonatiger Zwangspause in seiner 19. Woche wieder rein. Scheint damit auch ein Klassiker der Szene zu sein.
Schließlich stehen auch die Monrose mit ihrer letzten Single Why Not Us auf der 100 wieder in den Charts. Ihre faktisch am wenigsten erfolgreiche Veröffentlichung krebst derzeit eine achte Chartwoche zusammen.