Charts vom 24. Oktober 2008

Eine sehr deutsch dominierte Woche haben wir vorliegen. Die beiden höchsten Neueinsteiger kommen aus Deutschland, dazu zwei weitere tiefer unten. Und die wichtigsten Aufsteiger sind ebenfalls deutsche Produktionen.
Aber zunächst mal der Blick auf die Spitze, wo sich nach wie vor Internationales tummelt. Eine dritte Woche hält sich P!nk mit „So What“ auf der 1. Dahinter kehrt Amy Macdonald mit „This Is The Life“ noch einmal auf den Silberrang zurück. Nach zwei Wochen Rast auf der 3 schafft sie es nun also, Katy Perry und „I Kissed A Girl“ hinter sich zu lassen und in ihrer insgesamt 13. Chartwoche zum zweitenmal ihre Höchstposition einzunehmen. Insgesamt befindet sich der Song 12 Wochen in den Top 10, davon 7 unter den ersten 5. Mit „Mr Rock & Roll“ ist Amy Macdonald ein zweites mal in den Charts vertreten. in dieser Woche fällt sie leicht von 45 auf 54 und damit raus aus der oberen Hälfte. Da sich dieser Titel bereits 30 Wochen lang in der Liste aufhält, wird er wahrscheinlich schon bald nicht mehr notiert werden.
Auf Platz 4 machen aber schon Polarkreis 18 aus Dresden mächtig Druck. In der zweiten Woche steigt ihr Chartdebüt „Allein Allein“ von der 8 unter die ersten 5 und ich wage hier mal zu behaupten, dass sie in einer Woche mindestens einen Medaillenrang belegen. So wie sich der Song derzeit allerorten behauptet, könnten wir hier sogar mit der nächsten Nr.1 konfrontiert sein.
Das Guru Josh Project geht mit „Infinity 2008“ nach einer Woche Pause noch mal zurück auf die 5. In der 17. Woche ist der Titel dabei, davon war er 6 x in den Top 10 und in dieser Woche bereits das dritte mal auf der 5. Und damit wäre die Spitzengruppe komplett.

Der höchste Neuzugang in den Single-Charts kommt von Reamonn. Nach zwei Jahren Pause kehren sie auf Rang 8 in die deutsche Liste zurück. Zu ihrem 16. Chart-Titel "Through The Eyes Of A Child" kann ich gar nicht so viel sagen. Der Titel scheint mir recht durchschnittlich und massenkompatibel, mit einer ebenfalls nicht wahnsinnig neuen Botschaft. Wahrscheinlich ist aber genau dies auch dafür verantwortlich, dass die deutsche Band erst jetzt ihren zweiten Top 10-Hit feiern darf. Nach ihrem äußerst erfolgreichen Debüt „Supergirl“ im Jahr 2000 waren sie 14 Singles lang deutlich weniger erfolgreich. Am höchsten – nämlich bis auf die 11 – kam in dieser Zeit „Tonight“ vor zwei Jahren. Bandleader Rea Garvey stand zwischendurch allerdings schon mehrere Wochen auf der 1. An der Seite von Nelly Furtado lieferte er zum Jahreswechsel 2006/2007 mit „All Good Things (Come To An End)“ insgesamt 8 x den meistverkauften Titel. Sein letzter Aufenthalt in den Charts war Anfang diesen Jahres in Zusammenarbeit mit Paul van Dyk, dem er für „Let Go“ seine Stimme lieh. Für Rea garvey ist „Through The Eyes Of A Child“ der 20. Titel als offiziell aufgeführter Artist.

Rein in die Top 20 klettert in der zweiten Woche Sido mit „Herz“. Sein Mitwirken in der popstars-Jury kann also tatsächlich auch das Interesse an seiner Musik erhöhen. „Herz“ ist mit der Verbesserung von der 22 auf die 20 der sechste Top 20 Titel des Rappers.

Auf der 23 steigen Deichkind mit „Arbeit nervt“ ein. Ein schöner Elektro-HipHop-Mix mit einer Portion Pop-Appeal. Für mich DER Neuzugang dieser Woche. Für Deichkind ist es der nächste Anlauf zum zweiten Top 20-Titel. Bislang haben sie es nur mit ihrem Debüt „Bon Voyage“ im jahr 2000 bis auf die Position 11 geschafft. „Limit“ stoppte zwei Jahre später nochmal knapp drunter auf der 21. Momentan darf aber noch alles als offen angesehen werden, denn auch die aufgeführten Tracks legten nach ihrem Ersteintritt jeweils mindestens 10 Plätze nach oben zurück.
Zuletzt waren Deichkind gerade letzte Woche notiert mit ihrem Dauerbrenner „Remmi Demmi (Yippie Yippie Yeah)“ standen sie in Woche 18 auf der 96 (Höchstplatzierung 68 im Mai 2006).

Der dritte Neuzugang findet sich kurz drunter auf der 25. Anastacia meldet sich mit "I Can Feel You" nach zweieinhalb Jahren zurück. So richtig überzeugend ist dieses Comeback allerdings noch nicht. War sie doch zuletzt im Duett mit Eros Ramazotti und „I Belong To You (Il Ritmo Della Passione)“ bis an die Spitze vorgestoßen.
Auch nach längerer Pause wieder dabei sind Boyzone. Die irische Boygroup kehrt mit „Love You Anyway“ nach 7 Jahren zurück. Ob dieses Comeback nun als Reunion zu feiern ist oder nicht, scheint streitbar. James Masterton, Chartkommentator der britischen Top 75, meint, Boyzone hätte sich nie aufgelöst. Wie auch immer, in Großbritannien schaffen es die Jungs schon bis auf die 5, in Deutschland reicht es für einen Einstieg auf der 30.

Die 38 ist ein Rückkehrer in die obere Charthälfte. „36 Grad“ von Rhythms del Mundo und 2raumwohnung war Anfang September auf der 28 eingestiegen und danach langsam nach unten getrudelt bis auf die 76. In der letzten Woche ging es dann wieder aufwärts bis zur 70, und in dieser Woche gabs dann den Satz um 32 Plätze nach oben. Auch ohne den neuen Aufschwung ist „36 Grad“ der weitaus erfolgreichste Titel des Berliner Duos. Inklusive Remixe war der Titel seit Juli 2007 bereits 23 Wochen platziert mit Höchstposition 22. Nun kommen noch einmal 8 Wochen in der neuen Variante á la Buena Vista Social Club dazu.

Die 42 gehört Snow Patrol, die mit ihrer neuen Single „Take Back The City“ einmal mehr versuchen, dem Überflieger „Chasing Cars“ einen würdigen Nachfolger hinterher zu schicken. Denn obwohl es nach diesem bereits fünf weitere Titel als Singles gab, darunter auch das sehr überzeugende „Shut Your Eyes“, ist es immer noch „Chasing Cars“, was sich seit November 2006 immer wieder in den Charts hält, das letzte mal in der 49. Woche Anfang Oktober auf Position 90. „Take Back The City“ ist insgesamt der fünfte Titel der Band, der sich in Deutschland platzieren kann.

Auf der 48 schaffen nun auch die Kings Of Leon mit „Sex On Fire“ ihren Einstand in der oberen Charthälfte. Bereits am 26. September enterte der ehemalige Nr.1-Hit aus Großbritannien als reiner Download-Titel die deutschen Charts. Seit der letzten Woche konnten dann auch die Zahlen aus dem CD-Verkauf in die Auswertung einbezogen werden, allerdings ohne den wirklich großen Schub nach vorn, es ging lediglich von der 57 auf die 53. Aber der Titel erfreut sich wachsender Beliebtheit und es ist durchaus möglich, dass auch dieser Titel noch einiges nach oben klettern wird.

Weitere Neuzugänge in der unteren Hälfte sind Marquess mit „Lucia“ auf der 60, Lil Wayne feat. T-Pain mit „Got Money“ auf der 67, die Kaiser Chiefs mit „Never Miss A Beat“ auf der 76, Schlagersänger Nic mit „Es stegt in deinen Augen“ auf der 80 sowie Picco mit „Yeke Yeke“ auf der 100.