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Hot Spot 06-14-13

Well–it’s done. Robin Thicke feat. T.I. + Pharrell climbs at Nr.1 after their highly infecting Blurred Lines is out on CD too. That was the last push to overturn Get Lucky which sits pretty at number 2 this week. With Blurred Lines occupying the top spot newly we have a kind of a premiere in chart history. Pharrell Williams is the first artist (since the charts are issued weekly) who has two back to back number 1 hits. So far we only had Max Martin as a composer in autumn 2008 and Dieter Bohlen as a producer in June 1986 who handed out the chart crown to themselves. A performing artist who did so until now could be found only once in chart history: In October 1963 Gitte (duetting with Rex Gildo) topped the charts with Vom Stadtpark die Laternen and so dethroned herself.

Further statistics: Blurred Lines climbs to number 1 in its 8th chart week. It is as slowly as spring number 1 Let Her Go by Passenger. Last time a track took more time to peak at the Top was back in April 2012 when Olly Murs Feat Rizzle Kicks needed 10 weeks for their Heart Skips A Beat getting crowned.

The highest new entry comes from Prince Kay One Feat. The Product G&B. By entering at number 4 V.I.P. gives the German rapper a new peak position in his career and makes the USAmerican duo come back after 13 years of chart abstinence.

The newly released Xavier Naidoo Album Bei meiner Seele enters the album list at the top and propells tht title song to Top 10 status again. So we finally do have three songs again inside the Top 10 that are produced with German acts. In past autumn we had the last invasion of very successfull commercial songs coming from Germany. Best result was a Top 10 with 5 hits from Germany. Meanwhile the euphoria for national productions had a short time break–will it turn back for a new season with strong German releases?

PSY profits a second week from his performance at the final of Germanys Next Top Model. Gentleman jumps 25–12 eclipsing its peak from 7 weeks before. Gangnam Style gets a boost again landing at number 47.
Also Bruno Mars can watch a big effect of his performance at the show. Treasure goes 91–25 almost eclipsing the result of predecessor When I Was Your Man but still is two weeks ahead of its official release as a single cut.


Beyond TV made hits there is a soundtrack visible with two tracks in the upper half of the list. The Great Gatsby can send A Little Party Never Killed Nobody (All We Got) by Fergie • Q Tip • GoonRock and Young And Beautiful by Lana del Rey into the list. Both still rising in its third chart week.

Back in the list Carlprit is on the way launching his first solo hit. Fiesta now stands at number 53. A little renaissance for I Follow Rivers brings Lykke Li back to some success too. Number 57 in its 53rd chart week is very impressive.

Kid Ink is completely new to the German market. From his freshly released album Almost Home the track Money And The Power is especially beloved and enters the singles charts at number 70.




17. April 2009

... und in dieser Woche geht es wieder zur Sache wie nur etwas. Und wie.
Meist erwartete Neuveröffentlichung und demzufolge auch bester Neuzugang sind Depeche Mode, die mit Wrong ihr nächstes Album Sound Of The Universe ankündigen. Die Single klingt gewohnt dunkel und reichlich kryptisch. Im weiteren Verlauf werden sogar deutlich Bezüge zum Sound der Band in den späten 80ern hörbar. James Masterton – mein Lieblings-Kommentator der britischen Liste - bezeichnete Depeche Mode anlässlich ihres neuesten Werkes als eine der wichtigsten unnützen Bands (oder so ähnlich), die eine ungeheure Fanschar besitzen, aber den Anschluss an neue Hörerinnen völlig verpassen und dadurch keine wirklichen Hits mehr landen können. Und auch als Verehrer der Band muss ich eingestehen: dem ist wohl so. Tolles Material, dass aber erst mit Veröffentlichung als CD auf Platz 2 schießen kann. Die wirklich relevanten Sounds steigen mindestens vor der Veröffentlichung als Download ein, um sich für mehrere Wochen an der Spitze zu platzieren. Bei Depeche Mode sah das in den letzten Jahren immer so aus: tolle erste Woche und dann ganz schneller Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Dazu kommt, dass die meisten Radiostationen die Neuveröffentlichungen der Bands doch nicht in die Playlist nehmen. Aber - wenigstens gibt es einen sehr zeitgemäßen BoyzNoize-Remix.
Zur Statistik: Wrong wird von media control als 46. Single der Band gezählt. Uneinigkeit bei der Zählung gibt es vor allem wegen der Remix-Veröffentlichung von Enjoy The Silence und den DMBox-Veröffentlichungen im Jahr 2004. Und so taucht mitunter auch die Zahl 43 als Anzahl von platzierten Titeln auf. Wie auch immer: Mit dieser Woche holen sie sich ihre 549. Woche in der Liste. Wrong ist der achte Titel der Band, der es auf Rang 2 schafft, dazu kommen mit People Are People (1984) und Dream On (2001) zwei Nr.1-Hits in Deutschland. 2001 war auch das Jahr, in dem Depeche Mode das letzte mal gelang zwei Titel hintereinander unter den ersten 3 zu platzieren. Mit Wrong folgend auf Martyr (2006) ist diese Situation wieder eingetreten. Mit insgesamt 24 Top10-Titeln ziehen Depeche Mode jetzt gleichauf mit Madonna (bei dieser Wertung wurde der Enjoy The Silence-Remix nicht als neuer Hit gezählt).

Die Veröffentlichung der neuen Depeche Mode-Single hat Lady GaGa allerdings nichts anhaben können. Poker Face sitzt eine sechste Woche bequem an der Spitze und zeigt sich allen Angriffen gewappnet. Mit dieser Woche 6 stellt Lady GaGa nun die Single, welche sich 2009 bisher am längsten ganz oben halten konnte. Die letzte Künstlerin, der dies gelang war Katy Perry mit Hot N Cold welches zum Jahreswechsel 8 Wochen den Thron innehatte. Für Lady GaGa zählt nun also jede Woche.
Für Just Dance geht es dagegen nun langsam nach unten, in dieser Woche (insgesamt die 31.) von der 14 auf die 20.

Steil aufwärts geht es momentan mit T.I.. Sein dritter offizieller Single-Release Dead And Gone steht als Neuzugang auf Position 7. Im September hatte er mit Whatever You Like seinen ersten Solo-Chartauftritt, der es aber nicht bis in die obere Charthälfte schaffte, dann kam Live Your Life mit Rihanna an der Seite, und da gings schon wesentlich höher: Position 12 war die Bestplatzierung. Nun hat T.I. Kumpel Justin Timberlake als Hilfe und prompt gehts unter die ersten 10. Für diesen hatte er vor gut 2,5 Jahren schon auf My Love ein paar Raps beigesteuert und so auch schon eine Position 4 im Gepäck. Dead And Gone ist somit der zweite Top 10-Hit des Rappers.

Justin Timberlake und Depeche Mode gehören in Deutschland auch zu den Dauergästen in der Spitzengruppe. Insgesamt 106 mal platzierten sich Depeche Mode schon unter den ersten 10, Justin Timberlake schaffte das gleiche als Solokünstler 59 mal; addiert man seine Hits mit ’N Sync sowie als ungenannter Künstler an der Seite von Rihanna dazu, kommt er auf 92 Wochen. Bis zu solchen Ergebnissen wird es bei Mando Diao wohl noch ein paar Jahre dauern. Erwähnenswert ist ihr steter Aufenthalt in den Top 10 mit Dance With Somebody dennoch. Bereits seit 13 Wochen werden sie in den Charts notiert, und seit 13 Wochen befinden sie sich auch unter den ersten 10. Das ist im Moment die Führung für das Jahr 2009 vor Katy Perry mit 12 Wochen. Und in der Verfolgergruppe befinden sich auch Silbermond, die mit Irgendwas bleibt auf Platz 5 (von der 3 fallend) bereits 11 Wochen gesammelt haben.

Ziemlich genau fünf Monate nach ihrer ersten Single aus dem I Am … Sasha Fierce-Album legt Beyoncé Auskopplung Nr. 2 nach. In Großbritannien konnte sich ja in der Zwischenzeit das großartige Single Ladies (Put A Ring On It), welches auf der deutschen CD-Variante enthalten war, als Nachfolge-Top 10-Titel etablieren. Und das durch reine Download-Verkäufe. In Deutschland funktioniert das ganz anders. Und so ist nun regulär Halo der Nachfolgehit, der sich auf Anhieb auf Platz 9 setzen kann. Damit feiert Beyoncé drei hintereinanderfolgende Top 10-Hits, denn vor If I Were A Boy lag ihr Nr.1-Titel Beautiful Liar.

Ebenfalls ihren dritten Top 10-Hit in Folge landen Rosenstolz. Sie sind in dieser Woche mit Blaue Flecken neu auf der 10 dabei. Insgesamt ist es der zehnte Titel, der es in diese Höhen schafft. Mit ihrer letzten Veröffentlichung Wie weit ist vorbei ging es allerdings nach einer ziemlich hohen Platzierung dann sehr schnell abwärts. Ob es dieses mal auch nur die Ultra-Fans waren, die sich schnell die CD zugelegt haben und danach der Andrang rasch abflaut?

Manchmal passiert es tatsächlich, dass eine Künstlerin einen mehr oder weniger großen Hit landet und dann verschwindet, in Vergessenheit gerät. Obwohl sie fleißig weiter veröffentlicht. Häufig geschieht das europäischen Künstlern, die nicht in englisch singen. In ihrer Heimat sind sie große Stars, aber schon im Nachbarland kennt sie kein Mensch. Und manchmal passiert es, dass eben solche Künstler dann nach endlosen Zeiten plötzlich doch wieder da sind. Für die meisten sind sie dann kleine Neuentdeckungen. So wie zum Beispiel die Italienerin Laura Pausini. Sie gewann 1993 mit 19 Jahren den Nachwuchspreis beim Festival in San Remo. Ein Jahr später trat sie schon im Hauptprogramm auf und konnte mit Non C’e sogar einen Charthit in Deutschland platzieren, der es immerhin bis Platz 76 brachte. Danach war sie in mehr oder weniger großen Abständen lediglich in den Albumcharts präsent. Nie wahnsinnig erfolgreich bis im letzten Jahr Primavera In Anticipo erschien. Aufmerksam erhielt dieses allerdings vor allem durch den Titeltrack, welchen Laura Pausini noch einmal in einem Duett mit James Blunt aufgenommen hat. Und diese Aufnahme kann sich nun auch in den Singlecharts durchsetzen. Platz 19 in der ersten Woche, für Laura Pausini die höchste Platzierung überhaupt und eine Rückkehr in die deutschen Charts nach 15 Jahren Pause. James Blunt kann mit diesem Duett seinen dritten Top 20-Hit landen. Bisher war er mit zwei Titeln (You’re Beautiful 2005 und 1973 2007) sehr erfolgreich, jeweils Platz 2. Alle anderen Titel verpassten die oberen 20. Insgesamt ist es die achte Chartsingle für ihn.

Tatsächliche Chartneulinge finden sich auf Platz 21. The All-American Rejects bringen es mit Gives You Hell nach mehr als zehnjährigem Bestehen nun auch in Deutschland zu etwas größerer Bekanntheit. Vielleicht hat’s auch mit Tyson Ritters Auftritt in House Bunny zu tun. Wer weiß.

Charttitel Nummer sieben für clueso auf Position 25. Gewinner ist damit der zweiterfolgreichste Titel des Erfurter nach dem Bundesvision-Song Keinen Zentimeter vor einem Jahr.
Und da wir schon mal bei den Visions-Contesten sind ... in diesem Jahr hat Deutschland ja auf einen Publikumsvorentscheid zum Eurovision Song Contest verzichtet. Stattdessen wurde intern entschieden, dass Alex Christensen - bestens bekannt als Alex C. oder auch als Gesicht hinter U96 - Deutschland am 16. Mai in Moskau vertreten soll. Und das wird er in Zusammenarbeit mit Oscar Loya unter dem Namen Alex Swings Oscar Sings!. Der Titel Miss Kiss Kiss Bang ist also eine Swingnummer, geht ziemlich direkt den Weg weiter, den Roger Cicero vor zwei Jahren beschritten hat. Platz 19 gabs dafür im europäischen Vergleich, die Begründung für das magere Abschneiden wie immer: „Das Publikum (vor allem im Osten Europas) ist halt nicht reif.“
Mit Platz 27 wage ich allerdings zu behaupten, dass auch das deutsche Publikum in diesem Jahr noch nicht allzu sehr überzeugt vom eigenen Beitrag ist. Und ich freue mich eigentlich nur schon wieder auf lustige Beiträge aus Bulgarien, der Ukraine und Lettland ... da macht Pop irgendwie mehr Spaß.

Und nochmal Nachrichten mit einem Link zur Eurovision. Der beim Contest etwas erfolglose Roger Cicero freut sich national absolut über Popularität und Beliebtheit. Was immer es ist, der gefällige Sound, sein smartes Auftreten oder vielleicht auch die biedersinnig angerührten Texte, mit Erscheinen seines Albums Artgerecht springt auch die Single Nicht artgerecht 15 Plätze nach oben. Von der 53 direkt rein in die obere Charthälfte auf die 38. Es ist erst seine zweite Single, die dieses schafft. Das Album steht dagegen wie die beiden Vorgängerwerke auf einem Medaillenrang, genauer: Platz 2.

Wie schon bei ihrer letzten Veröffentlichung All Nightmare Long, so gibt es auch von der neuen Metallica-Auskopplung Broken, Beat And Scared wieder unterschiedliche CD-fassungen. Es ist die insgesamt 21. Veröffentlichung.

Kinder + Kinofilm + CD: das ist eine Kombination, die immer klappt. So auch bei Apollo 3. Wie zu erwarten sind das drei 11- bzw. 12jährige, deren Niedlichkeitsfaktor sich auf die Musik problemlos übertragen lässt. Dazu reichlich Promotion über den Film Vorstadtkrokodile und schon geht Superhelden mit messbaren Ergebnissen in den Verkauf. Platz 40 auf Anhieb. Und nun die Frage: wieviel wird man von Apollo 3 wohl noch hören?

Und das waren dann auch schon die (unter kommerziellen Gesichtspunkten) wichtigsten Neuerscheinungen der letzten Woche, denn alles weitere spielt sich unter der Marke Platz 50 ab, und dort herrschen ja bekanntlich nochmal andere Regeln. Eine Band, die es direkt nach ihrem zweitgrößten Hit nun ganz knapp verpasst in die obere charthälfte einzuziehen, ist Nickelback. Nachdem Gotta Be Somebody im November letzten Jahres bis auf die 6 stieg, dachte sich die eine oder der andere vielleicht: die sind zurück. Aber geirrt. Zwar gingen in den USA und in Kanada einzelne Albumtracks als Download in die Charts, aber hier blieb es doch weitestgehend ruhig. Nun steht Nachfolger I’d Come For You offiziell in den Regalen, aber so richtig zündets nicht. Platz 51, das ist für die Band ein eher mageres Ergebnis, wie sie es zuletzt 2006 einfuhren.

Und auch Aloha From Hell dürften über ihre neueste Chartplatzierung nicht ganz so glücklich sein. Nachdem es doch Walk Away im letzten November bis zur 26 gebracht hat und die Plattenfirma für die neue Single No More Days To Waste sogar ein doppelseitiges Poster der CD beilegte, hatte sich die Schülerband aus Aschaffenburg vielleicht dich ein klein wenig mehr ausgerechnet als Platz 59. Andrerseits: wer sagt denn, dass es nicht schon bald nochmal richtig los geht?

Kann sich noch jemand an The Fray erinnern? Das ist eine US-amerikanische Band, die 2005/06 vor allem mit einem Titel, nämlich How To Save A Life doch einigermaßen bekannt in Deutschland wurden. Aber danach ging irgendwie nichts mehr. Bzw. es gab eine Kreativpause, um am zweiten Album zu arbeiten. Dieses erschien kürzlich und You Found Me ist die erste Veröffentlichung. Als Single steigt der Titel auf Platz 73 ein ... nun, das ist so eher mittelmäßig. Allerdings war ihre allererste Single Over My Head auch noch nicht der Renner. Wenn sich das Bild wiederholt, dann wird die nächste Auskopplung das eigentliche Comeback.

Neben den zahlreichen Neueinsteigern gibt es in dieser Woche natürlich auch Rückkehrer. Der höchste ist Hape featuring Uschi Blum mit Sklavin der Liebe auf der 78. Ich frage nicht, warum, sondern vermerke hier nur kurz: eine Woche hat er/sie noch.
Auch bei den Pussycat Dolls featuring Busta Rhymes frag ich jetzt einfach nicht weiter nach. Ihr Debüt und bislang einziger Nr.1-Hit in Deutschland Don't Cha ist wieder dabei und freut sich über einen Platz 98 in der 27. Woche.
Und auf der 100 steht noch einmal M I A mit Paper Planes – nach drei Monaten Pause darf der Titel wieder dabei sein und darüber freue ich mich ganz besonders, denn immer noch ist das ein meisterhaftes Stückchen zeitgenössischer Pop.

Manchmal gibt es ja Dinge, die glaube ich irgendwie gar nicht. Zum Beispiel, wenn auf der 84 eine Künstlerin auftaucht, die Graziella Schazad heißt. Da denk ich erstmal: was’n das? Und wenn diese Künstlerin dann auch noch durch die BILD gefeatured wird, na dann frag ich mich ohnehin, was das soll ... Ganz so schlimm ist der Titel Look At Me dann doch nicht. Und schön ist es zu sehen, dass BILD eben auch nicht allmächtig ist. Platz 84 spricht jetzt doch eher dafür, dass die meisten BILD-Leser sehr wohl zumindest einen eigenen Geschmack haben (oder keinen CD-Player besitzen). Die Frage ist halt nur, was denkt sich Frau Schazad bei so einem Deal? Und wie denkt sie geht es weiter mit ihr, ohne Medienunterstützung?

Noch mehr BILD-Rückenwind, dieses mal aber wirklich genau auf dem Niveau der Zeitung, gibt es mit Platz 95. Der wird in dieser Woche gestellt von Frauenarzt & Manny Marc. Seit November verrappen die beiden für die BILD die Schlagzeilen der Woche ... und seit diesem Deal sind sie tatsächlich auch massenkompatibel (wenn auch keinen Deut intelligenter) geworden. Ende Oktober stiegen sowohl das Album Atzen Musik wie auch die Single Florida Lady in die Charts ein. Nun folgt Schlag Nr.2: Das geht ab – Wir holen die Meisterschaft gibt es seit 27. März bei Kontor als mp3-Single. Klar geht es um Fußball, diesmal offensichtlich um Hertha BSC. Na mal schauen, ob dieser Rap-Techno-Gassenhauer was hilft.

Mehr aus dem Dance-Bereich gibt es in dieser Woche mit der Dream Dance Alliance, bekannt aus der mittlerweile 50teiligen Dream dance-Compilationserie. Diese steht mit einem eigenen Titel auf Rang 91 in der Liste. Time Out ist lediglich als Digitalfile erhältlich, aber mittlerweile schafft es ja sogar amazon, solche Titel anzubieten. Und so geht der Track bereits mit seiner Veröffentlichung in die Liste. Ob für solche gut angebotenen Download-Tracks dieselbern Regeln gelten wie für die anderen bisher, die sich immer recht mühsam nach oben hangeln mussten – das wird in den kommenden Wochen eine spannende Geschichte.
Vielleicht noch ein bisschen was zum Hintergrund: die Dream Dance Alliance besteht aus den Djs Sven Greiner alias DJ Shog und Terry Schaffer. DJ Shog war schon einige male in den Charts, seine größten Erfolge feierte er um 2003.

Die Kilians sind eine Band aus Dinslaken, die Indie-Brit-PopRock machen. Sie konnten vor gut zwei Jahren schon ihr Album Kill The Kilians in den Albumcharts platzieren. Nun folgen sie auch als Single-Act mit ihrem Chart-Debüt auf Platz 93. Said & Done ist die Vorabsingle aus dem grade erscheinenden zweiten Album They Are Calling Your Name und ich hoffe, sie nehmens mir nicht übel, wenn ich hier schreibe, dass mir ein wenig das Besondere an dem Titel fehlt. Klingt alles nicht schlecht, aber eben irgendwie auch zu ähnlich zu allem möglichen.

Ganz am Ende, auf Platz 99, da kann ich endlich mal wieder über das neue Download-Zeitalter schreiben. Für Miley Cyrus schießen nämlich gerade die Veröffentlichungen nur so aus dem Boden. Gerade erst wurde Fly On The Wall veröffentlicht und steht gerade in der fünften Woche auf der 86 (von 80 leicht abwärts rutschend), da gibt es schon die Ankündigung für die nächste Single The Climb, die am 24. April erscheinen soll. Und weil Miley Cyrus-Fans jung und internet-affin sind, wissen sie ganz genau, wo sie schon jetzt den Titel herkriegen. Und das in solchen Massen, dass die junge Dame bereits vor Veröffentlichung der CD Hit Nr. 4 für sich verbuchen kann.

Charts vom 28. November 2008

Holla - jetzt geht es aber tüchtig los in den deutschen Charts. Und sogar ganz oben tut sich eine Menge. Die Nr. 1 ist zwar immer noch die gleiche wie letzte Woche, aber schon auf Rang 2 wird munter nachgelegt. Aber erstmal: Polarkreis 18 sind mit "Allein Allein" nun in der fünften Woche an der Spitze und langsam wird es spannend, denn noch haben sie alle Chancen 8 Wochen voll zu machen und damit zu den Nr.1-Hits 2008 zu gehören, die am längsten ihre Position verteidigen konnten. Aber da gibt es auf Platz 2 sehr sehr starke Konkurrenz, denn hier steigt Katy Perry mit ihrer neuen Single "Hot N Cold" ein. Und das als reiner Download-Titel, denn in echt ist die Single erst seit dem 21. zu haben. Noch nie war ein nur digital-verkaufter Titel besser platziert und noch nie hat ein solcher Titel mit so einem Satz die Charts geentert. Natürlich ist die Only-Download-Zählung auch noch nicht soo alt: Seit 13. juli 2007 haben Titel die Möglichkeit auch als rein digitale Veröffentlichung in der Liste zu erscheinen. Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland nicht die Anzahl ausschalggebend für die Platzierung ist, sondern der erzielte Umsatz. Das bedeutet, dass eine verkaufte Single-CD von Polarkreis 18 gleich viel Wert ist wie 5 bis 7 verkaufte Downloads von Katy Perry. Damit dürfte klar sein, dass "Hot N Cold" derzeitig der meistgekaufte Titel in Deutschland ist. Die beste Platzierung als rein digitale Single kam bislang von Paul Potts und seiner Puccini-Interpretation "Nessun Dorma" (ist noch gar nicht soo alt und treibt sich derzeit noch auf der 54, von 51 kommend rum ... dürfte aber schon nächste Woche nicht mehr dabei sein, es sei denn die Weihnachtsstimmung greift derart um sich ...)
Zurück zum Star der Woche: Eigentlich ist der Nachfolger zum Nr. 1-Hit "I Kissed A Girl" (fällt von 13 auf 19) viel weniger hypnotisch, aber er hat derzeit ein derartig starkes Airplay (aktuell die 4 in den eher langsamen und betulichen Airplay-Charts), dass offensichtlich alle gerade extrem gierig nach dem Titel sind. Und wir dürfen gespannt sein, ob sie nicht schon nächste Woche ihren zweiten Spitzentitel in Deutschland verbuchen kann. Sollte sie dies schaffen, ist sie eine der wenigen Acts, die es mit ihren jeweils ersten beiden Singles an die Spitze schafften. Letztes Beispiel für solch einen Einstand lieferte Mark Medlock im Jahr 2007. Mit dieser Woche gesellt sich Katy Perry an die Seite von Leona Lewis, die in diesem Jahr mit ihrem Debüt "Bleeding Love" ebenfalls die 1 enterte und mit "Better In Time" auf Rang 2 im Juli nachlegte.

Die Katy Perry-Sensation überschattet das, was ich in der letzten Woche schon angekündigt hatte. Britney Spears schickt mit "Womanizer" die Vorab-Single zu ihrem 6. Studio-Album "Circus" ins Rennen. In den USA brach sie mit der Single bereits alle möglichen Rekorde und fuhr ihre zweite Nr.1 ein. Hier in Deutschland reicht es in der ersten Woche für Platz 4, was immerhin das beste Ergebnis seit 2004 und ihrem Titel "My Prerogative" ist. Es ist ihr 16. Top 10-Hit und der 12. Titel, der es unter die ersten 5 schafft. Obwohl "Womanizer" von vielen als die beste Britney überhaupt betitelt wird, würde ich an dieser Stelle aber bezweifeln, dass sie damit ihre dritte Nr.1 in Deutschland holt. Aber warten wir es ab, wie wir sehen gibt es ja doch noch genügend Überraschungen im Chartgeschehen.

Die beste deutsche Produktion schafft es in dieser Woche auf die 7. Für mich eine sehr eigenwillige Kombination, die Rapper Curse da mit Silbermond eingegangen ist. Nachdem der Titelsong seines Albums "Freiheit" featuring Westernhagen Ende September nicht so sehr die Masse begeistern konnte, gelingt ihm durch Stefanie Kloß als Duettpartnerin das erste Mal der Sprung unter die ersten 10. Ich würde an dieser Stelle mal behaupten, dass dieses Ergebnis vor allem auf das Konto der charismatischen Stimme der Sängerin geht, denn Silbermond sind mit ihrer ehemaligen Nr.1 "Das Beste" auch nach zwei Jahren noch immer wieder am unteren Ende der Verkaufsliste zu finden. Letzte Woche zum Beispiel grad wieder notiert auf der Position 100. "Bis zum Schluss" erinnert mich irgenwie an bekannte Titel, obwohl es gut rhythmuslastig daherkommt und dadurch den gewohnten Silbermond-Sound schön bricht.

Der nächste Einsteiger hinterlässt die Frage: saugeil und mutig oder wahnwitzig übermütig. Wahrscheinlich ist das jedoch eine eher sehr deutsche oder europäische Frage, denn wenn der US-Rapper T.I. um die Hookline des Eurotrash-Hits "Dragostea din tei" von O-Zone einen abgebrühten Südstaaten-Rap mit Guestvocals von Rihanna bastelt, dann muss das in Übersee einfach cool aussehen und zur Nr.1 führen. Hier in Deutschland wurden wir ja erst diesen Sommer wieder mit den Überbleibseln des größten moldawischen Hits aller Zeiten beglückt. Crazy Frog und Arsenium hießen die Projekte, welche mehr oder minder geschickt das alte Rezept nochmal aufkochten. Nun also gibt es den Original-Gesang noch einmal in einem kleinen Ausschnitt zu hören bevor Rihanna übernimmt und eine wesentlich coolere Variante darbietet. Für T.I. ist "Live Your Life" der erste Aufenthalt in den deutschen Top 20 als Mainact. Mit seinem Rap-Part für Justin Timberlake's "My Love" stand er 2006 bereits auf Position 4. Rihanna ist mit ihrem Part momentan die zweite Künstlerin, die aktuell zwei Titel unter den oberen 20 platzieren kann. "Disturbia" rutscht in dieser Woche aus der Top 10 auf die 13.

Die momentan erfolgreichste Schülerband Deutschlands Aloha From Hell aus Aschaffenburg legen mit ihrer Rockballade "Walk Away" nach und können auf Anhieb den Erfolg ihres Debüts "Don't Gimme That" aus dem Sommer übertreffen. Platz 26 für Single Nr.2 und ein paar Konzerttermine gibt es im Dezember auch noch.

Zu Platz 34 gibt es wieder eine ganze Menge zu erzählen. Zunächst mal steht dort neu in der Liste Bushido feat. Karel Gott. Ja, richtig gelesen, der Rapper hinter dem Label ersguterjunge lässt derzeit nichts unversucht, ordentlich in die Schlagzeilen zu kommen und 'n Haufen Kohle abzuschöpfen so lange das drin ist. Biographie als Bestseller, Verfilmung derselben, Veröffentlichungen in Massen – dieses ist bereits die siebte Single, die sich in 2008 platzieren konnte – und dann eben auch mal gern ein Duett mit dem tschechischen Schlagerstar Karel Gott, den so richtig harte Jungs und Mädels ausm Ghetto vielleicht gar nicht mehr kennen. Zur Erinnerung: Karel Gott, die goldene Stimme aus Prag, begann seine Karriere in den 60ern, seine größten Erfolge feierte er zwischen 1970 und 86. Da gab es noch vor Zeiten der wöchentlichen Charts den Titel "Was damals war", der sich in der damaligen Hitparade bis zum Platz 8 vorarbeiten konnte. Unvergessen in den Gedächtnissen von Fans des deutschsprachigen Liedguts sind "Die Biene Maja" (Titelsong der Zeichentrickserie 1975) "Babicka" (1979 Platz 20) und "Fang das Licht" mit seiner Tochter Darinka (1986 Platz 15). Sein letzter Chartaufenthalt stammt aus dem Jahr 1997, als er mit einer deutschen Version von "Time To Say Good-Bye (Con Te Partiro)" bis auf Rang 86 kam. Nach mehr als 11-jähriger Pause feiert Karel Gott nun dank Bushido sein Chart-Comeback und hievt sich gleich richtig in die Jetzt-Zeit, denn "Für immer jung" landet auf Platz 34 durch reine Online-Verkäufe. Die reguläre Single steht erst seit heute in den Läden, wird also in zwei Wochen ganz sicher einen Sprung nach oben hinlegen. Und so wie sich das anlässt könnte es für Karel Gott die höchste Chartplatzierung überhaupt werden. Bushido hätte da ein wenig mehr zu tun, denn sein bislang bestplatzierter Titel stammt aus dem Jahr 2007 und hieß "Alles verloren". Platz 4 gilt es zu knacken und das könnte durchaus gelingen, denn die zweite "Sensation" der neuen Bushido-Single ist der Titel selber. "Für immer jung" zitiert nämlich ordentlich und wiedererkennbar den 80er jahre-Hit von Alphaville "Forever Young". Im Original 1984 bis Platz 4 geklettert, wurde der Titel bereits unzählige Male gecovert, am erfolgreichsten vom deutschen Technodance-Projekt Interactive, welches Anfang 1995 in Deutschland bis auf die 7 kam und sogar in Großbritannien den Sprung unter die Top 40 schaffte. 2002 gabs dann nochmal ein Remake, auch das mit ordentlichen Verkaufszahlen und nun sind also wieder ein paar Jahre ins Land gegangen, Weihnachten steht vor der Tür, Balladen-Schmonzetten stehen gut im Kurs und Bushido macht sich Gedanken übers Älterwerden. Natürlich sind da keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, halt die bekannten Allgemeinplätze. Aber wer will schon immer nur zum Nachdenken animiert werden? 6 Mio Abrufe bei MySpace, 2 Mio bei Youtube, Einstieg in die Charts vor Verkaufsbeginn, Clinch mit VIVA und MTV ... da erübrigt sich jeder Kommentar.

So wie wir in nächster Zeit wahrscheinlich wieder ein Auge und Ohr auf Bushido + Gott haben werden, so können wir bereits in dieser Woche vermelden, dass die Jungs von Guns n' Roses wie erwartet ordentlich an Tempo zulegen. Von der 90 in der letzten Woche (als ihre Single lediglich eine halbe Woche im Geschäft war) auf die 38 springt "Chinese Democracy". Auf der Homepage der Band wird auch ein MySpace-Streaming-Rekord vermeldet. Im Schnitt sollen 25 HörerInnen pro Sekunde den Titel abgerufen haben. Da steht zu vermuten, dass auch eine ganze Menge an Leuten bei den bekannten Download-Shops eingekauft haben, denn in echt gibt es nach wie vor lediglich die Trendsingle mit nur einem Titel. Insgesamt ist diese Woche überhaupt deutlich zu merken, dass der Online-Markt an Bedeutung gewinnt.
Statistisch gesehen müssen Axl Rose und Freunde allerdings noch ein wenig mehr drauf legen. "Chinese Democracy" ist mit Platz 38 bislang noch der schlechtplatzierteste Titel der Band in den deutschen Charts. Lediglich "Patience" machte im September 1989 auf eben dieser Position halt, war aber insgesamt 13 Wochen lang notiert.

Mash-Ups sind nach wie vor sehr beliebt wie uns der Neuzugang auf der 51 zeigt. Da kommt das Debut des Dance-Projekts SASH! aus dem Jahr 1997 "Encore Une Fois" (damals Platz 16) neu in die Verkaufsliste, diesmal allerdings angefüllt mit der Gesangsspur von "Raindrops", einem Track des englischen Projektes Stunt und erschienen 2005 auf Data Records. Folgerichtig heißt die Neuveröffentlichung "Raindrops (Encore Une Fois)". In Großbritannien hats für das Stück bis in die Top 10 gelangt, ich finde, dass der Originaltrack von SASH! durch den Gesang eher an Kraft verliert und austauschbarer wirkt. Immerhin noch eine schöne Erinnerung an ein Projekt, dass seit mehr als 5 Jahren in der Versenkung verschwunden war und eigentlich schon begraben.

Estelle steigt mit ihrem dritten Titel "Come Over" auf der 62 ein. An ihrer Seite hat sie für diesmal Sean Paul, in 2008 das zweite mal in der Liste vertreten. Entspannter Raggae.
Eine absolut beeindruckende Stimme gibt es auf der 64 zu hören. Sie gehört dem Grafen, wie sich der letzte Verbliebene der Band Unheilig nennt. "An Deiner Seite" ist das Chartdebut des 1999 zusammen mit Jose Alvarez-Brill (aktuell Peter Heppner produzierend) gegründeten Projektes. Düster und stark.
Im Jahr 2008 war Jimi Blue ziemlich präsent. Mit einer fünften Single namens "Best Damn Life" gehts ins Weihnachtsgeschäft. Start auf der 67, während "Key To The City" von der 70 auf die 84 fällt.
Nach ihren bisher größten kommerziellen Erfolgen, den zwei Top 10-Singles aus dem "Viva La Vida"-Album charten Coldplay auf der 77 mit Titel Nr.3. Allerdings auch dies in der Digitalvariante. "Lost!" ist zwar auf genanntem Album enthalten und am 21.11. erschien auch die EP "Prospekts March" auf der "Lost!" noch drauf ist. Aber den Titel solo gibt es derzeit nur als Download-Variante.
Die 79 sieht die hessische Mädchenband Fräulein Wunder mit ihrer zweiten Single "Mein Herz ist Gift für dich". Ohne VIVA-Serie geht's etwas langsamer voran.
Auf der 81 erscheint Blutengel mal wieder. "Dancing In The Light" gibt es in zwei Varianten: als Forsaken- und als Solitary-Edition.
Rania ist die dritte Teilnehmerin der letzten DSDS-Staffel, die ihr Chartdebüt 2008 gibt. "Crying Undercover" steigt ein auf der 86.
Jens O.(phälders) und Jens Kindervater aka Michael Mind sind seit einigen Jahren auch unter dem Pseudonym The Real Booty Babes in der Clubszene unterwegs. Erfolge feiern sie vor allem mit Schranz-Versionen bekannter Hits. In diesem Jahr waren sie bereits mit einer Variante von "Apologize" notiert. Auf der 98 stehen sie in dieser Woche neu mit "I Kissed A Girl" - auch das als reiner Download-Titel.

TV-Show-Effekte wie gewohnt: Popstars-Kandidatinnen Diyana, Jill und Katharina singen in der Folge am 13.11. "Listen" und das Original von Beyoncé steigt auf der 63 wieder ein. Wird aber auch schnell wieder draußen sein.
Ähnlich ergehts wohl auch Westlife mit "You raise Me Up", die auf der 71 wieder auftauchen, nachdem Asawari Jacob am 15.11. seinen Auftritt mit dem Titel bei RTL "Supertalent"-Show hatte.
Auf der 99 entern Evanescence mit einem ihrer größten Hits "My Immortal" nochmal die Charts. Da weiß ich aber jetzt keine Erklärung, wodurch das verursacht wurde.

Für einen Neueinsteiger hab ich hier am Ende noch extra fünf Zeilen frei gehalten.
Es ist die letzte Woche im November oder auch der 1. Advent und auf der 73 erscheint, wie immer an diesem Datum, der Weihnachts-Pop-Hit schlechthin: "Last Christmas" von Wham! Bei seinem letzten Auftritt zum Jahreswechsel 07/08 hat der Titel mit Platz 4 seine beste Position überhaupt erreicht. Ein kleiner Rekord: in der 72. Woche und 23 Jahre nach dem Ersteintritt. Ob's in diesem Jahr nochmal höher geht? Position 73 als Start in die Saison ist im Vergleich nicht wahnsinnig überzeugend. Eventuell hat jetzt auch schon jedeR seine/ihre Version auf PC, Silberling oder sonst einer Form in der Sammlung.